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Ein exklusiver Tag in Doha, aber 100% kostenlos
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Weltreise_Backpacking_Myanmar_Bagan
Pagoden-Hopping in Bagan – Unser Best of für Sunset und Sunrise
25. Januar 2017
Was waren das für Tage, die uns bis nach Yangon in Myanmar getragen haben? Eine Nacht am Flughafen in Kapstadt. Ein unfassbar exklusiver Tag in Doha, für den wir keinen Cent bezahlt haben und jetzt heißt es: Welcome Back, Asia. Hier in Südostasien hat 2012 alles begonnen. Dieser wunderschöne Teil der Erde darf selbstverständlich auch auf unserer Weltreise nicht fehlen. Gerade Myanmar reizt uns wirklich sehr und man hört schon jetzt immer öfter: „Macht das jetzt noch, denn in ein paar Jahren ist das da voller Touristen!“


Also rein ins Getümmel. Beziehungsweise Stop, so einfach geht’s auch nicht. Myanmar ist eines von einer Hand voll Ländern, für das man als deutscher Staatsbürger noch ein Visum vor der Ankunft besorgen muss. Dazu schreiben wir demnächst noch einen gesonderten Artikel, wie wir das von unterwegs erhalten haben.


Gelandet. Eingereist. Geld am ATM geholt. Taxi geordert. Erst mal ins Hostel. Das Taxi vom Flughafen aus kostet pro Auto ca. 8.000 Kyat. Auch früh um 6:00 darf man hier nicht müde sein, um mit den Taxifahrern zu verhandeln. Es kostet 8.000 Kyat. Punkt.

Eine knappe Stunde später, als die Sonne gerade aufgegangen war, kamen wir an unserem Hostel an. The Yangon Hub*

Das Hostel liegt etwas außerhalb von Downtown. Es ist völlig zurecht überragend bewertet bei Agoda und Tripadvisor und selbst die Entfernung von 5km nach Downtown Yangon stellen überhaupt keinen Grund zur Abkehr da. Warum verraten wir euch gleich noch.


Wir durften tatsächlich zu früher Stunde rein in den Schlafsaal. Klar, was macht man, wenn man um die Uhrzeit in einen Schlafsaal stolpert, völlig übermüdet vom Flug und der Anreise? Natürlich erst mal versehentlich alle Anderen aufwecken, weil wir in dem engen Raum schön am Bett hängen geblieben ist... und anschließend natürlich schlafen!


Frühstück gibt’s im The Hub übrigens rund um die Uhr. Das Personal ist suuuper lieb und hilfsbereit. Es gibt immer Kaffee und Tee. Perfekt, wenn man – wie wir – um 13:00 aufwacht und zumindest für einen kurzen Spaziergang noch einmal Energie tanken möchte. Unweit vom Hostel liegt der Inye Lake. Gerade gegen Abend tummeln sich her jede Menge Menschen und genießen die letzten Sonnenstunden des Tages. Die Sonne verabschiedet sich hier im Januar nämlich schon gegen 17:30. Mehr war auch einfach nicht drin am ersten Tag.

Eintauchen in das burmesische Leben

Auch an unserem zweiten Tag in Yangon brauchten wir noch etwas Anlaufzeit, um in die Gänge zu kommen. Aber: Wir sind ja auf Weltreise, also locker bleiben! Am frühen Nachmittag- nach reichlich Kaffee und einem liebevollen Pancake-Frühstück im Hostel ging es den knappen Kilometer rüber zur Kamayut-Haltestelle. Bahn fahren stand auf dem Programm.

In Yangon gibt es den Circle Train, eine Art Stadtbahn, die einmal rings herum um die ehemalige Hauptstadt Myanmar’s fährt. Hier kommt jetzt auch der Begründung von weiter oben, warum es absolut kein Problem ist, dass das Yangon Hub etwas außerhalb von Downtown liegt. In weniger als einer halben Stunde ist man mit dem Circle Train in der Innenstadt. ODER aber: Man fährt erst einmal in die andere Richtung und erkundet die Stadt auf eine ganz eigene Art. Nämlich aus dem Zug heraus.
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Klingt jetzt alles etwas nach einem echten Touristen-Zug, in Wahrheit ist es aber das genaue Gegenteil. Der Zug wird fast ausschließlich von Einheimischen genutzt. Hier spielt sich der echte, burmesische Alltag ab. Menschen fahren zu ihren Zielen, Händler transportieren und verkaufen ihre Wagen in dem Zug. Es ist ein hektisches Treiben.

Wer Lust hat, in den Alltag der Menschen in Yangon live und in Farbe einzutauchen, der darf sich die Fahrt nicht entgehen lassen. Für 200 Kyat pro Person (das sind keine 20 Cent!) bleibt auch noch genügend Budget übrig, um sich im Zug mit frischen Früchten und Mahlzeiten einzudecken.
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Wir haben schon mehrfach gelesen, dass die Fahrt mit dem Circle Train recht eintönig und nur phasenweise als interessant wahrgenommen wurde. Für uns persönlich treffen zwei ganz andere Eigenschaften auf die Fahrt viel eher zu: Erschreckend und beeindruckend. Entlang der Gleise leben die Menschen buchstäblich in ihrem eigenen Müll. Der Gestank ist hier heftiger, als wir ihn je in einer anderen Großstadt wahrgenommen haben. Die Kinder spielen auf Müllbergen, die Tiere durchsuchen den Dreck nach Futter. Überall hängt der Smog von verbranntem Müll in der Luft Es ist laut, hektisch und quirrlig.

