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Weltreise_Backpacking_Neuseeland_Coromandel
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Nerd-Modus an.

Nein, Spaß. Wir bombardieren euch in diesem Beitrag nicht mit den besten „Herr-der-Ringe“ oder „Der Hobbit“-Zitaten. Auch, wenn es cool wäre.

Wir waren in Neuseeland bisher wirklich sehr sparsam unterwegs. Wir haben uns das viele Geld für eine Gletscherwanderung am Fox oder Franz Josef Gletscher gespart. Wir konnten leider die Wale in Kaikoura nicht beobachten, was wir echt bedauert haben. Unsere Urlaubskasse hat es gefreut. Wir sind von keiner Brücke gesprungen, aus keinem Flugzeug, nichts. Jetzt haben wir uns wirklich einmal etwas aus dieser Kategorie gegönnt, auch wenn diese Tour eher einseitig – nämlich bei mir – hoch im Kurs stand:

Ein Ausflug nach Hobbiton (79$ pro Person).

Vier (!) strahlende Augen im Auenland

Gleich auf dem Teilnehmerzettel zur ersten Tour um 8:30 Uhr standen unsere beiden Namen drauf. Den Tipp können wir auch nur weitergeben, denn um diese Zeit läuft noch absolut niemand durch das Filmset und damit auch noch niemand vor eurer Kameralinse herum.

Mit einem kleinen, grünen „Hobbiton-Bus“ ging es vom Eingang hinein ins Auenlands. Peter Jackson himself hieß uns durch den kleinen TV im Bus in Hobbiton Willkommen und präsentierte noch einmal einige Szenen mit der passenden Filmmusik als Einstimmung auf die Tour. Wie sich das für eine echte Movieset-Tour gehört, gab es natürlich auch eine Blicke hinter die Kulissen. Unfassbar, welcher Aufwand hier betrieben wurde, um die Vorstellungen von Herrn Jackson umzusetzen.

Nach etwa fünf Minuten kamen wir an – im Auenland.
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Unser Guide für den Morgen war Cass. Cass kannte jeden Hobbit beim Namen. Sie wusste ALLES über die Hobbits und ALLES über die Filme. Ganz stolz erzählte sie auch, dass es ihr kleiner Cousin war, der eine 4-Sekunden-Rolle als Statist bei Bilbos Rückkehr in „Der Hobbit“-Trilogie hatte. Wirklich süß. Es war ein traumhafter Morgen. Der Tau lag noch über dem Gras, als Cass den ersten Funfact auspackte. Hobbiton ist das einzige, lebende Filmset weltweit. Unzählige Mitarbeiter pflegen die 43 Hobbit-Höhlen samt ihrer Gärten jeden Tag. Schon vor dem ersten Häuschen waren wir total begeistert von den vielen, kleinen Details.

Man muss kein Fan sein, um es zu lieben

Nira hat noch keinen der Filme jemals vollständig angeschaut. Hobbiton ist aber nicht nur etwas für absolute Fans der beiden Trilogien. Klar, für die ist es der absolute Oberhammer. Da zähle ich mich selbst dazu. Ich habe über die gesamten zwei Stunden der Tour und über den gesamten Tag das Grinsen wie in mein Gesicht gemeißelt mit mir herumgetragen. Aber auch Nira war total begeistert.
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Liebe zum Detail

Wer sich ganz genau auskennt, erkennt auch die Liebe zum Details in Hobbiton. Beispielsweise steht die Türe an Bilbos und Frodos Höhle noch heute offen. Cass hat uns aber davor gewarnt, hineinzusehen, um uns die schöne Vorstellung aus dem Film nicht kaputt zu machen. Diese – wie auch alle anderen Unterschlupfe – sind völlig leer. Keine vollen Vorratskammern, kein Buch und auch keine schlafenden Hobbits. Das alles entstammte den kreativen Köpfen in den Filmstudios in Wellington.

