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Ohne jeden Zweifel ist Hongkong eine Stadt der Superlative in allen Bereichen. Hongkong gehört weltweit zu den Städten mit den höchsten Lebenshaltungskosten. Obwohl die Landfläche Hongkongs vergleichsweise sehr gering ist, leben hier über sieben Millionen Menschen. Tendenz steigend. Abgesehen von Monaco ist Hongkong mit 6.500 Einwohnern pro Quadratkilometer das Gebiet mit der höchsten Bevölkerungsdichte auf dieser Welt.

(Zum Vergleich, in Deutschland leben gerade einmal 230 Menschen auf einem Quadratkilometer.)

Trotzdem ist Hongkong im Vergleich zu den meisten asiatischen Städten, in denen wir bisher waren außerordentlich grün.


Wir durften 36 Stunden in dieser eindrucksvollen Stadt verbringen. Wie wir unsere Zeit genutzt haben, welchen speziellen Anlass unser Ausflug nach Hongkong hatte und wie viel Geld wir in der Sonderverwaltungszone gelassen haben?


Antworten und viele Spartipps auf all diese Fragen gibt es in diesem Blogbeitrag!

Anreise vom Flughafen

Der Flughafen Hongkongs ist standesgemäß super modern. In der Stadt mangelt es ganz besonders an einer Sache: Platz! Deswegen ist der Flughafen auch etwa 35km außerhalb der Stadt gelegen. Eine Strecke, die man vermutlich nicht zu Fuß zurücklegen möchte. Es gibt drei Wege, um in die Stadt zu kommen.


Der schnellste Weg: Der Airport-Express-Zug. In gerade einmal 24 Minuten ist man so am Schnellsten in der City. Die einfache Fahrt ist mit ca. 100 HKD nicht unbezahlbar. Wer es also besonders eilig hat, nimmt den Schnellzug. Endhaltestelle ist der zentrale Hauptbahnhof, von dem aus man mit der Metro in alle Himmelsrichtungen fahren kann.


Der einfachste Weg: Teuer, aber dafür wohl am Unkompliziertesten ist die Fahrt vom Flughafen mit dem Taxi zu deiner Unterkunft. Wir haben die Erfahrung zwar nicht selbst gemacht, laut Auskunft der offiziellen Seite des Flughafens Hongkong liegt der Preis für die Fahrt in die Innenstadt (z.B. nach Kowloon) aber bei 270 HKD. Ganz schön happig!


Der günstigste Weg: Wer lieber etwas Geld spart, als möglichst schnell in der Stadt zu sein, der nimmt den Bus. Welcher Bus der richtige für euch ist, könnt ihr am Schalter oder an der Tourist-Information erfragen. Einfach die Adresse der Unterkunft nennen und zack bekommt ihr den richtigen Bus.

Wir hatten zwar nur 36h Zeit, sind aber trotzdem mit dem Bus in die Stadt gefahren. Die Fahrt kostet gerade einmal 33 HKD/Person. Wer gleich das Hin- und Rückfahrt-Ticket kauft, zahlt sogar nur 55 HKD/Person. Das war auch unsere Wahl, denn das Ticket gilt dann für 30 Tage. Die Fahrt dauerte etwa 70 Minuten, war total bequem mit funktionierendem (!) Wifi an Bord und schöner Aussicht auf das Umland Hongkongs.
Weltreise_Backpacking_Hongkong
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Wir hatten unser Apartment in Kowloon ganz in der Nähe des Victoria Harbours. Die „Wohnung“ war ein richtiges Loch. Auf gerade einmal 6qm (!) befand sich neben einem Bett auch eine Mini-Nasszelle. Mit 21,16€ für eine Nacht war das Zimmer noch dazu kein Super-Schnäppchen, aber Wohnraum in Hongkong ist eben teuer. Wir hatten alles, was man für eine Nacht braucht. Von dieser Art Wohnungen gibt es unzählige. Unsere Wohnung war im siebten Stock oberhalb eines indischen Food- und Clothes Markets gelegen. Als wir inmitten des Gebäudes im Erdgeschoss auf der Suche nach unserem Zimmer zwischen Goldschmuck, Smartphones und indischen Gewürzen standen, waren wir uns sicher, wir hätten uns in der Adresse geirrt. Als wir dann aber von einem hilfsbereiten Inder zum Aufzug gebracht wurden, waren wir eher noch verwirrter.


Kowloon ist das am dichtesten besiedelte Viertel Hongkongs. Es war der einzige Horror, wie sich hier Massen von Menschen den ganzen Tag über durch die Straßen geschoben haben. Teilweise konnten wir während einer Grünphase an einer Fußgängerampel die Straße nicht überqueren, so viele Leute standen vor uns.

