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Weltreise_Rückkehr
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Mauritius ist wirklich winzig. Ganz so klein, dass wir die ganze Insel mit dem Roller erkunden könnten, ist es dann auch wieder nicht. Keith, unser Airbnb-Host hat mal total treffend beschrieben, dass es keinen Ort auf der Insel gibt, der länger als 1,5h mit dem Auto entfernt liegt. Egal, wo man gerade ist.

Das Busnetz hier auf Mauritius ist zwar wirklich richtig gut, wir wollten dann aber doch lieber flexibel und mobil sein. Deswegen haben uns Keith & Lucie bei einem Bekannten einen Mietwagen zum Sahnepreis organisiert. Gerade mal 800 Rupien (etwa 20 EUR) zahlten wir pro Tag für unseren kleinen Flitzer.


Wir haben den Kleinen erst mal für drei Tage gebucht. So viel sei schon verraten: Es kam noch ein vierter Tag dazu.


Dann hieß es wieder: Back on the Road. Nach Namibia, Botswana. Südafrika und Neuseeland also unser dritter Roadtrip. Wenn’s auch nur ein Mini-Roadtrip war. Welche wundervollen Ecken wir in den Tagen erkundet haben und für welches Spektakel wir ganze drei (!) Anläufe gebraucht haben, verraten wir in diesem Blogbeitrag.


Wir haben zur Orientierung diesmal eine kleine Map erstellt. So kann man sich ungefähr vorstellen, wo wir herumgedüst sind. Tada.

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Roadtrip Tag #1 – Das Paradies kann auch dirty

Als Sivam, der Autovermieter, mit dem kleinen Hyundai i10 in die Einfahrt einbog und uns kurz darauf eine kleine Führung um sein Auto gab, strahlte die Sonne noch voller Vorfreude auf unseren ersten Roadtrip-Tag auf Mauritius. Der kleine Flitzer hätte vermutlich zweimal in den Kofferraum unseres Samweiß in Neuseeland gepasst. Hat aber für völlig ausgereicht, wir mussten ja zum Glück nicht hinten drin schlafen.


Was das Klima und Wetter betrifft, hat Mauritius viele Besonderheiten zu bieten. Eine davon ist die Tatsache, dass man an einem Ort vor Hitze verfließen kann, während es keine zehn Kilometer entfernt in Strömen regnet. Mit diesem Phänomen durften auch wir gleich in den ersten Roadtrip-Minuten Bekanntschaft machen. Wir waren gerade im Zentrum der Insel angekommen und freuten uns noch über unser Timing, das Auto zum schönsten Sonnenschein gemietet zu haben, da schüttete es plötzlich was das Zeug hielt.

Klippen von Gris Gris

Am südlichsten Punkt Mauritius’ in Gris Gris (Punkt 1 auf der Map) angekommen, hatten wir dann auch so garnicht mehr das Gefühl, im immerschönen Paradies von Mauritius zu sein. Das hatte eher was von Neuseeland. Dicke, fette Regenwolken, der Sturm peitschte die Wellen auf Baumgröße auf und es prasselte mal mehr und mal weniger Regen auf uns herab. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

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Das war schon eindrucksvoll, mit welch einer Kraft die Wellen hier an das Land donnerten. Vor allem, weil die Küsten von Mauritius ansonsten so gar nicht rau, sondern eher kuschlig weich sind.


Der heiligste Pilgerort der Hindus auf Mauritius – Grand Bassin

Strand war an diesem Tag also nicht angesagt, dann konnten wir uns ja ungehindert unserem nächsten Ziel widmen. Dem Grand Bassin (Punkt 2) oder auch Ganga Talao. Das Grand Bassin ist ein schöner See und gleichzeitig der heiligste Pilgerort der Hindus auf Mauritius. Ein wirklich magischer Ort, auch, wenn der Regen teile der Tempelanlage sogar überflutet hatte, als wir dort ankamen. Die Größe des Pilgerwegs, die Anzahl der Parkplätze und die vielen Anbetungsstätten konnten uns nur vermuten lassen, was hier los sein KANN. Im Regen schauen sich die Menschen einfach nicht so gerne Sachen an wie es scheint, wir waren nämlich fast alleine dort unterwegs. Da saßen schon mehr Affen auf den Dächern des Tempels um uns herum.

