Weltreise_Backpacking_Taiwan_Taichung
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Herzlich Willkommen an der Ostküste Taiwans. Im Gegensatz zur Westküste gibt es hier kaum Großstädte, viel weniger Straßen und Autobahnen und viel mehr Natur. Natur ist das richtige Stichwort, denn ein wesentlicher Grund, warum wir nach Hualien gefahren sind, liegt in der Landschaft. Nur wenige Kilometer nördlich von Hualien liegt der Taroko Park, Taiwans ältester und wohl beeindrucktester Nationalpark.

Wettervorhersage: Eine Woche Dauerregen! In diesem Beitrag berichten wir also, was man fünf Tage in Hualien machen kann, wenn es jeden Tag regnet (und natürlich auch, wenn die Sonne scheint!)


Gammeltag im WOW Hostel

Nach unserem Reisetag vom Sonne-Mond See bis nach Hualien haben wir erst einmal ausgeschlafen, das grandiose Frühstücksbuffet im WOW Hostel* genossen und da es aus Kübeln geschüttet hat, den gemütlichen Aufenthaltsraum im Hostel zu unserem Revier erklärt.


Ist das denn möglich, dass man wirklich mal gar nichts macht an einem Tag? Logo, ohne Probleme! Und irgendwas macht man ja doch immer: Reise planen, Orte recherchieren blabla... Bis auf einen kurzen Spaziergang am Abend haben wir nicht viel Hualien-und-Taroko-Luft geatmet an diesem Tag.


Einmal durch den Taroko Nationalpark

Neuer Tag, gleiches (Regen-)Wetter. Gegen Regen kann man sich aber ja anziehen. Kein Grund, unser Vorhaben nicht durchzuziehen, denn heute stand der erste Tag im Taroko Nationalpark an. Wir hatten richtig Bock. Raus in die Natur, ein bisschen trekken gehen, Landschaften anschauen und mit etwas Glück keiner Riesenwespe, Riesenspinne oder Riesenschlange begegnen.


Wir wollten eigentlich einen Roller mieten, um flexibel in den Nationalpark fahren zu können. Leider hat das Ordnungsamt in Deutschland uns keinen Stempel auf das Roller-Foto gemacht. Logisch, in Deutschland braucht’s den nicht, wenn ein Stempel auf dem Auto ist. Hier in Taiwan zählen aber nur Stempel. Da war keiner, also kriegen wir auch keinen Roller. Schade, denn wir hatten schon einen guten Preis für einen Tag (300NTD) ausgehandelt.


Dann musste Plan B her: Bus fahren. Das taiwanesische Tourismusamt hat hier in Hualien ein Busunternehmen, das regelmäßig in den Taroko-Nationalpark hinein- und auch wieder hinausfährt. Prinzip ist ein bisschen wie bei den bekannten Hop-On-Hop-Off-Touren. Es gibt acht Stationen im Park, die alle ein bis zwei Stunden angefahren werden. Flexibilität adé, aber besser, als gar nicht hinfahren. Ein Tagesticket kostet 250NTD pro Nase. Wer sich – wie wir – gleich sicher ist, dass ein Tag nicht langt, nimmt sich direkt das Zweitagesticket für 400NTB/Person.


Der nächste Bus fuhr dann auch 40 Minuten später los, also noch ausreichend Zeit, um noch einen von Taiwans Nationalgetränken (Bubble-Tea) in uns hineinzustürzen. Fazit zum Bubble-Tea. Keiner braucht diese Bubbles, die haben echt eine komische Konsistenz.


Damit man sich vorstellen kann, wo wir da jetzt unterwegs waren, haben wir euch die Route durch den Taroko Nationalpark vom Flyer des taiwanesischen Tourismusamts mal abfotografiert.
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Wir sind als Erstes an die Endstation nach Tianxiang mitten im Taroko Park gefahren. Der kleine Ort hat sich rein dem Tourismus verschrieben. Kein Wunder, wer ein schlechtes Timing hat kommt mit etlichen chinesischen Reisegruppen in Tainxiang an. Die Fahrt von Hualien nach Tianxiang dauert tatsächlich gut 90 Minuten, denn die Wege sind gelinde gesagt nicht optimal für Busse. Teilweise waren die Straßen so eng, dass man schon mit einem Schenkel über der Schlucht saß.