Der Baum ganz oben über Beutelsend ist nicht einmal ein echter Baum. Für „Der Hobbit“ der zeitlich vor dem „Herr der Ringe“ spielt, aber erst danach gedreht wurde, musste ein „jüngerer Baum“ über Beutelsend gepflanzt werden. Der hat die Strapazen irgendwie nicht überstanden und so hat man kurzerhand einen Fake-Baum aufgestellt.
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Für uns war es die reinste Entdeckungstour. Wir hätten uns vor jeder einzelnen Türe fotografieren können. So schön fanden wir es. Vor Frodos Türe hatte man einen wunderschönen Ausblick auf den See und den Green Dragon, die Kneipe in Hobbiton.
Ist doch ganz klar, dass wir auch das Zuhause unseres lieben Samweiß besucht haben, der uns so sicher und treu durch Neuseeland gebracht hat. Seine Höhle ist direkt am Festplatz vor dem großen Baum. Der Baum war übrigens der Grund, warum sich Peter Jackson vom Helikopter aus für diesen Ort entscheiden hat, als er den Drehort für die Auenland-Szenen gesucht hatte. Der Baum hatte in seinen Augen die perfekte Form.

Das Land Drumherum war vor dem Dreh ein einziges Sumpfgebiet und wurde mithilfe des neuseeländischen Militärs zu einer hügeligen Graslandschaft umfunktioniert. Da die Regierung Peter Jackson keine finanzielle Hilfe zusagen konnte, versprach man ihm immerhin die Kraft des Militärs und seiner Männer. Muss ein interessantes Gefühl für die Bewohner der Region gewesen sein, als zur Aufbereitung des Sets zahlreiche Militärs mit schwerem Gerät in die beschauliche Gegend einmarschiert sind.

Cheers im Green Dragon

Das Ende der zweistündigen Tour fand im Green Dragon standesgemäß bei einem Freibier statt. Richtig gut. Für den Film wurde extra ein Bier gebraut und das durfte nur einen geringen Alkoholwert haben, um die Hobbits beim Leeren ihrer Krüge nicht von den behaarten Füßen zu holen. Da die Szenen nie beim ersten Versuch „im Kasten“ waren, hätte sich ein höherprozentiges Bier negativ auf den weiteren Dreh auswirken können, um es diplomatisch auszudrücken.
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Früh aufstehen lohnte sich in Hobbiton wirklich, denn als erste Tour war logischerweise auch niemand vor uns im Green Dragon. Die Plätzchen am Kamin waren alle frei, es gab kein Anstehen am Ausschank und auch kein Gedränge für ein schönes Erinnerungsfoto.

So konnte man es wirklich genießen.

Wir hatten anschließend noch einige Zeit zur Verfügung, um auf eigene Faust vor dem Green Dragon spazieren zu gehen. Es fühlte sich so oft an, als wäre man gerade Teil des Films gewesen. Alles wirkte so echt. Das Mühlrad drehte sich noch genauso, wie zum Zeitpunkt als Gandalf auf seinem Gespann über die Brücke ritt.
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Wir nahmen den letzten Schluck aus unserem Becher und marschierten zurück zum Bus. Auf dem Rückweg liefen noch einmal die glücklichen Schlussszenen der beiden Trilogien, die im Auenland endeten. Als wir unsere Blicke vom Fernseher gelöst hatten, stoppte der Bus und wir waren wieder zurück in der Realität. Am Parkplatz von Hobbiton.


Es war wie eine kleine Fantasiereise in eine wunderschöne Idylle. „Der Herr der Ringe“ war fester Bestandteil meiner Jugend. Ich bin ein großer Fan der Filme und auch für Nira war es als Nicht-Fan ein unvergesslicher Ausflug.
Die Tour war aber nicht nur deswegen cool, weil man den Drehort einmal näher anschauen konnte. Es war vor allem auch die Begeisterung und Hingabe von Cass, unserem Guide. Sie ist in der unmittelbaren Umgebung aufgewachsen und hat die Entstehung des Epos von der ersten Minute an mitbekommen. So hat sie auch über ihre Begegnung mit Sir Peter Jackson und von der anfänglichen Skepsis der Bewohner über ein permanentes Filmset vor ihrer Haustüre geplaudert. Als der Film dann aber derart durch die Decke gegangen ist und Fans den Drehort besuchen wollten, profitierte die gesamte Region von diesem Projekt.


Mittlerweile kommt man in ganz Neuseeland gar nicht mehr an den beiden Trilogien vorbei. Noch heute sind die Buchläden und Souvenirshops voll von Frodo und seinen Gefährten. Es gibt ganze Tour-Büros, die einzig auf die Erkundung der vielen Filmkulissen ausgerichtet sind.
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Auf unserer Reise durch Neuseeland geht es jetzt auf die Halbinsel Coromandel. Die Straßen sind nach den Zyklonen wieder alle frei und die Wettervorhersage ist superklasse. Auf einen Ort freuen wir uns dabei ganz besonders. Welcher das ist? Stay tuned“

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