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Nach unserem Besuch bei den Himba stand unsere erste große, eigene, Selbstfahrer-Safari an. Kamanjab, unser Ausgangsort, liegt nur etwa 60km vom West-Eingang (Galton Gate) des Etosha Nationalparks entfernt. Wir dachten, bevor wir jetzt am Nationalpark entlang zum zentral gelegenen Okaukujejo-Camp fahren, um unsere Safari dort zu beginnen, fahren wir doch einfach direkt durch den Park. Wir hatten aber wohl auch etwas Glück, denn – wie wir später gehört haben – ist das Galton Gate sehr oft geschlossen. Als am besten vorher erkundigen.

Unsere fünf Tipps für Etosha-Interessierte:

1. Nehmt euch Zeit, es gibt sooo viel zu sehen! Fahrt auch die „Umwege“!

2. Gebt den Reifen etwas Spielraum – 1,7 bis 1,8 bar machen das fahren angenehmer!

3. Das Ausführen von rohen Tierprodukten aus dem Park ist verboten!

4. Wenn ihr sparen wollt, durchfahrt den Park ohne Übernachtung (die ganze Strecke von West nach Ost wird aber nicht an einem Tag möglich sein!)

5. Nehmt genügend Trinkwasser mit in die Fahrerkabine, aussteigen nur an ausgewählten Stellen im Park (teilweise sogar geschlossen) erlaubt!

Eintritt

Die Preise pro Tag im Nationalpark erschienen und mit 85N$ pro Person recht human. Dazu kommt eine Gebühr für das Auto von 10N$ pro Tag. Zu dem Zeitpunkt wussten wir aber nicht, dass uns die Übernachtung im Okaukujejo-Camp so richtig aus den Socken hauen wird.

Tag 1 – Galton Gate bis Okaukujejo (195km)

Am Eingang zum Etosha Nationalpark wurden unsere Sachen untersucht. Die Polizei dort will wissen, ob ihr Waffen oder eine Drohne mitführt. Da wir beides nicht dabeihatten, war die Überprüfung schnell vorbei. Die Beamten waren zudem sehr nett und schienen ohnehin nicht „in the mood to work“ wie man hier so schön sagt.


Achtung: Wenn ihr den Park verlasst – egal an welchem Ausgang – dürft ihr weder Fleisch noch andere rohe Tierprodukte (z.B. Eier) mitführen. Ansonsten müsst ihr die Sachen am Ausgang entweder kochen oder wegwerfen!


Nochmal der Tipp an der Stelle: Lasst aus euren Reifen am Auto etwas Luft raus, bis nur noch etwa 1,7 bis 1,8 bar drin sind. Wenn ihr den Etosha Nationalpark von West nach Ost durchfahren wollt, habt ihr etwa 350-400km teilweise heftiger Wellenpiste. Das schüttelt euch ordentlich den Magen durch, wenn ihr den Reifendruck nicht etwas senkt. Wir haben das natürlich erstmal nicht gemacht, daher können wir aus der Erfahrung sprechen :D


Das Schöne an diesem Streckenabschnitt war die Tatsache, dass ihn kaum jemand befährt. Uns sind auf den gesamten 195 Kilometern keine zehn Autos begegnet. Auf den ersten 20 Kilometern trafen wir aber auch nur auf eine Warzenschwein-Familie und dachten schon, wir hätten eine Fehlentscheidung getroffen, den Park dort schon zu betreten. Als eine Giraffenherde mit einigen Zebras im Schlapptau dann mitten über die Straße marschierte, war der Gedanke schnell verflogen.

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Ab dem Zeitpunkt konnte man sich kaum noch vor Tierbeobachtungen retten. Völlig unverhofft und schwer zu erkennen schlenderte dann eine Elefantenfamilie durch das Dickicht. Das waren übrigens die einzigen Elefanten, die wir im Etosha NP gesehen haben. Das hat uns auch rückblickend gleich noch positiver gestimmt, den ganzen Track gefahren zu sein.

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Die Natur, die Flora und die Farbe des Untergrunds, auf dem wir fuhren, schien sich alle paar Kilometer von weiß nach grau bis rot zu färben. Von dichtem Bewuchs bis hin zu karger Einöde. Alles war dabei! Einfach wunderschön.

Einen ersten richtigen Schreckmoment hatten wir, als – keine Ahnung was es letztendlich war – (wir vermuten ein Büffel oder sowas) plötzlich von links aus dem Busch im Höchsttempo einige Meter vor uns über die Straße schoss und ebenso schnell wieder rechts verschwand. Das Tier hatte die Größe von zwei Milchkühen und war gigantisch schnell. Schock!

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Am späten Nachmittag – für die gut 200km hatten wir locker sechs Stunden gebraucht – trudelten wir im hochgradig touristischen, aber gepflegten Okaukujejo-Camp ein. Nach dem bürokratischen Teil (Nachweis der Bezahlung des Park-Eintritts) folgte die Überraschung. Für eine Nacht auf dem Stellplatz am Campingplatz fielen 550N$(!) an. Das ist das Fünffache, was wir normal für Campingplätze bezahlt haben bisher. WLAN kostet nebenbei bemerkt übrigens extra und die Toiletten waren auch recht schmutzig. Sei’s drum! Wir wollten es ja so. Dafür lagen wir dann auch bis zur Unterkühlung im dazugehörigen Pool und saßen am Abend am nahegelegenen Wasserloch, wo sich zunächst ein Spektakel eines Sonnenuntergangs abspielte und bei Dunkelheit sogar ein Nashorn sein nächtliches Bad an der Wasserstelle nahm. Ein wahrhaftig toller Anblick.

