Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Taranaki
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Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Rotorua
Rotorua? Immer der Nase nach!
16. April 2017
Der Regen hat sich verzogen. Den Mt. Taranaki haben wir nach all dem Warten endlich zu Gesicht bekommen. Unsere Mission an der Westküste war – wenn auch wegen Zyklon Debbie etwas verspätet – erfolgreich gewesen. Jetzt konnte es nach fast einer Woche endlich weitergehen.


Der Forgotten-World-Highway

Von Stratford aus geht es auf den etwa 150 Kilometer langen Highway, der vielsagend „Vergessene Welt“ genannt wird. Schon auf den ersten Kilometern hatten wir das Gefühl, die Menschen hier würden in einer Glaskuppel wohnen und Nichts würde von außen auf sie einwirken können. Alles wirkt extrem idyllisch, die Dörfer sehen aus wie vor 50-70 Jahren. Und dann kam der Höhepunkt. Wangamomona.

Der kleine Ort ist tatsächlich eine unabhängige Republik. Und das seit 1989. Der Hammer ist: Man kann sich in dem Dorf, das aus einer Straße, einem Hotel und einer Schule besteht tatsächlich einen Stempel in den Reisepass machen lassen, dass man hier war. Haben wir natürlich mitgenommen!
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Tongariro
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Über wunderschöne Passstraßen geht es vorbei an traumhaften Aussichtspunkten, Flüssen und Bergen. Man hat wirklich das Gefühl, hier ist die Zeit stehen geblieben. Nach einigen Stunden kamen wir in National Park an. Ob ich keinen deutschen Satz mehr bilden kann?

Doch, doch, der Ort hieß wirklich National Park. Er liegt etwa 20km vom Tongariro Vulkanmassiv entfernt. Wir übernachteten auf dem Parkplatz eines Backpacker Hotels, das wir jedem empfehlen können, der einmal nach Neuseeland kommt und einen guten und günstigen Ausgangspunkt für das Tongariro Crossing sucht. Für 10$ pro Person durften wir die Küche, das Wlan, die heißen Duschen und sogar Waschmaschine und Trockner des National Park & Backpacker Hotels benutzen. Zum Glück hatten wir grade am Tag zuvor in New Plymouth noch für 6,80$ Wäsche gewaschen! Läuft bei uns.


Das Tongariro Crossing – ohne Crossing!

Es war eine eiskalte Nacht auf dem Hotelparkplatz. Eigentlich wollten wir bereits um kurz vor 7:00 Uhr im Auto sitzen und zum Ausgangspunkt der Wanderung fahren. Keine Chance.

Um 8:30 kamen wir dann wohl gestärkt, aber immer noch bibbernd am Parkplatz des Tracks an. Es waren bereits 99% der Parkplätze belegt und ein Bus nach dem anderen karrte Reisegruppe um Reisegruppe an den Vulkan.


Das Tongariro Crossing ist der am häufigsten begangene Tagestrack in ganz Neuseeland und er zählt zu den schönsten Tageswanderungen weltweit. An der Stelle gleich mal die Vorwarnung: Auf unseren Fotos KÖNNTE der Eindruck entstehen, dass wir völlig alleine dort zugegen waren. Das wäre sehr schön gewesen, ist aber reine Fotoperspektive. Wir waren noch auf keiner Wanderung, bei der wir so viele Menschen gesehen haben – voll unser Ding eigentlich. In den Sommermonaten laufen bis zu 700 Menschen pro Tag über die Route des Tongariros. Es muss ja irgendeinen Grund haben, warum so viele Menschen das tun. Davon wollten wir uns also unbedingt selbst überzeugen, aber von vorne!
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Das Crossing hat eine Gesamtlänge von 19,4km. Unser Plan war jedoch, nicht komplett über das Massiv zu laufen, sondern am sog. Bluelake wieder umzukehren und uns den teuren Shuttlebus von der anderen Seite zurück zu Samweiß zu sparen.

Am Fuße des Schicksalsbergs

Die ersten Kilometer gleichen einem entspannten Spaziergang. Wir hatten herausragende Bedingungen für die Wanderung. Stets begleitet wurden wir vom ersten Meter an vom Mt. Ngauruhoe, dem Schicksalsberg aus der „Herr-der-Ringe“-Trilogie. Ein beeindruckender Vulkan von über 2.200m Höhe.


Der erste Anstieg begann hinter einem Schild, das mit der Frage versehen ist, ob man sich wirklich gut vorbereitet und ausgestattet fühlt für das, was jetzt kommen wird. Irgendwie nicht gerade beruhigend. Der Anstieg ist wirklich steil, es würden aber noch steilere Passagen kommen. Hier machten wir auch erstmals Bekanntschaft mit der großen Zahl von Menschen, die den Track auf sich genommen hatten, denn es staute sich teilweise wie auf der A3 von Frankfurt in Richtung Nürnberg. Stop and Go war da schon das höchste der Gefühle.


