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Das große „Gönn Dir“ am Inle-Lake
10. Februar 2017
Weltreise_Backpacking_Thailand_Bangkok
Bangkok 2.0 – Wieder eine Katastrophe?
18. Februar 2017
Unsere Unterkunft: Bond Hotel*- Ganz neues Hotel, super Preis auf Agoda, inkl. umfangreichem Frühstücksbuffet, tolles Personal. Unser Zimmer war im obersten (achten) Stockwerk, große Fenster mit Aussicht


Unser Tipp: Essen im Chinatown um die Ecke: Frisches Buffet für BBQ, Seafood, gute Preise, gute Atmosphäre
Die Busfahrt vom Inle-Lake nach Yangon war wirklich – Achtung, keine Ironie – super komfortabel. Die Investition in den VIP-Nachtbus, der knapp 3.500 Kyat teurer war, als der Standardbus, hat sich richtig gelohnt. Wenn sie gegangen wäre, hätten wir sogar eine Steckdose am Sitz gehabt. Auch so war der Komfort der Sitze zum Schlafen vielfach besser, als der in unseren bisherigen Bussen in Myanmar.


In Yangon hatten wir ja noch eine offene Rechnung. Mission „Second Chance“ sozusagen. Nach unserer Landung in Yangon hatten wir die ehemalige Hauptstadt Myanmar’s als absolute Katastrophe wahrgenommen. Wer sich nicht erinnern kann, schaut gerne mal hier vorbei!


Um es Yangon so einfach wie möglich zu machen, haben wir uns diesmal direkt in Downtown ein Hotel genommen. Das war tatsächlich ein echter Glücksgriff. Der Grundstein für einen positiven Abschluss war also schon einmal gelegt. Drei Tage und zwei Nächte hatte Yangon jetzt Zeit, uns vom Gegenteil unserer bisherigen Erfahrungen zu überzeugen.

Nach unserer Ankunft haben wir direkt unsere Gegend erkundet und siehe da. Der zweite, erste Eindruck war gar nicht schlecht. Unser Hotel lag nur einige Straßen entfernt von Chinatown und der Stadtteil war insgesamt sehr belebt, mit einer Mall und einigen kleinen Cafés. Am Abend waren wir an einem der vielen, frischen BBQ-Buffets in den Straßen Chinatowns. Tolles Essen zu einem guten Preis. Sehr empfehlenswert!


Sule-Pagode und Independence-Monument

Bei unserem ersten Besuch in Yangon haben wir unser Sightseeing-Programm wirklich knappgehalten. Das liegt einerseits daran, dass Yangon jetzt kein Füllhorn an Sehenswürdigkeiten ist und andererseits an der Tatsache, dass wir nach unserem ersten Tag in Yangon gedanklich mit der Stadt abgeschlossen hatten.

Es ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr: Wenn in Myanmar auf irgendetwas „Sehenswürdigkeit“ draufsteht, ist zu 95% eine Pagode drin. Wenn die Sule-Pagode schon nur zwei Kilometer von unserer Unterkunft entfernt ist, kann man ja auch mal hinlaufen. Außerdem liegt der schöne, grüne Maha Bandula Park mit dem Independence-Monument direkt um die Ecke. Reingegangen sind wir in die Sule-Pagode dann aber wirklich nicht mehr (Eintrit: 3$). Wir haben in den letzten Wochen sicherlich mehr Pagoden von innen gesehen, als eigene Unterkünfte.
Weltreise_Backpacking_Myanmar_Fazit
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Diese Gegend bis hinunter zum Fluss hat auch aufgrund einiger kolonialer Bauten mehr Charme, als die restliche Stadt. Die Parks sind sauber und aufgeräumt.

Wir haben uns den restlichen Tag über ein wenig durch den Alltag in Yangon treiben lassen. Kaffee trinken, an Straßenständen essen und durch die Straßen und Märkte schlendern. Insgesamt fällt unser Fazit zu Yangon nun etwas besser aus, aber nicht so gut, dass wir es noch einmal besuchen müssten.

Unser Myanmar-Fazit

Diese Gegend bis hinunter zum Fluss hat auch aufgrund einiger kolonialer Bauten mehr Charme, als die restliche Stadt. Die Parks sind sauber und aufgeräumt.

Wir haben uns den restlichen Tag über ein wenig durch den Alltag in Yangon treiben lassen. Kaffee trinken, an Straßenständen essen und durch die Straßen und Märkte schlendern. Insgesamt fällt unser Fazit zu Yangon nun etwas besser aus, aber nicht so gut, dass wir es noch einmal besuchen müssten.
21 Tage haben wir in Myanmar verbracht. Selten haben wir uns bei einem Resumee über ein Reiseziel so schwergetan, wie bei Myanmar. Woran liegt das? Einerseits hat Myanmar historisch-kulturell jede Menge zu bieten. Der Fokus liegt natürlich auf religiösen Sehenswürdigkeiten, wie etwa den wunderschönen Pagoden in Bagan, die bei Sonnenaufgang ein wunderschön, friedlich-harmonisches Bild mit den Heißfluftballons von Bagan schaffen.

Es gibt aber auch landschaftlich vieles zu erleben in Myanmar. Der Trek durch das Hochland Hsipaws im Norden des Landes und der Inle-Lake bleiben uns wirklich in sehr guter Erinnerung.

