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Wir haben so viel gesehen – so viel erlebt und waren hin und weg! Doch dann gab es da noch diesen einen Ort... Diesen Ort von dem wir immer wieder hörten „macht das auf jeden Fall!“. Diese Landschaft, die wir bisher nur von Fotos kannten und schon da sofort wussten: Da müssen wir unbedingt hin!


Bis zum Ende unseres Afrika-Roadtrips haben wir uns diesen besonderen Leckerbissen und DAS Namibia-Must-See aufgehoben. Die unwirkliche, wunderschöne Szenerie der Deadvlei und das Trockenbett der Sossusvlei. Mitten in der Namib-Wüste, einer der ältesten Wüsten mit den höchsten Dünen der Welt.


Ankunft in Sesriem

Wir haben uns gegen die Übernachtung im NWR-Camp von Sesriem entschieden (180N$ pro Person), aber nicht etwa wegen des Preises, sondern, weil uns das gegenüberliegende Sossusvlei Oasis Camp (ebenfalls 180N$) um Einiges gepflegter und gemütlicher vorgekommen ist. Wer diesen Kompromiss eingeht, der muss wissen: Wer nicht im NWR-Camp übernachtet darf eine Stunde später als die NWR-Gäste das Gelände betreten und muss es auch eine Stunde eher verlassen – also von 6:00 bis 19:00!

Da aber die Sonne auch eine Stunde, dann nämlich um 20:00 Uhr, in der Wüste noch nicht untergeht zu dieser Jahreszeit, hat es für uns keinen Mehrwert ergeben, im NWR-Camp zu übernachten, zumal es dort viel massentouristischer zugeht.


Der Eintritt in den Nationalpark kostet 85N$ pro Person. Man fährt 60 Kilometer auf einer Teerstraße umringt von riesigen Wüstendünen – wie etwa auch der weltberühmten Postkarten-Düne 45 – bis zu einem Parkplatz. Von hier geht es WIRKLICH nur mit einem 4x4 weiter. Der Sand ist richtig tief! Eigentlich perfekt, um auf den letzten Drücker nochmal stecken zu bleiben. Zum Glück blieb uns das erspart.

Die Entdeckung von Deadvlei wird dann zu einem echten Abenteuer. Zwar steht irgendwann ein Schild mit „Deadvlei“ am Straßenrand mit dem Hinweis, man solle doch bitte den Markierungen folgen. Von den Markierungen ist uns aber keine einzige aufgefallen.

Als dann eine Familie zielstrebig quer Feldein mitten in die Wüste marschiert ist, haben wir uns selbstbewusst angeschlossen und nach einem Kilometer Wanderung und drei Litern weniger Flüssigkeit im Körper erstreckte sich hinter eine Düne plötzlich Deadvlei mitten im Nirgendwo.
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Die Schuhe bis zum Rand gefüllt mit Wüstensand rannten wir die Düne hinunter auf das ausgetrocknete, weiße Feld, auf dem sich ein Wald aus toten Akazien erstreckt. DAS ist Namibia. Wir spazierten über das Feld. Uns wurde einfach nicht klar, wie sich mitten in der Wüste eine solche unreale Szenerie verbreiten konnte. Jetzt wissen wir es: Hier lief wohl mal ein Fluss entlang, der irgendwann beschlossen hat, seinen Lauf zu ändern. Dadurch ist die Fläche völlig ausgestrocknet. Die Bäume hier sind teilweise mehrere hundert Jahre alt. Wirklich abgefahren!
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Gleich in der Nachbarschaft macht sich außerdem ein weiteres, echtes Namibia Highlight breit: Sossusvlei.

Extrem gehypet, aber von uns nicht als so spektakulär empfunden wie Deadvlei. Das Sossusvlei ist ein trockenes Seebett, das ganz selten Wasser führt. Für uns war die gesamte Wüstenlandschaft äußerst beeindruckend und da gehört Sossusvlei natürlich auch dazu.


Auf dem Weg zurück haben wir auch noch Halt bei der Düne 45 gemacht. Immerhin ist es die Düne, die weltweit am häufigsten fotografiert wird und die darf natürlich auch in unserem Fotoalbum nicht fehlen. Es war schon unten ordentlich windig und wir haben schon gesehen, dass der Sand oben mal so richtig über die Kante pfeift. Das könnte spannend werden, vor allem für unsere Kamera. Zeitgleich mit uns ist auch eine chinesische Reisegruppe angekommen. Alleine hoch auf die Düne wäre ja langweilig gewesen. So waren wir eben etwa 30 Leute! Also Schuhe aus und hoch den Hügel.


