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Pagoden-Hopping in Bagan – Unser Best of für Sunset und Sunrise

Weltreise_Backpacking_Myanmar_Bagan
Von Yangon ging es mit dem Nachtbus (15.000 Kyat p.P.) weiter nach Bagan. Raus aus der lauten Großstadt, rein in die Idylle von über 2.000 Pagoden in Bagan. Es gibt noch die VIP-Version des Busses für etwa 18.500 Kyat. Wie wir gehört haben, ist dann ein Stromanschluss am Platz sowie ein kleiner Snack inklusive. Luxus, den wir nicht benötigt hätten.


19.00 Uhr Abfahrt in Yangon. 6:00 Ankunft in Bagan.

Eine halbe Zeile in diesem Beitrag, eine halbe Ewigkeit in der Realität. Aber – wie schon nach unserem Flug von Doha nach Yangon – auch früh um 6:00 wird man hier in Myanmar direkt gefordert, was das Verhandeln betrifft. Es dauerte bestimmt eine halbe Stunde, bis wir – eine mittlerweile fünfköpfige Gruppe mit einer Deutschen und zwei Engländern – einen Taxifahrer soweit bearbeitet hatten, dass er uns für 1.500 Kyat pro Person nach Nyaung-U gefahren hat.

Auf halber Strecke hielt der Fahrer an. An einer kleinen Hütte stand ein Schild mit der Aufschrift: Entrance-Fee Bagan 25.000 Kyat per person.

Nicht wundern, wenn ihr dort ankommt. Das ist kein verkappter Obstladen, der sich ein kleines – oder vielmehr üppiges – Zubrot verdienen möchte. Der Eintritt für einen Fünf-Tages-Pass (es gibt keine Alternative mit mehr oder weniger Tagen) kostet tatsächlich 25.000 Kyat pro Person. Ganz schön happig! Mit Kreditkarte kann man hier übrigens nicht bezahlen, also ausreichend Bares mitführen.

Das Bittere bei unserer Ankunft in Nyaung-U war dann: Das Hostel, das wir angesteuert hatten, war ausgebucht. Schade. Gemeinsam mit Fabienne aus Deutschland, die auch in unserem Taxi mitgefahren war, suchten wir also im Schein der aufgehenden Sonne ein Nachlager. Erst beim dritten Versuch waren wir im Gold Star erfolgreich. 40.000 Kyat für ein Drei-Bett-Zimmer. Da haben wir auch nicht mehr lange diskutiert.

Auf der Suche nach der perfekten Pagode

Nachdem wir uns alle erst einmal drei Stunden Schlaf gegönnt hatten, war es auch an der Zeit, Bagan kennenzulernen. Das klappt am Besten mit unserem absoluten Lieblings-Transportmittel in Südostasien. Einem Scooter. Hier in Bagan gibt es E-Bikes zu mieten. Das sind nicht etwa Fahrräder mit elektronischer Unterstützung, wie man sie vielleicht von zu Hause kennt, sondern richtige Roller. Eben ohne Benzin, sondern mit Strom. Ein solches E-Bike gibt es hier für 6.000 Kyat pro Tag, wir wollten aber einen Special-Deal aushandeln, um auch am nächsten Morgen mit dem Scooter zum Sonnenaufgang fahren zu können. Der Deal hat offenbar auch Julia, eine Schweizerin interessiert, die sich unser Dreiergruppe kurzerhand angeschlossen hat. Für 9.000 Kyat pro Scooter – auf dem zwei Personen Platz haben – ging es dann rein in das riesige Pagodenfeld von Bagan auf der Suche nach der perfekten Pagode für den Sonnenuntergang.


