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Geisterstunde auf der Kolmanskuppe bei Lüderitz

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Kapstadt liegt hinter uns. Der Weg zurück bis nach Namibia war uns an einem Tag zu anstrengend. In Springbok, etwa 100km von der Grenze Namibias entfernt schlugen wir im Caravan Park für 85 Rand pro Person unser Zelt auf.

Achja, wer uns aufmerksam verfolgt, hat mitbekommen, dass wir seit Botswana mit zwei kaputten Ersatzreifen durch die Gegend tingeln. Wer jetzt denkt, wir haben das einfach korrigiert und nie erwähnt, der irrt. Die hatten auch in Springbok noch den selben (platten) Zustand.


Höchste Zeit, das mal zu ändern! Bei Supa Quick Tyres in Springbok holten wir uns zwei nagelneue Reifen. Hat alles nicht lange gedauert! Und da hat sie sich schon gelohnt! Unsere Reifen- und Sandsturmversicherung. Schlappe 250 Euro für zwei Offroad-Reifen. Die hätten sich überhaupt nicht gut in unserer Reisekalkulation gemacht. So bekommen wir das Geld am Ende wieder. Check!


Grenze war wieder überhaupt kein Thema, da unser Kühlschrank eh leer war und heute wieder kaum einer „in the mood to work“ schien. Uns soll’s Recht sein! Dann ging es in Richtung Lüderitz. Die C13 von Aussenkehr nach Rosh Pinah entlang des Fish-River ist ein wunderschöner Abschnitt. Der Fluss hatte sogar Wasser. Riesige zerklüftete Felsen und der schmale Fluss daneben. Einfach schön zum Fahren.


125 Kilometer vor Lüderitz wollten wir in Klein-Aus bei Aus (Achtung, das ist kein Schreibfehler!) am Campingplatz einchecken, ABER „fully booked“! Gut, dann mussten wir eben doch bis nach Lüderitz durchfahren. Es war die perfekte Tageszeit dafür. Die Sonne ging schon langsam unter und auf halber Strecke beginnen sich neben der Straße riesige Sanddünen aufzutürmen. Auf einmal ist man mitten in der Wüste. Die B4 nach Lüderitz führt unmittelbar entlang am sog. Sperrgebiet. Es ist wunderschön.
Dann geht’s es hinunter nach Lüderitz, direkt am Atlantik und man hat das Gefühl, 60-80 Jahre in die Vergangenheit gereist zu sein.
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Ganz viele alte Häuser. Eine Lesestube. Eine Turnhalle für Männerturnen. Deutsche Straßennamen. Wie daheim, aber eben in alt! Wir brauchten auch in Lüderitz drei Anläufe, bis wir einen Schlafplatz hatten. Camping scheint es hier sowieso nicht zu geben und die Hostels scheinen hier um 18:00 die Gitter herunterzufahren. Nur beim Backpackers hatten wir Glück im doppelten Sinne. Es hat jemand aufgemacht UND wir haben ein Familienzimmer mit vier Betten für uns alleine bekommen. 100N$ pro Person. Da hüpft das Herz!


Nach den intensiven Tagen in Kapstadt wollten wir uns mal einen Tag genehmigen, um die Seele baumeln zu lassen und wieder etwas Energie zu tanken. Ganz faul waren wir aber dennoch nicht und sind am Nachmittag mal an den Hafen spaziert. In Lüderitz ist wirklich der Hund begraben. Und was macht man, wenn man nichts zu tun hat? Genau, Unsinn! :D

Da war dieser kleine Friseur direkt an der Hafenpromenade und wir beide hatten ja schon seit Tagen das Gefühl, die Matte müsste mal wieder runter...
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Fazit: Nira wurden für 50N$ mit einer Bastelschere 10cm Spitzen abgeschnitten. Christoph wurden für 100N$ mit einem stumpfen Rasierapparat die Haare an der Seite UND auf dem Kopf geschnitten. Hier kam nicht einmal eine Schere zum Einsatz. Das Ergebnis könnte verstörend wirken, daher verzichten wir an dieser Stelle auf die Offenbarung des Ergebnisses! (Wenn du unsere kommenden Berichte verfolgst, wirst du das Ergebnis ja irgendwann sehen.)


Danach gab es Fish&Chips bei Captain Macarena direkt eine Türe weiter. Der wurde uns schon von unserem Hostel empfohlen. Für gerade einmal 39N$ bekommst du hier eine fantastische Portion Pommes mit frischem Fisch. Ein wirklicher Insider!
Weil uns der Sonnenuntergang am Abend vorher schon so fasziniert hatte, wollten wir auch an diesem Abend noch einmal rausfahren und auf einer Düne die Sonne untergehen sehen.
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Auch wenn man es vielleicht nicht vermutet. Ganz oben auf der Düne stürmt es ohne Ende und es ist richtig kalt. Wir hatten es uns grade gemütlich gemacht und beobachteten den Sonnenuntergang in der Ferne, da hörten wir ein deutliches Aufheulen. Erst klang es wie ein Kind, dann kamen uns beiden wieder die Warnschilder mit den Wölfen, die überall an der Straße nach Lüderitz stehen in den Sinn.