Der Aussicht hat das überhaupt nicht geschadet. Es war wunderschön, wie sich die Sonne über der Wüste so langsam in den Tiefflug begibt und die Dünen rot färbt. Ordentlich anstrengend war es aber trotzdem. Die halbe Reisegruppe hatte schon nach der Hälfte die weiße Fahne geschwenkt. Wir haben uns bis zu einem Plätzchen oben an der Düne hochgekämpft und einfach nur die Aussicht genossen (so gut das zumindest ging mit Unmengen Sand, die der Wind meinte in unser Gesicht wirbeln zu müssen). Runter ging es dagegen superschnell. Einfach losrennen und den Rest erledigt die Schwerkraft.

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Für uns war der Ausflug in die Wüste ein absolutes Highlight in Namibia. Natürlich. Jeder, der Namibia bereist kommt hier hin. Trotzdem – und das scheint auch so ein Namibia-Ding zu sein – hatten wir nicht den Eindruck von Massentourismus. Dafür sind die Flächen und Distanzen hier einfach viel zu groß. Alles verläuft sich und das macht das Reisen wirklich angenehm.


Nach Sossusvlei ging es für uns mit einem kurzen Stop in Solitaire in Richtung Walvis Bay. Solitaire besteht im Endeffekt auf einer Tankstelle, einem Shop und einer herausragend guten Bäckerei. Der Apfelkuchen hier bei Moose McGregor‘s Desert Bakery hat es zu einer echten Berühmtheit geschafft. Die Leute pilgern hier wirklich nur wegen des Apfelkuchens her. Einfach irre, aber ja ok, der schmeckt wirklich überragend!

Weltreise_Backpacking_Namibia_Namib_Solitaire
Wir übernachteten in der Solitaire Guest Farm (150N$/Peron) inmitten einer Kolonie von Erdmännchen, bevor es am nächsten Tag nach Walvisbay ging. Das Örtchen am Atlantik unweit von Swakopmund hatten wir uns als letzte Basis herausgesucht, bevor es zurück nach Windhoek gehen wird. Immerhin hatten wir noch ein paar Tage übrig.


Die Passstraßen nach Walvisbay (auf deutsch übrigens Walfischbucht) sind wirklich sehenswert. Es geht rauf und runter inmitten der einzigartigen Umgebung des Namib Naukluft Parks. Und dann, irgendwann, ganz unscheinbar, steht es da am Straßenrand. Das wohl meist fotografierte Schild in Namibia. Tropic of Capricorn, der Wendekreis des Steinbocks! Wir waren schon fast vorbeigefahren, als es uns eben noch aufgefallen ist. Super, war grade niemand da, dann konnten wir uns ja austoben!

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In Walvisbay angekommen dachten wir dann zuerst, wir wären falsch abgebogen und in Swakopmund gelandet, so identisch fanden wir es hier. Es gibt nur einen kleinen Unterschied: Hier in Walvisbay ist viiiel weniger los, für uns optimal, um nochmal zu entspannen und unsere Afrika-Reise noch einmal Revue passieren zu lassen.


Wir haben uns zwei Tage für 150N$ pro Person und Tag in den Lagoon Chalets, einem wunderschönen Campingplatz mit tollen Stellplätzen eingerichtet und wirklich relaxt. Das Wetter war zwar erstmals unfreundlich in Namibia, aber das hat uns nicht gestört. Ein letztes Mal im Zelt schlafen, ein letztes Mal Grillen und mühsam den Rost abspülen.

Zum Abschied waren wir an der Atlantik-Küste in Walvisbay spazieren, haben die Flamingos und Pelikane beobachtet und sind auf die Düne 7 hochgewandert. Ein letztes Mal die Aussicht über die Wüste genießen. Wir nehmen hier wirklich viel für uns mit. In Afrika ist für uns ein neues Reisekapitel aufgegangen.

Weltreise_Backpacking_Namibia_Namib_Walvisbay
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Unsere letzten beiden Nächte in Windhoek haben wir wieder in einer Airbnb Wohnung verbracht, weil die sogar günstiger war, als das Urban Camp, in dem wir am ersten Abend gecampt haben. Wir haben unser Auto wieder auf Hochglanz geschrubbt, weil alle Car Wash scheinbar ausgebucht waren und sind durch Windhoek geschlendert.
Weltreise_Backpacking_Namibia_Windhoek
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Dann war es soweit. Zeit für einen Ortswechsel. Unser erster Weiterflug nach Myanmar steht an. Also nicht direkt. Uns trennen ein Flug nach Kapstadt, 26h Aufenthalt am Flughafen in Kapstadt, ein Zehn-Stunden-Flug nach Doha, ein 21stündiger Aufenthalt in Doha und ein weiterer Flug nach Yangon von unserem nächsten Reiseziel. Stay tuned!

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