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Tag 2 –Okaukuejo bis Namutoni (170km)


Gleich früh um 8:00 saßen wir zur Weiterreise im Auto bereit. Wir waren noch keine 10 Minuten unterwegs, da kreuzte eine Hyäne unseren Weg. Sie schien etwas zu humpeln und war völlig alleine. Nach kurzer Zeit verkroch sie sich in einer Unterführung unter dem Weg. Als wir weiterfuhren sahen wir schon aus der Ferne, wie sich eine Traube aus Autos an einer Stelle aufhielt. Das ist immer ein gutes Zeichen für seltene Anblicke.

Dort angekommen, war es kaum zu glauben. Wenige Schritte von der Straße entfernt lag eine Löwenfamilie im Schatten eines Baumes samt Nachwuchs und störte sich nicht im Geringsten an den Schaulustigen am Straßenrand.

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Diese Begegnung war wirklich ein Highlight und der Tag sollte so weitergehen. Wir fuhren immer näher an die Etosha Pfanne heran, von welcher der Park seinen Namen hat. Völlig alleine fuhren wir an einen Aussichtspunkt heran, als sich plötzlich in etwa 50m Entfernung etwas an einer Wasserpfütze regte. Erst mit dem Fernglas erkannten wir, was wir entdeckt hatten: Es war ein Gepard, der genüsslich Wasser trank. Wir waren fasziniert. Kein Mensch weit und breit, der Moment gehörte ganz uns. In der Ferne hörten wir etwas später Schreie. Der Gepard sprang sofort auf und eilte den Schreien entgegen. Am Horizont sahen wir noch, wie er etwas zu jagen schien. Möglicherweise hatte etwas sein Junges angegriffen.
Etosha 12
Momentan ist es in der Region noch sehr trocken, daher versammeln sich regelmäßig große Tierherden an den Wasserlöchern des Parks. Zebras, Antilopen, Gazellen und Giraffen schienen hier die zahlenmäßige Hoheit zu haben.

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Es gibt aber auch genau eine Stelle, auf der man die Etosha Pfanne betreten kann. Die Pfanne war übrigens früher ein riesiger See, der nun völlig ausgetrocknet ist. Etosha heißt daher übersetzt völlig treffend „großer, weißer Platz“! Es ist eine Landschaft, wie sie trockener und öder kaum sein kann. Die Gelegenheit haben wir gleich mal genutzt, um einige Erinnerungen festzuhalten.

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Anschließend ging es weiter. Wir wollten unbedingt noch ein Nashorn bei Tageslicht sehen. Deswegen fuhren wir besonders wachsam über den sog. Rhino-Track, doch nach 20km kein Nashorn. Ist eben kein Wunschkonzert so eine Wildlife-Safari. Doch dann, kurze Zeit später, als wir garnicht damit rechneten, sahen wir eine Nashornmutter mit ihrem Jungen soeben noch im Busch verschwinden. Als wäre das die Initialzündung gewesen, hatten wir kurze Zeit später noch mehr Glück. Etwas entfernt von der Straße war ein großes Nashorn auf Futtersuche und diesmal konnten wir es auch bildlich einfangen.

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Super, wir haben gleich mehrere Nashörner gesehen. Diese kräftigen Tiere können einem schon Respekt einflößen, zum Glück hatten wir genügend Abstand zu dem Tier. Ganz kurios wurde es dann aber einige Kilometer vor dem Namutoni-Camp, als Nira plötzlich in voller Fahrt laut aufrief. Rückwärtsgang, wenden auf der Ministraße und zurück und tatsächlich da lag es. Ein Nashorn im Schatten eines Baumes quasi auf der Straße. Ein Wunder, dass es den Respekt, den wir vor dem Heranfahren hatten nicht förmlich riechen konnte. Wir waren wirklich ganz nah dran.
Etosha 18
Etosha 17
Am letzten Wasserloch vor dem Ausgang des Nationalparks trafen wir erneut auf eine große Herde von Giraffen, die ebenfalls ein Jungtier im Schlapptau hatten. Ein köstlicher Anblick, wenn sich die Tiere mit ihren riesigen Hälsen zum Wasser hinabrecken. Da hätte sich die Evolution doch mal etwas einfallen lassen können für die armen Tiere.
Weltreise_Backpacking_Namibia_Etosha
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Der Etosha Nationalpark war nicht nur ein riesen Erlebnis, weil wir dort unsere allererste Safari erleben durften. Der Reichtum an Tieren, die Nähe zu ihnen und die Vielfalt der Natur machen den Park so besonders. Durch seine Weitläufigkeit hat man auch nicht das Gefühl, man fährt mit 20 anderen Autos zusammen über die Piste. Wir waren 90% der Zeit völlig alleine unterwegs, was wir wirklich genossen haben.

Die Übernachtungen in allen Camps sind dagegen aber für Budget-Reisend, wie wir es sind, wirklich happig. Dafür gibt es aber Alternativen, wie eben etwa nicht im Park übernachten! Wenn ihr in Namibia seid, besucht daher unbedingt den Etosha Nationalpark!

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