Weltreise_Backpacking_Namibia_Mahango
Unsere Nord-Namibia-Route und der Horror in der Buffalo Core Area
17. Dezember 2016
Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Botswana
Botswana – Wir sind uns noch nicht grün
23. Dezember 2016

Die Victoria Fälle und ein Kindheitstraum, der wahr wird

Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls
Es gibt auf Reisen diese Dinge, die kann man machen, wenn man es gerne möchte. Dann gibt es diese Dinge, die sollte man gemacht haben, wenn man an einem speziellen Ort ist. Dazu gehören ohne Zweifel die Victoria Fälle, eines der sieben Naturweltwunder. Und dann gibt es noch diese Dinge, von denen träumt man, seit man ein Kind ist. Dieser „Schon-seit-ich-klein-bin“-Moment, den sicherlich jeder kennt. Genau den hatte Nira, als wir zu den Victoria Fällen (Vic Falls) gefahren sind.

Einreise von Namibia nach Botswana an der Ngoma Bridge

Seit wir in Divundu angekommen waren, regnete es jeden Tag. Unser Plan, von Katima Mulilo aus zu den Vic Falls zu fahren, weil von dort aus dort günstiger sein könnte, als von Kasane, fiel total ins Wasser. Umgerechnet fast 200$ pro Person hätten wir im Protea Hotel mit dem Baobab Busunternehmen zahlen müssen, um dort hinzugelangen. Abhacken!

Dann fahren wir eben doch nach Kasane, wo die Mehrheit der Touristen ihren Trip zu den Vic Falls starten.


Fakten zur Einreise nach Botswana
• Kein Fleisch oder Tierprodukte einführen

• 25 Pula pro Person(Einreise)

• 25 Pula pro Person (Straßennutzungsgebühr)

• 25 Pula pro Person (Versicherung)

• Schuhe einmal in Desinfektionsmittel halten


Stempel drauf und weiter geht’s. Die Einreise nach Botswana von Namibia aus an der Ngoma Bridge war nicht nur sehr günstig, sondern wirklich sehr entspannt und unbürokratisch. Da wir noch keine Botswana Pula (Währung) hatten, konnten wir ohne Probleme in südafrikanischen Rand bezahlen. Die hatten wir bei Peter in Grootfontein gewechselt. Mit Namibia Dollar kann man wohl eher nicht bezahlen. Dafür aber natürlich mit Kreditkarte.

Chobe Safari Lodge in Kasane

Gleich nach der Grenze beginnt der Chobe Nationalpark. Ihr werdet also nochmal von der Polizei kontrolliert, das ging aber schnell. Die schauen dann auch nicht mehr in euren Kühlschrank. Nach etwa 50km fahrt ihr in das Städtchen Kasane. Hier gibt es alles, was das Traveller-Herz begehrt: Supermarkt, ATM, Tankstelle, Unterkünfte..

Wir bogen direkt an der Hauptstraße links in die Chobe Safari Lodge ab. Eine riesengroße Anlage für jeden Geldbeutel. Wir zahlten 85Pula pro Person/pro Nacht für die Campsite und buchten uns gleich für zwei Nächte ein. Noch am selben Tag informierten wir uns am dazugehörigen Activities-Büro über eine Tour zu den Vic Falls.


Warum wollten wir nicht selbst hinfahren?

Wirklich jeder, ob Einheimischer, Reisender, Blogger etc. hat und geraten, NICHT mit dem eigenen Auto nach Zimbabwe zu fahren. Der Grund ist ganz einfach. Man wir nur abgezockt. Da werden einem die kuriosesten Vorwürfe bzgl. des Autos gemacht. Das war uns einfach zu unsicher. Zimbabwe ist nicht mit Namibia oder Botswana vergleichbar. Gerade als Europäer ist man hier der Willkür der Behörden in besonderem Maße ausgesetzt.


Was hat unser Ausflug zu den Vic Falls gekostet?

