Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Milford_Sound
Milford Sound – Massenabfertigung vor Märchenkulisse?
22. März 2017
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Lewis_Pass
Erschütterung und Enttäuschung in Kaikoura
29. März 2017
Links und rechts parkten Autos am Wegesrand. An jeder Kreuzung hielt mindestens ein Backpacker seinen Daumen auf die Straße. An der Tankstelle standen die Fahrzeuge bis in den Kreisverkehr für ein paar Liter Benzin an.


Herzlich Willkommen in Queenstown

Die Hochburg des Work & Travels am wunderschönen Lake Wakatipu hat alles, wonach sich das Actionherz sehnt. Von Skydiving, Speedbootfahrten bis Bungeejumping. Wer will, der kann hier das hart erarbeitete Geld an einem Tag wieder ausgeben.

Soviel können wir schon vorwegnehmen: Wir sind aus keinem Flugzeug gesprungen und haben uns auch nicht rückwärts von einer Brücke werfen lassen. Alles sehr reizvoll, zumindest für Nira, aber viiiel zu teuer.


Hier in Queenstown leben unheimlich viele Menschen aus diesem, einem Grund, den wir bereits angesprochen haben: Work & Travel.

Vor den Toren der Stadt rings um Cromwell gibt es riesige Obst- und Gemüsefarmen, die in der Erntezeit reichlich pflückende Hände benötigen. Zudem ist Queenstown wirklich traumhaft gelegen. Ein kleines Städtchen am Lake Wakatipu, das – gerade an einem Wochenende – aber wirklich proppenvoll ist. Erst Recht, wenn an eben jenem Wochenende auch noch ein großes Harley-Davidson Treffen in der Stadt stattfindet.


Als wir in Queenstown ankamen, haben wir uns allerdings zunächst an einen ganz anderen Ort verlaufen.
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Queenstown
Hier sind so richtig die Fetzen geflogen! Wir haben uns einige Minuten an den Spielfeldrand gesetzt und waren augenscheinlich Zuschauer bei einem großen Frauen-Rugby-Turnier. Die Mädels sind wirklich nicht aus Zuckerwatte. Da ging es wirklich zur Sache. Selbst wir als absolute Laien haben schnell gemerkt, dass das hier kein Amateurspiel sein konnte. Dafür lief das Leder-Ei schlichtweg zu flüssig durch die Reihen.

Hafen-Atmosphäre mit Straßenmusik

Spielende. Für uns ging es in der kurzen Pause bis zum nächsten Spiel hinunter an den Hafen. Hier war richtig Musik. Buchstäblich. Am Hafen war ein kleiner Handwerkermarkt aufgebaut, der von Straßenmusik abgerundet wurde. Das hatte ein bisschen was von Woodstock, ohne je dort gewesen zu sein.
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Queenstown
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Queenstown
Das Wetter war an diesem Tag wirklich wieder herausragend gut. Kein Wunder, dass auch der Strand von Queenstown gut besucht war. Die Jacke hatte Nira übrigens nur wegen dem Wind an. Der war an unserem Tag in Queenstown ein treuer Begleiter. Nach einigen Stunden ging es durch die süßen, bunten Gässchen Queenstown zurück zu Samweiß. Wir fanden es richtig schön in Queenstown, auch wenn wir nur einige Stunden hier waren. Ein richtiger Wochenend-Blues also. Natürlich ist die Stadt wirklich voll. Kein Wunder, denn es ist einfach lebenswert und gemütlich hier.


Ein Tag länger kam für uns aber dennoch nicht in Frage, Die Preise sind hier noch einmal deutlich höher, als ohnehin in Neuseeland und eine Nacht für Samweiß lag auch deutlich über unserem Camping-Schnitt. Für uns ging es daher noch am späten Nachmittag Richtung Wanaka. Zuvor stoppten wir aber noch bei Pak’N’Save, um unsere Vorratskammer wieder aufzufüllen.


An dieser Stelle haben wir auch einen gut gemeinten Rat für alle, die auch einmal in diese Gegend kommen: TANKT HIER UNBEDING VOLL!

Haben wir natürlich nicht gemacht. Bereits in Wanaka hat uns fast der Schlag getroffen, als wir an der ersten Tankstelle vorbeigefahren sind. Kurz dachten wir, dass die Bohrinseln wohl von der einen auf die andere Minute keinen Treibstoff mehr zu Tage fördern würden und der Preis daher plötzlich um 10% nach oben schoss. An den folgenden Tagen sollten wir aber noch feststellen, dass der Liter in Wanaka mit 2,18$ noch fast ein Schnäppchen gewesen wäre!! (Bisher haben wir in Neuseeland im Schnitt zwischen 1,94-2,04$ pro Liter getankt!)