Es ist die Fahrt durch ein gigantisches Freilichtmuseum. Überall stehen Pagoden. Von klein bis groß bis hin zu meterhohen Tempeln und Stupas. Grade bei den großen Pagoden ist logischerweise jede Menge los. Händler verkaufen Bilder, Kleider, Bücher und Souvenirs. Viele Touristengruppen treiben sich hier herum. Wir haben die großen Tempelanlagen auch abgeklappert, doch unser Augenmerk lag deutlich stärker auf der Suche nach einer tollen Pagode für den Sonnenuntergang, auf der möglichst wenig Menschen sind. Gar nicht so einfach. Nach dem Erdbeben im August 2016 sind viele Pagoden gesperrt worden oder werden renoviert, da sie einsturzgefährdet sind. Selbst einige der großen Tempel konnten nicht betreten werden, da das Erdbeben ihre Stabilität massiv geschädigt hat.

Für den Sonnenuntergang am ersten Abend haben wir die Lowka Ou Shaung Pagode ausgewählt. Das Schöne hier ist, dass man die große Weite des Pagodenfelds vor sich hat, da diese relativ weit im Westen gelegen ist. Ganz alleine ist man hier nicht, aber es ist auf jeden Fall eine super Alternative zur überfüllten Shwe San Daw Pagode nebenan.
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Am selben Abend stand noch ein besonderes Treffen für uns an. Lisa und Johannes von immer.fernweh waren ebenfalls zur selben Zeit in Bagan. Wir kannten uns nur von Instagram, da wir gleichzeitig angefangen haben unsere Weltreise zu planen. Die beiden sind ursprünglich aus Stuttgart und haben ihre Reise einige Tage zuvor in Myanmar begonnen. Gemeinsam mit Fabienne und Julia trafen wir uns zum Essen und es wurde ein überragender Abend, der seine Krönung bei Leo’s Café finden sollte. Neben super-leckeren Süßspeisen gibt es hier den besten Kaffee der Stadt. Wir sollten nicht das letzte Mal hier gewesen sein.


Sonnenaufgang in Bagan

Der nächste Tag begann gleich richtig früh. Unser Wecker klingelte um 5:15 Uhr. Der Sonnenaufgang in Bagan ist nichts für Siebenschläfer und Coachpotatos. Dick eingepackt waren wir wenige Minuten später auf dem Weg zum Treffpunkt mit Julia beim Scooter-Verleih. Bei Leo’s hatten wir einen guten Tipp für eine Pagode zum Sonnenaufgang erhalten: Der Shwe-Nan-Yin-Taw Komplex


