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Gleich nach unserer Ankunft am Parkplatz des Kepler Tracks starteten wir Samweiß in Richtung Te Anau. Wenn in einer Region, in der die Menge des Regens nicht in Millilitern, sondern in Litern gemessen wird, mal mehrere Tage Sonnenschein hintereinander vorhergesagt werden, dann wollen diese auch sinnvoll genutzt werden.


Mit Beinen wie Betonklötzen und einem Geruch von drei Tagen Wanderung in den Fjorden stapften wir in das erste Touristenbüro, um uns über eine Bootsfahrt in Milford Sound zu informieren. Gleich für den nächsten Morgen.

Ok zugegeben, Flyer-Messi Nira hatte uns im Grunde bereits nach einer umfassenden Analyse des Anbietermarkts in Te Anau das günstigste Angebot mit den – für uns – besten Konditionen herausgesucht. Die Morning-Cruise (9:00 Uhr) von Go Orange! zum Sparpreis von 45$ pro Person inkl. einem Bacon-Sandwich. Herausragend!

Im Touristenbüro konnten wir den förmlichen Teil also überspringen. Uns ging es nur darum: Bekommen wir noch zwei Plätze oder nicht. Bingo, die Tour war gebucht!

Von Te Anau nach Milford Sound sind es etwa 150 Kilometer. Eine Strecke, an deren Ende eine der schönsten Naturkulissen Neuseelands zu finden ist. Eine Strecke, bei der selbst der Weg zum Ziel landschaftlich bereits höchstbeeindruckend ist.
Bei all der Schönheit sind wir, was diese „Must Do’s“ betrifft, im Vorfeld immer ein wenig skeptisch. Viel zu oft sind solche Orte überfüllt von Menschen und Reisebussen. Viel zu oft drängeln sich Menschen geradezu ineinander für ein Foto, so dass man die Landschaft, die Natur und ihre Ruhe garnicht genießen kann.

Da mussten wir allerdings durch, denn eine Privattour oder gar ein Flug über die Fjorde gab die Kasse nicht her. Sehen und erleben wollten wir Milford Sound aber natürlich auch.

Außerdem war es gerade nach dem Kepler Track einfach mal wieder an der Zeit, sich um Nichts kümmern zu müssen. Rauf aufs Boot, gefahren werden und treiben lassen!


Für die Strecke bis nach Milford Sound sollte man sich wirklich etwas Zeit nehmen. Aus diesem Grund haben wir uns für einen Campingplatz direkt am Fluss entschieden, der nur etwa 70km von Milford Sound entfernt ist.

Noch vor Sonnenaufgang waren wir wieder auf der Straße. Die mächtigen Felswände um uns herum waren noch eingehüllt in dichte Nebelkleider. Die Straßen sind äußerst kurvig und ziehen sich in Serpentinen erst die Hügel hinauf, um dann steil und eng wieder abzufallen.

Auf den letzten Kilometern geht es durch den Homer-Tunnel. Ein enger, feuchter, einspuriger Tunnel mit einer Gesamtlänge von etwa 1,2 Kilometern. Nach insgesamt über einer Stunde kamen wir in Milford Sound an. Wie zu erwarten war, ankern hier mehr Schiffe im Hafen, als es Häuser gab. Der erste Eindruck war aber schon äußerst vielversprechend.

Hinaus, hinaus!

Wir parkten Samweiß, zogen uns intuitiv – trotz guten Wetters und leichtem Sonnenschein – unsere Jacken an und spazierten zum Pier. In der Halle vor dem Hafen geht es zu, wie am Flughafen. Jeder Gast sucht eifrig nach seinem Anbieter, Reisegruppen versammeln sich hektisch um bunte Fähnchen herum. Glücklicherweise ist das Timing hier im Hafen wirklich ausgeklügelt. Im Fünf-Minuten-Takt verlässt Schiff um Schiff den Hafen. Unser Schiff war natürlich das Letzte. Kaum öffnete das Bordpersonal die schwere Eingangstür, strömten erst einmal alle Mitreisenden auf das Deck des Schiffs. Der Kapitän begrüßte alle an Bord und steuerte die „Milford Haven“ hinaus.

Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Milford_Sound
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Es waren weniger Menschen auf dem Boot, als wir es erwartet hatten. Die Menschenmassen, die von zahlreichen Bussen an den Hafen gekarrt wurden, schienen sich gleichmäßig auf mehrere Boote verteilt zu haben. Das war schon mal eine erste, gute Erkenntnis.

Die Bootsfahrt lief ein wenig ab, wie eine Stadtrundfahrt. Der Kapitän erzählte alle paar Meter eine Anekdote zu den Fjorden, nach einer halben Stunde wurde das versprochene Sandwich gereicht und wir stoppten hin und wieder an besonders interessanten Stellen. Sei es drum, die Natur um uns herum war wirklich spektakulär.

Besonders eindrucksvoll war der Moment, als die Sonne über die Hügel strahlte und die dünne Nebeldecke durchbrach.