Warum so ruhig in Tianxiang?

In Tianxiang angekommen, war es so gar nicht laut und voll mit Touristen, wie man das hätte vermuten können. Gut, wir waren jetzt nicht ganz alleine. Der ein oder andere Regenschirm oder Regenponcho hat sich schon an uns vorbeigedrängt.

Hätten wir mal einen Blick auf die Website zur Taroko-Schlucht, die wir wirklich als Orientierung empfehlen könne, geworfen, hätten wir gleich erkennen können, was los war.

Wir waren auf dem Weg zum Baiyang Trail, der durch eine Höhle führt, in der ein Wasserfall von der Decke stürzt und der zu den besten Trails im Park gehört, als wir die roten Schilder mit den chinesischen Zeichen am Wegesrand bemerkten.


Baiyang Trail leider gesperrt

Richtig klar, was los ist, wurde uns aber dann erst, als wir vor der Höhle standen und unsere Backen an die Eisenstäbe quetschten, die den Weg versperrten. Der Trail war gesperrt. Warum, wieso, weshalb wurde uns nicht ganz klar. Entweder wurde der Trail nach einem der letzten Taifune unpassierbar oder wurde in irgendeiner Form ausgebaut.


(Wir haben übrigens gerade festgestellt, dass auf der Website, die wir gerade noch gelobt haben steht, dass der Baiyang Trail offen ist. Der Trail ist definitiv bis 31.08.2017 gesperrt. Also Website könnt ihr für sowas dann doch wieder vergessen!)
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Läuft. Sind wir also schon mal zwei Kilometer für die hohle Hand gelaufen. Wobei, ganz so war’s nicht, denn der Weg zum Start des Baiyang Trails war schon richtig cool.
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Wieder zurück in Tianxiang sind wir auf das Plateau des Xiangde Tempels gestiefelt. Die Kulisse hier oben ist wirklich richtig geil. Mitten in der Natur, mitten unter Bäumen steht der Pavillon. Am anderen Ende des Areals steht eine goldene Statue von Buddha. Wir waren dort oben völlig alleine und hatten trotz des schlechten Wetters eine traumhafte Aussicht auf die mystische Anmut des Nebels über den Felsen und Bäumen.
Wir hatten noch einige Zeit, bis der nächste Bus kommen würde. Statt uns hinzusetzen und zu warten, sind wir auf der spektakulären Strecke lieber zur nächsten Station (Lüshi - 2km) gelaufen. Das hat sich eh sicherer angefühlt, als mit dem Bus an den Kanten vorbeizuschürfen. Selbst, wenn man auf einer Leitplanke einen Schritt vor dem Abgrund steht!
Der Bus kam natürlich pünktlich. Wir fragen uns eh, warum man immer von deutscher Pünktlichkeit spricht. Eigentlich müsste es taiwanesische Pünktlichkeit heißen, denn hier kommen Busse und Bahnen IMMER punktpünktlich. Wenn ich da an die Bahn in Deutschland denke... ok wir kommen vom Thema ab.
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Ist denn auch was offen?

Der erste Tag im Taroko Park war schon richtig genial, obwohl wir nicht die Wege laufen konnten, wie wir es vorhatten. Also haben wir uns für den zweiten Tag gleich mal drei Wanderwege vorgenommen. Die Trails hier sind alle zwischen einem und vier Kilometern lang, also locker machbar.


Bulowan Trail – gesperrt

Wir stiegen an der Bulowan Station aus mit dem Plan, von hier über den kurzen Bulowan Trail zur Schwalbengrotte (Yanzikou Trail) zu laufen. Das Problem an der Sache? Der Trail war, surprise surprise, gesperrt. Jetzt hat die Bulowan Station die Eigenheit, dass man nur mit dem Bus über die Straße oder eben über den Bulowan Trail von der leichten Anhöhe herunterkommt. Blöd, wenn man gerade aus dem Bus gestiegen ist, der einen wieder von hier wegbringt. Wir haben aber als kleine Entschädigung einen „Aussichtspunkt“ gefunden und gleich mal ausprobiert, ob wir auch so cool posen können, wie unsere chinesischen Freunde es immer tun.

