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Da drüben war es ja. Wellington. Die Nordinsel. Nach über drei Stunden konnten wir im dichten Nebel erste Umrisse des Festlands erkennen. Auf dem Aussichtsdeck der Bluebrigde, unserer Fähre, war es kaum auszuhalten, so stürmisch und kalt war es dort. Lonely Planet hat Wellington mal als coolste kleine Hauptstadt ausgezeichnet. Davon wollten wir uns jetzt gerne überzeugen.
Die Fahrt mit der Fähre von Picton nach Wellington war die reinste Schaukelei gewesen. Unsere Köpfe brummten und uns war schlecht, als wir in Wellington anlegten. Oder vielmehr an dem Ort, hinter dem wir Wellington vermuteten. Der Nebel war undurchdringbar und ließ nur mutmaßen, dass es sich um die Hauptstadt Neuseelands handeln würde.


Welcome to Wellington - the Capital of New Zealand

Captain, Bluebridge


Auf direktem Wege ging es für uns nach Belmont, einem Vorort von Wellington ca. 20km entfernt. Dort hatten wir einen Campingplatz ausgemacht, der günstig (6$ pP) und gut gelegen war, um Wellington in den nächsten Tagen erkunden zu können.

Tag #1 – Cuba, Kultur und ein Riesenkalmar

Nach einem erneuten Neuseeland-Frühstück ging es nach Wellington. Rein in die Hauptstadt. Das Wetter war irgendwie typisch britisch. Kalt, nass und windig. Für uns führte der Weg erst einmal schnurstracks in die Innenstadt. Das Stadtleben etwas aufsaugen. Die Straßen erkunden. Wellington ist eine sehr bunte, quirlige Stadt.


Cuba Street

Die Cuba Street ist ein Beispiel für das bunte Treiben hier. Dekoriert mit vielen kleinen und großen Kunstwerken liegt sie mitten im Stadtkern. Man sagt, dass die besten Straßenmusiker Neuseelands hier in der Straße zu finden sind. Einige von ihnen haben wir auch direkt entdeckt.
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Te Papa Museum

Da sich das Wetter endgültig dazu entschieden hat, heute keine Veränderungen mehr zuzulassen, sind wir in das bekannte Te Papa Nationalmuseum gegangen. Hier kann man wirklch viel entdecken und das Beste ist: Es ist – bis auf einige Sonderausstellungen – kostenlos!

Neben Ausstellungen zu der Entstehung Neuseelands, den Erdbeben der vergangenen Jahrzehnte und der Kultur der Maori gibt es einen riesigen Bereich über die Artenvielfalt Neuseelands. In diesem Bereich findet man auch den größten, vollkommen erhaltenen Körper eines Riesenkalmars, eines Kraken!
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Das Te Papa ist aber kein Ort, an dem man nur an schlechten Regentagen Spaß haben kann. Es ist ei sehr modernes, interaktives Museum auf sechs Stockwerken. Sehr abwechslungsreich und wirklich schön gemacht. Nachdem wir einige interessante Stunden im Museum verbracht hatten, ging es zurück nach Belmont auf den Campingplatz. Zum Glück, denn unser Samweiß stand bereits drei Stunden ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung in seiner Parkbucht, wurde aber nicht verwarnt dafür.

Tag #2 – Sightseeing for Free

Da sind sie wieder. Die beiden Sparbrenner aus Franken. Keinen Cent hat uns der zweite Tag in Wellington gekostet. Dabei haben wir unglaublich viel angeschaut, sind lange gelaufen und hatten wieder „keinen optimalen Parkplatz“. Die Parkgebühren in Wellington sind exorbitant. Wer eine Stunde in der Innenstadt parken will, zahlt problemlos umgerechnet 2,50€/h. Da neigt man stark dazu, das Risiko eines Strafzettels in Kauf zu nehmen, indem man etwas außerhalb parkt. Hier steht man zumindest für 120 Minuten kostenlos.


Es war super windig an diesem ansonsten wunderschönen Tag in Wellington. Aber das ist typisch für. "Windy Welly",wie die Kiwis ihre Hauptstadt nicht selten nennen. Wir marschierten nach einer kurzen Dusche unter einem Wasserhahn einer öffentlichen Toilette an der Strandpromenade in die Innenstadt. Wer sich jetzt Sorgen um uns macht nach dem Motto „Können sich die beiden keine Dusche mehr leisten?“ den können wir beruhigen. Die öffentlichen Einrichtungen in Neuseeland sind nicht vergleichbar mit einer Innenstadt-Toilette in Deutschland. Sauber, Steril und mit viel Platz. Geht also super zum kultivieren zwischendurch.
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Es war der hervorragende Tag, um bisher unbekannte Teile der Stadt zu erkunden. Wellington lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden. Der Stadtkern ist relativ komprimiert. Insgesamt ist die Stadt mit nicht einmal 200.000 Einwohnern ohnehin eher klein.
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Wir marschierten bis zum botanischen Garten im Norden der Stadt und wieder hinunter zum Parlamentsgebäude. Von dort aus ging es zwei Straßen weiter zur St. Paul’s Cathadral, die wir nicht einmal halb so eindrucksvoll fanden, wie sein älteres Pendant. Die Old St. Paul’s Cathedral. Sie ist ein Schmuckstück der Gotik. Erbaut Ende des 19. Jhd. gänzlich aus Holz steht sie ganz versteckt hinter Bäumen eine Straße weiter in der Mulgrave Street.
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Im Inneren wirkt die Kirche wie eine mittelalterliche Filmkulisse. Es war völlig ruhig und nur der Wind fegte außen über die Dächer. Innen lief besinnliche Musik und die Sonne strahlt hin und wieder durch die bunten Fenster.


