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Auckland. Die größte Stadt Neuseelands. Für gewöhnlich enden oder beginnen die meisten Reisen durch Neuseeland genau hier. Auffällig ist aber irgendwie, dass niemand gut über die Metropole zwischen der Tasman Sea und dem Pazifik spricht? Warum ist das so? Als ausgemachte „Selbstüberzeuger“ sind wir dieser Frage einmal auf den Grund gegangen und haben eine völlig konträre Meinung, als die Allgemeinheit.


Auckland ist unsere letzte Station in Neuseeland. Nach 66 Tagen und über 9.000 Kilometern in unserem treuen Samweiß und unendlich vielen Eindrücken und Erlebnissen endet unser Roadtrip genau hier. In der Stadt, die niemand zu mögen scheint. Nicht einmal die Neuseeländer selbst.


Erst einmal in die Northlands

Zugegeben, wir haben uns ein wenig von den vielen negativen Äußerungen über Auckland beeinflussen lassen. Als wir auf dem Highway 1 nach Auckland erstmals im Stau standen, überkam uns das Gefühl, doch erst einmal nicht in die City zu fahren, sondern in die Northlands durchzufahren.

Die Northlands sind der nördlichste Bezirk Neuseelands und beginnen direkt vor den Toren Aucklands. Noch einmal Natur und Ruhe genießen, bevor wir uns in den Stadttrubel stürzen.


Wunderschöne Putra Falls

„Da vorne können wir mal halten. Da soll es schöne Wasserfälle geben.“ Spontane Stops sind einer der großen Vorteile, wenn man mit einem eigenen Auto ein Land bereist. Andernfalls hätten wir wohl niemals die gut versteckten Putra Falls in der Nähe von Whangarai entdeckt. Keine Menschenseele trieb sich hier herum, als wir die wenigen hundert Meter von der Schotterstraße hinunter zu den Wasserfällen marschierten. Und der Stop hat sich richtig gelohnt.

Waipu Caves – der (kostenlose) Hotspot für echte Höhlenforscher

Gleich um die Ecke zu den Putra Falls liegt eine der bekanntesten Höhlen Neuseelands. Wir kamen am Nachmittag erst dort an, daher waren kaum noch Menschen in der insgesamt drei Kilometer langen und tiefen Höhle unterwegs. Wer ist schon so verrückt und steigt um diese Zeit noch in eine Höhle ab? Noch dazu in eine Höhle, bei der man die meiste Zeit durchs Wasser waten muss. Wir vielleicht? Nein, so verrückt sind nicht einmal wir.

Ein kurzer Blick in den Eingang der Höhle und uns war klar: Das wird heute nichts.
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Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen wir an einem kleinen Parkplatz-Freecamp nördlich von Whangarai an. Dem Lake Waro Camp. Wir hatten gehört und gelesen, dass im Ortskern von Whangarai in der Vergangenheit immer wieder Autos von Locals aufgebrochen wurden. Darauf hatten wir an unseren letzten Tagen in Neuseeland mal so gar keine Lust. Auch am Lake Waro fuhren am Abend immer wieder „düstere“ Gestalten in ihren Schrottkisten am Parkplatz vorbei. Nachts blieb es aber ruhig und es hat sich auch niemand an unserer Vorratskammer vergangen.
 
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Bay of Island und Cape Reinga – kann man Machen, muss man aber nicht

So richtig warm geworden sind wir bisher nicht mit den Northlands, das müssen wir gestehen. Irgendwie wirkt hier alles etwas schroffer, etwas düsterer... Schwer zu sagen. Dieser Spirit Neuseelands liegt nicht so richtig in der Luft.

Vielleicht könnte sich das an den Bay of Islands ändern. Um in diese Welt eintauchen zu können, empfiehlt es sich aber, eine Bootstour zu machen. Andernfalls kommt man nur schwer an die wirklich schönen Punkte. Das Wetter war an diesem Tag nicht auf unserer Seite und so sparten wir uns die teure Bootsfahrt und gönnten uns stattdessen einmal mehr Fish & Chips in einem der kleinen Orte am Bay of Island. Das waren aber keine gewöhnlichen Fish & Chips, sondern die „World Famous Fish & Chips“ in Mangonui. Wer ihnen dieses Prädikat verliehen hat, ist uns selbst nach einiger Recherche nicht ganz klar. Fakt ist: Lecker war’s!
Erst am Folgetag starteten wir auf die schier endlose Nordroute zum Beginn des Highway 1, der einmal durch ganz Neuseeland führt. Unser Ziel: Cape Reinga, der nördlichste Punkt Neuseelands, wo sich nach der Sage der Maori Tasman Sea und Pazifik zum gemeinsamen Tanz von Mann und Frau treffen. An der Stelle, an der die Meere aufeinandertreffen schlagen die Wellen förmlich ineinander. Das war schon cool zu sehen.
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Insgesamt ist der Ort natürlich sehr touristisch. Der Leuchtturm, die Sage und viele, schöne Küstentracks ziehen Touristen noch und nöcher an. Der 90 Miles Beach ist ein weiteres Highlight der Northlands. Auf dem mega langen Strandabschnitt kann man sogar mit dem Auto fahren. Leider hat es kurz zuvor heftig zu regnen begonnen und wir wollten das Risiko nicht mehr eingehen, Samweiß noch im Sand festzufahren. Etwas schisserhaft, aber da wollten wir auf Nummer sichergehen.

