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Wohnung und Hausstand

Wohin eigentlich mit Wohnung und Hausstand?

Wir wurden in den Wochen und Monaten vor unserer Weltreise oft gefragt, wie sich das anfühlt: Wegzugehen und zu wissen, wenn man zurückkommt, hat man vieles von dem aufgegeben, was man besessen hat. Oft hören wir dann, dass man sich das nicht vorstellen kann nichts zu haben oder dass dieser Zustand ein echtes Hindernis sei, es auch zu tun. Aber haben wir dann wirklich nichts mehr (an dieser Stelle könnte sicherlich ein philosophischer Monolog folgen, wer reisen geht kennt die Antwort ja sowieso)?
 
NEIN, das ist kein Grund es nicht zu tun!
 
Wir wollen in diesem Beitrag einmal über die Alternativen zu unseren Entscheidungen sprechen. Was hätten wir mit unserer Wohnung tun können und was haben wir getan?


Es kommt natürlich auf die aktuelle Lebenssituation an, in der man sich befindet. Dazu muss man wissen, dass wir beide vor Reiseantritt studiert haben. Gerade anschließend an das Studium ist es wohl noch relativ einfach, sich für diesen Schritt zu entscheiden, da Besitz und Verpflichtungen noch überschaubar sein dürften. Wir hören dann immer „wenn ihr es jetzt nicht macht, macht ihr es nie mehr“. Das mag oft stimmen. Was in jedem Fall stimmt, ist, dass man später im Leben wohl viel gewichtigere Entscheidungen treffen muss, um sich die Reise zu ermöglichen, als wenn wir jetzt entscheiden, unsere Mietwohnung zu kündigen und unser Sofa zu verkaufen.

Wohnung

Wir lieben unsere Wohnung wirklich. Unsere Vermieterin ist ein absoluter Engel, die Lage unserer Wohnung ist ausgezeichnet für uns, wir haben wenige Meter vor der Haustüre einen superschönen See und Nürnberg ist einfach eine tolle Stadt. Die Wohnung war damals ein absoluter Glücksgriff. Wir haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht.

Welche Optionen haben wir durchdacht, was unsere Wohnung betrifft:

1.

Wohnung behalten und die Miete selbst weiterbezahlen

Ok, sicherlich die bequemste Form, aber sicherlich auch die teuerste. Die wenigsten von uns werden in der glücklichen Situation sein, sich das leisten zu können. Wir sind jedenfalls nicht in der Lage dazu. Aber der Vollständigkeit halber besteht die Option natürlich.


2.

Wohnung möbliert an einen Zwischenmieter vermieten

Wenn wir es uns hätten aussuchen können, hätten wir das wohl gemacht. Warum also nicht? Bei so einer Zwischenmiete stellt man sich viele Fragen: Wer ist das, der da in meiner Wohnung wohnen wird? Zahlt dieser Jemand dann auch wirklich zuverlässig seine Miete (Wir sind dann tausende Kilometer weg und können uns nur mit hohem Aufwand darum kümmern)? Werden unsere Sachen, die wir in der Wohnung lassen gut behandelt?


Unsere Vermieterin vertraut uns. Sie hätte einen für uns geeigneten Zwischenmieter akzeptiert. Wenn ihr Familie oder Freunde habt, die in der Zwischenzeit in eurer Wohnung wohnen werden, super! Da weiß man, woran man ist. Aber so?


Mal abgesehen davon, dass es sehr schwierig ist, für einen festgelegten Zeitraum (und dann bei uns noch im Weihnachtsmonat beginnend – wer will da umziehen?) jemanden zu finden, für den diese Zeit optimal passt, ist es schier unmöglich über den ersten Eindruck hinweg festzustellen, ob man ein gutes Gefühl mit einem Mietinteressenten haben kann. Das klassische Vermieterproblem eben, nur, dass wir diesem Mieter dann auch noch unsere Sachen zur Verfügung stellen, um sie nirgends einlagern zu müssen. Wir haben nicht den optimalen Zwischenmieter für uns gefunden und das hatten wir uns als Mindestvoraussetzung gesetzt, um diesen Weg zu gehen. Nicht weniger als der oder die Beste hätte es sein dürfen.


Wir haben eine Entscheidung getroffen, ja treffen müssen. Wir haben uns für den dritten Weg entschieden:


3.

