Weltreise_Backpacking_Neuseeland_MtSunday
Schock am Lake Clearwater – Auto Schrott?
27. Februar 2017
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Mt_Cook
0, 26, 2200 und 3724 – Nira’s Geburtstag am Mount Cook (Aoraki) in Zahlen
4. März 2017
Erste Autopanne auf dem Roadtrip erfolgreich überstehen! An Den Punkt konnten wir ja schon früher einen Haken machen, als wir gedacht hätten. Zum Glück ging die Reparatur glimpflich ab, die Kosten waren sogar 100$ niedriger als der Kostenvoranschlag. Da war auch noch eine neue Tankfüllung drin. So konnte es endlich weitergehen.


Über Timaru zum Lake Tekapo

Mit neuem Radiator unter der Motorhaube ging es weiter nach Timaru, einer kleinen Stadt an der Küste. Es war mal wieder Zeit, den Lebensmittelvorrat aufzustocken und der Einkauf bei Pak’n’Save war schon beim ersten Mal ein Erlebnis. Der Laden ist wie ein Ikea für Lebensmittel. Hohe Regale, gigantische Auswahl. Von Frisch bis Konserve für jeden was dabei.


Wir hatten im Vorfeld – während wir auf unser Auto warten mussten – von einem Campingplatz gelesen, den wir auf dem Weg zum Lake Tekapo als Zwischenstation nutzen wollten: Das Waitohi Bush Reserve. Das Besondere an dem Platz ist seine Abgeschiedenheit in der Natur. Kein See, keine Berge, aber dafür ein „Bush“, wie er für die Region Canterbury früher typisch war. Und wenn wir von Bush reden, dann ist das keine Hecke oder ein Stückchen Wald, sondern Bush, wie er dichter, dunkler und verwucherter wohl nur im Amazonasgebiet vorkommt.

Hätte man das in Neuseeland erwarten können? Also wir haben es nicht erwartet, am wenigsten Christoph, der sich mit Birkenstock-Sandalen und kurzer Hose ausgerüstet durch den Bush (!) schlagen musste.

Der Platz liegt einige Kilometer von der Hauptstraße entfernt, daher haben auch nur wenige andere Camper den Weg hierher gefunden und es war wirklich total ruhig und friedlich dort.

Er wiegt zwei Tonnen und sein Name ist...

Hier hat übrigens auch die Taufe stattgefunden. Wir wollten ja die ersten Kilometer abwarten, bis wir uns mit dem Namen sicher waren (wie sich gezeigt hat, zu Recht!). Jetzt haben wir unseren roten Flitzer aber endlich getauft.

SAMWEIß.

Am Ende haben wir Stöckchen gezogen. Christoph hat gewonnen. Samweiß hat sich gegen Fritzchen durchgesetzt (jetzt ist sie aber glücklich, dass sie ihn trotzdem Sammy nennen darf). Hoffentlich bringt uns unser Sam auch wohlbehütet nach Auckland, wie Sam in „Herr der Ringe“ Frodo zum Schicksalsberg gebracht hat.

Lake Tekapo – ein blauer Touri-Hotspot

Das Schöne an Neuseeland – und da liegt auch ein spürbarer Unterschied zu Namibia beispielsweise – sind die Distanzen. Hier in Neuseeland fahren wir, wenn wir nicht gerade verzweifelt eine Werkstatt suchen, im Schnitt etwa 100 Kilometer pro Tag. Wir verbringen also wenig Zeit im Auto. Ok, das stimmt nicht. Wir schlafen ja im Auto. Aber weiter im Text!

Auch Lake Tekapo war wieder nur einen Katzensprung entfernt. Wahnsinn, wie wunderschön alleine dieser kurze Weg dorthin schon war.

Der Arthur’s Pass zum Lake Tekapo ist nicht ohne Grund als „Scenic Road“ ausgezeichnet. Wenn die Kiwis in ihrer wunderschönen Landschaft einen besonderen Streckenabschnitt noch als „scenic“ auszeichnen, dann MUSS es da herausragend sein!