Wir liefen anschließend durch ein weites, teilweise völlig glattes Feld. Als wir uns gerade einen Reim darauf machen wollten, was es mit diesem Tal auf sich hatte, hörten wir von einem Guide in unserer unmittelbaren Nähe, dass es sich hierbei um einen der neun Krater des Tongariro handeln würde. Völlig verrückt!
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Der Krater war gewaltig. Einfach riesig. Das Tongariro Massiv besteht im Übrigen aus insgesamt neun Vulkanen, die alle noch aktiv sind. Wo ein Krater ist, da muss es auch einen Kraterrand geben. Dorthin führte uns der nächste steile Anstieg, der sich von der Schwierigkeit gleich vor den ersten Anstieg einreihte. Die Aussicht über das Areal von hier oben war aber spektakulär. Mordor. Wieder eine Kulisse aus „Herr-der-Ringe“. Von dort unten möchte man mit einer Kreatur wie Gollum auch ungern bis zum Schicksalsberg hinauflatschen.
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Auch hier oben waren wir wieder nicht gerade alleine. Gerade an diesen Punkten des Tracks haben sich immer wieder große Ansammlungen an Mitmenschen eingefunden, um das perfekte Erinnerungsfoto zu schießen. So, wie wir eben auch!


Im Prinzip hatten wir von dem Moment an im 100-Meter-Abstand dieses Gefühl, wenn man seinen Augen kaum trauen kann. Wir waren wirklich geflasht von der Schönheit und der Vielfalt, die das Vulkanmassiv zu bieten hat.

Von hier aus ist es nicht mehr weit, bis zum roten Krater. Dort oben war wirklich die Hölle los, aber kein Wunder. Was die Natur auf dieser Fläche rund um den roten Krater fabriziert, gehört zu den beeindrucktesten Dingen, die wir je gesehen haben.

Die Lakes des Tongariro-Massivs

Gleich unterhalb des „Red Crater“ dürfte das wohl am meisten fotografierte Stückchen Land des Tongariro Crossings sein. Die Emerald Lakes. Ihr von Schwefel und Gasen zersetztes Gewässer wirkt völlig surreal. Der Gestank wurde mit jedem Schritt näher an die Seen heftiger. Aus dem Boden in unmittelbarer Nähe der Seen entwich dichter, weißer Dampf. Erst hier ist uns aufgefallen, dass eigentlich überall Gase und Dämpfe aus dem Boden austreten.
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Am Horizont befindet sich ein weiterer, perfekt geformter Kratersee. Der Bluelake. Er ist frei von Schwefel und sonstigen Gasen und völlig rein und strahlend.
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Wir sind anschließend noch einige Zeit auf den Kraterrändern herummarschiert, in Richtung des Gipfels des etwa 1.900m hohen Tongariros gewandert und haben diese besondere Kulisse genutzt, um ein paar Fotos zu schießen, aber noch mehr, um staunend auf dem Boden zu sitzen und die Kulisse zu beobachten.
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Als die ersten Wolken aufzogen, wurde es sofort deutlich kälter und wir traten den Rückweg an. Das Positive an unserem Rückweg war, dass uns nun zu fortgeschrittener Tageszeit kaum noch Leute entgegenkamen und wir die Natur und die Landschaft noch einmal voll und ganz genießen konnten.
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Wir hatten an diesem Tag etwa 22 Kilometer zurückgelegt und wir haben aus den Erfahrungen unserer anderen Wanderungen wirklich einiges gelernt. Wir hatten am Abend zuvor vorgekocht, hatten ausreichend Essen & Trinken dabei, Kleidung zum aus- und anziehen. So langsam werden wir noch echte Wanderer.


Lake Taupo – solange die Sonne noch scheint

Am Abend fuhren wir noch weiter in den Norden bis zum Lake Taupo, dem größten See Neuseelands. Der ist übrigens – wer hätte es gedacht – ebenfalls ein Kratersee. Dort ging für uns ein wunderbarer Tag mit einem wunderbaren Sonnenuntergang zu Ende. Wir werden in den kommenden Tagen noch ein wenig die Gegend hier unsicher machen, bevor es weiter und weiter in Richtung Auckland geht, wo unsere Reise enden wird. Stay tuned!

6 Comments

  1. Monika Lung sagt:

    …Gerade war ich noch mit meinem Goldfisch Gassi..? ?….Und jetzt fehlen mir hier einfach mal die Worte..Und ich lasse eure Fotos wirken ?♥..und genieße auch hier wieder, deine unglaubliches Talent und deinen Witz, wie du uns hier von euren Erlebnissen „erzählst“
    Wie ein roter Faden …Von einem Beitrag zum nächsten…

  2. Christian sagt:

    Da ist es der Monika geLUNGen, eine Wortwahl zu kreieren, wie ich sie eventuell auch in petto hätte haben wollen #goldfischgassi… …dem ist also nichts mehr hinzuzufügen… …zumal die grandiosen Fotos hier noch so extrem wunderschön nachwirken, dass man einfach nur genießen muss, was diese allerliebsten zwei Backpacker da wieder in Worten und Bilden „hingebloggt“ haben 😀

    • Christoph sagt:

      ??du machst uns noch fertig Christian! Auch dir gilt unser voller Dank für die tollen Worte ?
      Wir werden auch weiter schauen, dass wir unsere Erlebnisse wortgewandt und mit Bildern verfeinert für euch „hinbloggen“ ?? großes Goldfisch-Gassi-Ehrenwort ?☝?
      Grüße
      Nira & Christoph

  3. steffi sagt:

    Die Bilder ? eeeehm aber was, eure Reise endet in Auckland?? Geht doch sicher noch weiter oder? ?

    • Christoph sagt:

      Hey Steffi?,
      Sorry für das kleine, missverständliche Detail! Unsere Reise geht weiter, Jep ??
      Unser Neuseeland-Trip endet in Auckland. Von dort geht auch der nach Kuala Lumpur und dann 28h später nach Taiwan ?✌?
      Grüße Nira & Christoph

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