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Wie wir es vermutet hatten. Wie es angekündigt war. Unser erster Tag am Lake Taupo begann mit einem ausgiebigen Regenschauer am Reids Farm Reserve. Der gigantisch riesige Freecamp liegt nur wenige Kilometer nördlich von Taupo City ganz in der Nähe der Huka Falls, die definitiv auf unserem Zettel zur Erkundigung standen.


Planung in Taupo

Zunächst einmal fuhren wir aber in das Örtchen am größten See Neuseelands, der mal eben die Fläche Singapurs aufweisen kann. Auch er ist ein Kratersee und gehört zur vulkanischen Serie an Landschaften, die sich vom Tongariro Vulkanmassiv, über Taupo und Rotorua bis an die Pazifikküste in Tauranga zieht.

Für uns stand an diesem Tag einmal wieder Planung auf dem Programm. Wir suchten uns ein kleines Café und erschlossen uns auf Karten und Broschüren die Möglichkeiten im näheren Umkreis. Es regnete den ganzen Tag hindurch. Den See bekamen wir dank dichten Nebels überhaupt nicht vor die Linse, dafür ließen wir uns aber die Huka Falls nicht entgehen, die durch den strömenden Regen umso anschaulicher waren.


Huka Falls

Die Huka Falls sind ein sehr beeindruckender Ort. Der Waikato River peitscht hier in Höchstgeschwindigkeiten durch ein dünnes Nadelöhr und stürzt an eben jenen Huka Falls eindrucksvoll in die Tiefe. Die wirkliche Höhe der Wasserfälle ist dabei nicht das interessante. Vielmehr ist es die Gewalt und die Kraft, mit der sich der Fluss seinen Weg bahnt.
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Pünktlich, nachdem wir unser letztes Foto geschossen hatten, begann es wieder aus Eimern zu regnen, nachdem wir zuvor ein kurzes Zeitfenster „regenfrei“ genießen konnten. Glück gehabt. Auch an diesem Abend ging es wieder an Reids Farm Reserve, wieder im Regen.


Das Wai-o-Tapu Thermalgebiet

Ohne Zweifel: Es macht mehr Spaß, bei gutem Wetter zu reisen. Als es aber auch am nächsten Tag gelinde gesagt „unbeständig“ war, widersetzten wir uns dem Wetter und fuhren nach Wai-o-Tapu, dem thermalen Wunderland.

Egal wie und egal wann. Wai-o-Tapu zählte die ganze Zeit schon zu den Sachen, die wir auf JEDEN Fall sehen wollten.


Lady Knox – der pünktliche Geysire

Der Eintritt in den Nationalpark ist mit 30$ pro Person nicht gerade ein Pappenstiel. Erst Recht nicht, wenn man noch das Risiko eines regnerischen Besuchs im Nacken sitzen hat. Wai-o-Tapu war aber der erste Nationalpark, für den wir Eintritt zahlen mussten. So ließ sich auch das verkraften.

Bevor es für uns in den Park ging, besuchten wir noch den „pünktlichen Geysire“ einige hundert Meter vom Eingang entfernt. Der Lady Knox Geysire.

Die typisch deutsche Eigenschaft der Pünktlichkeit gehört dabei nicht zum Künstlernamen des Geysirs, sondern ist unsere eigene Wortschöpfung.


Jeden Tag um 10:15 wir der Geysire vor den Augen von zig Schaulustigen mit einer natürlichen Substanz zum Ausbruch gebracht. Je nachdem, wie heftig es den Tag zuvor geregnet hatte, würde der Ausbruch aus dem Reservoir ausfallen. Das klang doch angesichts unseres Wetters sehr vielversprechend.


Pünktlich um 10:15 Uhr trat ein Mitarbeiter des Nationalparks auf die Bühne, machte einige kurze Scherze und gab sein Wissen über den Geysiren preis. Angesichts seines unverwechselbaren Akzents konnten wir aber nur verstehen, dass es sich bei dem Pulver um eine natürliche Mischung handeln würde.
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Es dauerte einige Sekunden, bis der Geysire richtig loslegte. Da ordentlich Wasser im Tank war, dauerte die Prozedur einige Minuten an. Bereits nach wenigen Sekunden hatte die Hälfte der Zuschauer wohl das erwünschte Foto im Kasten und zog von Dannen. Unfassbar, wollte denn niemand dieses Naturschauspiel einfach mal anschauen und genießen?


Nachdem Lady Knox so langam die Luft ausgegangen war, betraten wir den Nationalpark von Wai-o-Tapu. Das gesamte Gebiet steht natürlich unter Naturschutz und umfasst die größte Thermalfläche in der Vulkanumgebung Taupos. Überall stehen – oder vielmehr liegen – kollabierte Krater, heiße und kalte Seen sowie Schlammtümpel und dampfende Erdspalten.

