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Unsere Nacht an der Spitzkoppe hatte vieles von dem zu bieten, was man sich unter Wildcamping vorstellen kann. Nach Sonnenuntergang wurde das Wetter ungemütlicher und der Wind stürmischer. Der strahlend leuchtende Mond machte es einem ohne Lampe möglich, sein näheres Umfeld zu sehen. Der Wind war es wohl auch, der die Wolken vom Vortag rund um das Gebirge am nächsten Morgen vertrieben hatte. Der Himmel war strahlend blau und die Sonne stach bereits ab 9:00 vom Feinsten.


Zelt einpacken, vorne am Eingang des Camps noch eine kurze Dusche nehmen und dann zurück auf die Piste in Richtung Swakopmund. Das Örtchen am Atlantik sollte unser nächstes Ziel werden und wir wussten nicht, was uns erwarten würde.

Schon aus der Distanz kündigten großzügige Grünflachen mitten in der Wüste das kolonial geprägte Städtchen an. Total unwirklich, saftig, grüne Pflanzen in der Wüste wachsen zu sehen, doch der Knaller erwartete uns im Desert Sky Backpackers. Hier planten wir unsere Übernachtung und – Jesus und Maria – das war wirklich fantastisch.


Nach gut zwei Stunden auf der Straße bogen wir in eine Gartenanlage ab, die nicht vermuten lässt, dass in Namibia akute Wasserarmut herrscht. In der prallen Mittagssonne wurden die Pflanzen im top gepflegten Garten gegossen. Die Gartenanlage selbst war ein absoluter Geheimtipp! Für 160N$ p.P. (also umgerechnet etwa 12€ pro Kopf) könnt ihr euer Auto hier abstellen und das beste: Ihr könnt eine fantastische Küche benutzen.

Jetzt wurde es aber auch Zeit endlich wieder das Meer zu sehen. Auch dieser Wunsch war ein Grund dafür, nicht sofort aus Windhoek in den Norden zu fahren, sondern zunächst den Westen anzusteuern. Das ist eben auch das schöne, wenn man ohne Plan reisen geht!

Während wir die starke Brandung am Ende der Anton Lubowski Avenue bereits sehen konnten, trug auch der Wind den salzigen Geschmack des Meeres auf unsere Lippen. Endlich am Meer!

An der Stelle gleich mal eine Warnung. Wirklich ins Wasser gehen kann man in Swakopmund nur an der Mole, wo die Brandung nicht ganz so stark ist. Für Warmduscher sei auch erwähnt, dass die Wassertemperatur vielleicht 12-14° beträgt und der starke Wind auch nach der Abkühlung im Wasser nicht gerade für warme Gedanken sorgt. Christoph war trotzdem im Wasser. Zwar nur 20 Sekunden, aber immerhin einmal abtauchen und raus.

Jetzt geht es ja gerade auf Weihnachten zu und auch in Swakopmund, das an eine Mischung aus Malibu Beach und afrikanischer Lebensfreude erinnert, ist das nicht anders. Nach unserem kulturellen Abstecher in das Swakopmund Museum, hörten wir bereits die weihnachtlichen Klänge des Weihnachtsmarktes. Neben Glühwein und Bratwurst gab’s einen Weihnachtsbaum und eine Musikbox, die Weihnachtsklassiker trällerte. Heimatfeeling pur :D

Den Abend in Swakopmund ließen wir mit einem Spaziergang durch die ebenfalls weihnachtlich geschmückte Innenstadt ausklingen.

In dieser Nacht wurde es erstmals empfindlich kalt im Zelt. Klar, Swakopmund liegt an der Grenze der Namib-Wüste. Gerade in Wüsten fällt die Temperatur nachts extrem, sollte man mal gehört haben. Wir haben es überlebt, also alles gut.

Nach einer kurzen Aufbesserung unserer Trinkwasserbestände ging es entlang der Skeleton Coast Richtung Brandberg. Die Küste machte ihrem Namen wirklich alle Ehre. Eine lebensfremde Umgebung haben wir selten gesehen. Schiffwracks, zerrissene Reifen und eine nie enden wollendes Feld aus Dünen und wenigen Sträuchern säumten unseren Weg. Auch die Straßenverhältnisse werden hier unangenehmer. Von Swakopmund nach Uis, wo der Brandberg gelegen ist, sind es etwa 180km aber verabschiedet euch von richtigen Teerstraßen.

