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Die meisten Reisen durch Taiwan beginnen genau hier. In Taipeh, der Hauptstadt. Die Stadt mit diesem extrem hohen Taipeh 101, der wie ein Hüne unter Zwergen steht. Wir hatten richtig viel Zeit, um Taipeh kennenzulernen. Zehn Tage klingen übertrieben viel für die Erkundung einer Stadt. Das war so auch nicht geplant, aber die Aussage könnten wir unter 90% unserer Beiträge schreiben.

Den Grund für den verlängerten Aufenthalt hier haben wir euch ja bereits in unserem letzten Blogbeitrag offengelegt, der euch dazu gebracht hat, uns förmlich die Hütte einzurennen. Dabei haben wir doch nur unsere komplette Reiseroute über den Haufen geworfen.

Hast du gar nicht mitbekommen? Dann klick doch nochmal hier rein! Wenn eine vorläufige Reiseroute nicht mehr ist, als Striche auf einem Papier…


Jetzt war Taipeh aber nicht nur der Ort, an dem wir genau das getan haben. Taipeh ist auch eine unfassbar vielseitige, interessante und bunte Stadt. Was uns überrascht hat, was man von Taipeh einfach kennt und gesehen haben muss, aber auch was uns nicht so gut gefallen hat, gibt’s in diesem Artikel auf die Augen!

Unsere Unterkünfte in Taipeh

Wir hatten in und um Taipeh insgesamt drei verschiedene Unterkünfte, die wir „alle-drei-zusammen“ komplett empfehlen können. Wir haben eine Nacht in Jiufen im Linyuan Village* übernachtet, das eher in Richtung Guesthouse geht. Lecker Frühstück, Mini-Zimmer, aber alles prima.

In Taipeh selbst haben wir einmal das Hostel gewechselt. Wir waren aber ganz und garnicht unzufrieden mit dem Starbox Hostel*, sondern haben mit dem We Come Hostel* nur wenige hundert Meter vom Starbox Hostel entfernt einfach eine günstigere Alternative gefunden.

Und nicht nur das: Das We Come Hostel war eines der schönsten, modernsten und gepflegtesten Hostels während unseres Taiwan-Trips. Noch dazu war der Weg zur Metro kürzer, was beim Stande unserer zu Fuß zurückgelegten Kilometer überaus entgegenkommend war.


So, schön. Da haben wir also übernachtet. Und was war jetzt so los in zehn Tagen Taipeh?

Die Goldgräber von Jiufen

Der kleine Bergort Jiufen 40km östlich von Taipeh hat vor ein paar Jahren den vollen Boom erlebt. Wie so oft, wenn Orte plötzlich wie verrückt von Touristen frequentiert werden, ist der Grund ein Film. Wir haben von dem Film „City of Sadness“ noch nie etwas gehört. Er soll von einem Tabuthema der taiwanesischen Geschichte handeln. Irgendein Anime soll hier auch noch gedreht worden sein, deswegen fahren neben Taiwanesen und Chinesen auch Japaner voll auf den Ort ab. Einst war Jiufen ein kleiner Ort für den Goldbergbau, heute blitzen hier nur noch die Kameras der Touristen.


Aus Taipeh fährt man für 48NTB/Person supergünstig mit dem Zug in einer Stunde nach Ruifang. Von hier fahren die Buslinien 788, 856, 1062 in wenigen Minuten für 20NTB/Person direkt nach Jiufen.


Die Lage von Jiufen ist wirklich schön. Das Dorf liegt direkt an einem Hang mit traumhafter Aussicht aufs Meer. Dank Instagram gibt es hier in Jiufen neben vielen Teeläden einen echten Star. Die Treppen in der Old Street. Iiiirgendwer hat von diesem bezaubernden Ort mal ein tolles Bild auf Instagram veröffentlicht und seitdem suchten die Menschen nach eben jenem Motiv. Da geht’s zu wie bei einer Autogramstunde von Justin Bieber. Kein Spaß!
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Ok, zugegeben. Besonders, wenn es dunkel wird und die vielen, kleinen Lampions die Straßen in einem warmen Rot einfärben, sieht das hier schon richtig gut aus. Um Punkt 19:00 gehen aber dann auch bei allen Läden und Lokalen die Rollos runter, die Müllabfuhr rollt noch einmal zu den melodischen Klängen von „Für Elise“ durch die Straßen und dann ist Ruhe.


Für uns ging es gleich am nächsten Morgen im strömenden Regen nach Taipeh. Perfekte Bedingungen, um für unsere Weiterreise vorsorgen zu können. Das Ergebnis kennst du ja mittlerweile, wenn du unseren Reiserouten-Beitrag angeklickt oder bereits gelesen hast.
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Unsere Highlights in Taipeh

Wir waren aber nicht nur rumgesessen, haben Flugrouten in Suchmaschinen geklopft und einen Kaffee nach dem andern getrunken. Wir haben auch wirklich viel unternommen in Taipeh. Die Stadt fällt oft ein bisschen „hinten runter“, wenn es um Städte in Asien geht, die wirklich was zu bieten haben.

