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Trekking in den Bergen von Hsipaw
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Ankunft in Mandalay, der zweitgrößten Stadt Myanmar’s am späten Nachmittag. Nach sechs Stunden auf holpriger Piste im Minibus von Bagan, der bis unters Dach beladen war, kamen wir am Fortune Hotel* an. Leicht verschwitzt und müde. Nach einem kurzen Refresh ging es mit unseren Travelbuddies Julia, Lisa und Johannes zu Shan Ma Ma. Leute, das ist ein echter Essens-Tipp, wenn man in Mandalay ist.Das Essen ist überragend gut. Man hat eine Art Buffet, an dem man sich für 2.000 Kyat den Teller füllen kann. Unschlagbar: Der Mais! Das wird sich in den nächsten Jahren, wenn der Tourismus in Myanmar weiter zunimmt, noch zu einem echten Hotspot entwickeln, ganz sicher.


Für Tag Zwei hat sich unsere Reisegruppe zu einem gemütlichen Spaziergang durch Mandalay getroffen. Schön, wenn man sich so einig ist. Es ging hinunter zur Maha Myat Muni Pagode – kurz Mahamuni Pagode – wo es ANGEBLICH eine von nur fünf lebensgroßen Nachbildungen des Buddha zu bestaunen gibt. Die Männer – dieses Ritual ist nur ihnen vorbehalten – bekleben den Buddha hier mit Goldblättchen und das nicht zu knapp. Er hat sprichwörtlich schon ein dickes Fell über die Jahre bekommen.
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Nachdem wir für ein bisschen Reise-Glück alle dreimal die Glocken im Tempel-Vorhof geläutet haben, durften wir eine ganz besondere Begegnung machen. Eine Gruppe von Mönchen hatte ihrerseits unsere Gruppe erspäht und direkt das Gespräch gesucht. Unfassbar, wie schnell die Zeit dann verflogen ist, aber plötzlich war die Sonne untergegangen. Wir haben so viel über das Leben der Mönche erfahren, wie sie meditieren, wie sie leben und ihr Alltag aussieht. Die Mönche gehen alle gemeinsam zum Englisch-Lernen, um sich mit den Touristen in ihrem Land austauschen zu können. Bei einigen von ihnen hätte man vermuten können, dass sie zweisprachig aufgewachsen sind, so gut war ihr Englisch.
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Runter von der Standard-Route

Wo wir jetzt so viel über den Buddhismus erfahren haben, war es für den Folgetag mal wieder an der Zeit, eine Pagode zu sehen. Immerhin hatten wir in den ersten 24 Stunden in Mandalay gerade einmal eine Pagode aufgesucht und lagen damit deutlich unter dem Tagesschnitt von Bagan. Ausgesucht haben wir uns hierfür ein ganz besonderes Ziel: Monywa

Nie gehört? Kein Wunder! Monywa ist – wie wir später feststellen sollten – trotz der Superlative, die es zu bieten hat ein absoluter Geheimtipp. Der Grund könnte einfacher kaum sein: Es ist einfach irre kompliziert und teuer, dort hinzukommen, wenn man nicht gerade als Gruppe unterwegs ist und sich die Taxikosten von insgesamt 60.000 Kyat bequem teilen kann.

Hier auf dem Areal steht mit 133 Metern tatsächlich der höchste Buddha der WELT. Und man hat noch nie davon gehört. Schon etwas kurios. Man kann sogar hineingehen in den Buddha. Stockwerk für Stockwerk sind Zeichnungen der Hölle abgebildet, die teilweise ganz schön heftig ausgefallen sind.

Das ganze Gebiet um Monywa ist wirklich sehenswert. Nicht nur wegen des riesigen Buddhas, der schon aus der Ferne beeindruckend ist. Touristen sucht man hier wirklich vergebens, wie gesagt, es ist auch nicht ganz ohne dorthin zu kommen. Neben den hohen Kosten kommt noch dazu, dass die Taxifahrer in Mandalay den Ort gar nicht zu kennen scheinen. So oft wurden sie danach also noch nicht gefragt. Ein letzter Grund ist sicherlich auch, dass man für die knapp 100km Fahrt in den Norden von Mandalay gepfefferte drei Stunden braucht, einfach!
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Auf dem Rückweg zum Sonnenuntergang an der U Pain Brigde in Mandalay liegt ein weiterer Geheimtipp knapp 10km entfernt von Monywa. Die Thanboddhay Pagode. In dieser Pagode gibt es über 5 Millionen Abbildungen von Buddha. In keiner Pagode der Welt findet man mehr. Wieder ein Rekord. Wieder ein Superlativ. Und, wer hätte es gewusst?

