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Über Khorixas nach Kamanjab zu den Himba

Weltreise_Backpacking_Namibia_Himba
Versteinerter Wald bei Khorixas

Hatten wir nicht in Swakopmund schon gesagt, die Nacht war eisig? Vergesst das wieder! Die Nacht in Uis am Brandberg, wo es den ganzen Tag über niemals unter 34° warm war, war der Kältehöhepunkt bisher. Langärmlich und in den Schlafsack eingemummelt haben wir so sehr gefroren, dass alles zu spät war. Sind wir also wieder eine Camping-Erfahrung reicher auf unserem Trip.

Die Strecke von Uis nach Kamanjab ist mit etwa 250km nicht unüberwindbar, jedoch haben wir uns einen kleinen Umweg einfallen lassen. Für die Höhlenzeichnungen der Twyfelfontein war es uns entschieden zu heiß. Stattdessen machten wir uns – ohne Vorkenntnisse – auf die Suche nach dem petrified Forest, dem versteinerten Wald. Bei jedem etwas abgestorbenen Baum westlich von Khorixas fragten wir uns, ob wir bereits angekommen sind :D

Immerhin sollte das doch in irgendeiner Form ein Wald sein.

Dann, 40km hinter Khorixas, bogen wir auf die Parkplätze des Geländes ab. Bei 34° im Schatten sollte der anstehende Spaziergang zum Kraftakt werden, sollte er länger als 20 Minuten dauern.

Dann, 40km hinter Khorixas, bogen wir auf die Parkplätze des Geländes ab. Bei 34° im Schatten sollte der anstehende Spaziergang zum Kraftakt werden, sollte er länger als 20 Minuten dauern.


Der Eintritt inklusive Parkgebühr für das sensible Areal kostete 140N$ für uns beide. Für den Preis wird man von einem Guide über das Gelände geführt. Es ist ein ehrfürchtiges Gefühl, vor einem Baum zu stehen, der in den letzten 280 Mio. Jahren nahezu gänzlich zu Stein geworden ist. 280 Mio. Jahre! Wohlgemerkt handelt es sich hier nicht um noch stehende Bäume die versteinert sind, sondern lediglich um die Überreste der Stämme! Wer weiß wie lange wir noch durch die Prärie gedüst wären, hätte sich da nicht ein Schild bereit erklärt, uns aufzuklären! (ja uns ist jetzt auch klar, dass unser Anfangsgedanke nicht der hellste war :D)

Anschließend ging es über Schotterpisten – wieder über Khorixas – weiter nach Kamanjab. In Khorixas legten wir einen „kurzen“ Tankstopp ein. Wir müssen uns noch etwas daran gewöhnen, dass es etwa 20 Minuten dauert, bis die sehr genauen Tankwärter den 140 Liter Tank bis zum Anschlag aufgefüllt haben. Mit dem Umweg rissen wir an diesem Tag etwa 400km ab. Umso schöner, dass unser Campingplatz Oppi-Koppi Camp mit 110N$ p.P. einerseits der bisher günstigste auf unserer Route war und andererseits eine traumhafte Anlage mit superschönem Pool bereithielt. Genau das Richtige, um den Tag vor dem nächsten echten Highlight ausklingen zu lassen.

Besuch bei den Himba (Otjikandero Himba Village) Am nächsten Tag – unserem mittlerweile sechsten Tag in Afrika erfüllten wir uns einen echten Wunsch für die Zeit in Namibia.

Für uns gehört zum Reisen nicht nur die wundervolle Natur, sondern auch das Kennenlernen von Kultur und Menschen vor Ort. Namibia hat 13 verschiedene Stämme, einer davon, der auch zu den Urvölkern der Erde gehört, ist der Stamm der Himbas. Diese leben heute noch im Norden im Kaokland, rund um die Stadt Opuwo und im südlichen Angola.