Wanaka oder Little Queenstown?

Auch Wanaka am namensgebenden Lake Wanaka ist sehr, sehr touristisch angehaucht. Das Ganze spielt sich hier aber in einem kleineren Umfang ab, als 70km südlich in Queenstown. Nicht umsonst wird Wanaka aber als Little Queenstown bezeichnet. Auch hier kann man sich reichlich austoben was Action-Tourismus und Wassersport betrifft.


Auf dem Weg von Queenstown nach Wanaka haben wir eine Nacht im Freecamp Bendigo am Clutha River verbracht. Traumhafte Lage am Fluss umgeben von Weinbergen und Farmen. Nachdem wir ausgeschlafen und gefrühstückt hatten, ging es auf direktem Wege nach Wanaka und zwar zu DEM Wanaka-Baum. That Wanaka Tree! Genau der und kein anderer.

Ja ok, wir kommen erst einmal wieder runter, aber sowas habt ihr bestimmt noch nicht gesehen!!
Spektakulär oder? Etwas mehr Begeisterung bitte. Das ist der Topstar von Wanaka. Ja, genau! Dieser kleine Baum, der eigentlich im Wasser steht. Er ist das Fotomotiv schlechthin hier und das, wo es hier Gletscher, Berge und Seen in der Region gibt, wie man sie schöner kaum anderswo auf der Welt findet. Irgendjemand muss von dem Baum mal irgendwann ein schönes Foto gemacht haben, seitdem ist aus keinem Wanaka-Fotoalbum mehr wegzudenken! Instagram und Co. sei dank!


Nun gut, nachdem sich unser Ruhepuls wieder auf ein annehmbares Maß herunterreguliert hatte, die Augen wieder in ihre Höhlen zurückgekehrt waren und wir langsam wieder Worte für das gesehene finden konnten, nahmen wir das Örtchen Wanaka einmal unter die Lupe. Im Prinzip besteht die kleine Stadt aus vier Straßen, die das touristische Zentrum bilden. Keine zehn Minuten später hatten wir also alles gesehen und genossen die Sonne am Strand.


Glaub’ es uns oder nicht, aber wir entschieden uns tatsächlich gegen geruhsame und entspannte Stunden an diesem Strand und FÜR einen neuerlichen Kurz-Track 35 Kilometer nördlich von Wanaka. Hatte Neuseeland, hatte der Kepler Track wahrhaftig den „Wandersburschi“ bzw. das „Wandersmadel“ in uns geweckt? Die Tatsache, dass wir kurz darauf aus dem Auto stiegen und unsere Wanderschuhe schnürten, könnte diesen Schluss zulassen. Achso, ja. Wanderschuhe. Natürlich noch dieselben, wie beim Kepler Track!

Diamond Lake Track

Ziel unserer neuentdeckten Wanderlust war der Diamond Lake. Der kleine See liegt keine Viertelstunde entfernt vom Parkplatz. Friedlich und einsam liegt er zwischen Farnen und Bäumen. Eine besonders schöne und gute Sicht hat man auf den See, wenn man den steilen Anstieg zum Lookout auch noch auf sich nimmt. Na wir sind doch nicht zum Spaß hier.

Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Wanaka
Wer dann noch Lust hat – und davon hatten wir an dem Tag ja nun bekanntlich jede Menge – der kann noch zum Aussichtspunkt hinauflaufen. Von ganz oben hat man an guten Tagen eine herrliche Aussicht auf den Lake Wanaka. Der Marsch dauert etwa 1,5h und führt durch Wiesen und Felder. Es war eine angenehme Wanderung, an deren Ende wir die Bank fanden, von der aus man große Teile des Sees begutachten kann.
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Wanaka
Am späten Nachmittag kehrten wir nach Wanaka zurück. Es machte sich ein gutes Gefühl in uns breit, den Tag nicht faulenzend am See sondern aktiv in der Natur verbracht zu haben. Unser Campingplatz für den Abend war übrigens das örtliche Cricketfeld von Luggate, einem Vorort von Wanaka. Für gerade einmal 5$ pro Nase gab es hier zum Stellplatz eine heiße Dusche und Trinkwasser dazu. Klasse!

Der Rob Roy Glacier Track

Auch der nächste Tag stand ganz im Zeichen unserer Unternehmungslust. Nach einem gemütlichen WLAN-Kaffee in Wanaka, bei dem wir uns auch zu Hause einmal wieder in bewegten Bildern meldeten (WhatsApp-Videotelefonie macht’s möglich!), fuhren wir zum Startpunkt des Rob Roy Glacier Tracks. Dieser liegt etwa 55km nördlich von Wanaka und ist nur über eine sehr schlechte Schotterpiste zu erreichen.