Einen ganz großen Pluspunkt sammelt Myanmar mit seinen Menschen. Südostasien haben wir ja schon immer als im höchsten Maße gastfreundlich, aufgeschlossen und höflich erlebt. Hier macht auch Myanmar keine Ausnahme. Es macht den Menschen spürbar Freude, mit anderen Völkern und Kulturen in Kontakt zu treten. Dass viele kein Wort Englisch sprechen, stellt hier keine Hürde dar.
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Für Reisende nicht unerheblich ist sicherlich auf der Faktor Kosten. Man soll ja mit Superlativen haushalten, aber wir waren sicherlich noch nie so günstig reisen, wie hierzulande. Eine ausführliche Kostenaufstellung werden wir auch hier noch machen. Grob haben wir uns mit 17-20€ pro Person pro Tag in Myanmar bewegt.
Es gibt aber auch die andere Seite in Myanmar, die weniger hell und einladend daherkommt. Wer schon in Asien reisen war, kennt die Müll-Problematik dieser Länder. Wer in Asien reisen war und dann in Myanmar reisen ist, stellt fest. Hier ist es noch schlimmer. Besonders in Yangon aber auch in Mandalay ist es unfassbar dreckig. Der viele Müll erzeugt einen beißenden Gestank, der sich durch alle Gassen zieht. Müllberge stapeln sich an Straßenrändern, in Abwasserkanälen und Wasserläufen. Kinder spielen auf Müll. Und es stinkt. Es stinkt wirklich ganz heftig.

Zur Einordnung sollten wir aber gestehen, dass wir in Namibia kurz zuvor das komplette Gegenteil erleben durften. Sauberkeit, Ruhe, Natur pur, grenzenlose Weite, artenreiche Tierwelt. Wer aus diesem Umfeld nach Yangon kommt, der hat es einfach noch schwerer, sich zu akklimatisieren.
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Das einzig Gute ist, dass zumindest der Gestank nachlässt, wenn man die Städte verlässt. Es gibt aber noch ein größeres Problem, das sich über städtische Grenzen hinaus erstreckt. Die politische Lage in Myanmar und damit verbundene Menschenrechtsverletzungen hier im Land sind ein Problem, von dem man in der westlichen Hemisphäre nur selten hört. In Myanmar herrschen Kämpfe. Kämpfe um Opium an der chinesischen Grenze. Kämpfe um Unabhängigkeit im Norden. Kämpfe um Glaubensfreiheit von muslimischen Minderheiten.

Hier sterben Menschen. Regelmäßig. Auf grausame Weise werden Dörfer zerstört und ihre Bewohner umgebracht. Einige Gebiete in Myanmar sind so gefährlich, dass es strengstens verboten ist, sich diesen auch nur zu nähern. Bei unserem Trek in Hsipaw sahen wir ständig bewaffnete Militärs und kreuzten verbotene Wege. Kein Gefühl, dass man auf Reisen gerne haben möchte.


Von vielen Problemen und besonders vom Ausmaß dieser Probleme haben wir erst vor Ort erfahren. Man stellt sich zu Recht die Frage, ob es richtig ist, ein solches Land zu bereisen. Es gar finanziell zu unterstützen, indem man es bereist. Eine moralische Frage, auf die es keine richtige Antwort gibt, denn die Menschen in Myanmar haben sichtbar Hoffnung, dass ihr Land in Zukunft durch die nun gewählte „Demokratie“ in bessere Zeiten blicken kann.


Wir wissen nicht, ob wir nach Myanmar gereist wären, wenn uns alle diese Probleme bewusst gewesen wären. Wir haben uns ja immerhin auch aufgrund der politischen Veränderung im Land gegen die Philippinen entschieden. Wer weiß also, wie wir uns im Fall Myanmar’s entschieden hätten, wenn wir das Ausmaß gekannt hätten.


Es sollte aber wirklich nicht zu kurz kommen, dass wir die Reise durch dieses Land genossen haben und eine tolle Zeit dort hatten. Auch im Nachhinein sind wir wirklich froh, dieses Land bereist zu haben. Wir haben uns nie unsicher gefühlt. Nie.

Die Sicherheit der Touristen ist das höchste Gut für die Einheimischen. Das haben wir mehrfach gespürt. In Hsipaw musste unser Guide einen Vertrag unterzeichnen, dass er für die Sicherheit unserer Trekking-Gruppe verantwortlich ist und uns nicht in unsicheres Gebiet führt. Wir haben wirklich gemerkt, dass die Menschen viel auf den Tourismus setzen. Natürlich auch, um endlich in ein neues Zeitalter starten zu können. Aufschwung, Freiheit, Frieden...!


Natürlich sind die Einschränkungen der Reisemöglichkeiten ein Hindernis, das Land gänzlich kennenzulernen. Es gibt die Standardroute Yangon-Bagan-Mandalay-Inle, die in unterschiedlichen Variationen abgeklappert wird. Nur selten wagen Reisende den Schritt, diese Route zu verlassen. Möglicherweise aus Angst und Unsicherheit, aber auch weil die Infrastruktur für den Tourismus abseits dieser Route noch wirklich rückständig ist. Man muss schon wirklich wollen, wenn man etwas Anderes sehen will. Dennoch, Myanmar und seine Menschen waren eine tolle Erfahrung für uns!
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