Die Skyline von Hongkong

Eindrucksvoll und völlig kostenlos ist einer unserer Lieblingsplätze in Hongkong nur wenige Gehminuten von unserem Zimmer entfernt gewesen. Der Pier am Glockenturm.

Wir haben – nachdem wir unsere Backpacks völlig verschwitzt auf unser Bett geschmissen haben – gleich den Weg ans Wasser gesucht.

Wir waren etwas verwundert, dass wir hier in Hongkong überhaupt den Himmel sehen konnten. Wir waren uns sicher, hier würden wir – wie man es aus chinesischen Städten leider irgendwie kennt – vor lauter Smog die Sonne gar nicht sehen. Falsch gedacht. Der Himmel war strahlend Blau, die Sonne knallte was das Zeug hielt und sogar das Wasser glänzte in den schönsten Farben.
Wir verbrachten einige Stunden am Pier, gingen hin und wieder ein paar Meter spazieren und sahen am Abend einen herrlichen Sonnenuntergang über der Stadt. Zu der Zeit ging es hier am Pier übrigens zu, wie an Silvester. Unfassbar, wie viele Menschen sich hier versammelt hatten, um die letzten Stunden des Tages zu genießen. Oder eigentlich viel mehr eifrig Selfies zu knipsen.


Ein oft betontes Highlight am Abend in Hongkong ist die „Symphony of Lights“, dass sich jeden Abend von 20:00 – 20:13 Uhr an der Skyline abspielt und das man hier vom Pier aus hervorragend sehen kann. Wir hatten uns ja schon zum Sonnenuntergang den perfekten Platz gesichert und sind auch gleich noch zum Abendprogramm hiergeblieben.
Es war schon schön bunt, was sich pünktlich um Acht auf der gegenüberliegenden Flussseite abspielte. Diplomatisch ausgedrückt konnten wir für uns aber resümieren, dass wir jetzt auch nichts verpasst hätten, wenn wir zu der Zeit vielleicht gerade nicht dort gewesen wären.

Unser Highlight in Hongkong

Nach der Lichtershow kam aber erst der eigentliche Höhepunkt unseres Hongkong-Trips. Genau genommen, war der Aufenthalt unseres Freundes Steph aus der Heimat sogar der ausschlaggebende Grund, weshalb wir überhaupt über Hongkong nach Mauritius geflogen sind. Nicht nur, dass wir schon seit Wochen und Monaten überlegen, an welchem Ort auf der Welt sich unsere Wege endlich kreuzen werden, logierte Steph noch dazu aus beruflichen Gründen in einem exklusive Nobelhotel Hongkongs. Mit Dachterrasse. Und wer uns kennt, der weiß: Wir lieben Dachterrassen.

Wir hatten einen grandiosen Abend über den Dächern Hongkongs, tauschten uns stundenlang über unsere Reisen aus und freuten uns über ein kleines Gefühl von Heimat. Sich irgendwo auf der Welt mit Freunden zu treffen gehört definitiv zu den coolsten Dingen, die auf so einer Reise passieren können.
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Mit der letzten Metro ging es für uns um 0:50 Uhr zurück nach Kowloon. Die Einzelfahrten mit der Metro in Hongkong im Innenstadtgebiet kosten zwischen 4,5 und 14,5 HKD pro Person und Fahrt. Die genauen Zahlen gibt’s hier!

Es gibt auch ein paar spezielle Tarife und Möglichkeiten, wie man unkomplizierter und günstiger (ja nachdem, wie oft man Fahrten mit den Öffis nutzen will) durch die Stadt kommt. Nähere Infos dazu findet ihr hier auf der Seite von MTR Hongkong.

Wir haben in Hongkong ausschließlich auf die Metro als Verkehrsmittel zurückgegriffen, da sie gefühlt alle 10 Sekunden fährt und man günstig überall hinkommt. Alle Wege, die wir mit dem Bus hätten zurücklegen können, sind wir gelaufen. Wir wollten ja immerhin etwas sehen von der Stadt.

Business meets Art – So nah und doch so fern

Nach den ereignisreichen Stunden haben wir geschlafen, wie die Babies. Davon konnte uns auch eine kaputte Klimaanlage, laute Nachbarn und ein kaum feststellbarer Sauerstoffgehalt in unserem Zimmer nicht abhalten.

Tag Zwei in Hongkong stand ganz im Zeichen der Entdeckung. Wir wollten dabei aber bewusst keine großen Ziele ansteuern, sondern uns treiben lassen und bleiben, wo es uns gefällt. Da es leider nicht möglich war, dass wir unser Gepäck bis zur Abreise in unserem Zimmer lassen konnten, lautete die erste Aufgabe des Tages: Backpacks loswerden.