Wir sind der Meinung, dass sich Taipeh nicht verstecken muss. Sowohl in der Stadt aber auf vor den Toren der Stadt kann man richtig coole Dinge entdecken. Du wirst vielleicht – wie wir auch – bei der einen oder anderen Aktivität überrascht sein.

Ximending – Kunst, Kultur und jede Menge Shopping

Zu einem unserer Lieblingsviertel hat sich Ximending gemausert. In dem Viertel gab es die erste Fußgängerzone Taipehs. Das Viertel lebt. Tag und Nacht. Es ist immer mega voll und am Wochenende explodieren die Straßen förmlich und es bildet sich gerne mal eine 50m lange Schlange vor dem neuen Air-Jorden-Laden.

In Ximending gibt es auch die bekannte Tattoo-Straße. Das läuft hier ab, wie am Fließband. Kurz setzen, Nadel in den Arm, Folie drüber und Servus. Die Studios sind immer voll gewesen, als wir dran vorbeigelaufen sind. Die Künstler haben einen richtig guten Ruf. Wenn wir nicht gerade als nächstes nach Mauritius, ans Meer fliegen würden, hätten wir uns vielleicht auch nochmal unter die Nadel gelegt.
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Alle lieben Baseball – Go! Go! Lamigo!

Voll überrascht waren wir, als an einem Regentag in Hualien den GANZEN Tag Baseball im TV lief. Ein Taiwanese hat uns erklärt, dass Baseball in Taiwan der absolute Volkssport ist. – „What? Echt jetzt?“

Der Gedanke kam uns dann auch eines Morges in unserem Hostel in Taipeh wieder. „Lass’ doch mal fragen, ob zufällig jemand in der Nähe spielt heute!“

Ja! Spielt jemand. Also nicht irgendjemand, sondern die Lamigo Monkeys, eine der erfolgreichsten Mannschaften Taiwans in den vergangenen Jahren empfingen die Fubon Guardians im heimischen Ballpark.

Ticket kostete 450 NTB/Person, Fahrt mit der Airport Metro 160NTB/Person. Rückfahrt war mit dem Ticket inklusive. Nicht gerade ein günstiges Vergnügen, aber es sollte sich voll lohnen.


Irgendwie blieben wir bei der Suche unseres Sitzplatzes nämlich im Fanblock der Lamigo Monkeys hängen. Die Stimmung war gigantisch. Alle tanzten, sangen, brüllten und feierten irgendwie auch uns ein bisschen dafür, dass wir dabei waren. Für Bier, Fritten und Chicken mussten wir jedenfalls nichts bezahlen und vorgestellt wurden wir auch gleich der halben Lamigo-Familie. Ein geiler Abend!
Man fährt schon über eine Stunde raus aus Taipeh und günstig ist es wie gesagt auch nicht. Aber, wenn du Zeit hast und auch keine Ahnung von Baseball hast, gönn dir das. Das war eine einzige Party. Ok, die Monkeys haben auch gewonnen, wir haben zwei Homeruns gesehen, aber die Taiwanesen feiern diesen Sport wirklich mit voller Hingabe.

Streetart, Gässchen und der Tamsui River

Wir sind jetzt keine Kenner aus der Szene, aber wir stehen voll drauf, wenn eine Stadt bunt bemalt ist. Noch mehr, wenn sich unter die künstlerische Streetart dann kleine, enge, alte Gässchen mischen, die der Stadt einen besonderen Charme verleihen. Von beidem hat Taipeh jede Menge zu bieten. Am besten entdeckt man die natürlich zu Fuß. Die besten Streetart-Darstellungen haben wir in Ximending in der Cinema-Street entdeckt und im Huashan 1914 Creative Park. Rund um den Hauptbahnhof abseits der Hauptstraßen gibt es außerdem jede Menge schöner Gassen mit Streetfood und alten Häusern, die teilweise kolonial geprägt sind.
Auch ein Spaziergang entlang des Tamsui Rivers zur Dadaocheng Wharf lohnt sich. Auf den Trichter sind wir völlig durch Zufall gekommen. Wir haben ein Los-Spiel im Hostel gemacht, bei dem man Stäbchen mit Nummern zieht, die mit einem Ort verbunden sind. Tja, ich habe die Dadaocheng Wharf gezogen. Besonders am Abend, wenn auf der anderen Flussseite im Sanchong District die Lichter angehen und Straßenmusiker die Leute ans Wasser locken, ist es besonders schön.

Taipeh 101 und der Elephant Mountain

Selbst, wenn man noch nie in Taipeh/Taiwan war, man kennt dieses eine Bild. Der Taipeh 101, mit 508m einst das höchste Gebäude der Welt, wie er majestätisch über die Stadt wacht. Tag und Nacht.

Man kann natürlich schlecht in Taipeh gewesen sein, ohne den Giganten mal aus der Nähe und auch von seinem bekanntesten Aussichtspunkt aus gesehen zu haben. Unter dem Taipeh 101 ist eine riesige Mall, so wie sich das für asiatische Wolkenkratzer gehört.