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Auch auf unserem Boot verliefen sich die Scharen nach einer knappen halben Stunde. Einige schienen die extremen Temperaturen hier im Becken unterschätzt zu haben. Der Wind pfiff wie ein Teekocher und es war wirklich frisch um die Nase. Als der Kapitän aber verkündete, am Küstenrand würde man nun Seelöwen sehen können, war das Deck in Windeseile wieder voll. Klischeehaft bis zum Umfallen! Als würde man nur hier, auf diesem einen Felsen einen Seelöwen vor die Linse kriegen, drängten alle gleichzeitig auf diese Seite des Boots, dabei bot sich unserer Meinung nach auf der gegenüberliegenden Seite ein weitaus schönerer Anblick oder was sagst du?
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Eine Besonderheit des Fjordlands von Milford Sound sind auch die vielen Wasserfälle, die überall von den Klippen ins Meer stürzten. Einige von ihnen haben eine lange Vorgeschichte. Der zweithöchste Wasserfall von Milford Sound ist der Stirling Fall. Mit einer Höhe von etwa 150m ist er der zweithöchste Wasserfall in Milford Sound. Er gehört zu den permanenten Wasserfällen in Milford Sound. Er fließt schon ein paar Tage länger von seiner Klippe hinab und das unaufhörlich. Wenn das mal nicht zuverlässig ist!

An dieser Stelle wurde es auch noch einmal richtig kuschelig an Deck, diesmal an der Stirn des Dampfers. Dann nämlich beginnt die obligatorische Wasserfall-Dusche, bei der der Kapitän das Boot direkt unter den Wasserfall steuert.

Es ist schon wirklich bemerkenswert, dass der ein oder andere aus der ersten Reihe kurz darauf grimmig dreinschaut, als seine Kamera ein wenig Feuchtigkeit abbekommen hat. So ist das eben, wenn man seine Linse direkt in einen Wasserfall hält.
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An Regentagen soll die Szenerie sogar noch schöner sein, wenn neben den Wasserfällen auch sich kurzfristig bildende Sturzbäche in die Tiefe fallen. Der Nachteil liegt natürlich auch auf der Hand. Man wird klatschnass, wenn man draußen auf dem Deck steht, um die Natur zu genießen.

Fazit

Kurz darauf trudelten wir wieder im Hafen ein. Milford Sound ist natürlich ein Ort, der von etlichen Reisebussen mit menschlichem Nachschub versorgt wird. Ohne Frage! Wir persönlich würden den Weg und auch die Bootsfahrt aber jedes Mal wieder auf uns nehmen. Was die Natur hier über tausende und abertausende von Jahren geformt hat, ist wirklich beeindruckend. Verständlich, dass nicht nur wir dieses Spektakel gerne sehen möchten. Es gelingt den Anbietern der Bootsfahrten aber auch wirklich gut, dass nicht der Eindruck entsteht, man würde mit hunderten Anderen abgefertigt werden. Die Schiffe sind relativ klein gehalten und die Abstände unter den ihnen möglichst groß und auch die Dauer der Fahrt war mit zwei Stunden absolut ausreichend.


Noch am selben Tag fuhren wir weiter nach Lumsden, immerhin war es ja noch früh am Tag. In dem kleinen Örtchen östlich von Te Anau hatten wir endlich mal wieder die Gelegenheit, ein Freecamp in Anspruch zu nehmen. Das mussten wir ausnutzen, denn schon in der Region um Queenstown und Lake Wanaka ist es wieder vorbei mit dem kostenlosen Campen. Und das waren immerhin unsere nächsten Ziele.


Das Freecamp in Lumsden war ein einfacher Parkplatz mitten im Kern des Dorfes. Zwar hatte der Platz landschaftlich wenig zu bieten, einen großen Vorteil hatte er aber: Wir konnten das Wifi der Bibliothek gegenüber kostenlos im Auto anzapfen. Der Traum eines campenden Bloggers!


Am nächsten Morgen ging es dann aber weiter nach Queenstown. Wie wir den Tag in der Hochburg des Work & Travels verbracht haben und welch atemberaubende Aussicht wir in Wanaka genossen haben, dazu dann mehr im nächsten Blogbeitrag. Stay tuned!

3 Comments

  1. […] absolviert zu haben. Kurz vor Picton befindet sich Marlborough Sound. Ebenfalls ein Fjordland wie Milford Sound, allerdings viel kleiner und flacher, aber keinesfalls weniger beeindruckend. Das Wasser strahlte in […]

  2. Kerstin sagt:

    Hallo ihr Zwei 🙂
    Diese Tour sieht super schön aus! Ich freue mich über die nächsten Erlebnisse von euch.
    Mit welcher Kamera fotografiert ihr?
    Liebe Grüße aus Hamburg, Kerstin

    • Christoph sagt:

      Hey Kerstin,
      Vielen Dank für deine lieben Worte. Es war auch wirklich beeindruckend. Wir fotografieren mit der Canon Eos 600D und einem objektiv mit der Brennweite 18-135 ???
      Grüße in die Hansestadt und schönes Wochenende
      Nira & Christoph

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