Weltreise Abreise Vorbereitung Abflug Vorfreude
14 Tage bis zur Abreise – Was ist noch zu tun?
22. November 2016
Weltreise_Backpacking_Namibia_Swakopmund
Spitzkoppe – Swakopmund – Brandberg
10. Dezember 2016

Africa – Here we come!

Weltreise_Backpacking_Namibia
Zwischen unserem Abschied am Flughafen in München und der Schlüsselübergabe für unser neues Wohnzimmer in Namibia lagen geschmeidige 20 Stunden. Ausgefüllt haben wir einen Großteil dieser Zeit mit sehr angenehmen Stunden bei Qatar Air, einem Kurzbesuch am topmodernen Heimathafen der Airline in Doha sowie einer kurzen Autofahrt mit Ammon, einem Mitarbeiter von African Tracks.


Jetzt sind wir wirklich in Afrika!


Achso, zur Klarstellung. Unser neues Wohnzimmer ist nicht etwa eine Lodge mit Blick auf die Weiten Namibias und African Tracks ist auch keine Organisation für geführte Afrikareisen, sondern der Vermieter unseres Toyota Hilux mit Dachzelt. Ganz genau. Wir schlafen oben auf unserem Auto. In Afrika. Glaubt uns, wir haben uns das auch super easy vorgestellt, als wir davon bereits vor der Abreise erzählt haben.

Nach einer einstündigen Instruktion durch Devon-Lee, die glücklicherweise hervorragendes Deutsch gesprochen hat, saßen wir also in unserem Halb-LKW, eher weniger als mehr bereit für die Abfahrt.

Übrigens: Statt unseres Einzelkabiners bekamen wir einen Doppelkabiner (kostet normalerweise 20-40% mehr) bekommen. Einfacher Grund: Das war grade das einzige Auto, welches noch da war. Läuft! Eindeutiger Vorteil: Unsere Rucksäcke mussten nicht auf die Ladefläche die schnell staubig wird, sondern haben Platz auf der Rücksitzbank gefunden.


Nach dreimal tief Luft holen, starteten wir unser Auto. Warum wir uns so anstellen?


Schon mal im Linksverkehr unterwegs gewesen? Schon mal im Linksverkehr mit einem riesigen Auto unterwegs gewesen? Und dann noch in einer afrikanischen Großstadt? Windhoek ist jetzt wahrlich keine Millionenmetropole, aber gefühlt war jeder einzelne Bewohner an diesem Tag mit seinem Auto auf der Straße unterwegs. Es war die Hölle.


Unser erster Halt: Tankstelle, um das 140 Liter Monster von Tank befüllen zu lassen. Diese Aufgabe wird dir in Namibia abgenommen. Unsere Trinkgeldempfehlung für den Service an der Tankstelle: 3-5N$, dann macht dir der nette Herr sogar die Scheiben sauber.


Eins war aber auch klar: Wer campen will, sollte sich entsprechend ausstatten. Was unser Equipment rund ums Camping betrifft, hat uns African Tracks wirklich überragend ausgestattet. Von Kühlschrank, über Gaskocher und Hotpot bis hin zu Stühlen, Tisch und Ersatzreifen. Alles dabei. Locker 100 Teile. Fehlte nur noch: Essen und Trinken


Devon-Lee empfahl uns, zum SuperSpar zu fahren. Dummerweise war der an der anderen Stadtgrenze und nur über die großen Hauptstraßen erreichbar. Gut, was blieb uns übrig. Rein ins Getümmel. Es dauerte einige Meter, aber dann waren wir drin im Verkehr. Christoph lief der Schweiß übers Gesicht. Klar haben wir eine Klimaanlage im Auto, aber die war vor lauter Anspannung natürlich aus.

Gut 20 Min. später erreichten wir erfolgreich den SuperSpar. Ihr merkt schon, Windhoek ist nicht wirklich riesig.

Wer jetzt denkt, der SuperSpar würde seinem Namen alle Ehre machen: Nöp. Preise wie bei Edeka in Deutschland und noch besser: Produkte wie bei Edeka in Deutschland. Da darf natürlich der Marzipan-Stollen von Gut&Günstig im Sortiment nicht fehlen. Aktionspreis: 10€.


Das Fleisch hingegen ist in Namibia wirklich günstig. Super, wenn man sich wie Nira in Deutschland eigentlich hauptsächlich vegan ernährt, hier aber wirklich auf jeden Namibia-Dollar achten möchte.

Nach einer guten Stunde und einer Millionen Preisvergleichen standen wir mit dem Wagen an der Kasse und blätterten rund 70€ auf den Tresen.


Der Tag neigte sich langsam dem Ende und im Dunklen soll man sich nicht mehr auf den Straßen bewegen, wurde uns nahegelegt. Also auf direktem Wege zu Urban Camp, das uns als erste Campsite von Devon-Lee empfohlen wurde.

