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So langsam aber sicher merken wir, dass wir der Antarktis immer näherkommen. Ob man es glauben will oder nicht, aber es sind nur noch schlappe 2.700 Kilometer zu den eisigen Küsten im Süden unseres Planeten.

Das Wetter ist ein spürbar anderes, als noch oben in Christchurch. Es wird kaum über 15 Grad warm, es regnet aktuell fast täglich und nachts wird es eisig kalt.

Das Schöne ist: Neuseeland ist auch beim ekligsten Regenwetter wundervoll schön!


Die Baldwin Street in Dunedin

Zu den Superlativen unserer Weltreise hat sich an diesem Tag in Dunedin ein weiterer dazugesellt. Wir waren in der steilsten Straße der Welt. Es gibt wirklich kuriose Rekorde auf unserer Welt und die Baldwin Street gehört hier definitiv dazu. Was muss man sich als Stadtplaner denn dabei denken, eine Straße mit einer Steigung von 35% (!!) in einer Stadt zu platzieren?

Wie es sich für richtige Touristen gehört, sind wir natürlich einmal hochmarschiert. Noch witziger als die Tatsache an sich sind aber die vielen asiatischen Mitmenschen, die sich in den komischsten Posen über die Straße rollen. Einfach genial!

Es ist ein irrwitziges Gefühl eine Straße entlang zu laufen und das Gefühl zu haben, man würde beim nächsten, stärkeren Windstoß rückwärts umfallen und die Straße hinabrollen.


Die Southern Scenic Road

In Dunedin selbst haben wir nur wenig Zeit verbracht. Vielleicht lag es am Wetter, aber uns fehlte an diesem Tag etwas der Antrieb für eine City-Sightseeingtour. Vielleicht lag es aber auch an der Vorfreude auf die Southern Scenic Road, die hier in Dunedin beginnt, sich an der Küste in den Süden entlangschlängelt und bis nach Queenstown führt.

Die Route steckt voller landschaftlicher Leckerbissen und gilt als eine der schönsten Landschaftsrouten der Welt.


Tunnel Beach Walk

Unseren ersten Stop auf der Route legten wir am Tunnel Beach ein. Vielsagender Name oder? Wenn du hörst, was wir uns darunter vorgestellt haben, wirst du denken, wir haben zu viel Fernsehen geschaut. Wenn man mich vorher mit dem Namen konfrontiert hätte, ich hätte einen Tunnel erwartet, der durch die Brandung des Meeres führt.

Ganz so futuristisch war es dann doch nicht. Es war sogar überhaupt nicht futuristisch, sondern einfach natürlich und naheliegend.

Vom Parkplatz des Tunnel Beach Walks führt ein Weg zwei Kilometer hinab an die Küste. Schon beim Hinablaufen haben wir Wadenkrämpfe bei der Vorstellung bekommen, den steilen Weg auch wieder hochlaufen zu müssen.

Wer jetzt denkt: Ach klar, Tunnel Beach, weil da so ein Tunnel in dem Felsen ist, der täuscht sich. Es ist noch viel simpler. Unten angekommen merkt man förmlich die Wucht der Brandung, die hier auf die Küsten einschlägt. Die Kraft des Wassers kann so gewaltig sein. Hier wird es einem wieder einmal bewusst.

Und da ist er dann. Einfacher könnte es wirklich nicht sein. Der Tunnel. Ein einfacher Tunnel mit etwa 30 Stufen, der durch den Felsen hinabführt. Geradewegs auf die Küste, wo eine der heftigsten Brandungen auf Land schlägt, die wir bisher erlebt haben. Am besten kommt man – wie wir zufällig – hierher, wenn gerade Ebbe ist. Sonst brauch man wohl gar nicht hinunterlaufen, es wäre vermutlich viel zu gefährlich.

So aber liefen wir an diesem eindrucksvollen Strand umgeben von riesigen Klippen bis ans Wasser heran. Den Wänden um uns herum kann man förmlich ansehen, welche Gewalt das Meer hier täglich walten lässt.