Auf halber Strecke kamen wir am Roys Peak Track vorbei, der ebenfalls sehr beliebt ist. Diese Beliebtheit geht so weit, dass der Parkplatz und die Straße rund um den Parkplatz dermaßen überfüllt war, dass für uns schnell klar war: Das werden wir nicht machen!


Auf den letzten Kilometern zum Rob Roy Glacier Track erwarteten uns sogar wieder botswanische Verhältnisse, denn überall waren Wasserlöcher auf der Straße. Fast zwei Stunden benötigten wir für die Fahrt dorthin, Durchschnittsgeschwindigkeit also etwa 25km/h.


Es war windig ohne Ende. Es schlug uns gleich mehrfach die Autotüren zu, als wir uns für den Track umzogen. Der Rob Roy Glacier Track ist – wie der Name schon sagt – eine Wanderung zu einem der vielen Gletscher in Neuseeland. Diese Wanderung ist besonders beliebt, da man wirklich sehr nah an den Gletscher herankommt und dafür verhältnismäßig (3-4h return) laufen muss. Der Parkplatz war zwar voll, auf dem Weg trafen wir allerdings nicht übermäßig viele andere Wanderer.


Dem Wind völlig ausgesetzt beginnt die Wanderung an einem herrlich blauen Strom, der nach etwa einem Kilometer dank einer Brücke überwunden werden kann.
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Wanaka
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Wanaka
Dann läuft man die längste Zeit des Tracks in dichtem Wald, der immer wieder durch kleine oder größere Lichtungen unterbrochen wird. Schon aus der Ferne lässt sich hier teilweise erahnen, was am Ende des Tracks wartet.
Das Anfangsstück ist extrem steil, anschließend wird es aber moderater. Im Wald ist es windstill, das kam uns wirklich zu Gute. Dann kommt sie: Die Baumgrenze. Und mit ihr die Sicht auf den nächsten Gletscher unserer Reise. Der Rob Roy Glacier liegt direkt vor uns. Es war eisig kalt dort oben. Denn mit der Baumgrenze endete auch der Windschutz. Von den Bergen und Klippen stürzten Gletscherbäche hinab. Der Wind jedoch war so stark, dass diese gar nicht auf den Boden trafen, sondern direkt nach wenigen Metern in der Luft zerstäubt wurden.
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Wanaka
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Wanaka
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Wanaka
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Wanaka
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Wanaka
Am Endpunkt der Strecke holten wir unser Mittagessen raus, setzten uns in eine Felsspalte und genossen den Ausblick. Auch hier hörten wir wieder Eis aus dem Gletscher brechen. Ein Geräusch, das wirklich Gänsehaut erzeugt. Lange haben wir es dort oben aber noch ausgehalten. Der Wind pfiff durch jede Ritze und jede Naht, so dass wir bald den Rückzug antraten. Kurz, bevor wir wieder im Tal ankamen, eröffnete uns der Wald noch einen traumhaften Ausblick auf den blauen Strom zu unseren Füßen.
Alleine waren wir mittlerweile auch nicht mehr, als wir kurz vor dem Parkplatz marschierten. Rings herum hatten sich Kühe und Schafe versammelt, die sich überhaupt nicht daran gestört haben, dass hier Menschen über ihre saftigen Weiden trampeln. Einer der Kaliber hat zwar hin und wieder etwas skeptisch zu uns rüber geschaut, bewegt hat er sich aber nicht.
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Wanaka
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Wanaka
Anschließend quälten wir Samweiß wieder über die unangenehme Straße zurück nach Wanaka. Nachdem wir ihm noch einmal einen kleinen Drink des äußerst kostspieligen Kraftstoffs aus Wanaka zugeführt hatten, ging es weiter zu unserem Campingplatz für die Nacht: Dem Kidds Camp (8$ pP) am Lake Hawea, dem kleinen Bruder des Lake Wanaka direkt um die Ecke.


Der Himmel wollte sich an diesem Abend nicht so richtig entscheiden, ob er nun blau, rot oder gelb sein wollte und hat deswegen gleich alle drei Farben angenommen, als die Sonne unterging. Für uns geht es nun an der Westküste zurück in den Norden nach Greymouth, dazu dann mehr im nächsten Bericht. Stay tuned!

2 Comments

  1. Monika Lung sagt:

    Tolle Fotos!!!!
    Unfassbar schön dieses Neuseeland…Ihr seid wirklich zu beneiden❤

Schreibe uns gerne einen Kommentar zu diesem Beitrag