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Es war ja nicht ganz klar, wohin unser Weg führen würde, als wir in Rotorua waren. Nachdem Zyklon Cook, der zweite große Zyklon innerhalb kurzer Zeit Neuseelands Nordküsten ordentlich zugesetzt hatte, waren einige Straßen am Bay of Plenty und in Coromandel gesperrt worden. Wir versuchten dennoch unser Glück und fuhren nach Tauranga.


Tauranga – Pazifikflair zu Jazz-Klängen

Auf dem Weg passierten wir unzählige Baustellen und Straßensperrungen. Immer wieder mussten wir spontan unsere Route ändern, da Wege unpassierbar waren. Schlammlawinen, Erdmassen und Bäume blockierten die Straßen. Es lagen Steine und Äste auf den Straßen. Wir mussten über die 80km östlich von Tauranga gelegene Kleinstadt Whakatane an unseren Zielort fahren. Anders war es nicht möglich.

Wirklich krass, die Kraft und das Ausmaß eines solchen Zyklons zu sehen. Soweit wir das mitbekommen haben, ist es zum Glück "nur" bei materiellen Schäden geblieben. Eigentlich kaum zu glauben.

Als kleine Entschädigung führte unser Weg direkt an der Küste entlang. Nach all dem Sturm und Regen ging die Sonne sanft am Horizont unter, ehe wir einige Kilometer von Tauranga entfernt die Nacht verbrachten.


Gleich am nächsten Morgen fuhren wir direkt in das Stadtzentrum. Endlich wieder mit Sonne im Gepäck. Auf unserem Weg in die Stadt erfuhren wir zufällig von einem Jazz-Festival, das aktuell in Tauranga stattfand. Sonnenschein und Jazz-Musik? Das klang doch hervorragend.

Wie sich das für einen gemütlichen Morgen gehört, starteten wir den Tag in einem kleinen, gemütlichen Café nahe der Hafenpromenade der Stadt. Das „The Med“ war dabei genau die richtige Adresse für uns. Erstmals gab es zu unserem Cappuccino auch ein kleines Frühstück dazu. Ist ja schließlich unser Ostern-Frühstück.

Und dann kam Simon...

Kurze Zeit später nahm ein Mann am Nachbartisch Platz, der sich zu seinem Frühstück einen Kaffee bestellte und kam sofort mit uns ins Gespräch. Sein Name war Simon und er wohnte nur wenige Meter vom „The Med“ entfernt. Wir unterhielten uns bestimmt zwei Stunden und als er erfuhr, dass wir noch keinen Schlafplatz für die Nacht hatten, lud er uns einfach ganz spontan zu sich nach Hause ein.

Wir haben ja schon viel von der Gastfreundschaft der Kiwis gehört und gelesen, aber wir waren schon überrascht, wie schnell das ging. Wir verabredeten uns für den späten Nachmittag bei Simons Adresse. Wir hatten ja keine Ahnung, was uns erwarten sollte.


Flanieren auf dem Festival

Zuvor zog es uns auf das kleine Festival am Hafen der Stadt. Die Atmosphäre war herausragend. Es waren richtig viele Menschen auf den Straßen, das Wetter hätte kaum besser sein können und die Bands füllten die Gassen mit schwungvollem Jazz.
Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Tauranga
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Wir verbrachten tolle Stunden an den Bühnen des Festivals. Als wir zu unserem Auto zurückkehrten, liefen wir an einem Kino vorbei... „Da hätten wir auch mal wieder Lust drauf!“ Allem Spardrang zum Trotz holten wir uns drei Tickets für „The Fate oft the Furious“, da auch Simon spontan Lust auf Kino hatte.


Ein Traum von Haus

Kurze Zeit später kamen wir an der Adresse an, die uns Simon zuvor gegeben hatte. Die Lage seines Zuhauses war ein einziger Traum. Hoch über der Bucht Taurangas gelegen mit Blick über das Meer und die Berge. Unbeschreiblich!
Stolz zeigte uns Simon seine Wohnung und erzählte aus seinem Leben. Er war bei der Army Neuseelands und einige Auszeichnungen erhalten. Fotos und Erinnerungsstücke säumten die Ablage seines Schränkchens im Wohnzimmer.

Als er uns schließlich das Zimmer zeigte, in dem wir gerne nächtigen sollten, konnten wir unsere Begeisterung kaum zurückhalten. Nach über eineinhalb Monaten standen wir erstmals wieder vor einem richtigen Bett!