Spektakulärer Yanzikou Trail – Oh, nicht gesperrt!

Irgendwann kam dann auch mal wieder ein Bus, der uns zur Schwalbengrotte mitgenommen hat. Also hier muss man wirklich aussteigen, selbst, wenn man nur wenige Stunden in der Taroko Schlucht verbringen kann. Die Schwalbengrotte hat ihren Namen von den vielen Höhlen im Bergmassiv. Logischerweise werden diese auch von Schwalben bewohnt, sonst hätte man die Grotte ja auch Irgendein-anderer-Vogel-Grotte nennen können.
Weltreise_Backpacking_Taiwan_Hualien_Taroko
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Man fühlt sich so unfassbar klein, wenn man hier durch diese riesige Schlucht läuft. Die Felsen gehen sowas von steil in die Höhe, dass man das Gefühl hat, man sitzt im Kino in der ersten Reihe. Echt beeindruckend.


Der Schrein des ewigen Frühlings

Auch, wenn es wieder die ganze Zeit geschüttet hat, sind wir lieber zum nächsten Höhepunkt der Taroko Schlucht gelaufen, statt auf den nächsten Bus zu warten. Der Changchun Shrine, der übersetzt „Schrein des ewigen Frühlings“ heißt, ist der absolute Hotspot für chinesische Touristen. Hier war unfassbar viel los.

Offensichtlich hat sogar unsere Kamera den ganzen Trubel nicht verkraftet, denn aus irgendeinem Grund wurden wirklich ALLE Fotos von dem Schrein unscharf. Natürlich könnte es auch daran liegen, dass wir auch im Regen fotografiert haben, aber hey, das wäre nun wirklich zu einfach.

Sorry dafür, wer den Schrein gerne in scharf sehen will, kann ja mal nach Taiwan fliegen. Es lohnt sich nicht nur deswegen!!
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Übrigens wurde der Schrein zum Gedenken an 212 Todesopfer gebaut, die beim Bau der Straße von West nach Ost ums Leben gekommen sind. Noch heute gibt es in der Taroko Schlucht etliche Baustellen. Hier mal ein neuer Tunnel, hier Aufräumarbeite vom letzten Erdrutsch. Ein gefährliches Pflaster.

Shakadang Trail – Halb-gesperrt!

Der bekannteste Trail, an dem natürlich auch die Touri-Busse nicht einfach vorbeifahren, ist der Shakadang Trail. Leider ist auch dieser Trail halb-gesperrt. Die 1,5 Kilometer, die noch offen sind, lohnen sich aber trotzdem.
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Auch hier wieder: Keine Ahnung, warum der Trail gesperrt ist. Am Ende der offenen Strecke sahen wir einige Schilder und Baumaschinen. Auch hier wird also entweder gebaut oder aufgeräumt. Die Schlucht ist immer in Bewegung und mit dieser Gewissheit hätten wir um ein Haar auch schmerzhafte Bekanntschaft gemacht. Auf dem Rückweg auf dem Shakadang Trail hörten wir plötzlich einen Schlag, als aus dem Nichts etwa fünf Meter hinter uns ein kopfgroßer Felsen auf den Weg herabfiel. Schock!


Den restlichen Weg ging es ganz nah an der Felswand zurück. Auch kein Spaß, denn das ist für gewöhnlich das Revier von Spinnen, die problemlos einen Teller umfassen könnten.


Auf dem Taroko Terrace Trail ging es zurück zum Visitor Center und damit an den Eingang zum Nationalpark. Hier standen einfach sooo viele Busse. Wahnsinn!


Ein kleiner Exkurs noch:

Wer gerne den Zhuilu Old Trail (10 Kilometer) laufen möchte, sollte sich nicht erst mit seiner Ankunft in Hualien damit beschäftigen. Es gibt Wanderwege in Taiwan, für die man eine spezielle Genehmigung benötigt. Bis das genehmigt wird, kann es ein paar Tage dauern UND ihr benötigt einen taiwanesischen Kontakt, der im Notfall kontaktiert werden kann. Man kann da etwas tricksen, aber schlussendlich müsst ihr das Permit bei einer Polizeistation in Taiwan beantragen. Da wollten wir nichts riskieren, zumal die Chance eh gering war, dass das in der Kürze der Zeit bewilligt wird. Hier mal der Link zu der Seite, auf der man das Permit beantragen kann.