Das Besondere an dieser Zugfahrt sind keine Denkmäler und Sehenswürdigkeiten, an denen man vorbeifahren kann, um Fotos zu machen. Nein, es sind die Menschen. Die Herzlichkeit und das Interesse der Menschen in diesem Zug war wirklich einmalig. Einerseits steigt man schon sehr nachdenklich und bedrückt über die Lebensbedingungen der Menschen aus diesem Zug. Andererseits ist es wirklich wahnsinnig beeindruckend, mit welcher Herzlichkeit, Offenheit und Freundlichkeit die Menschen auf uns zugegangen sind.
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Shwedagon Paya

Jetzt muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen, dass inmitten dieser Stadt eine Pagode steht, die mit 60 Tonnen Gold verziert ist. 60 Tonnen! Die Shwedagon Paya, einer der berühmtesten Pagoden der Welt. Hier glitzert und strahlt es aus jedem Blickwinkel. Für 9.000 Kyat pro Person geht es barfuß über Marmorplatten herum um die gigantische Pagode. Kleiner Tipp: Wenn man als Mann in kurzer Hose kommt, muss man sich einen Longyi für 5.000 Kyat kaufen. Das ist ein langer Wickelrock, der im Kleiderschrank keines männlichen Burmesen fehlt. Frauen sollten lange Kleidung tragen und die Schultern bedecken. Nira durfte sich ein Art Hemd für 5.000 Kyat ausleihen. Irgendwie ungerecht!
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Auf dem Areal findet man auch eine Replik des Fußabdrucks von Buddha sowie ein heiliger Bohdibaum. Unter einem solchen Baum ist Buddha erleuchtet worden. Gerade bei untergehender Sonne ist der goldene Glanz der Pagoden und Stupas besonders imposant. Das gesamte Areal ist trotz der großen Zahl von Menschen, die es Besuchen ein Ort der Einkehr und Ruhe. Wir haben viel Zeit dort verbracht, einfach am Boden sitzend, denn nur ein paar Meter vor den Eingängen der Pagode beginnt es wieder. Das laute, dreckige und übelriechende Yangon. Der Circle Train hat keine wirklich klaren Fahrzeiten, also haben wir uns ein Taxi zu unserem Hostel genommen. Kostenpunkt: 2.000 Kyat für 6 Kilometer. Nur als Richtwert für diejenigen, die im Reiseführer gelesen haben, dass man für einen Kilometer etwa 1.000 Kyat zahlt. Kann man machen, muss man aber nicht!


Weiter nach Bagan mit dem Nachtbus

Vielleicht lag es am wirklich krassen Wechsel zwischen Namibia und Myanmar. Die unendliche Ruhe und Freiheit der Natur in Namibia hat uns nicht wirklich vorbereitet auf das, was uns Yangon im Gegenzug einige Tage später angeboten hatte. Vermutlich waren all unsere Sinne in Namibia so sehr geschärft worden, dass uns die Widrigkeiten in Yangon noch einmal heftiger vorgekommen waren. Am nächsten Morgen entschieden wir, die Stadt per Nachtbus zu verlassen. Raus aus der Stadt, zurück in die Natur. Nach Bagan. Pro Person fielen dafür 15.000 Kyat an. Dazu kam eine Taxifahrt für 7.000 Kyat zum Busbahnhof, der eine knappe Stunde (bei gutem Verkehr) außerhalb von Yangon liegt.


Den Tag über hatten wir aber noch Zeit und sogar noch ein kleines bisschen Restlust uns den Bogyoke Aung San Market in Downtown Yangon anzusehen. Natürlich wieder günstig via Circle Train rein in die City. Auf dem Markt gibt es neben viel Stoff und Schmuck auch jede Menge schöner Kunsthandwerke. Die Verkäuferinnen und Verkäufer sind nicht aufdringlich und die Stände relativ übersichtlich und ordentlich. Wir waren aber nur zum Schlendern dort. Ursprünglich wollten wir auch noch einen Abstecher zum Fluß in Downtown machen, doch die Zeit wurde etwas knapp, bis uns das Taxi am Hostel abholen würde.


Mit einem herrlichen Sonnenuntergang im Rückspiegel bog unser Fahrer einige Stunden später auf den Busbahnhof von Yangon ab, der einer Kleinstadt eher ähnelt, als einem schlichten Bahnhof. Neben viel Müll scheint es in Yangon auch extrem viele Busunternehmen zu geben, die mit dem stetig wachsenden Tourismus aus dem Boden schießen.


Wir wissen schon jetzt: Wir müssen Yangon noch eine zweite Chance geben, denn am Ende unserer Reise werden wir dorthin wieder zurückkehren. Stand jetzt bleibt uns die Stadt aber als äußerst dreckig und laut in Erinnerung. Seine Bewohner aber sind in höchstem Maße freundlich und herzlich. Das hat uns beeindruckt! Yangon polarisiert in jedem Fall. Wir haben Menschen getroffen, die es lieben. Wir haben Menschen getroffen, die es furchtbar finden.

Unsere endgültige Meinung ist noch nicht gebildet. Das holen wir dann am Ende nach!
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