Unser Fazit zu den Northlands und Cape Reinga fällt daher etwas nüchtern aus: Wenn man eh schon durch die Northlands tourt, kann man auch die letzten 150km noch zum Cape Reinga fahren. Man hat aber unserer Meinung nach nichts verpasst, wenn man sich den Weg spart. Insgesamt haben uns die Northlands nicht gerade geflasht. Auf unserem Rückweg wurden wir sogar von einem vorbeifahrenden Auto mit Mittelfinger verabschiedet. Irgendwie komisch das Ganze hier oben.

Auckland – wir mögen dich!

Nach drei Tagen in den Northlands hatten wir dann aber auch genug gesehen. Jetzt hatten wir sogar richtig Lust auf einen Städtetrip. Es war Wochenende, gutes Wetter und wir hatten gute Laune. Erst Recht, weil am Wochenende in Neuseeland die meisten Parkplätze kostenfrei sind. Also auf!

Wir parkten am Victoria Park und marschierten erst einmal 1,5km in das Stadtzentrum um die Queen Street. Wen man dabei von kaum einem Ort in der Stadt übersehen kann, ist das Wahrzeichen Aucklands: Der Skytower.
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Egal wo man steht und geht, er stiehlt sich in jedes Bild. Wer jetzt denkt, unsere Bilder in Auckland seien eine Nachempfindung des Klassikers „Wo ist Walter“, der denkt sehr kreativ. Es ist aber einfach fast nicht möglich, ein Foto von Auckland ohne den Tower zu machen.


Als wir gerade durch die Shopping-Hauptstraße Aucklands, die Queen Street schlenderten, hörten wir laute Geräusche aus der Hafengegend. Anfeuerungsrufe, Musik und Applaus. Was war denn da los? Was für ein Zufall: Zu dieser Zeit fanden in Auckland die World Masters Games statt. Die Spiele sind sozusagen die Olympiade für Amateure. Sportler aus allen Disziplinen treten dabei gegeneinander an, Sonntag war Radrenn-Tag. Mitten in der City. Der Hafen war bunt geschmückt und wir kamen sogar noch in den Genuss einer echten Haka-Maori-Vorstellung. Richtig cool.

Unserem anschließenden Spaziergang am Hafen folgte ein standesgemäßer Cappuccino in der Queen Street, bevor wir uns auf den Rückweg zu Samweiß machten.


Spontan sind wir für die letzten Stunden des Tages nach Devonport gefahren, einem kleinen Vorort von Auckland auf der gegenüberliegenden Hafenseite. Uns war es im Vorfeld nicht klar, aber von hier aus hatten wir den perfekten Blick auf die Skyline Aucklands zum Sonnenuntergang. Und der hatte es so richtig in sich. Achtung!
Der Moment war ehrlich gesagt wirklich emotional. Uns überkam das erste Mal das Gefühl von Wehmut. Nie zuvor haben wir mehr Zeit in einem anderen Land verbracht. Wir haben Neuseeland hautnah erlebt. An schönen Tagen, aber auch an eiskalten Nächten hinten im Auto. Jetzt sollte diese Reise zu Ende gehen. Kann es denn wirklich sein, dass wir schon über zwei Monate hier sind? Kaum zu fassen!


Der Mt. Eden Krater

Neuer Tag. Neues Glück. Wieder hatten wir hervorragendes Wetter. Diesmal wollten wir weniger die City erkunden, als vielmehr einen der Krater, die überall das Stadtbild prägen. Der größte und bekannteste von ihnen ist der Mt. Eden Krater, den man noch dazu mit einem kurzen Marsch erreichen kann. Optimal.
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Mitten in der Stadt, zwischen Wohnsiedlungen, Geschäften und Straßen befindet sich dieses mit Gras überwachsene Loch. Anders kann man es einfach nicht nennen. Sehr beeindruckend. Zum Glück handelt es sich bei diesen Kratern um erloschene oder vielmehr inaktive Vulkane. Unser Blick glitt in die Ferne. Wir saßen einige Zeit dort oben am Kraterrand und uns schossen noch einmal die Erlebnisse und Erinnerungen unserer Zeit in Neuseeland durch den Kopf. Es war einer unserer letzten Tage. Auckland lag so lange so weit in der Zukunft. Plötzlich waren wir da. Auckland war immer dieser Ort, den keiner mag. Wir saßen hoch oben über der Stadt und fragten uns: Warum eigentlich?