Nach einem leckeren Abendessen in einem türkischen Restaurant verbrachten wir den Abend gemeinsam im Kino. Cooler Film. Noch bessere Unterhaltung. Sehr cooler Tag.


Kultur und ein „deutscher Abend“

So entspannt waren wir lange nicht in den Tag gestartet. Wir mussten uns nach dem Aufwachen weder raus in die Kälte zwingen, um uns Frühstück zu machen, noch mussten wir uns überhaupt selbst ein Frühstück machen. Simon hatte bereits alles vorbereitet, als wir gerade noch den Schlaf aus den Augen wischend aus dem Schlafzimmer kamen.


„Good morning guys – hope you had a nice sleep!“ – Den hatten wir definitiv. Wie die Babys haben wir in dem großen, bequemen Bett geschlafen. Dazu gab’s eine Art Müsli zum Frühstück. Einfach perfekt.


Während wir voller Tatendrang nur so strotzen, stellte sich Simon eher auf einen ruhigen Nachmittag ein. So trennten wir uns vorläufig gegen Mittag mit der festen Vereinbarung, uns am Abend wiederzusehen. Dann nämlich würden wir für Simon ein echtes, deutsches Abendessen zaubern. Als kleines Dankeschön, dann gleich nach dem Frühstück lud uns Simon ein, doch einfach noch eine Nacht in Tauranga zu verbringen. Bei ihm versteht sich. Wir taten uns nicht wirklich schwer bei der Entscheidung!


Tauranga Art Gallery

Das Wetter war leicht unbeständig an diesem Tag. Kein Problem, wir hatten uns ohnehin einen kleinen, kulturellen Ausflug vorgenommen. In der Tauranga Art Gallery gab es eine Ausstellung („Paradox Inside“) gesellschaftskritischer Künstler, die unser Interesse geweckt hatte. Darunter waren beispielsweise Werke von inzwischen weltberühmten Streetartkünstler Banksy, der mit dem „Rage – the Flower Thrower“ große Bekanntheit erlangt hatte. Kennst du ihn?
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Wir hatten nun wieder richtig schönes Wetter als wir die eindrucksvolle Ausstellung wieder verließen. Also nichts wie ab auf die Wiese am Hafen und sich bei Jazzklängen die Sonne ins Gesicht strahlen lassen.
Nachdem wir uns für das Abendessen bei Pak’N’Save mit den nötigen Zutaten ausgestattet hatten, ging es zurück zu Simon. Der wartete bereits neugierig, was ihn erwarten würde.
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Frikadellen mit Bratkartoffeln und Gurkensalat

Gespannt schaute Simon immer wieder in seiner Küche vorbei, die wir kurzerhand zu unserem Revier erklärt hatten. Wir hatten richtig Bock, unserem Gastgeber etwas für seine wahnsinnige Gastfreundlichkeit zurückzugeben. Er wollte unbedingt ein deutsches Abendessen probieren und da es außerhalb Deutschlands ein Ding der Unmöglichkeit ist, eine richtig gute Brotzeit zu zaubern, entschieden wir uns für eine echte, deutsche, zünftige Hausmannskost. Frikadellen mit Bratkartoffeln und Gurkensalat. Einfach, aber lecker!


Simon war begeistert. Und wir waren überglücklich, dass uns das Essen gelungen war. Immerhin haben wir beide nie zuvor Frikadellen selbst gemacht. Den Abend ausklingen ließen wir – und Achtung jetzt bitte alle Verfechter von Filmen, die man gesehen haben muss, weghören – mit Matrix. Nira und ich hatten nie zuvor eine Minute von Matrix gesehen. Für Simon war es ein unbedingtes Bedürfnis, diesen Missstand sofort zu beseitigen.

Zweiter Tag, zweiter guter Film. Man könnte sagen: Läuft bei uns.


Eine lang erwartete Reise

Unser Schlaf wurde am nächsten Morgen gleich um 6:00 Uhr vehement unterbrochen. Wir mussten früh raus. Nicht etwa, weil Simon uns schleunigst loswerden wollte, sondern vielmehr, weil wir unser nächstes Abenteuer ansteuern wollten. Die Verabschiedung von Simon war herzlich. Wir hatten eine grandiose Zeit zusammen. Wir durften einen besonderen Eindruck der Gastfreundlichkeit Neuseelands erhalten, der uns wirklich überrascht hatte. Als die Sonne gerade am Horizont über die Hügel Taurangas spitze, sprangen wir zu Samweiß ins Auto und machten uns auf den Weg. Auf den Weg in die Heimat von Samweiß. Auf den Weg ins Auenland. Stay tuned!

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