Insgesamt war es ein wirklich teurer Tag, der sich aber gelohnt hat. Wir haben im Vorfeld überlegt, ob wir den Trip angesichts der hohen Kosten wirklich machen sollen, aber nicht zu den berühmten Victoria Fällen gehen? Das kann auch keine Alternative sein.


• Transport zu den Vic Falls und zurück: 665 Pula pro Person

• Einreise nach Zimbabwe: 30$ pro Person

• Eintritt zu den Vic Falls 30$ pro Person


Dann war da noch Nira’s Kindheitstraum. Einmal im Leben mit einem Helikopter fliegen. Welch ein Zufall, dass es diese Möglichkeit auch an den Victoria Fällen gibt. Die Vorfreude auf den nächsten Tag war nun noch einmal größer. Auf unsere Rechnung kam nochmal ein kleines Sümmchen oben drauf:


• Helikopterflug (12 Minuten) über den Vic Falls: 150$ pro Person (plus 12$ Gebühr pro Person)


Insgesamt sollte der Trip mit allen Kosten also bei umgerechnet etwa 530€ liegen. Viele von diesen Tagen dürfen wir uns nicht erlauben, wenn das Budget acht Monate ausreichen soll.


Die Auswahl an Aktivitäten bei den Vic Falls ist nahezu unendlich. Man kann dort wirklich alles machen. Neben Wanderungen, Angeln und Rafting kann man noch Bunjeejumpgen von der Eisenbahnbrücke (160$ pro Person) oder Seilbahn fahren (Sliding) (60$ pro Person).

Der Tag an den Vic Falls

Es war der erste Tag, an dem wir unser Auto stehen lassen konnten. Wir mussten unser Zelt nicht abbauen und frühstückten entspannt, bis es um 7:50 mit dem Kleinbus zur Grenze ging. Die Beamten sowohl auf der botswanischen als auch auf Seiten Zimbabwes waren superfreundlich und wir hatten keinerlei Probleme. Vielleicht auch, weil unser Fahrer ständig in Reichweite war, aber sei’s drum.

Mit etwas Verzögerung – ein Mitreisender hatte die Geburtsurkunde seines minderjährigen Kinds nicht zur Einreise mitgebracht – kamen wir um etwa 10:30 an den Victoria Fällen an, doch zunächst stand um 11:15 noch der Helikopter Flug auf dem Programm.

Nachdem alle Passagiere gewogen wurden ging es punkt-pünktlich um 11:15 in die Luft.

Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls
Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls
Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls
Wahnsinn!

Hammer!

Unbeschreiblich!

Irre!

Es war ein Gewitter aus Glücksgefühlen, als wir über dieses spektakuläre Wunder der Natur hinwegflogen und das ganze Ausmaß des längsten Wasserfalls der Welt sehen konnten. Eric, unser Pilot, hat diese Aussicht nahezu jeden Tag. Er kennt seine Flugroute, aber selbst seine Blicke schweiften immer wieder ehrfürchtig über den Wasserfall.


Jetzt wollten wir das Spektakel natürlich auch vom Boden sehen. Es war bereits 11:45, als wir das Gelände betraten, aber von Menschenmassen war wirklich keine Spur. Es gibt eine Route, an der man die gesamte Breite der Wasserfälle ablaufen und aus allen Perspektiven auf die Vic Falls blicken kann. Die Gischt der Mainfalls war bereits so stark, dass wir teilweise das Gefühl hatten, vor einer weißen Leinwand zu stehen. Das ist auch der Grund, warum in vielen Empfehlungen zu lesen ist, dass man bereits früh am Morgen kommen soll. Dann ist die Gischt noch schwächer. Unserer Euphorie hat das keinen Abbruch getan. Es war einfach atemberaubend schön.

Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls
Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls
Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls
Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls
Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls
Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls
Es war ein wirklich hochpreisiges Erlebnis und der selbst der Besuch bei den Vic Falls ist für afrikanische Verhältnisse sehr teuer.