Der namensgebende Tunnel hier ist absolut banal, das Erlebnis und die Aussicht sind aber wahnsinnig beeindruckend. Nach dem Rückweg und einigen Minuten im Sauerstoffzelt brachte uns Samweiß weiter Richtung Süden.


Bevor es aber landschaftlich weiterging, sind wir mal so richtig baden gegangen. Das darf man auch ruhig wörtlich nehmen. Auf unserem Weg lag zufälligerweise ein kleines Dorf-Schwimmbad. Eintritt 4$ pro Person und man darf den Spa-Bereich bestehend aus einem Whirlpool benutzen. Heiße Dusche und Badespaß in Einem. Der Pool hatte herzerwärmende 39 Grad. Genau das Richtige bei den aktuellen Regentagen hier in Neuseeland, um wieder Gefühl in den Zehen zu bekommen.

Nach gut 1,5h war dann aber auch wieder genug relaxt. Wir hatten heute noch etwas auf dem Zettel, das wir unbedingt sehen wollten.


Staunen am Nugget Point

Unser nächstes Ziel war der Nugget Point.

Der Nugget Point markiert das nördliche Ende der sog. „Catlins“. Die „Catlins“ sind ein Küstenabschnitt in Neuseeland, der kaum von Menschen besiedelt ist. Ein naheliegender Grund könnte sein, dass die Klippen hier extrem zerklüftet sind, die Brandung stark und das Wetter äußerst rau.

Alle drei Punkte und vor allem die letzte Eigenschaft können wir heute absolut bestätigen. Wir hatten das Glück, dass zu all den molligen Charakterzügen der Catlins am Nugget-Point noch ein freundlicher Platzregen für echte Urlaubsstimmung sorgte.


Wer sich den widrigen Umständen aber zu widersetzen versucht, der wird mit einem einmaligen Ausblick auf den Leuchtturm am Nugget Point, die zerklüfteten Klippen der Catlins und vor allem die „Nuggets“ auf dem Meer belohnt.

Hier am Nugget Point lebt übrigens eine große Kolonie des Neuseeländischen Seebären. Wer sie nicht sehen kann, der wird sie auf jeden Fall hören. Sie klingen wirklich wie Bären. Wir haben einige von Ihnen sehen können, aufgrund der Entfernung war es aber kaum möglich, sie auf Bildern von den Felsen an der Küste zu unterscheiden. Wer sie einmal sehen möchte, muss also selbst herkommen.


Ein echtes Highlight war auch der Campingplatz, an dem wir die Nacht verbracht haben. Wer an entlegene Orte kommen möchte, muss auch mal eine Straße in Kauf nehmen, welche die Bezeichnung „Straße“ kaum noch verdient hat. Die Purakaunui Bay Campsite ist etwa 10 Kilometer von der Hauptstraße entfernt und liegt in einer unfassbar schönen Bucht, direkt am Strand. Hier lebt unter anderem auch eine Seelöwen-Kolonie, der man den nötigen Respekt entgegenbringen sollte, wenn man schon an deren Küste parkt.
Die Campsite kostet 8$ pro Person. Der Ausblick auf das Meer und die Küste sowie die friedlich tobenden Seelöwen sind definitiv jeden Dollar wert.


Die Wasserfälle der Catlins

Der nächste Morgen begann wie seine Vorgänger. Regen ohne Unterlass. Wir ließen es ruhig angehen. Warum sollten wir uns auch stressen, wenn es ohnehin unaufhörlich regnet. Der Regen war allerdings gar kein schlechter Begleiter für unser Vorhaben an diesem Tag.

Wir wollten einige der Wasserfälle in der Region ausfindig machen, von denen es wohl mehr zu geben scheint, als Ortschaften. Da kann ein bisschen Nachschub an Wasser ja nicht schaden.


Wir hätten es nicht für möglich gehalten, aber gegen 11:30 drehte der Wind buchstäblich und die Sonne kam heraus. Super, dann konnte es ja losgehen.


