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FISH RIVER CANYON
28. Dezember 2016
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Kapstadt #2 – Am Besten zu Fuß
4. Januar 2017
Grenzübergang Namibia nach Südafrika. Wieder alles easy. Keine Gebühr. Für eine unserer Salami-Sticks war auch die Abgabe von Lebensmitteln kein Thema. Alles wunderbar. Jetzt trennten uns noch knapp 850km von unserem Ziel: Kapstadt.

Wir waren spitzenmäßig im Zeitplan, daher gönnten wir uns eine Übernachtung bei Boesmangroot Camping bei Vredendal direkt am Olifant-Fluss. Der Farmer, dem der Platz gehört, fragt sich vermutlich bis heute, wie wir seinen Platz gefunden haben, denn normalerweise kommen hier nur Einheimische aus der Region zum campen, so abgelegen und unbekannt ist das Plätzchen. Wie wir ihn gefunden haben? Es war im Umkreis von 150km der einzige Campingplatz, den maps.me angezeigt hat. Übrigens ein echter Geheimtipp, wenn man Natur pur und Abgeschiedenheit mag.
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Der einzige große Nachteil des Campingplatzes war: No WIFI. Wir hatten aus Namibia noch eine Anfrage über Airbnb für Kapstadt gestellt, die verfallen war. Deshalb wollten wir gleich früh nach Kapstadt fahren, um uns dort bei einem WLAN-Kaffee eine neue Unterkunft zu suchen.

Also sind wir völlig blauäugig MITTEN in die Stadt gefahren, um dann festzustellen, dass es absolut keinen freien Parkplatz mehr gibt und wir mit Dachzelt zu hoch für jedes Parkhaus in der Innenstadt waren.

Neuer Plan: Ab nach Woodstock, in das junge und bunte Künstlerviertel und dort eine Unterkunft suchen. In der Hauptferienzeit. Kurz vor Neujahr.

Hotels und Hostels waren viel zu teuer oder ausgebucht. Die Angebote zum Couchsurfen waren überschaubar und weit weg von der City.


Dann fanden wir auf Airbnb Naeema und sie wurde zu unserer letzten Hoffnung. Wir hatten Glück. Ein paar Kaffee später antwortete sie uns, dass wir vorbeikommen können. Beim Bezahlen verunsicherte uns zwar die Reaktion des Kellners („Athlon? Oh no.“) etwas, aber wir hatten ja keine andere Wahl. Der Preis passte. Die Wohnung sah auf den Fotos wirklich toll aus und auch die Entfernung zur City war ok.


Als wir in Naeema’s Straße ankamen, waren wir tatsächlich etwas unsicher. Überall ware Gitter an den Fenstern und Türen und Stacheldraht auf den Mauern. Die Fußgänger schauten skeptisch auf unser Kennzeichen auf Namibia. Doch dann ging ihre Türe auf!


Mit einem „You MUST be Germans!“ (Mit Christoph kann man nicht unpünktlich sein!) öffnete uns Naeema mit einem Strahlen im Gesicht die Türe.

Spätestens als sie uns ihre liebevoll nach ihrem muslimischen Glauben gestaltete Wohnung zeigte, waren alle Zweifel verflogen: Hier bleiben wir!
Als wir gerade unsere Sachen in unser Zimmer brachten, stand auf einmal ihre halbe Familie in unserem Zimmer. Wir wurden kurzerhand zu einem gemeinsamen Essen eingeladen und ließen den Abend mit tollen Gesprächen und vielen Tipps für unsere Zeit in Kapstadt ausklingen. Die Familie hat uns wirklich herzlich aufgenommen und schon jetzt hatten wir eine tolle Zeit.

Lets be a real Touri!


Am nächsten Morgen zauberte uns Naeema ein Früchte-Frühstück und brachte uns an eine Bushaltestelle, von der aus um 8:15 die Leute des Stadtteils einmal am Tag mitten in die City fahren können. Für 13 Rand pro Person! Günstiger geht’s nicht!


Wir haben uns im Capetwon-Magazin mit 50 Must-Do’s in Kapstadt ausgestattet, aber uns zunächst auch unsere Taschen in der Tourist-Information in der Burg Street mit Flyern vollgeladen. Wir wussten, dass wir jede Menge sehen wollten Wir dachten auch, dass es das einfachste wäre, uns mit der Hop-On-Hop-Off-Tour einen Überblick von Kapstadt zu verschaffen. Mit 190 Rand pro Nase war außerdem auch der Preis ok.


Zum Glück haben wir auch auf den gut gemeinten Rat gehört, unser Ticket für die Cable-Car auf den Tafelberg vorab zu kaufen, um nicht noch (!) länger anstehen zu müssen.