Wir sagen jetzt: Bei den Victoria Fällen MUSS man gewesen sein. Erst Recht, wenn man sich ohnehin in der Region herumtreibt. Es ist ein spektakuläres Naturschauspiel und nicht umsonst eines der sieben Naturweltwunder. Der Helikopterflug war eines der absoluten Höhepunkte auf allen unseren bisherigen Reisen. Ein Naturschauspiel dieser Größe kann man einfach nur aus der Luft richtig gesehen haben. Die Schluchten des Canyons, die der Sambezi hinter den Wasserfällen geschlagen hat, hätten wir vom Boden aus niemals gesehen.


Auch für unsere Pässe war viel los in diesen Tagen. Nach der Ausreise aus Namibia (Stempel!) und der Einreise nach Botswana (Stempel!) am Vortag, folgten mit der Ausreise aus Botswana (Stempel!), der Einreise nach Zimbabwe (Stempel!), der Ausreise aus Zimbabwe (Stempel!) und der Einreise nach Botwana (Stempel!) ganze vier weitere Stempel innerhalb weniger Stunden. Wer – wie wir – gerne Stempel in seinem Passport sammelt, für den lohnt es sich also gleich doppelt.


BETTER COLLECT STAMPS IN YOUR PASSPORT THAN MONEY IN THE BANK

Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls
Weltreise_Backpacking_Afrika_Roadtrip_Vicfalls

4 Comments

  1. Wow – ihr hattet auch den Bildern nach zu urteilen ja eine Menge Spaß!!! Super, das freut uns 😉
    Die Victoria Fälle mal zu sehen ist schon ein Muss. Bei solch einer Reise die auszulassen wäre ja schon fahrlässig.
    Das mit dem Kindheitstraum kenne ich – bei mir war´s zwar kein Kindheitstraum, aber als wir vor drei Jahren den Highway 1 gefahren sind und zwei Nächte im netten Solvang verbracht haben, da mussten wir unbedingt mal zur Neverland Ranch fahren. Hätte nie im Leben gedacht, dass ich da mal stehe. Schade, dass da Michael Jackson leider schon nicht mehr unter uns weilte, aber ich war an einem Ort wo ich dachte ich komme NIE hin. Daher muss das bei den Vic Falls einfach überwältigend gewesen sein.
    Gute Reise weiterhin!

    • Christoph sagt:

      Hey Mel,
      Genau das sind diese Momente. Da bist du an so einem Ort und es trennt sich nur noch eine Entscheidung von der Erfüllung. Da kannst du einfach nicht nein sagen. Geht nicht.
      Viele liebe Grüße aus Botswana ?

  2. Frank sagt:

    Hallo Ihr Zwei,

    ich bin zufällig über Euren schönen Artikel gestoßen. Wir waren auch vor wenigen Monaten mit einem Pickups-Camper in der gleichen Region unterwegs. Allerdings haben wir uns mit dem Wagen über die Grenze nach Simbabwe getraut. Wir hatten vorher auch von Abrocken und Willkür am Grenzübergang gehört, hatten aber keinerlei Probleme. Vielleicht hatten wir Glück, wer weiß!
    Spannend fand ich Eure Fotos von den Fällen. Als wir im September dort waren lief wesentlich weniger runter. Da muss doch jede Menge Regen in der Zwischenzeit gegeben haben.

    Ihr habt einen schönen Blog, weiter so!

    Schönen Gruß,
    Frank

    • Christoph sagt:

      Hallo Frank,
      Vielen Dank für das Lob. Das ehrt uns erst recht bei Leuten, die die Gegend kennen und selbst erlebt haben. ☺️
      Vielleicht ist es auch etwas Masche der Veranstalter, ein schlechtes Bild für Selbstfahrer zu erzeugen. Das kann auch sein. Ein bisschen Wahrheit ist sicher dran. Man kann ja immer Glück und Pech haben. Schön, dass bei euch alles gut lief. Ja, alleine die Tage vor unserer Ankunft an den Vic Falls hat es ordentlich runter geschüttet. Die gischt war am Nachmittag auch sehr heftig.
      Viele Grüße aus Botswana
      Nira und Christoph

Schreibe uns gerne einen Kommentar zu diesem Beitrag