Es gibt also abseits der Standard-Routen durch Myanmar doch noch echte Geheimtipps, für die man sich zwar etwas strecken muss, die aber die Reise definitiv wert sind.
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Alle guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Wir haben den höchsten Buddha der Welt gesehen, wir haben die Pagode mit den meisten Buddha-Abbildungen der Welt gesehen und zu guter Letzt sollte unser Sonnenuntergang an der längsten Teakholz-Brücke der Welt enden. Der U Bein Bridge in Mandalay. Das ist aber absolut kein Geheimtipp mehr. Hier tummeln sich zu dieser Tageszeit gigantische Menschenmassen. Man drängt sich regelrecht über die Brücke und sucht verzweifelt nach einem Spot, an dem man in Ruhe Fotos machen kann. Wenn man dann aber einen Platz gefunden hat, ist es ein wirklich schönes Erlebnis.
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Am Abend stand dann noch ein etwas außergewöhnlicher Termin auf unserem Zettel. Der Besuch im Kino. Der ein oder andere wird jetzt zurecht noch einmal über den vorherigen Satz schweifen. „Habe ich das gerade richtig gelesen? Kino?“

Völlig richtig gelesen! Wir sind ins Kino gegangen. Genauer gesagt in „TT and Donut“, einer Action-Komödie in burmesisch-thai-englisch. Wir haben gehört, dass ein Kino-Besuch in Myanmar ein echtes Erlebnis sein soll. Vor der Vorführung singen alle gemeinsam die Nationalhymne und während dem Streifen wird munter über die Handlung des Films diskutiert. Lautstark.

Trash und Slapstick in Reinform. Man muss es einfach gesehen haben, um sich den Film vorstellen zu können. Unfassbar, wie amüsiert die Burmesen von den schlecht gefilmten und furchtbar dargestellten Kampf- und Verfolgungsszenen waren. Bei uns ist jedenfalls die halbe Gruppe eingeschlafen, so mitreißend war es.

Obdachlos in Mandalay

Tag drei in Mandalay stand für uns im Zeichen zweisamer Gelassenheit. Zu dem Zeitpunkt, als wir aus unserem Hotel ausgecheckt sind, ahnten wir noch nicht, dass wir am selben Abend obdachlos sein sollten. Aber von vorne.

Wir hatten uns für die Weiterreise ein Zugticket von Mandalay nach Hsipaw organisiert. Kostenpunkt: 4.000 Kyat pro Person. Abfahrt 4:30. Ein echter Schnapper, wenn man berücksichtigt, dass die Fahrt nach Hsipaw 12 Stunden dauern wird und durch Berg und Tal führt. Der Zug ist mit durchschnittlich 10km/h gerade so schnell wie ein Eselsgespann, aber es sollte seinen Grund haben, dass er nicht schneller fährt.

Wir verbrachten den halben Tag im Café Nova, einem super-süßen Café unweit des Fortune Hotels entfernt. Da war Gönnen angesagt: Ein Schoko-Frappe, ein frischer Saft, danach eine heiße Waffel mit Schokosauce und zwei Cappuccino. Man gönnt sich ja sonst nichts auf dieser harten Reise (Jammern auf hohem Niveau!).

Je älter der Tag wurde, umso unklarer wurde, wo wir eigentlich die Stunden bis zur Abfahrt unseres Zuges zubringen sollten. Die „nette“ Dame an der Rezeption unseres Hotels hatte bereits angekündigt, dass unser Gepäck spätestens um 21:00 Uhr abgeholt werden muss und ein campieren in der Lobby des Hotels schon gar keine akzeptable Lösung für uns darstellen würde. Am Nachmittag konnten wir das Zeitfenster bei ihrem Kollegen immerhin bis 23:30 verlängern, unter dem Vorwand, dass wir gerne noch ins Kino gehen wollten.


Kurz nach halb zwölf. Wir hatten die Stunden zuvor also wirklich im Kino verbracht. Billiger hätten wir nirgends im Warmen schlafen können. Der Film? Es ging irgendwie um Geschichte, Krieg und Macht. Wir waren aber regelmäßig nur körperlich anwesend.


Dann hieß es raus mit uns in die Nacht. Wohin gehen? Vielleicht zum Bahnhof? Mandalay ist um diese Zeit wie leergefegt. Kein Lokal, keine Bar in dieser Gegend hatte geöffnet. Nichts. Am Bahnhof lagen etliche Menschen dicht gedrängt unter Papier und Decken. Das war kein Platz, um die nächsten Stunden zu verbringen.


Wer wagt, gewinnt

Es hat ein wenig Überwindung gekostet, aber nach einiger Zeit der Rat- und Rastlosigkeit wollten wir versuchen, in den Hotels in der Nähe des Bahnhofs die Lobbies abzuklappern. Und tatsächlich: Gleich beim ersten Hotel, dem Oway Grand Hotel* hatten wir Erfolg. Eine kurze Frage. Eine kurze Antwort. Wir dürfen in der Lobby bleiben, bis unser Zug kommt. Eine tolle Geste!

Die Nacht war gerettet. Einige Stunden später rollte unser Zug im Bahnhof ein. Wir stiegen ein. Hinein, in die Fahrt zum nächsten Abenteuer!

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