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Unsere Unterkunft: NK The Little Inn*- Leckeres Frühstück (Wahl zwischen Pancake oder Ei), tolle Lage, gutes und günstiges Aktivitätenangebot, super hilfsbereites Personal, durften sogar vor dem Check-In ins Zimmer (morgens um 6!)


Essen/Trinken: Pancake Kingdom (!) - Überraaaagende Pancakes, hervorragenden Kaffee, verleitet zum Schlemmen
Der Inle-Lake. Unsere letzte Station auf unserer Rundreise (muss man ja angesichts unserer Route fast wörtlich nehmen) durch Myanmar. Die Fahrt mit dem Nachtbus von Hsipaw zum Inle-Lake war wie erwartet unangenehm, holprig, kurvig und im Verhältnis zur zurückgelegten Strecke wirklich seeehr lange.

Kurz vor unserem Einmarsch durch die Tore der Stadt enterten plötzlich zwei Männer unseren Bus und verkauften die Eintrittstickets für den Inle-Lake. Ok, verkaufen klingt jetzt, als hätte man als Kunde eine Wahl gehabt. So war es nicht. Alle beugten sich dem freiwilligen Zwang und kauften ein Ticket für 10$/13.500 Kyat pro Person.
Der Wechselkurs hat sich irgendwie bei den Einheimischen so eingebrannt und ändert sich auch gefühlt nie, also kleiner Tipp. Immer den Wechselkurs kennen, so lässt sich Geld sparen!


Apropos sparen. Früh um 6:00 Uhr mal die 1,8km vom Bus-Stop zur Unterkunft laufen, statt ein Taxi zu nehmen, ist auch eine Möglichkeit, um die Reisekasse am Leben zu halten. Zum Glück durften wir dort dann gleich in unser Zimmer. Zusammen mit Julia hatten wir uns dort ein Drei-Bettzimmer gebucht, wo wir doch gerade so schön beim Sparen waren.

Schlemmen am Inle-Lake

Unser erster Tag am Inle-Lake begann nach einem kurzen After-Nightbus-Powernap gegen 12 Uhr Mittag. Was macht man am besten an so einem angerissenen Tag? Richtig! Es sich richtig gut gehen lassen. Einige Meter vom Little Inn liegt das kleine, süße Restaurant Paw Paw. Die Besitzerin unterstützt ein Projekt, das Frauen und Mädchen aus benachteiligten Verhältnissen unterstützt. Im Restaurant arbeiten nur Kellnerinnen aus diesem Projekt. Das Essen war wirklich herausragend gut. Schlemmer-Abschnitt zwei war kaum 10 Gehminuten entfernt. Das Königreich des Pancakes. Pancake Kingdom. Und der Name hält, was er verspricht. Wer gerade zwei Wochen durch Myanmar gereist ist, viiiel Reis und Nudeln gegessen hat und von einem anstrengenden Trek durch das Hochland zum Inle-Lake kommt, der kann nachvollziehen, welche Gefühlsexplosionen die Pancakes hier auslösen. Wirklich abgefahren gut!


Für unser Gewissen ging es zum dritten und letzten Schlemmer-Stop des Tages mit dem Fahrrad. Nach einer schönen Fahrt durch Felder und einen Bambuswald hindurch und einer kurzen Bergetappe á la Alpe-d’Huez erreichten wir auch das letzte Tagesziel. Das Red Mountain Estate Vineyards and Winery. Ein Weingut also. In Myanmar.

Habt ihr nicht gewusst, dass die edelsten Tropfen der Welt aus Myanmar kommen? Bildungslücke?