Im Brandberg Restcamp angekommen traf uns fast der Schlag, als wir in den Innenhof der Anlage spazierten. Ein gigantischer 25m Pool, schön abgekühlt, wie im Urlaub. Namibia hält immer wieder Überraschungen für uns parat. Blickt man über die Mauern des Camps erstreckt sich eine riesige Einöde und wir sitzen mit Füßen im Wasser am Pool. Wirklich unwirklich!

Der Tag war noch jung und so machten wir uns auf, den Brandberg aus der Nähe zu betrachten. Nach 40km Schotterpiste kamen wir am durchschnittlich 2000m hohen Bergmassiv an, das durch vulkanische Aktivität unterhalb der Erdplatten entstanden ist und sich dadurch an die Oberfläche gewölbt hat. Es ist also kein Vulkan, auch wenn der Name das vermuten lässt.

In unmittelbarer Nähe zum Bergmassiv herrschen allerdings am Nachmittag derart hohe Temperaturen, dass es kaum möglich ist, länger als 10min. außerhalb des Autos zu sein. Voller Aufopferungsbereitschaft haben wir natürlich trotzdem einige Aufnahmen gemacht.

Die ersten Tage in Namibia waren wirklich sehr vielseitig. Die Natur hier ist ein absoluter Traum, aber es gibt auch die anderen Seiten. Gerade nach Swakopmund - und bereits wenige Meter vor den Toren der Stadt wird die immense Schere zwischen Wohlstand und Armut deutlich. Während in der Stadt der Eindruck entsteht, hier geht es ausnahmslos allen super, betteln Kinder auf den Straßen um eine Flasche Wasser und ganze Völker leben in Wellblechhütten unter widrigen Bedingungen von Salz, Hitze und Sturm.


"Be the Change you wish to See in the World!"


Wohin es uns in den nächsten Tagen treiben wird, das wissen wir selbst noch nicht wirklich, lasst euch überraschen. Fakt ist, es geht weiter in den Norden.

4 Comments

  1. Annika sagt:

    Hey ihr 2!
    Das Mauer-Graffiti ganz oben von Ghandi ist ja schon mal richtig toll, da habe ich direkt mal weitergelesen. Namibia möchten wir uns auch nochmal irgendwann anschauen. Swakopmund sieht nach einem schönen Städtchen aus. Die Weite der Namib-Wüste kann man sich glaub ich erst so wirklich vorstellen, wenn man dort ist. Auf den Fotos sieht es schon sehr beeindruckend aus! Euch weiterhin viel Spaß und viele liebe Grüße
    Annika

    • Christoph sagt:

      Hallo Annika,
      DANKE für deine lieben Worte 🙂
      Swakopmund ist wirklich ein schönes kleines Städtchen. Wir fanden das zumindest 🙂
      Wir werden weiterreisen und weiter berichten, wo es uns nach Namibia zieht. Du bist herzlich eingeladen, das zu verholfen 😛
      Viele liebe Grüße vom Brandberg
      Nira und Christoph

  2. Hi ihr zwei,

    ich bin ja jetzt schon von euren Bildern und Berichten begeistert 🙂 Ich hoffe, wir haben euch nicht zu viel versprochen? 😉

    Das Land ist sooooooo groß und mindestens genauso abwechslungsreich. Jeder Tag und vor allem jede Region bringt neue Highlights. Aber lasst euch überraschen… Sowohl der Norden, als auch die südliche Grenzregion zu Südafrika werden ein absolutes Kontrastprogramm.

    Freu mich schon auf die nächsten Tage und weitere tolle Bilder und Berichte.

    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß
    Ben

    • Christoph sagt:

      Hey Ben,
      Absolut nicht zu viel versprochen. Diese Vielfalt ist selbst nach fünf Tagen schon spürbar. Mit der Hitze akklimatisieren wir uns noch. Es war bisher nie unter 32 Grad heiß ?☀️
      Wir sind so froh, unsere Weltreise hier begonnen zu haben und halten dich gerne weiter auf dem laufenden ?
      Viele Grüße
      Nira und Christoph

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