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Mauritius. Das Paradies auf Erden. Weiße Strände, türkises Meer, paradiesische Küstenstraßen, Traumhochzeiten. Als wir euch erzählt haben, dass wir nach Mauritius reisen werden, dürfte bei den Meisten von euch genau dieses Bild im Kopf entstanden sein:
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Oder zumindest ein vergleichbares Bild oder? Kein Wunder, Mauritius ist genau das. Paradiesisch, traumhaft, wunderschön...

Mauritius ist aber in der Wahrnehmung vieler auch total touristisch, luxuriös und damit auch megateuer. Passt eigentlich gar nicht zu den Reisezielen, die wir bisher so angesteuert haben oder?
Höchste Zeit einmal aufzuklären, warum wir nach Mauritius gereist sind, was wir hier eigentlich seit über einer Woche treiben und wie wir es auch hier schaffen, dass unsere Kreditkarte nicht in alle Richtungen explodiert.

Ankunft im Paradies

Das war schon wirklich komisch... Unser Flieger aus Hongkong landete nach gut neun Stunden pünktlich zur aufgehenden Sonne auf Mauritius und was war? Es schüttete in Strömen. So haben wir uns das doch vorgestellt.


Es wurde aber noch bunter. Bei der Einreise nach Mauritius kamen wir uns vor wie in Palma de Mallorca, denn kurz vor uns war ein Urlaubsflieger aus Deutschland eben auch genau hier gelandet. Da MUSS es an Bord Sonnenhüte gratis gegeben haben, denn gefühlt JEDER hatte so einen auf. Zur Erinnerung. Es regnete.


Während sich die Horden dann vor dem Flughafen auf die bereitstehenden Tourbusse und Taxis aufteilten, um in alle Richtungen auszuschwärmen, zogen wir die Regencapes über die Backpacks und marschierten zur Bushaltestelle. Es dauerte nur ein paar Minuten und wir saßen im ersten von insgesamt drei Bussen in Richtung Norden. Mit uns die gesamte afrikanische Arbeiterschaft des Südens der Insel, die wohl in den Norden pendelte. Immerhin war es früh am Morgen (Unser Flieger war um 6:30 gelandet). Die Fahrt mit dem Bus in Mauritius kostet je nach Strecke zwischen 30 und 90 Cent pro Person.

Zum Vergleich: Die Fahrt mit dem Taxi hätte uns etwa 35 EUR gekostet. Wir schliefen mehrmals ein im Bus. Wir waren echt noch hundemüde. Nach etwa 1,5h wechselten wir in Port Louis, der Hauptstadt Mauritius’ dann ein letztes Mal den Bus. Wieder eine Stunde später waren wir da: Pereybere


Mittlerweile regnete es auch nicht mehr und die Sonne tat alles dafür, dass die letzten Meter zu Fuß mit unseren Backpacks zum Leidensweg wurden.

Wie das dann immer in solchen Situationen ist, hat auch maps.me unsere Unterkunft irgendwie falsch geortet und erst, als wir einige Minuten orientierungslos herumgeirrt waren, fanden wir durch Zufall doch den richtigen Weg. Wir standen vor einem großen, schwarzen Tor. Durch den Sichtschutz konnten wir in Ausschnitten bereits erkennen, dass dieser Ort ein ganz besonderer war. Einige Sekunden, nachdem wir geklingelt hatten, öffnete sich das Tor sanft.
Wir waren völlig erschlagen von dem Anblick. Durch die Haustüre kam uns ein Mann entgegen, der über beide Backen strahlte. „Welcome to Villa Iona“. Wir hatten uns nicht in der Adresse geirrt. Wir standen tatsächlich in der Einfahrt unseres neuen Zuhauses.


WOW.


Haben wir nicht gerade noch davon gesprochen, dass wir euch erzählen wollen, dass wir auch in Mauritius günstig um die Runden kommen? Und dann preschen wir mit so einer Bude um die Ecke? What? Passt doch nicht!

Passt wie die Faust auf’s Auge! Villa Iona ist ein absoluter Glücksfund. Wir zahlen hier pro Nacht 32 EUR – zusammen! Für uns beide! Inklusive Frühstück! Und das ist ein Frühstück Leute! Aber von vorne.


Keith und Lucie sind die Besitzer dieses Schmuckstücks und wir haben es auf Airbnb gefunden (Hast du auch Lust drauf? Dann schau mal hier vorbei und erhalte gleich noch einen 35€ Gutschein bei Airbnb!)