Dabei stinkt es bestialisch nach Schwefel und ...nun ja wie Schwefel eben so riecht.

In dem gesamten Areal gilt übrigens Rauchverbot, da einige Pflanzen und Mineralien hochentzündlich sind.
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Die Farben und der Geruch der Seen und Tümpel lassen den Eindruck entstehen, man würde sich auf einem anderen Planeten fortbewegen. Gelbe Seen, orangene Vorsprünge und grünes Wasser. Eine unwirkliche Szenerie.
Zwei, der vielen Seen auf dem rund 7km langen Rundgang haben uns dabei besonders nachhaltig beeindruckt. Da wäre einerseits der Champagne Pool, die größte Quelle des Nationalparks. Es konnte nach unserer Auffassung nur das stete Blubbern sein, das dem See seinen Namen verliehen hat. Die Farben ließen ihn giftig wirken und sein Gestank war ebenfalls nur schwerlich zu ertragen.

Ein kurzer Blick ins Chemie-Lehrbuch verriet uns übrigens, dass hier ein Mix aus Gold, Silber, Arsen, Quecksilber, Schwefel und Antimon ursächlich für die Gestalt und Farbe des Sees sind. Nur, falls jemand das Rezept für den heimischen Gartenteich braucht!
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Der zweite an Unwirklichkeit kaum zu übertreffende Ort war das Teufelsbad, devil’s bath. In einem weiteren zerklüfteten Krater befindet sich ein grellgelbes Gewässer. Unsere Bilder sind also nicht das Ergebnis übermäßigen Gelbstichs via Photoshop, sondern der wahre Anstrich des Teufelsbads.
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Als kleine Randnotiz für unseren Besuch in Wai-o-Tapu sei noch erwähnt, dass es natürlich durchgehend geregnet hat. Nichtsdestotrotz lässt sich der Nationalpark auch bei schlechtem Wetter super erkunden. Der normalerweise hochfrequentierte Park ist dann auch nicht gänzlich überlaufen von Menschenmassen.


Der Gestank nimmt kein Ende

Am Nachmittag fuhren wir weiter in das benachbarte Rotorua. Die Stadt ist bekannt für seine schwefeligen Gerüche, die durch alle Gassen ziehen. Trotzdem ist der Ort aus touristischer Sicht ein interessanter. Rotorua ist ein wichtiges Zentrum der Maori-Kultur. Noch heute kann man hier – teilweise für sehr viel Geld – in die Kultur der neuseeländischen Bevölkerung eintauchen.


Maori-Kultur in Rotorua

Wir verbrachten insgesamt vier Tage in und um Rotorua, ohne dabei wirklich aktiv zu gewesen zu sein. Als es an Ostern erstmals wieder möglich war, herumzulaufen, ohne innerhalb weniger Sekunden klatschnass zu sein, besuchten wir das Ohinemutu Maori Village in Rotorua. Hier kann man kostenlos ein Gefühl der Maori-Kultur bekommen. Der kleine Stadtteil gleicht einem Freilichtmuseum, das sich ganz der Kultur der Maori verschrieben hat. Kunst, Architektur und Religion in Einem. Natürlich konnten wir die Gegend nicht ohne den typischen Rotorua-Smok erkunden. Aus jeder Ritze der Straße, aus der Kanalisation, sogar am Ufer des Sees trat das schweflige Gas aus dem Boden.
Der erste Zyklon hatte uns schon einen herben Strich durch unsere Reiseroute gemacht. Immerhin mussten wir auf die Fahrt an die Ostküste Neuseelands verzichten. Der zweite Zyklon innerhalb von wenigen Tagen näherte sich zu Beginn unserer Zeit in Rotorua Neuseeland und die Einheimischen bereiteten sich vor allem an der Pazifikküste auf einen der heftigsten Stürme der Geschichte vor. Gerade am Bay of Penty und Coromandel, das wir nun anschließend ansteuern wollten, wurden etliche Menschen evakuiert. Wir sahen die Zerstörung zunächst nur auf Bildern in den sozialen Netzwerken. Straßen waren durch Erdrutsche unpassierbar, Bäume, wie Zahnstocher abgeknickt worden.


Bay of Plenty scheint unerreichbar. Wir werden sehen, ob wir Coromandel in den kommenden Tagen überhaupt erreichen werden. Dort gibt es Einiges, das wir gerne sehen möchten. Die Kiwis sind wirklich unfassbar schnell und geübt darin, die Spuren der Zerstörung wieder zu beseitigen. Schließlich ist Neuseeland ein Land, das in beachtlicher Häufigkeit und Intensität von Naturkatastrophen aller Art heimgesucht wird. Wir melden uns dann aus... ja schauen wir mal! Stay tuned!

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