Unser erster Stop am Lake Tekapo war die „Church of the Good Shepard“. Wir verbrachten dort handgestoppte 5,5 Sekunden. Warum? Gerade, als wir auf den Parkplatz eingebogen waren, erreichten gleich drei Reisebusse eben jenen. Wie die Ameisen stürzten sich plötzlich etliche asiatische Reisefreunde auf die Kirche wie auf eine verwundete Heuschrecke. Blödes Timing, aber dann kommen wir eben später noch einmal wieder.


Stattdessen sind wir zum Lookout gefahren. Der liegt etwa 50 Meter entfernt vom See und schätzungsweise 3-5m über der Wasseroberfläche. Kaum zu glauben, aber der Lookout hat seinem Namen als Aussichtspunkt trotzdem alle Ehre gemacht.

Das Wetter war wirklich herausragend gut. Auch das ist eine Erkenntnis in Neuseeland. Während es früh am Morgen noch eiskalt und neblig ist, kann es gegen Mittag problemlos warm, wolkenlos und wunderschön werden. Wenn das mal keine handfesten drei Gründe sind, die Strände des Lake Tekapo auszutesten.
Großen Zeh ins Wasser gehalten. KEINE CHANCE. „Da bringen uns keine zehn Pferde ins Wasser!!“ Da macht es auch keinen Unterschied, ob man seit 2 oder 3 Tagen nicht mehr ausgiebig geduscht hat. Ab einer bestimmten Wassertemperatur gehen die Schutzschilde des Körpers einfach hoch.
Wer gerne den ultimativen Blick über den See haben möchte, der kann für 8$ auf das Mount John Observatory. Wir haben uns für den weniger ultimativen, aber dafür kostenlosen Peninsula Walkway im Norden der Insel entschieden. Keine acht Kilometer vom Örtchen Lake Tekapo entfernt. Der Spaziergang dauert etwa eine Stunde und man soll eine wunderschöne Aussicht auf den See haben. Warum wir das nicht wissen? Nach wenigen Metern haben wir uns gegen den Spaziergang in der mittlerweile prallen Sonne entschieden, sind ins Auto eingestiegen und wieder an den See gefahren. Relaxen war angesagt!

Es dauerte einige Zeit, aber dann haben wir uns wirklich getraut. Wir schwammen im Lake Tekapo. Wobei, schwimmen ist vielleicht etwas zu viel gesagt. Nach fünf Armzügen hatte man das Gefühl, man würde in einer Gefriertruhe nach Bodenschätzen suchen. Aussichtslosigkeit bei ultimativer Kälte. Gut getan hat es aber trotzdem und frisch waren wir auch wieder!

Church oft he Good Sheppard

Später am Nachmittag dann unser zweiter Versuch an der alten Steinkirche des guten Hirten. Diesmal hatten wir Glück. Zumindest für einige Minuten. Die Kirche direkt am See ist wirklich ein Hingucker. Der Altar in der Kirche steht vor einem riesigen Panorama-Fenster, welches die ganze Schönheit des Sees offenbart. Die Kirche wurde 1935 erbaut und das Besondere an ihr ist, dass die Steine, die zum Bau verwendet wurde, aus dem Umkreis von fünf Kilometern stammen und in ihrer Natürlichkeit erhalten sind. In der Kirche werden heute noch regelmäßig Freitag und Sonntag Gottesdienste abgehalten.

Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Lake_Tepako

Lake Pukaki am Fuße des Mt. Cook

Ja, wir merken es auch. So langsam wiederholen wir uns mit dem „bisher schönsten Campingplatz in Neuseeland!“. Das Freecamp am Lake Pukaki noch zu überbieten, scheint aber absolut unvorstellbar. Der See ist türkis, riesig groß. In der Ferne überstrahlt der Mt. Cook (auch Aoraki), der höchste Berg Neuseelands die gesamte Szenerie.