Wenn ihr im Wörterbuch unter Herzlichkeit, Fröhlichkeit, Gastfreundlichkeit nachschlagt, findet ihr ganz sicher immer die beiden mit einem freudestrahlenden Gesicht unter Definition. Die beiden sind Wahnsinn, wirklich.
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Bitte versteht das gerne als Werbung. Aber nicht als Werbung, für die wir etwas bekommen. Es ist die ehrlichste aller Werbungen, weil die beiden es wirklich verdienen. Sie sind einfach wundervolle Gastgeber. Wir fühlen uns hier wie in einer Familie. Wir waren schon zusammen bei einem Internationalen Squash Turnier, durften uns von Lucie’s überragenden Kochkünsten überzeugen und die beiden haben uns bei der Suche nach einem Roller und einem Mietwagen unterstützt. Sie sind wunderbar! Also. Wenn du mal nach Mauritius kommst, frag mal bei Keith & Lucie nach und richte schöne Grüße von Nira & Christoph aus. Wir stellen den Kontakt auch gerne her. Kein Problem.

Beach-Hopping im Norden

Villa Iona ist nur 10 Minuten zu Fuß von Pereybere Beach entfernt. Unser Haus- und Hof-Strand sozusagen. Wir lieben Pereybere Beach. Der kleine Strandabschnitt hat alles, worunter man sich Mauritius vorstellt. Fast jeder unserer Tage endete bisher genau hier beim Sonnenuntergang. Es hat einfach etwas Heimisches hier. Die Frauen an den Streedfood-Kiosks kennen uns bereits und „nach Hause“ ist es nur ein Katzensprung.


Es war aber dann doch schnell für uns beide klar, dass wir jetzt nicht tagelang tatenlos am Strand rumliegen werden. Deswegen haben wir uns wieder einen Roller geholt. Es ist und bleibt einfach das beste Gefühl, im Sonnenschein den Fahrtwind zu spüren und auf engen Küstenstraßen am Meer entlang zu fahren und zu stoppen, wo immer man möchte.


Wir haben im Norden mittlerweile so ziemlich jedes weiße Sandkorn, jeden Ort und jede Palme einmal gesehen. Die Strände sind hier so vielfältig und verschieden. Mal genossen wir die Aussicht am Bain Boef, dann wanderten wir über die schwarzen Felsen am Cap Malheureux, an dem auch die romantische Notre Dame steht, um uns dann wieder ins bunte Treiben am Grande Baie zu stürzen. Beach-Hopping in Mauritius... hach, da kommen wir ins Schwärmen. Auch die kleinen Orte haben alle ihre Highlights. Mal sind es die kleinen und religiösen Stätten, dann sind es bunte Märkte. Auch abseits der touristischen Strände ist Mauritius wirklich sehenswert.
Weltreise_Backpacking_Mauritius_Norden
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Da beantwortet sich eigentlich auch die Frage von selbst, warum wir überhaupt nach Mauritius gekommen sind. Kurz und knapp: Weil wir Bock hatten. Bock auf Relaxen, Bock auf Sonne, Strand, Meer und Palmen. Aber auch Bock, die Insel mit ihren vielfältigen Möglichkeiten zu erkunden. Einfach Bock, unsere Weltreise im Bilderbuch-Paradies ausklingen zu lassen (Auch, wenn das noch nicht endgültig fix ist!).

Klar war aber auch, dass wir uns nicht wie die Ober-Touris die Sonne auf den Ranzen scheinen lassen, bis wir einen Sonnenbrand nach dem anderen von unserer Haut schälen können. Klar war auch, dass wir hier nicht in Saus und Braus leben können. Wir waren noch kein einziges Mal im Restaurant essen, wir werden hier keine Tour mit einem Katamaran auf eine der vorgelagerten Inseln machen, auch wenn sie uns jeden Tag mehrere Male angeboten wird und schon gar nicht werden wir hier mit den Löwen spazieren gehen, wie es Touristen hier angeboten wird. Da sind wir dann auch schon nicht mehr beim „nicht können“, sondern ganz tief drin im „nicht wollen“ bzw. „vollkommen ablehnen“!


Mauritius – und dessen muss man sich auch bewusst sein – ist nicht nur für uns als Backpacker ein Paradies. Der Tourismus hat die Menschen hier von den Zuckerrohrfeldern geholt. Den Menschen geht es gut hier, weil irre viele Touristen ihre Insel zum Urlauben einfach toll finden. Die meisten von diesen Menschen reisen vermutlich etwas anders als wir. Mauritius ist schon hauptsächlich von Pauschalurlaubern bevölkert. Hatten wir uns aber ehrlicherweise auch „schlimmer“ vorgestellt hier. So mit Speisekarten auf Deutsch und so. Vielleicht kommt uns da aktuell auch die Tatsache ein Wenig entgegen, dass wir uns mittlerweile in der Nebensaison befinden. Selbst an extrem belebten Stränden wie dem Grand Baie ist es komplett ruhig. Wer gerne mal im Mittelpunkt steht, geht in der Nebensaison auf einen Bazar in Mauritius. Da hast du die völlige Aufmerksamkeit auf deiner Seite, denn außer dir wirst du vielleicht maximal eine Handvoll anderer Touristen finden.
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Port Louis – Multikulti

