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Botswana – Wir sind uns noch nicht grün
23. Dezember 2016
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FISH RIVER CANYON
28. Dezember 2016
Es war der 23. Dezember. Ein Tag noch bis Weihnachten. Wir haben die 800km von Kasane nach Ghanzi in der Kalahari auf uns genommen, um raus aus dem Umfeld der letzten Tage zu kommen und Weihnachten etwas besinnlich feiern zu können. Zu dem Zweck haben wir die Tautona Lodge auserkoren, um dort für sportliche 145 Pula pro Person unser Weihnachtsquartier aufzuschlagen. Camping versteht sich natürlich!

Der Campingplatz gehörte ganz uns, eine weite, rote Savannenfläche, auf der nur unser Toyota stand. Das WLAN an der Bar der Lodge rannte wie eine junge Antilope auf der Flucht vor einem Rudel Löwen. Es war angerichtet, um Weihnachten dank Videotelefonie mit der Familie zu verbringen.


Den Weihnachtsmorgen starteten wir mit einem ganz besonderen Spaziergang. Wenige Kilometer entfernt machten wir uns zu einem Bushwalk mit den San auf.
Wir waren ganz angetan von der Schnalz-Sprache dieser Menschen. Robert, unser Guide an diesem Morgen übersetzte uns in humorvoller Weise die vielen Informationen über Heilmedizin, Hygiene und Jagd, welche die San noch heute anwenden. Natürlich sind viele mittlerweile an Siedlungen angeschlossen, um Zugang zu Bildung und moderner Medizin zu erhalten. Trotzdem fanden wir es faszinierend, mit welchem Wissen über Pflanzen diese Menschen Kopf-, Magen- und sogar Menstruationsschmerzen heilen können.


Den restlichen Tag stand mal eine Pause an und die Frage: Wie geht’s nach Weihnachten eigentlich weiter?

Unser Ziel war ja weiterhin: Silvester in Kapstadt. Ghanzi nach Kapstadt. Das sind mal geschmeidige 2000 Kilometer. Da unsere Südroute durch Botswana nach Südafrika nicht wirklich vielversprechend aussehen würde, änderten wir unseren Plan komplett.


Wir fahren zurück nach Namibia. Wir nehmen die landschaftlich herrliche Abzweigung von Gobabis nach Stamriet vorbei an den roten Dünen der Kalahari runter nach Keetmanshoop zum Quivertree Camp. Schlappe 900 Kilometer, aber wir haben ja ein Ziel. So machen wir es!


Am selben Abend erlaubten wir uns unser erstes Essen im Restaurant. Es war ja Heiligabend, da geht das schon. Es gab Steak und Quesadilas. Und was das für Portionen waren! Geschmack: Herausragend!

Das kann natürlich auch daran liegen, dass unsere Mägen in den vergangenen Wochen ausschließlich Obst, Dosenfutter und Kekse zu Gesicht bekamen.

Als wir wohl gespeist hatten, waren wir bereit für Heiligabend mit der Familie. Doch daraus sollte nichts werden. Aus unerklärlichen Gründen hatten wir plötzlich kein WLAN-Empfang mehr. Es ging allen Gästen so. Entsprechend früh war die Bar auch wie leergefegt. Wir wollten es nicht wahrhaben. Wir legten eine triste Billard-Partie ein als um 22:00 die Bar schloss und damit unsere letzte Hoffnung verflog. Weihnachten in Afrika. Leider ohne WLAN, ohne Familien und ohne jedes Gefühl von Weihnachtsstimmung. Es fühlte sich an, wie ein normaler Tag. Und das fanden wir schade.


Gleich früh am Morgen starteten wir nach Namibia. Unsere Hoffnung war, wenigstens am ersten Weihnachtsfeiertag mit der Familie bei 33 Grad in Keetmanshoop „Oh du Fröhliche“ zu singen. Der Weg dorthin war wirklich traumhaft. Nach 180km überquerten wir bequem die Grenze zwischen Botswana und Namibia. Alles lief gut. Wir waren zurück. Es fühlte sich an, als würde man nach einem harten Tag nach Hause kommen.

Auch der Weg von Gobabis hielt, was wir uns versprochen hatten. Landschaftlich wirklich wunderschön.
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Etwa 100 Kilometer von Keetmanshoop machten wir dann unsere erste Begegnung mit einer bisher Unbekannten: Ein Sandsturm Wer sind an das erste Mal erinnern kann, in dem er geradewegs in einen Sandsturm hineingefahren war, weiß, was wir fühlten. Sollen wir stehen bleiben? Was müssen wir beachten? Welche Kräfte wirken dort? Sind wir in Gefahr?

Dieses Versteckspiel musste endlich ein Ende haben. Wir forderten unser Glück heraus und bereuten es nicht. Wir fuhren gerade hinein in diese kilometerlange Wand aus Sand, Wolken und Staub. Da kribbelt es in der Magengegend, das kannst du glauben!
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Endzeitstimmung wie im Film! Der Himmel, braun. Der Weg, nahezu unsichtbar und braun. Achja und alles andere um uns herum. Natürlich braun. Es war wirklich mystisch. Noch unwirklicher wurde es dann zum Ende der Sandwolke, als plötzlich der volle Platzregen auf uns niederging. Ersten Sandsturm ohne Schäden an Körper und Karre überstehen: Check!


Pünktlich zu den letzten Sonnenstrahlen über dem berühmten Köcherbaumwald kamen wir an unserem Camp - dem Quivertree Rest Camp vor den Toren Keetmanshoops - an.


• Unterkunft: 75 N$ pro Person

• Eintritt: 120 N$ pro Person


Der Sonnenuntergang gehört sicherlich zu den schönsten, die wir bisher in Afrika erleben durften. Ein toller Anblick, die Sonne zwischen den Bäumen untergehen zu sehen.
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Uns umgab das behagliche Gefühl, wieder zurück zu sein. An dem Ort, wo wir uns von Anfang an wohlgefühlt haben. Gut, der Sandsturm hatte das gesamte Netz inklusive Internet in der Gegend komplett zum Erliegen gebracht. Uns ging es aber einfach zu gut, als dass uns das wieder ärgern hätte können.


Wir machten uns ein Lagerfeuer und genossen den traumhaften, sternenklarem Himmel über uns!

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