Es ist wirklich eine Herausforderung, den Turm zusammen mit unseren beiden Milchgesichtern auf ein Bild zu bekommen. Überall werden die Selfiesticks bis zum St. Nimmerleinstag ausgezogen, Kameras liegen auf dem Boden.
Da tut man sich schon leichter, wenn man den Tower vom Elefant Mountain fotografiert. Wobei leichter.. Um genau an diesen Ort zu gelangen, sind erst einmal gefühlt 1 Millionen Stufen zu überwinden. Besonders spaßig an Tagen, an denen die Temperaturen sich um die 33° bewegen und schon nach den ersten 15 Stufen dein T-Shirt eine völlig neue Farbe hat.

Überraschung, trotz des Anstiegs bist du dort oben natürlich alles andere als alleine.

Anstehen für ein Bild auf einem Felsen mit der Skyline im Hintergrund? Sorry, aber das ging uns dann doch ein bisschen zu weit.


Wir sind ganz nach oben gestiefelt, haben unsere Kamera in Position gebracht und den Sonnenuntergang genossen. Die Aussicht ist den Aufstieg wirklich wert, auch wenn sehr, sehr viele Menschen hier oben herumtoben. Wir haben im Hostel nachgefragt. Es gibt wohl keinen vergleichbar guten Punkt, an dem man etwas ungestörter die Aussicht genießen könnte. Da muss man also durch.

In Memory of...

Richtig überrascht waren wir von der Wachablösung an den nationalen Gedenkstätten Taipehs. Da wäre einerseits die Chiang Kai Shek-Gedächtnishalle in Gedenken an den ehemaligen, namensgebenden Präsidenten und andererseits der Märtyrer Schrein zur Erinnerung an die Gefallenen im Krieg.

An beiden Orten finden zur vollen Stunde Wachablösungen statt, die fast schon einer Performance entsprechen. Wir sind zweimal zufälligerweise pünktlich in die Veranstaltung geplatzt. Wirklich beeindruckend, wie die Soldaten in ihrem eigenen Marsch in höchster Präzision synchron agieren. Die übernehmende Wache wird nach der „Show“ von Mitarbeitern kurz zurechtgezupft und darf dann den Rest der Stunde stillstehen. Die Jungs machen echt keinen Mux.
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Wachablösung am Märtyrer Schrein

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Platz am Denkmal des Präsidenten Chiang Kai Shek

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Shilin Nightmarket – Nein danke!

Wer uns kennt, der weiß: Wir lieben Nachtmärkte. Das leckere Essen, die vielen, kleinen, schönen Läden und Stände. Am Abend über so einen Nightmarket bummeln gehört fast schon zum festen Programm, wenn wir in Asien reisen.

Der Shilin Nightmarket wird als schönster, größter, bester Nightmarket Taipehs angepriesen, war für uns aber eine einzige Enttäuschung. So überfüllt – und das unter der Woche – von Touristen haben wir noch nie einen Nightmarket gesehen. Menschenmassen stehen an den Streetfood-Ständen in Meterlangen Schlangen an, der Food-Court ist die reinste Konkurrenzhölle. Etwas vergleichbar Aufdringliches haben wir noch nirgends erlebt. Das war echt unangenehm. Dass uns die Leute nicht am Pulli an einen Platz gezogen haben, war noch alles. Es gibt viele schöne Stände dort, keine Frage, aber die Stimmung war da schon längst dahin.

Es gibt tausende von Nightmarkets in Taipeh, die alle viel kleiner und gemütlicher sind. Davon würden wir jeden dem Shilin Nightmarket vorziehen. Für uns war es kein Spaß dort.
Zehn Tage Taipeh. Wir hatten so viel Zeit, um die Stadt kennenzulernen und es gibt noch so viel mehr. Wir waren einen Tag in Tamsui im Norden Taipehs am Meer. Leider hat es an diesem Tag geregnet ohne Ende (natürlich erst, als wir mit der Metro dort ankamen, aber noch pünktlich, bevor wir uns dort ein Fahrrad gemietet hätten).
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Auch zum Yehliu Geopark nordwestlich von Taipeh soll sich ein Ausflug lohnen. Das haben wir dann aber nicht mehr gemacht.


Wir haben in Taipeh das möglicherweise letzte Kapitel unserer Weltreise aufgeschlagen. Die Überschrift steht schon drüber: Mauritius.

Das Meer ruft! Unsere Herzen schlagen schneller bei dem Gedanken, dass wir bald an einem der paradiesischsten Orte der Welt landen werden. Vorher werden wir noch einen 36h Stopover in Hongkong haben, auf den wir uns ebenfalls bereits riesig freuen. Wenn du auch Bock hast, die letzten Tage unserer Weltreise zu begleiten: Stay tuned!

2 Comments

  1. Moni sagt:

    Ade…tolles Taiwan…🙈 Sorry, sorry, dass die Aussicht auf das paradiesische Mauritius dir grade ein bisschen die Show stiehlt… 🙏…

    • Christoph sagt:

      Hihi Taiwan war wirklich eine Riesen-Erfahrung für uns. Es ist nicht vergleichbar mit Mauritius aber auf seine Weise einfach faszinierend! Wir waren so gerne hier!! ❤️

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