Zwei Möglichkeiten haben es dafür bei uns in den engeren Kreis geschafft: Entweder In-Town-CheckIn oder einfach in ein Schließfach. Hongkong war eine der ersten Städte, die einen In-Town-Checkin eingeführt haben. Das heißt, einige Airlines haben eine Gepäckannahme am Hauptbahnhof, an der man bequem sein Gepäck abgeben kann. Kostenpunkt: 85HKD/Person.

Das wäre es uns schon wert gewesen, denn dann wäre das Gepäck nicht nur sicher verstaut, sondern wir müssten es auch nicht mit zum Flughafen schleppen. Leider brauchst du für diese Option entweder eine Octopus-Card oder ein Ticket für den Airport-Express zum Flughafen. Da wir uns für den kurzen Zeitpunkt keine Octopus-Card geholt haben und ja bekanntlich ein Hin- und Rückreiseticket mit dem Bus zum Flughafen hatten, war der In-Town-CheckIn dann schnell keine Option mehr.


Deshalb haben wir uns ein Schließfach am Hauptbahnhof gemietet. Am Ausgang B2 befindet sich der einzige Anbieter für diesen Service im Bahnhof. Für 3h zahlt man 100 HKD für zwei Backpacks und der ganze Tag kostet 130 HKD.


Rücken erleichtert. Dann konnte es ja losgehen. Diesmal starteten wir im Business-Distrikt Hongkongs. Hier reiht sich wirklich ein Super-Gebäude an das nächste. Jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, prangert hier mit seinem Logo an der Skyline. Wir waren dennoch überrascht, wie grün Hongkong ist. Entlang des Piers vom Fährhafen aus zieht sich eine wunderschöne Grünfläche mit Sportgeräten, Rasenflächen und Schattenplätzen zum Ausruhen. Wirklich angenehm.
Weltreise_Backpacking_Hongkong
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Nach einem neuerlichen Hektik-Anfall mitten im Geschäftsviertel, als gefühlt gerade alle Angestellten aller Firmen in die Mittagspause gingen, fanden wir eine richtige Oase der Ruhe: Die St. John’s Cathedral.

MITTEN unter Wolkenkratzern in einem kleinen Park gelegen ist diese kleine sandsteinfarbene Kirche wirklich ein Ruhepol. Kaum überraschend, dass hier nahezu kein Mensch war. In Hongkong nimmt man sich offensichtlich nicht viel Zeit für Ruhe.

Unter Künstlern

Keine zwei Kilometer von der St. John’s Cathedral entfernt liegt das Viertel Soho. Wie vieles im ehemals durch die Engländer kolonisierten Hongkong ist auch Soho britisch geprägt. Jede Straße hier dürfte es vom Namen her auch in London oder Manchester geben. Hippe Cafés, junge Startups und allerhand Streetart machen das Viertel zu einem wirklich sehenswerten Ort. UND! Es geht hier deutlich ruhiger zu, als in Kowloon.
Weltreise_Backpacking_Hongkong
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Abschied aus Hongkong

Nachdem wir unsere Backpacks im Bahnhof abgeholt hatten, ging es ein letztes Mal mit der Personenfähre von Starferry über den Fluss nach Kowloon. Die Fähre kostet gerade einmal 2 HKD/ Person (an Wochenenden und Feiertagen 3,40 HKD), ist also ein echter Hammer-Schnäppchen. Die Sonne ging sanft am Horizont unter, als die Fähre 10 Minuten später in Kowloon ankam. So eine Fahrt eignet sich auch gerade zu der Zeit total, um die Skyline im Licht der untergehenden Sonne zu fotografieren. Dazu muss man nicht wirklich eine teure Rundfahrt mit anderen Booten buchen. Bei dem Preis kann man auch problemlos zehnmal hin und herfahren, wenn es sein muss.

Fazit zu unserem Spartrip

Wir hätten sicherlich noch viel mehr machen und sehen können. Egal ob Disneyland, eine Fahrt mit der altehrwürdigen Peak Tram, eine Gondelfahrt oder was auch immer. Hongkong hat wirklich für jeden Geschmack etwas im Angebot.


Wir sind total zufrieden mit dem, was wir in Hongkong erlebt und gesehen haben und haben dabei noch jede Menge Geld gespart. Wir haben keinen einzigen Cent für irgendein Aktivprogramm ausgegeben, dafür sind wir einige Kilometer durch die Hitze marschiert, haben viele von unseren wenigen Stunden in Hongkong damit verbracht, über die Skyline zu staunen und endlich unser Ziel erreicht, uns irgendwo auf der Welt mit Steph zu treffen.


Das war’s definitiv wert!

Unsere Kosten in Hongkong

2 Comments

  1. Moni sagt:

    Wow..was für eine aufregende-bizarre-eindrucksvolle Stadt 👍und trotz der begrenzten Zeit die ihr hattet, habt ihr viele schöne Eindrücke eingefangen und festgehalten..👍👍

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