Die Temperatur des Sees ist nicht ganz so niedrig, wie die des Lake Tekapo. Wir haben es getestet. Der Campingplatz liegt an einer steil abfallenden Klippe, an der immer wieder Teile in den See brechen.
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Lake_Pukaki
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Lake_Pukaki
Wenn hier am Abend die Sonne untergeht, färbt ich der Himmel über dem Mt. Cook in seine schönsten Rottöne. Die volle Fotokulisse!

Schade, dass wir nicht einfangen konnten, wie viele Sterne an nachts über unseren Köpfen hingen. Zusammen mit den kleinen Lichtern, dem hellen, den finsteren Bergen und dem Rauschen des Wassers entstand eine herrlich, friedliche Atmosphäre am Lake Pukaki.

0, 26, 2200, 3724

Mathematik, Mathematik. Keine Sorge, keine Mathematik, sondern nur der Vorgeschmack auf unseren nächsten Artikel. Was es mit den Zahlen auf sich hat und wie wir Nira’s Geburtstag verbracht haben, berichten wir im nächsten Artikel. Stay tuned!

4 Comments

  1. Christian sagt:

    …nur das ihr Bescheid wisst: Ich hab das hier gelesen!!!

    Und mich teils beömmelt, was hier in Westfalen in etwa soviel wie „ich hab mich fast kaputt gelacht“ bedeutet 🙂
    Toller Text wieder, tolle Bilder sowieso… Die Kirche schaut echt wunderschön aus, und dann die ganze Natur, der See, die leuchtenden Berge…

    Und ich will ja keinem zu nahe treten, aber ich bin froh, dass Fritzchen nicht zum Zug gekommen ist… Über Fritzchen macht man nur Witze, schlechte Witze… Bei der nächsten Panne hättet ihr es eingesehen, dass Fritzchen dem Auto nicht gut tut… Sammy klingt gediegen und verlässlich… So soll’s Auto dann auch bitte jetzt bleiben 🙂

    • Christoph sagt:

      Also Christian, du bist wirklich der volle Brüller, was bei uns in Franken so viel heißt, wie „du bist zum Schreien witzig“?
      Es macht wirklich großen Spaß, deine Kommentare immer zu lesen. Vielen Dank dafür!
      Deinen Wunsch haben wir direkt an Samweiß weitergegeben ???
      Grüße
      Nira & Christoph

  2. Monika Lung sagt:

    ….also ich bin echt sprachlos..Du entwickelst dich zum absoluten Unterhalter..
    Oder war das schon immer so? und es ist mir nur nicht aufgefallen..
    vielleicht muss man dazu auch raus in die Welt..Dann habt ihr ja wieder alles richtig gemacht ihr zwei tollen Menschen ❤
    Jede Geschichte erlebe ich(fast hautnah) mit , teilweise gerührt, teilweise zum totlachen ..Du in der Gefriertruhe nach Bodenschätzen suchend.. ?
    Aber jetzt muss ich auch noch neugierig nachfragen wie es zu dem .. WEIß hinter dem SAM gekommen ist..
    Oder hab ich was überlesen?
    Die Bilder sind unfassbar genial und wunderschön..?
    Die Geschichten sind so lebendig und wunderschön!
    Ich freue mich schon auf mehr…

    Lasst euch nix entgehen und toi..Toi toi mit SAMWEIß ❤❤

    • Christoph sagt:

      Huhu 🙂
      Also Samweiß entstammt den Herr der Ringe Filmen 🙂 er ist sozusagen ein treuer Begleiter ? und das erhoffen wir uns jetzt quasi auch ??
      Danke für die tollen Worte und schön, wenn die Beiträge solche Emotionen wecken 🙂
      Grüße
      Nira & Christoph

Schreibe uns gerne einen Kommentar zu diesem Beitrag