Als ersten Wasserfall hatten wir die Purakaunui Falls auf dem Zettel. Mitten in einem Naturschutzgebiet gelegen fällt das Wasser hier aus circa 20 Metern in die Tiefe. Das Besondere an dem Wasserfall ist sein kaskadenartiges Gefälle. Uns war hier an den Purakaunui Falls aber definitiv zu viel Betrieb. Zu viele Menschen auf zu engem Raum.

Aus diesem Grund ging es für uns zu den nächsten Fällen. Die Matai Falls lagen keine zehn Kilometer von den Purakaunui Falls entfernt. Im selben Gebiet würden wir auch die vielsagenden Horseshoes Falls finden.


Wie schon beim ersten Wasserfall und wie übrigens bei allen Wasserfällen in den „Catlins“ führt der Weg zum herabfallenden Wasser durch den neuseeländischen Busch. Tiefer, feuchter Regenwald, der typisch für diese Region ist, sind ein Merkmal dafür, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet. Man muss sich aber nicht mit Machete bewaffnet durch das Unterholz schlagen, keine Angst. Die Wege sind astrein präpariert und ausgewiesen. Also nichts für Hobby-Indiana Jones’.


An diesen Wasserfällen waren wir übrigens komplett alleine. Die beiden Wasserfälle fallen quasi ineinander und bilden gemeinsam einen wirklich eindrucksvollen Wasserfall.

Der Tagessieger unseres Wasserfall-Marathons und der in unseren Augen eindrucksvollste Wasserfall in der Region war aber der dritte Wasserfall des Tages.

Die McLean Falls!

Auch, wenn der Parkplatz, von dem aus man zu den McLean Falls läuft, wirklich voll war, waren wir auch an diesem Wasserfall fast die ganze Zeit über alleine.

In dichtem Regenwald fallen die McLean Falls über mehrere Terrassen in die Tiefe. Der tiefste Fall liegt bei 22 Metern. Wer diesen Wasserfall vollkommen sehen möchte, der muss über glitschige Steine in die Höhe klettern. Der Aufstieg lohnt sich aber!

Wir hatten sicherlich etwas Glück, dass wir das Naturspektakel lange Zeit mit niemandem sonst teilen mussten - und auch niemandem im Bild standen, wie bei den Purakaunui Falls. Alle drei Wasserfälle, die wir besucht haben, sind aber wirklich sehr sehenswert.


Selbst bei schlechtem Wetter – und davon hatten wir zeitweise wieder jede Menge – lassen sich die Wasserfälle gut und einfach erkunden. Die meiste Zeit befindet man sich ohnehin in dichtem Regenwald und der Regen verstärkt den Niedergang der Falls noch einmal.


Die erste Etappe auf der Southern Scenic Road liegt hinter uns. Die Route macht ihrem Namen dabei alle Ehre. Man kann mehrere Tage hier verbringen und hat dennoch nicht alles gesehen, was Natur, Wasser und Erde hier zu bieten haben. Für uns geht es jetzt weiter auf der Route nach Invercargill. Stay tuned!

2 Comments

  1. Christian sagt:

    Wunderschöne Ansammlung von wunderschönen Erlebnissen, tolle Bilder dabei, einige mit niedlichen Details (der Sprung auf dem Felsen am Tunnel Beach), und ausgerechnet jetzt kann man die Bilder (erstmals?) nicht anklicken zum vergrößern…wie gemein 😉
    Es ist ansonsten echt toll zu „lesen“, dass ihr auch bei schiet Wetter die Natur und die Attractions absolut genießen und wertschätzen tut… THX für einen wieder mal wunderschönen Blog!!!

    • Christoph sagt:

      Servus Christian,
      da hat uns doch tatsächlich die Eile unter eingeschränktem Wifi einen Streich gespielt. Natürlich darfst du dir die Bilder bald wieder in groß anschauen, sobald wir wieder „am Netz“ sind – sorry dafür!
      Vielen Dank für deine Worte und den Hinweis!
      Grüße
      Nira & Christoph

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