Spaß beiseite. Von hier oben hat man schlichtweg einen herrlichen Ausblick auf den Inle-Lake im Glanz der untergehenden Sonne. Der Wein? Ja, der war auch da. Mehr aber auch nicht. Ach doch, jeeede Menge Menschen, die an diesem Abend scheinbar auch nichts Besseres zu tun hatten. Wie wir eben!
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Ahoi Matrose

Für den zweiten Tag am Inle-Lake haben wir uns etwas ganz Ausgefallenes ausgedacht. Eine Bootsfahrt über den See. Die Fahrt haben wir direkt im The Little Inn organisiert. Bei 6.500 Kyat pro Person für eine 7-8stündige Bootsfahrt traut man sich ja schon kaum noch zu verhandeln. Sonst bekommt man am Ende ja noch Geld, um die Fahrt zu machen. Um 8:30 holte uns unser Kapitän für den heutigen Tag ab und brachte uns zu seinem Kahn. Ein Dreisitzer. Sein Papa ist dann auch direkt noch mitgefahren. Wohl, weil der Sohn kaum Englisch konnte. Dann wurde auch schnell klar, wie ausgefallen unsere Bootsfahrt auf dem Inle-Lake tatsächlich war, als eine kaum zählbare Menge an Booten kreuz und quer über den See schoss. Besonders schön waren die Schirmchen-Boote, wenn sich eine asiatische Reisegruppe mit kunterbunten Schirmen vor der intensiven Sonne auf dem See zu schützen versuchte. Herrlich!


Die Fahrt über den See ist wirklich nicht zu unterschätzen. Der Inle-Lake ist der zweitgrößte See des Landes. Das wird hier zum Vorteil bei den vielen Booten, denn die verlaufen sich in alle Himmelsrichtungen und so hat man nicht das Gefühl, in einer Schiffsflotte unterwegs zu sein.

Stellenweise ist der See nicht einmal einen Meter tief, dafür zieht er sich ordentlich in die Länge. Bevor wir einige Fischerdörfer ansteuerten, plotterten wir an ihren arbeitenden Bewohnern auf dem See vorbei. Ein Wunder, dass die Fischer bei dem Verkehr auf dem See noch Fische fangen können.

Ringsherum bestellen die Menschen hier tatsächlich AUF dem Wasser ihre Felder. Gemüse, Früchte und Blumen. Auf einer Mischung aus Erde und Sumpf entstehen richtige Felder. Zusammengehalten werden diese von langen Bambusstäben im Wasser.
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In den Dörfern stoppten wir dann immer wieder an Handwerksläden. Lotuskleidung und Textil, Eisenwaren, Holz, Schmuck wie Gold und Silber, Tabakwaren... Mit unserem Boot würden die Händler aber an diesem Tag keinen guten Fang machen. Wir hatten den großen Geldbeutel zu Hause gelassen und so wurden die Besuche der Produktionsstätten für die Händler eher weniger produktiv.
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Wann haben wir eigentlich die letzte Pagode gesehen? Das ist doch schon wieder eine gefühlte Ewigkeit her! Kein Grund zur Sorge, denn unser nächstes Ziel entlang de Seeufers hatte Pagoden für die nächsten 15 Jahre für uns im Angebot. Der Inn Dein Pagoda Komplex, nicht ganz grundlos auch „A Thousand Pagodas“ genannt. Hier erstrecken sich an einem Hügel (und natürlich entlang einer kilometerlangen Touri-Meile) über 1.000 Pagoden, die teilweise stark zerfallen sind und bis zum 12. Jahrhundert zurückreichen. Der Komplex kann über einen Nebenarm zum Inle-Lake erreicht werden und gehört NICHT zu den Standard-Routen, wenn man eine Bootsfahrt macht. Das dürfte wohl der Grund sein, warum kein übermäßiges Aufkommen an Menschen den Pagoden-Wald gestürmt hat, als wir dort waren.
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Wir hatten uns bis zum Rückweg schon gewundert, wo eigentlich die Fischer mit den großen Körben abgeblieben sind, die man immer wieder auf Fotos von Myanmar sieht. Aber dann sahen wir sie. Die Art und Weise, wie die Männer mit den Körben Fische fangen ist wirklich sehr interessant und eindrucksvoll. Einbeinig rudern die Fischer mit dem Boot über den See, um beide Hände zum Fangen der Fische verwenden zu können.