Mittlerweile kostet der Zhuilu Old Trail zudem ein paar Dollar (150NTD).

Fahrradtour durch Hualien

Wir waren schon kurz davor, unseren letzten ganzen Tag in Hualien wieder chillend zu verbringen, da hat es plötzlich aufgehört zu regnen. Wir haben uns am Giant-Shop am Bahnhof in Hualien zwei TOP Fahrräder ausgeliehen (150NTD/Person/Tag) und kurz eine coole Route in unsere Map kritzeln lassen und uns auf den Sattel geschwungen.


Erster Stop: Pazifik. Es tat richtig gut, wieder die Luft des Meeres in der Nase zu spüren. Mindestens genauso cool war aber der Fahrtwind auf den Rädern.
Weltreise_Backpacking_Taiwan_Hualien_Taroko
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Wir sind den ganzen Tag am Meer entlanggefahren, haben immer wieder gestoppt und einfach aufs Meer geschaut. Wir haben auf unserer Reise schon so oft auf das Meer gesehen. Ob man da immer was Neues sieht? Nö, aber es ist einfach so total beruhigend und schön!


Aus ursprünglich zwei Nächten in Hualien sind vier Nächte geworden. Wir hatten ein herausragendes Hostel, in dem wir uns super wohlgefühlt haben. Wir wollen noch einen kurzen Stop einlegen, bevor es nach Taipei geht. Wo das sein wird und wie es nach Taiwan weitergeht? Stay tuned!

6 Comments

  1. Moni sagt:

    😂🤗👍😬😯🙈😓😎😌🤔😒😨😂😊👍👍 …..einfach mega..
    mega lustig und unterhaltsam😂
    mega interessant und informativ..👍
    mega lehrreich..nicht nur für uns 😬
    mega schön..🤗
    mega … mega.. mega..
    Nochmal danke, dass ihr uns mitnehmt 💓

  2. Christian sagt:

    Einen schönen Sonntagsgruß an N & C von C. N…. Endlich mal wieder Zeit euren Blog ganz chillig zu lesen… War ja klar, das selbiger wieder mal absolut aufregend und spannend niedergetextet wurde… Beneidenswert eure Erlebnisse in diesem Nationalpark, auch wenn mir diese Bilder im Kopf, von euren „Schenkeln halb über der Schlucht“ schon ein bisschen Angst machen 😀
    Wie Moni schon sagt: Einfach MEGA, mega nice, dass ihr einem Taiwan so herrlich toll näher bringt. Ein Taiwan, wie ich es gar nie erwartet hätte.

    P.s.: Ihr habt sehr schnell und gut von den chinesischen Freunden gelernt… Sensationelles deutschinesisches Posing… I like 😉

    • Christoph sagt:

      Hey Christian,
      schön, das du Zeit gefunden hast. =) Wie immer ein Schmaus für Augen und Seele, was du uns hier hinterlassen hast. DANKE!

      Wir sind selbst soooo fasziniert und überrascht von Taiwan. Das hätten wir nie erwartet. Schön, wenn das auch rüberkommt.
      Viele Liebe Grüße
      N & C 😀 an C.N.

  3. Jule sagt:

    Wir fliegen im September nach Taiwan und dank euch kann ich es gar nicht mehr erwartet! Danke für die schönen Geschichten, Tipps und Tricks. Ich freue mich schon auf Taipeh mit euch 🙂

    • Christoph sagt:

      Hey Jule,
      ach was für eine wunderbare Entscheidung. Wir wollen gar nicht Weg! Es ist so cool hier! Du wirst es hoffentlich genauso lieben, wie wir 🙂
      Das freut uns besonders, dass du bisschen was mit unsern Geschichten anfangen kannst 😇 wenn du fragen zu Taiwan hast, hau raus gell 🙂
      Grüße
      Nira & Christoph

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