Auckland ist keine Metropole, die an jeder Straßenkreuzung mit Sehenswürdigkeiten aufwartet. Auch die Skyline ist absolut überschaubar und die meisten Straßen muten nicht gerade sehenswert an. Und trotzdem sahen wir keinen Grund, Auckland nicht zu mögen. Der Hafen, der Vibe, Mt. Eden, Fish & Chips und süße Cafés... Vielleicht haben wir wenig erwartet und waren deswegen so zufrieden.

Vielleicht war es auch die Gewissheit, nicht auf einen dieser lästigen Automärkte gehen zu müssen und unser liebgewonnenes Fahrzeug unter Zeitdruck verschleudern zu müssen. Achja, apropos! Was passierte eigentlich mit Samweiß?


Samweiß wird adoptiert

Die Story erzählt sich so einfach, dass sie kaum wahr sein kann. Ist sie aber. Irgendwann am Anfang unseres Roadtrips haben wir in irgendeiner Facebook-Gruppe mal die plumpe Frage gepostet, ob „zufällig jemand Ende April ein Auto in Auckland kaufen möchte“.

Ohne Bilder.

Ohne Infos zu dem Auto.

Ohne alles.

Und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Saison in Neuseeland endet und wirklich ALLE ihr Auto verkaufen wollen und kaum potentielle Käufer nach Neuseeland reisen. Aber manchmal muss man einfach Glück haben. Eine einzige Rückmeldung erhielten wir. Von Tim. Und Tim war es auch, mit dem wir über Wochen immer wieder Kontakt hatten, dem wir unser Auto zehn Tage vor unserer Abreise gezeigt haben und der Samweiß nach eingehender Untersuchung unbedingt kaufen wollte. Einfach überragend.


The End

So kam es, dass wir uns an unserem vorletzten Tag mit Tim in Tauranga getroffen haben und nach einem gemütlichen Kaffee die Schlüssel für unseren Samweiß in seine Hände übergeben haben. Schön, dass wir einen super Besitzer für ihn gefunden haben. Achso, Tauranga?! Klingelt es da? (Wenn nein, dann schau nochmal schnell hier vorbei!)

Auch mit Simon gab es noch einmal eine Reunion. Und was für eine. Simon kochte groß auf, wir hatten einen sensationellen letzten Abend in Neuseeland.


Am nächsten Morgen, gleich ganz in der Früh saßen wir im Bus. Zum Flughafen nach Auckland. Unsere Reise durch Neuseeland ist beendet. Es war eine faszinierende Reise voller verschiedener Eindrücke. Wir wissen jetzt, wie schön die Natur wirklich sein kann und wie es sich am „Ende der Welt“ so lebt. Und wir finden es ziemlich geil.


Den nächsten Tagebucheintrag gibt es dann aus Taiwan. In diesem Sinne: Stay tuned!

4 Comments

  1. Franziska sagt:

    Hey ihr Zwei,
    sehr schöner Artikel über das Ende des Kapitels „Neuseeland“. Nachdem ich das alles gelesen und die tollen Bilder gelesen hab, muss ich das Land umso mehr sehen… allein schon wegen dem Auenland u. dem Schicksalsberg. 😉
    Das Tattoo auf deinem Arm ist neu oder (zumindest ist es mir erst jetzt in den letzten Beiträgen aufgefallen)? Sieht bisschen nach Maori-Stil aus?!
    Viele Grüße und eine schöne Zeit in Taiwan.

    • Christoph sagt:

      Hey Franziska,
      sehr wachsamer Blick ??? das tattoo habe ich in New Plymouth stechen lassen. Genau genommen ist es polynesisch also eine Richtung der Maori ?
      Schön, dass wir dich für Neuseeland noch mehr begeistern konnten – erst recht, wenn man sie LotR Drehorte sehen will ?✌?
      Viele Grüße und danke für deine Worte
      Nira & Christoph

  2. Monika Lung sagt:

    ..jetzt bin ich auch ein bisschen wehmütig…es war schön mit euch, so wenigstens ein bisschen von Neuseeland kennenlernt zu haben…
    Danke für die tolle Zeit ? und ganz viele schöne Momente und Eindrücke in Taiwan.
    Bin schon mega gespannt..ich freue mich mit euch auf die nächsten Erlebnisse!
    Guten Flug ?

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