Neben den echten Fischern gibt es dann noch die Artisten auf dem See, die munter auf ihren Booten herumturnen und posieren. Das sind auch jene „Fischer“, die zu den typischen Fotomotiven auf dem Inle-Lake gehören und zum Sonnenuntergang in ihr Kostüm schlüpfen.
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Es war insgesamt ein sehr schöner Tag auf dem See. Trotzdem wollen wir an dieser Stelle auch einmal das erhebliche Plastik-Problem am Inle-Lake zur Sprache bringen. Plastik hat im Leben dieser Menschen nie dazugehört. Es ist in ihr Leben gekommen und genauso gehen sie damit auch um. Es wird teilweise einfach aus dem Fenster oder dem Boot geschmissen. Gerade in den Fischerdörfern ist es extrem dreckig und voller Müll Irgendwie auch nachvollziehbar, denn wohin sollen die Menschen das Plastik bringen?

Wir werden dadurch jetzt nicht die Welt verbessern, aber wir haben bisher konsequent darauf verzichtet, uns bei Einkäufen beispielsweise Plastiktüten geben zu lassen. Die werden hier spendabler verteilt, als Reis oder Wasser. Hier wird alles in Plastik eingepackt. Wenn man selbst ein bisschen darauf achtet, trägt man immerhin nicht dazu bei, dass dieses Problem hier stärker wird.


Abschied vom Inle-Lake

Es war nach zwei Tagen wieder so weit. Tag der Abreise. Nicht etwa, weil es uns nicht gefallen hat am Inle-Lake. Die Möglichkeiten sind hier einfach begrenzt, was Aktivitäten betrifft und um einfach nur zu relaxen, ist es für den kleinen Backpacker-Geldbeutel teurer, als anderswo in Myanmar. Die Tage am Inle-Lake haben sich schon spürbar auf unser Myanmar-Budget ausgewirkt.

Wenn wir uns schon gönnen hier am Inle-Lake, dann doch bitte richtig. Wir haben einen super Tipp für eine Massage bekommen. Bei Lily Massage und Cooking Class. Hier kostet die Massage 6.000 Kyat pro Person und damit halb so viel, als anderswo am Inle-Lake. Wir wollten aber natürlich auch nicht abreisen, ohne noch einmal im Pancake Kingdom eingekehrt zu sein. Nach tagelangem Rätselraten und Überlegungen zum nächsten Reiseziel reifte auch hier die endgültige Entscheidung heran: Wir reisen nach Bangkok, nach Thailand. Dorthin, wo 2012 unsere Reisen begonnen haben. Wir haben Lust auf Urlaub. Auf Meer und Strand. Der Flug nach Thailand war dann einfach der günstigste, den wir finden konnten.

Das war aber nicht alles. Eine weitere Entscheidung wurde getroffen. Der endgültige Tag, an dem wir nach Neuseeland fliegen werden! Von Kuala Lumpur aus. Ein hervorragendes Szenario für uns, um die Zeit zwischen Bangkok und Kuala Lumpur mit reichlich Freizeit zu füllen. Und ganz nebenbei: Mit Bangkok habe besonders ich noch eine große Rechnung offen. Unser Tag in Bangkok 2012 war mir in GAR keiner guten Erinnerung geblieben. Würde das jetzt anders sein?

Alles noch Zukunftsmusik. Vorher ging es mit dem Nachtbus zurück nach Yangon. Wieder 13h fahren. Und auch hier hatten wir beim ersten Mal keinen guten Start. Diesmal besonders bei Nira. Jeder hat doch eine zweite Chance verdient. Erst Yangon, dann Bangkok! Also Los!

4 Comments

  1. Wieder sehr schön zu lesen, informativ mit einem Augenzwinkern, aber auch nachdenklich…..immer tolle Bilder ?……freue mich schon auf die nächsten Zeilen ☺……Übrigens, viel Erfolg bei der zweiten Chance in Bangkok ?

  2. Danke für die vielen großartig geschriebenen und wahnsinnig ausführlichen Blogartikel! Hänge hier seit Stunden in Bangkok am Handy und schreibe mir eure ganzen Myanmar-Tipps ab. Euer Blog macht richtig Spaß 🙂

    • Christoph sagt:

      Boah wie cool, vielen Dank. Wir haben uns noch ganz viele weitere „Insider“ aufgeschrieben und wollen dazu bald eine neue Kategorie eröffnen. Vielleicht hast du davon dann auch noch etwas 🙂
      Viel Spaß in Myanmar 😇
      Nira & Christoph

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