Mauritius ist ein Land voller Kulturen und Religionen. Alleine vier unterschiedliche Kolonialherren herrschten in den vergangenen Jahrhunderten über die kleine Zuckerrohr-Insel. Mit den Briten kamen Inder in das Land, die heute etwa zwei Drittel der gesamten Bevölkerung ausmachen. Ein weiteres Viertel machen die sog. Kreolen aus, also ehemalige Sklaven aus Afrika und Madagaskar. Ein paar Chinese hat’s auch noch.
In Port Louis, der Hauptstadt und gleichzeitig auch mit rund 150 Tausend Einwohnern größten Stadt Mauritius’ kommt dieses bunte Zusammenleben der Kulturen besonders schön zur Geltung. Hier stehen Moscheen neben den Toren zum Chinatown. Irgendwie leben hier alle bunt gemischt zusammen. Wir haben die schönsten Kombinationen aus Religionen, Sprachen und Kulturen gesehen. Dazu hat Port Louis eine wunderschöne Waterfront, die ganz stark kolonial geprägt ist und an der sich auch das Aapravasi Ghat befindet. Das Aapravasi Ghat ist UNESCO Weltkulturerbe und besonders bekannt für die 14 Stufen seines Eingangs, die jeder Einwanderer passieren musste. Heute sind zwar nur noch einige Reste vorhanden, dennoch hat die Einrichtung aus kultureller Sicht große Bedeutung für die Geschichte von Mauritus.
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On the Road(trip) again

Wir haben uns für die nächsten Tage – mit Hilfe von Keith & Lucie – einen kleinen Mietwagen organisiert. Mauritius ist zwar eine kleine Insel, aber für die „längeren“ Strecken wollten wir uns gerne den kleinen Luxus gönnen. Der letzte Roadtrip ist sowieso schon wieder über einen Monat her. Wird also ohnehin mal wieder Zeit.


Wir genießen Mauritius momentan wirklich in vollen Zügen. Es ist genau das Richtige gerade. Wir gehen an den Strand, wenn wir wollen. Wir springen ins Meer, wenn wir wollen. Wir schwingen uns auf unseren Roller und erkunden die Insel, wie wir es immer tun würden, genau, wenn wir wollen. Dazu wohnen wir in einer Traum-Villa, die für uns nie erschwinglich war. In der Nebensaison ist sie das. Doch dann haben wir noch Keith & Lucie, die uns mit einem Frühstück versorgen, gegen das wirklich jedes Buffet in einem Hotel abstinken würde. Ganz zu schweigen von den Local-Tipps, die wir von den beiden bekommen. Wird schwer, sich von alldem wieder zu entwöhnen, das steht jetzt schon fest.


Müssen wir aber ja zum Glück erstmal noch nicht. Gerade haben wir mit Keith unseren „Schlachtplan“ für unseren Roadtrip in den Süden von Mauritius entworfen. „Schau mer mal“ was das wird. Stay tuned!

7 Comments

  1. Moni sagt:

    …wo ihr lebt was ihr liebt..
    ..und wo Träume Wirklichkeit werden.. wenigstens für eine kleine Weile..
    ..ich gönne es euch ..und freue mich sehr, dass ihr so einen mega Traum erleben könnt ❤
    (gaaaanz neidisch bin 😍)

  2. Joii sagt:

    Hey ihr Beiden… suche das Haus Iona… finde es leider nicht, habt Ihr einen link?
    Liebe Gruesse
    Joii

  3. Andrea schmitt sagt:

    Hey ihr beiden. .Habt ihr ne reiseroute für mich? Werd die erste Woche in le morne sein und überlege die 2.wochen rum zureisen

    • Christoph sagt:

      Hey Andrea,
      eine Wanderung in Le Morne auf den Aussichtspunkt solltest du dir nicht entgehen lassen 🙂 Wenn du die Insel ein bisschen besser kennenlernen willst, am besten ein Auto mieten 🙂 gar nicht teuer!
      Über Flix-Flak nach Port Louis – Pereybere und die Ecke um Gran Baye – Runter Richtung Ile auch Serf und ziemlich zentral auf der Insel gibt’s auch einiges an Natur (Wasserfälle) zu entdecken 🙂
      Grüße aus Mexiko
      Nira & Christoph

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