Hier fiel uns erstmals ein merklicher Unterschied zu den Reisen nach Asien auf. Selbst, wenn ihr zu zehnt in einem Doppelzelt schlafen würdet: Ihr zahlt pro Person und nicht etwa pro Stellplatz, Auto, Nacht oder Unterkunft. Pro Person!

Das wird sich auch in Zukunft auf das Budget auswirken, denn das ist hier überall so. Sei’s drum. Hier gibt es einen Pool, WLAN, eine wunderschöne Anlage und sehr nettes Personal. Für umgerechnet etwa 10€ pro Nase.


Dann war es soweit:

Das erste Mal Zelt aufbauen. Ging überraschend einfach und schnell.

Das erste Mal einen Gaskocher aktivieren... Stiiiimmt, ein Feuerzeug wollten wir im SuperSpar eigentlich auch kaufen. So bekamen wir Streichhölzer an der Rezeption und hatten einen neuen Eintrag auf unserer Einkaufsliste.

Das erste Mal wie echte Camper kochen: Steak mit Gemüse – superlecker!


Nach zwei Windhoek Lager endete dann auch unser ewig währender Tag mit der ersten Übernachtung auf unserem Auto.

Auf der Suche nach der richtigen Route

Bereits am Vorabend haben wir das örtliche WLAN noch bis zum Ableben strapaziert und uns nach langem hin und her entschieden, zunächst nach Westen in Richtung Swakopmund zu fahren und eine Nacht auf halber Strecke bei den Spitzkoppen von Usakos zu verbringen, statt direkt in den Norden zu pilgern. Soviel sei bereits verraten: Eine brillante Idee!


Nach lecker Haferflocken mit Banane und einem Klecks aus süßem Babyfutter (so wie Hipp Babynahrung) startete der Motor unseres Hilux um 10:30 in Richtung Westen. Ein bisschen Schlaf hatten wir nach den Flügen benötigt.

Mittlerweile ging das Autofahren quasi wie von selbst. Aus Windhoek waren wir superschnell heraus und anschließend auf dem Highway zunächst in Richtung Norden. Circa 80km von Windhoek folgt das kleine Städtchen Okahandja, das wir nur kurz passierten, um in Richtung Westen auf den Atlantik zuzufahren. Von Okahandja sind es etwa 250km bis Swakopmund. Da wir an unserem ersten Tag nicht so lange fahren wollten, verließen wir den Highway B2 bereits nach 100km und bogen erstmals von Asphalt auf Schotter ab.


Jetzt ist das aber kein Schotter, wie man ihn sich in Deutschland beispielsweise vor die Eingangstüre wirft. Das ist trockener sandiger Untergrund mit Steinchen, die deine Autoreifen geradezu einsaugen. Wer sich überlegt hat, mit einem Kleinwagen Namibia zu erkunden, wäre spätestens hier an seine Grenzen gestoßen, denn hier zählt nur: Power, Bodenabstand und Reifen wie Monstertrucks.

Je näher wir kamen, umso imposanter wurden sie: Die Große Spitzkoppe und ihr kleiner Bruder. Mitten in der Einöde ein Orchester aus gigantischen Felsformationen.
Am Fuß des Berges ist eine kleine Reception, bei der ihr die Gebühr für den Eintritt und die Übernachtung bezahlen müsst. Für eine Nacht zahlt ihr im Spitzkoppen Camp für zwei Personen und ein Auto etwa 22€. Das schöne ist aber. Rund um die Felsen sind Campsites in bester Lage und das allerbeste: Wer zeitig kommt – so wie wir – der darf sich seinen Platz völlig frei aussuchen. Wir haben uns für Nummer 14 entschieden. Wunderschöner Blick auf die Große Spitzkoppe und fernab von vielen anderen Campgrounds.

Bei unserer Erkundungstour des Areals entstanden Fotos, die uns darin bekräftigen, in Namibia ein traumhaftes Reiseziel entdeckt zu haben und die wahrlich Lust auf so vieles mehr machen.

Am späten Nachmittag wollten wir unsere Hähnchenschenkel auf einer großen Steinplatte grillen, aber nach einem Anfangsversuch wurde klar: Ohne Grillkohle wird’s schwer. Ein jeder erfahrene Camper wird die Hände vor’s Gesicht schlagen, aber wir waren eben zuletzt in unserer Jugend campen und eben auch noch nie in Afrika. Aber man muss sich nur zu helfen wissen also: Holz sammeln, Feuer machen und den Feuerkelch aus unserem Equipment rauf auf die Flammen, Wasser aufkochen und Hähnchen und Kartoffeln rein. Zwanzig Minuten später gab’s Abendessen in traumhafter Kulisse.

Bon Appetit!

Schreibe uns gerne einen Kommentar zu diesem Beitrag