Anschließend bummelten wir durch erneut durch die Cuba Street und statteten dem Nightmarket einen kurzen Besuch ab. Dann ging es zurück zu unserem Auto. Nach einem kurzen Einkauf bei Pak’n’Save in Pretone genossen wir die letzten Minuten des Tages mit Blick auf die Lichter Wellingtons, die wir vom Pier in Pretone sehen konnten.

Tag #3 – Samstag ist Markt-Tag

Wir hatten spontan beschlossen, dass dies unser letzter Tag in Wellington sein sollte. So langsam hatte sich eine gewisse Routine in den Tag geschlichen und bevor wir es uns dabei noch zu bequem machen würden, hieß es Abschied nehmen.


Der Samstag ist dabei der perfekte Tag, um ein letztes Mal in die Hauptstadt hineinzufahren. Erstens kann man in der Hauptstadt des teuren Parkens am Wochenende fast überall zwei Stunden kostenlos sein Auto abstellen (immerhin!) und zweitens gibt es jede Menge kleiner Märkte in der Stadt zu entdecken. Davon sind wir ja besonders große Fans!
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Capital Market und Underground Market

Keine 30 Minuten nach der offiziellen Eröffnung des Capital Marktes standen wir auch schon mittendrin. Irgendwie typisch deutsch, aber gut. Pünktlichkeit ist keine Tugend, für die man sich schämen muss. Wie so oft standen wir mit unserer deutschen Genauigkeit aber anderswo auf der Welt auf verlorenem Posten. 80% der Stände waren noch geschlossen und kein einziger anderer Mensch bewegte sich durch den Markt in der Willis Street.

Gut. So zogen wir erst einmal weiter an den Hafen von Wellington.

Dort war der kleine Underground Market in einem Parkhaus bereits in vollem Gange. Wer hier einen etwas heruntergekommenes Ambiente vom Namen abgeleitet hat, der irrte auf ganzer Linie. In bunten Farben stellten kleinere Künstler der Stadt hier ihre Sachen aus. Schmuck, Kleidung, Accessoires und kleinere Kunstwerke. Farbenfroh und gar nicht „Underground“.
 
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Zweiter Versuch auf dem Capital Market und diesmal hatten wir mehr Erfolg. Der Capital Market ist ein Aufeinandertreffen aus zig Gerichten aus aller Herren Länder. Von Mexiko über China bis in die heimische Küche. Normalerweise sind wir sehr strikt, was kulinarische Ausflüge auf unserer Weltreise betrifft. Schon alleine unserem Budget zuliebe.

Der Geruch frischen, indischen Currys zum Sparpreis ließ uns jedoch nicht lange darüber nachdenken, den Geldbeutel schleunigst zu öffnen.
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Abschied aus Wellington

Dann war es soweit. Nach drei ereignis- und abwechslungsreichen Tagen in der Hauptstadt kehrten wir Wellington u den Auspuff von Samweiß zu. Wir hatten eine fantastische Zeit und einen tollen Einstieg auf der Nordinsel.

Für uns steht fest: Lonely Planet hat Recht! Wellington ist die coolste, kleine Hauptstadt der Welt. Die Stadt hat total viel zu bieten, liegt wunderschön an der Cook Straße mit Zugang zum Meer. Die kleinen Häuser erinnern ganz Stark an die Kolonialzeit. Die Stadt lebt.Sie ist total bunt. Die Strafen und Märkte sprühen vor Leben. Wir haben uns sogar ein bisschen an unsere Zeit in Kapstadt erinnert gefühlt. Kulinarische Küchen, Streetart, Offenheit. Eine Stadt, in die wir gerne wieder zurückkommen.


Für uns ging es noch bis zum Mount Lee’s Reserve einem wirklich gepflegten Freecamp nahe Palmerston North etwa 100km nördlich von Wellington. Den einen oder anderen Gedanken über die Weiterreise haben wir uns bereits gemacht und es warten noch viele spannende Tage, also stay tuned!

2 Comments

  1. Corinna sagt:

    Ein toller Beitrag. Ich liebe Wellington sehr und habe dort, während meines work and travel Jahres, einige Zeit verbracht und in upper Hut auch gearbeitet. Insgesamt war ich glaube ich drei mal dort. Unter anderem zur Premiere des ersten Hobbit teils.
    Hach… Ich will zurück!
    Liebe Grüße
    Corinna | Aussteigen Bitte

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