Wir sind nach Kamanjab gefahren, weil wir gelesen haben, dass es hier in der Region ein ehemaliges Waisenhaus der Himba-Kinder gibt, das aufrechterhalten wurde, um das Leben und die Traditionen der Himba zu zeigen.

Bevor wir den weiten Weg hoch in den Norden Namibias auf uns nehmen würden, wollten wir uns dieses gerne ansehen. Ganz abgesehen von der Distanz war es uns irgendwie unangenehm einfach in ein x-beliebiges Dorf zu fahren und die Menschen dort zu besuchen und zu fotografieren.


Uns war schon vorher durchaus bewusst, dass dieses Dorf primär dazu dient, Reisenden wie uns diese Kultur näher zu bringen. Wir hatten anfangs unsere Zweifel, da das Dorf auf TripAdvisor als „Showdorf“ und „ethisch verwerflich“ deklariert wurde. Wir machen uns in solchen Fällen immer gerne selbst ein eigenes Bild und so zahlten wir 200N$ pro Person, um uns von Adam, der ebenfalls zum Stamm der Himba gehört, durch das Dorf führen zu lassen. Der Stamm umfasst 39 Kinder, 28 Frauen und 10 Männer. Die Himba leben in Polygamie, d.h. ein Mann hat mehrere Frauen. Die Besonderheit an den Himba ist etwa, dass sie sich nie mit Wasser waschen, sondern mit roter Erde und duftendem Rauch aus Gewürzen reinigen (daher auch die rötliche Hautfarbe) und sich zur Unterscheidung von anderen Stämmen traditionell die vorderen 8 Zähne entfernen.


Es war schon anfangs ein sonderbares Gefühl, beobachtet von allen Seiten durch das Dorf zu laufen und Fotos zu machen. Während uns aber die erwachsenen Frauen zunächst mit skeptischem Blick verfolgten, waren es die Kinder, die das Eis zum Schmelzen brachten.

Diese Begegnungen haben uns schon wirklich beeindruckt. Eines der ältesten Völker unserer Erde leben immer noch so, wie vor vielen tausend Jahren in kompletter Einfachheit und ohne westeuropäischen Luxus. Klar, das Dorf dient zur Veranschaulichung und ist kein echtes Dorf. Wirklich sichtbar und spürbar war das in unseren Augen aber nicht. Die Tradition und das Leben der Himba, welche uns von Adam wirklich ausführlich erklärt wurde, kam hier definitiv rüber. Wer sich den weiten Weg bis ganz in den Norden sparen möchte, aber auf diese Begegnungen nicht verzichten möchte, für den ist das Dorf Otjikandero bei Kamanjab wirklich eine gute Adresse.


Unsere Route führt uns nun in den Etosha Nationalpark. Endlich Safari-Time! Wir haben ausreichend Zeit mitgebracht, daher werden wir unsere Safari ganz im Westen des Nationalparks am Galton Gate beginnen und bis zum östlichen Ausgang fahren. Mal sehen, was uns hier erwarten wird.

2 Comments

  1. Hallo ihr Beiden,

    so wie ich sehe, habt ihr den Ausflug zu den „Himbas“ alleine gemacht.
    Schön, dass es so einfach geht.
    Da wir ja unsere Reise auch gerade geplant haben, waren wir erstaunt, dass die Veranstalter für den Ausflug 245 Euro p.P. haben wollen. Aber bei dem Preis, den ihr egzahlt habt, werdenw ir dort auch einmal vorbei schauen !
    Vielen Dank für den Artikel !

    LG
    Bibo & Tanja

    • Christoph sagt:

      Hallo ihr beiden,
      Ja richtig, wir sind alleine hingefahren. Wie gesagt das Dorf ist authentisch, aber es ist eben eine Art Show-Dorf.
      Wir haben von Leuten gehört, die hoch, hoch in den Norden gefahren sind, um die Himba zu suchen. Sie haben sie nirgends gefunden.
      Wir denken, so ist es ein guter Kompromiss um das Leben dort zu sehen 🙂
      Viele liebe Grüße
      Nira und Christoph

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