Mietvertrag kündigen, Wohnung auflösen

An dieser Option hängt sicherlich der längste Rattenschwanz an Erledigungen, aber es ist das Richtige für uns. Wir können die Miete nicht selbst während der Reise tragen und einen optimalen Zwischenmieter haben wir auch nicht ausfindig gemacht. Bleibt ja nur noch wenig übrig. Jetzt sind wir gerade mitten in den Vorbereitungen für unseren Auszug und jeden Tag fällt uns etwas Neues ein, an das wir denken müssen, deswegen haben wir dir mal eine Sammlung erstellt, damit du nichts vergisst:


Denk’ dran

Kündigungen:


Mietvertrag fristgerecht kündigen (3 Monate, Abweichung möglich)

Gasanbieter kündigen (Auszugstermin)

Stromanbieter kündigen (Auszugstermin)

Hausratversicherung kündigen (je nach Anbieter auch während der Laufzeit auf Kulanz kündbar zum Auszugstermin)

Internetanbieter kündigen (3 Monate, fristlos, wenn in der Wohnung, in der ihr euch meldet (zB Eltern) ein Vertrag besteht (zumindest bei 1&1 Bedingung)

GEZ kündigen (Ordentliche Abmeldung – Formular hier )

Sonstige Abos (Zeitschriften, TV etc.) kündigen


Änderungen:


Adressänderungen bei Banken, Versicherungen etc. melden

Ummeldung beim Einwohnermeldeamt

Nachsendeantrag bei der Post stellen


Kaum zu glauben, wenn man sich vorstellt, dass man sich darum auch beim Einzug kümmern musste. Gefühlt lief das alles automatisch und jetzt ist es ein echter Zeitfresser. Übrigens: Für die Dauer unserer Abwesenheit werden wir uns auf die Wohnadresse unserer Familien rückmelden und diese mit Vollmachten ausstatten. So können sie uns schnell helfen, wenn beispielsweise Post beantwortet werden muss, wir eine neue Kreditkarte benötigen oder unsere Versicherung in Anspruch nehmen wollen. Wäre das ja geklärt, doch wohin eigentlich mit dem ganzen Hausstand?


Je nachdem, wie gut du dich von Sachen trennen kannst, kannst du auch Gutes aus einer Wohnungsauflösung ziehen. Wir werden die großen und sperrigen Möbel vor unserer Abreise verkaufen, um noch ein bisschen Geld in die Reisekasse zu wirtschaften. Was sich einpacken und problemlos einlagern lässt, werden wir bei unseren Familien verstauen. Zum Glück haben wir hier etwas Platz zugesprochen bekommen und benötigen keinen Lagerraum.


Soviel also zum Faktor Wohnung während der Weltreise. Du siehst, es gibt ein paar Optionen, zwischen denen man auswählen kann. Am Ende entscheidet jeder so, wie er oder sie es für richtig erachtet. Klar ist es kein super-einfacher Schritt, von heute auf morgen seine Existenz aufzugeben, doch, wenn man sich lange genug mit dem Gedanken und den Alternativen beschäftigt hat, fällt es garnicht mehr so schwer.

4 Comments

  1. Caro sagt:

    Hey Christoph, hey Nira 🙂

    Mein Mann und ich standen vor genau der gleichen Frage… Für uns wird es Ende 2017 losgehen und dann auch Open End – dass wir die Wohnung aufgeben werden müssen, war also direkt klar. Was aber mit den Möbeln etc.?

    Wir haben zwar noch etwas Zeit, aber da wir uns letztendlich dazu entschieden haben, alles zu verkaufen und dann nur noch mit unseren Backpacks um die Welt zu reisen (und auch unterwegs zu arbeiten), werden wir noch viel, viel Arbeit in den Verkauf sämtlicher Habseligkeiten stecken müssen 😉

    Liebe Grüße,
    Caro

    • Christoph sagt:

      Hallo Caro,

      wow, sehr faszinierend. Erst mal Hut ab vor diesem Schritt, sehr beneidenswert. Klar, wenn ihr Open-End loszieht, macht es wohl am meisten Sinn, einen sauberen Cut zu machen, vor allem was die Wohnung betrifft.
      Wir wünschen euch viel Erfolg beim Verkauf eurer Habseligkeiten und dass sie noch reichlich Geld in eure Reisekassen spülen 🙂
      Viele Liebe Grüße

      Nira und Christoph

  2. Sabrina sagt:

    Hallo Nira und Christoph,

    cool danke für den tollen Bericht! Er ist sehr gut beschrieben und detailliert.
    Für uns (als Familie) wird es im März 17 losgehen und stehen aktuell an selber Stelle. Habe mir gleich ein Lesezeichen gesetzt um eure Checkliste die kommende Zeit nochmal zu prüfen.
    Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg in eurer Planung und Umsetzung. Lg Sabrina

    • Christoph sagt:

      Hey Sabrina,
      danke für den lieben Kommi. Cool, gleich mit der ganzen Familie? Da ist die Entscheidung natürlich ne andere 😛 freut uns sehr, wenn wir etwas helfen konnten 🙂 Wenn euch was zusätzliches auffällt, sind wir sehr offen 🙂 wir wollen ja nix vergessen
      Viel Spaß bei den Vorbereitungen und viele Grüße
      Nira und Christoph

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