Das war’s dann auch mit der gemütlichen Stimmung. Auf die Konfrontation hatten wir keine große Lust als ab ins Auto und dem Sonnenuntergang entgegen.


Kolmanskuppe

Gleich am nächsten Morgen war dann aber auch mal wieder Schluss mit der Gammelei. Ab zur Kolmanskuppe, der Geisterstadt bei Lüderitz. Man hört immer: Fahrt da bloß gleich ganz früh hin, sonst sind da super viele Leute. Wir sind gemütlich um 10:00 dorthin gefahren, es standen auch viele Autos da (also vielleicht 10), aber wir sind auf dem Gelände kaum jemandem begegnet. Logisch, Geisterstadt! Eintritt: 85N$ pro Person. Ach übrigens: Feierabend ist hier schon um 13 Uhr.


In Kolmanskuppe wurden Anfang des 20. Jahrhunderts Diamanten abgebaut. Die Stadt wurde so zeitweise zum reichsten Ort Afrikas. Wenn man bedenkt, dass das etwa 100 Jahre her ist und man sieht, was von dem Reichtum übriggeblieben ist, muss das ein rasanter Aufstieg und ein noch schnellerer Abstieg gewesen sein. Irgendwann in den 60ern hat nämlich auch der letzte Bewohner von Kolmanskuppe den Ort verlassen. Jetzt holt sich die Wüste ihr Grundstück dort zurück.
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Fast alle Häuser stehen völlig leer, nur Badewannen und Waschbecken gibt es jede Menge. Die können in der Wüste wohl sowieso die wenigsten gebrauchen. Es knarzt mit jedem Schritt und wer mutig ist, kann mal im Obergeschoss über die morschen Balken balancieren.

Wir fanden es bei Kolmanskuppe wirklich spannend zu sehen, wie sich hier in über 50 Jahren die Wüste buchstäblich durch die Wände frisst. An einigen Stellen wird der Ort noch erhalten, um ihn quasi als Freilicht-Museum für Interessierte am Leben zu halten. Ansonsten steht meterhoch der Sand in den Häusern. Wirklich krass da durchzulaufen.
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Kolmankuppe 9
Für uns geht es nach Lüderitz und Kolmanskuppe weiter in Richtung Norden, wo ein wirkliches Highlight fast am Ende unseres Roadtrips noch auf uns wartet. Die Namib Wüste mit Sossusvlei und Deadvlei. Wer sich Bilder von Namibia ansieht oder Reiseblogs liest, der weiß: DAS muss man gesehen haben! Also auf geht’s!
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4 Comments

  1. Michael Voß sagt:

    Hallo ihr zwei,
    Bin durch Instagram auf euren Blog gekommen. hab gerade mal die aktuellen zeilen gelesen. Und gleich jede menge orte, die wir auch gut kennen. (Springbok, klein Aus, Lüderitz, kolmannskop….bekomme gleich wieder Fernweh!!!! Wünsche Euch viel Spaß im Sossusvlei. Wir waren dort vor 5 Jahren und haben dort auf Düne 45 den Sonnenuntergang erlebt….zu viert!!!! einfach genial!!!!!!
    Wenn ihr gaaaaaaaaz viel Zeit habt, schaut auf meine Homepage. ich hab dort unter 2012 namibia einen ausfühlichen Reisebericht geschrieben. Vielleicht findet ihr noch ein paar Tipps http://www.vossiem.de
    Gruß Michael

    • Christoph sagt:

      Servus Michael,
      Vielen Dank für deine Worte. Deine Fotos auf Instagram sind echt der Hammer! Wahnsinn.
      Wenn die Sonne in der Wüste untergeht, ist das schon etwas sehr besonderes, da hast du recht.
      Grüße in die Heimat.
      Nira und Christoph

  2. Christian sagt:

    Haha, wieder sehr geil getextet hier… Die Frisörstory…ich musste sooo lachen! Und ihr habt echt soooo geniale Bilder gemacht, das Badewannensurfen, hamma, und bei einem Bild kann ich grad garnicht sagen, wie ich es deuten soll… …ein bisschen schaut es aus, als ob sich jemand „aufgehangen“ hat… …klingt makaber, ja mann/frau, aber: Wat macht ihr auch so krasse Bilder 😀

    • Christoph sagt:

      Servus Christian,
      Ja man gerät manchmal einfach in diese Geschichten hinein. Danke für deine Worte, wirklich sehr lieb von dir!! ☺️
      Danke für das Lob und liebe Grüße
      Nira und Christoph

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