Und das war wirklich ein guter Tipp. Als wir im Dunklen und ausgekühlt von der Fahrt (packt warme Klamotten ein!) auf die Pagode kletterten, waren wir gänzlich alleine. Als Lisa und Johannes kurz nach uns ankamen, war unser neu formiertes Bagan-Travelteam komplettiert. Auch bis zum Sonnenuntergang kam nur eine weitere Hand voll Menschen auf die Pagode. Auch der Shwe-Nan-Yin-Taw Komplex ist relativ weit im Westen gelegen, so dass die Heißluftballons etwas fern erschienen. Aber ganz egal, es war ein wunderschöner Anblick!
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Im Anschluss an dieses herrliche Schauspiel stand unser Umzug innerhalb von Nyaung-U an. Vom Golden Star ins Lucky 7. Den Tipp haben wir von Julia bekommen. Man findet das Guesthouse nicht online, obwohl es optimal mitten im Ort gelegen, mit 14$ für ein Doppelzimmer (8$ Einzelzimmer) günstig und superfreundlich geführt ist. Dann wurde es sportlich. Neben den E-Bikes kann man sich in Bagan auch sehr einfach Fahrräder ausleihen (1.500 Kyat p.P.). Bevor wir uns am Abend wieder mit Lisa und Johannes getroffen haben, hieß es für uns vier erst einmal in die Pedale strampeln. Nicht viel später saßen wir mit Obst ausgerüstet aber auf der nächsten Pagode und genossen einfach nur den Ausblick und die herrliche Ruhe.
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Wir könnten das wirklich jeden Tag machen. Mit Früchten auf eine Pagode klettern und die Ferne genießen. Das wird nie langweilig, schon alleine, weil es so viele unterschiedliche Pagoden gibt und die Aussicht immer neu ist. Ganz besonders schön wird es natürlich bei Auf- und Abgang der Sonne. Für den zweiten Abend waren wir ganz rebellisch. In der Nähe der Pagode 405 steht eine große Pagode, die für Renovierungsarbeiten unter einem Holzgerüst verborgen war. Nur eine kleine Zahl von Menschen wagte es, sich dort aufzuhalten. Eine kleine Zahl und natürlich unser Bagan-Travelteam. Von hier war der Untergang wirklich spektakulär und noch einmal schöner, als am Vortag.
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Am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege (vorerst) wieder. Julia, Lisa und Johannes schipperten gleich am frühen Morgen mit dem Schiff (40.000 Kyat p.P.) nach Mandalay und Fabienne zog gen Osten nach Kalaw, um zum Inle-Lake zu trekken. Zeit für Zweisamkeit. Zeit zum Ausschlafen. Wir ließen es äußerst entspannt angehen, holten uns am Nachmittag noch einmal einen Scooter und düsten wieder auf das Pagodenfeld. Dort relaxten wir bis zum erneuten Sonnenuntergang auf der Pagode 446. Auch dort waren wir am Ende nur ca. 10 Leute. Also auch wieder so viel angenehmer als auf den großen Haupt-Pagoden, auf der sich teilweise hunderte Menschen scharten.
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Für unseren letzten Morgen in Bagan nahmen wir uns noch einmal den Sonnenaufgang vor. Also wieder früh raus, durch die Kälte und noch einmal den Sonnenaufgang genießen. Wir fanden spontan eine relativ kleine Pagode, die aber auf einer baumfreien Zone stand. Sie war zwar nicht sehr hoch, aber der Blick auf den Flug der Heißluftballons hinter der aufgehenden Sonne war trotzdem wieder wunderschön! Diese Pagode hat keinen eigenen Namen oder eine Nummer, vielleicht ist sie gerade deshalb, wie so viele andere ein kleiner Geheimtipp.
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Nach dem Frühstück und einem kurzen Besuch auf dem lokalen Markt hieß es Abschied nehmen aus Bagan. Man könnte jetzt den Eindruck bekommen, dass man in Bagan nur Pagoden anschauen kann, aber man kann zum Beispiel auch Pagoden anschauen. Wenn einem das auch nicht gefällt, bleibt immer noch Pagoden anschauen. Nein Spaß! Man kann auch einen Trip nach Alt- und Neubagan machen, dafür hat es uns im Pagodenfeld allerdings viel zu sehr gefallen. Klingt eintönig und langweilig? Ist es auf keinen Fall! Wir haben jeden Tag genossen und würden auch keinen Tag eher abreisen. Die Sonnenauf- und Sonnenuntergänge sind wirklich etwas ganz Besonderes und zählen zu den schönsten, die wir erleben durften. Wer immer mal wieder eine neue Pagode „ausprobiert“ und es einfach mag, dazusitzen und die Aussicht zu genieße, der wird Bagan lieben. So, wie wir es lieben. Nach der Hektik in Yangon konnten wir gar nicht genug bekommen von der Ruhe und der Weite Bagans.

Am Mittag startete der Motor unseres Busses (9.000 Kyat p.P) nach Mandalay. Fünf Stunden auf engstem Raum. Rein in die nächste Millionenstadt. Also dann...!
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4 Comments

  1. Monika sagt:

    Unfassbar schön..Fast ein bisschen 1001 Nacht …Ein Traum ?

  2. Gina sagt:

    Bagan hat uns auch sehr gut gefallen. Noch ein Tipp: man kann da auch super Pagoden anschauen! ?

    LG aus Phnom Penh
    Gina

    • Christoph sagt:

      Guten Morgen Gina,
      Haha DANKE für den Tipp und den lachflash dazu 🙂
      Wir haben auch gehört, dass man das in Bagan suuuper machen kann 😛
      Viele liebe Grüße aus Hsipaw
      Nira und Christoph

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