Der Preis pro Person für die Fahrt auf den Tafelberg liegt bei 255 Rand pro Person. Man kann den Weg auch zu Fuß gehen, benötigt dafür aber 2-3 Stunden. Da laufen wir dann ein andermal lieber eine Stunde auf den Lion’s Head. Gebongt!
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Wir machten es uns zu einer angenehmen Tradition, frühs in irgendeinem süßen Café einen Kaffee zu trinken und so in unseren Tag zu starten. Dann hüpften wir in das Obergeschoss des roten Doppeldeckers und starteten unsere erste Route. Na gut, wir standen 500m weiter erst einmal in sengender Hitze fast eine Stunde im Stau, aber DANACH, ja da starteten wir unsere Route.

Einer der ersten Stops war der Tafelberg. Unfassbar, welche Menschenmassen bereits um diese Uhrzeit in der Warteschlange der Cable-Car standen. Für uns ging der Weg erst einmal weiter zum Atlantic Seabord, der traumhaften Küstenstraße Kapstadts vorbei an Camps Bay, Clifton Beach und Seapoint bis zum Hafen, der Waterfront. Ultimativ weiße Sandstrände, strahlend blaues Meer, Palmen einfach wirklich schön! Kein Wunder, dass sich hier Massen von Menschen tummelten, aber uns fiel gleich auf, dass kaum einer im Wasser war. Wir würden noch am eigenen Leid spüren, warum!


An der Waterfront machten wir unseren ersten Hop-Off, denn dort war Foodmarket. Hier merkten wir auch das erste Mal so richtig, dass Kapstadt uns in Sachen Sparsamkeit noch stärker fordern würde, als alles bisher. Es roch wie im Paradies, gleichzeitig waren die Preise nicht gerade afrikanisch. Wir fanden aber ein kleines, afrikanisches Ständchen, an dem es ein echtes Arbeiteressen gab. Maisbrei mit Hähnchen für 35 Rand. Perfekt! Günstiger Arbeiterbus, günstiges Arbeiteressen. Gerne mehr davon!


Mit voller Energie schlenderten wir über die Waterfront bis zur Fähre, die nach Robben Island, auf der einst Nelson Mandela inhaftiert war, übersetzt. Die war übrigens die nächsten 2 Wochen (!!) völlig ausgebucht. Logo, ist ja Ferienzeit!
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Wir wollten unser Glück noch einmal am Tafelberg versuchen und hüpften an der Waterfront wieder in den Bus und klar, auch das schien zur Tradition zu werden, erstmal Stau. Bevor es rauf auf den Tafelberg gehen sollte, holten wir uns noch ein kleines Abendessen für den Sonnenuntergang am Tafelberg. Und plötzlich standen wir ganz unverhofft auf der Suche nach einem Supermarkt in Bo-Kaap. In diesem Viertel lebten früher Sklaven aus Südostasien, denen es verboten war, bunte Kleidung zu tragen. Aus Protest bemalten sie ihre Häuser kunterbunt. Ein toller Anblick, auch wenn die Geschichte dahinter eher verstörend ist.
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Jetzt ging es aber wirklich zum Tafelberg. TROTZ Ticket warteten wir auch am späten Nachmittag noch etwa 1,5h bis wir endlich an der Cable-Car standen. Zusammen mit 60 Leuten wie in einer Sardinenbüchse. Also nichts für Menschen mit Platzangst. Achja und auch natürlich nicht für Menschen mit Höhenangst. Schon die Auffahrt war spektakulär. Noch besser wurde es dann ganz oben. Bei herrlichem Wetter hatten wir eine überragende Aussicht über die zwölf Apostel hinter dem Tafelberg und natürlich auf Kapstadt. So oft auf Fotos gesehen und nun selbst dort gewesen. Diese Ferne des Meeres, die wir beide so lieben war von hier oben noch beeindruckender, als sie schon am Boden war. Einige Stunden später genossen wir diesen Sonnenuntergang.
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Die Sonne war weg und es war schlagartig eiskalt und stürmisch. Gut, dass Christoph sich in waiser Voraussicht noch einen Pulli eingepackt hatte, den dann Nira anhatte. Es war wirklich kalt. Richtig kalt! Gut, dass wir auch für die Rückfahrt noch einmal über 1,5h anstehen durften, so konnten wir immerhin schlotternd die Aussicht über Kapstadt bei Nacht genießen, bis wir wieder nach unten fuhren!

Naeema hatte uns noch empfohlen, uns die UBER App herunterzuladen, da JEDER in Kapstadt Uber nutzt. Das lief wirklich mega, denn ironischerweise hat man am Tafelberg WLAN und so warteten wir keine 5 Minuten an der Talstation des Tafelbergs, bis wir im Uber nach Hause saßen. Der Fahrer fragte auch wieder ganz skeptisch, ob wir in Athlon jemanden kennen oder warum wir dorthin wollen. Dass er uns nicht direkt in Naeema’s Wohnzimmer gefahren hat, war noch alles. Er wollte uns jedenfalls nicht an der Straßenkreuzung rauslassen.


Es war ein wirklich genialer, erster Tag in der Stadt am Kap. So kann es doch weitergehen!

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2 Comments

  1. Heike sagt:

    Traumhaft schöne Bilder……..Euch Beiden noch eine wunderbare Reise mit vielen tollen Eindrücken

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