Entdeckungstour mit dem Local-Opi

Eigentlich wollten wir nach dem Spaziergang im Regen am Grand Bassin zurückfahren. Wie es dann aber eben manchmal so kommt, haben wir uns glücklicherweise noch für einen kurzen Stop entschieden. Der Regen hatte sich eine kurze Verschnaufpause gegönnt, als wir gerade in der Nähe des Aussichtspunkts auf die Tamarin Falls (Punkt 3) einen kleinen Snack zu uns nahmen. Plötzlich stand ein alter Mann mit einer überschaubaren Anzahl von Zähnen an Nira’s Fenster und winkte freundlich. Er sprach kein Wort Englisch, überzeugte uns aber auf sympathische Weise ihm zu folgen.


Also. Auto kurz an den Rand geparkt. Kamera geschultert. Los ging’s. Wo der Mann genau mit uns hinwollte? Wir hofften mal an einen guten Aussichtspunkt, den wir selbst vielleicht nicht finden würden. Irgendwie schwang dann aber nach einem guten Kilometer auch ein bisschen Skepsis mit, die schlagartig in Erstaunen umschlug, als der nette Mann erstmals durch ein Gebüsch deutete. Vor uns lag eine tiefe Schlucht, an deren Hang sich der höchste Wasserfall auf Mauritius seinen Weg in die Tiefe bahnte. Die Tamarin Falls. Wow, wirklich beeindruckend.
Wir wollten uns schon höflich bedanken und den Rückweg antreten, da machte der Opi in seinen Gummistiefeln klar, dass es das noch nicht gewesen war mit seiner Führung. Wir hefteten uns also wieder an seine Versen. Eigentlich hatten wir gesehen, was wir gesucht hatten. Was sollte da noch kommen?
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Das war schon kein kurzer Marsch, den wir da hinlegten. Wir kamen vorbei an gigantischen Zuckerrohrfeldern. Der Opi pflückte hin und wieder etwas Gestrüpp aus dem Busch. Mal war es Pfeffer, mal eine gut duftende Blume. Eine letzte Linkskurve und wir waren am Ziel. Ohne Vorwarnung erstreckte sich das Ende der gewaltigen Schlucht vor uns und wir blickten geradewegs aufs Meer. Sorry, aber solche Momente kommen auf Fotos einfach nie so rüber, wie sie sich tatsächlich angefühlt haben.
Ein toller Moment. Und der Opi strahlte. Er hatte offensichtlich mitbekommen, wie dankbar wir ihm für die kleine Führung an diesen Ort waren. Als kleines Dankeschön haben wir ihn dann zur Bushaltestelle des Ortes mitgenommen und ihm noch ein schönes Trinkgeld gegeben. Wieder einmal eine super coole Erfahrung. Unser erster Roadtrip-Tag auf Mauritius hätte auch sprichwörtlich ins Wasser fallen können. Ist er aber nicht. Wir waren total happy mit unserer Ausbeute für den ersten Tag.

Roadtrip Tag #2 – Strandkunde in Flic en Flac und bunte Erde in Chamarel

Tag zwei auf der Straße kam dann irgendwie zufällig zustande. Wir waren erst einmal total überrascht, dass die Sonne zurückgekehrt war, wo doch Regen gemeldet war (Keiner braucht Wetterapps!). Wir hatten da noch eine aufgeschobene Verabredung mit einem weiteren Traumstrand auf Mauritius. Flic en Flac (Punkt 4) an der Westküste der Insel. Ja, kein Wunder, dass hier ein Hotelbunker neben dem anderen steht. Der Strand in Flic en Flac zieht sich über hunderte Meter in die Länge und ist schlichtweg paradiesisch.
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Trotzdem kommt Flic en Flac nicht an unseren Heimatstrand in Pereybere heran. Der Grund ist einfach: Hier in Flic en Flac beginnt direkt am Ufer das Korallenriff. Nix mit einfach mal schnell reinlaufen ins Wasser. Hörst du schon den peniblen Perfektionisten heraus? Bei so viel Traumstränden kommt es einfach auf Details an. Also. Pereybere weiterhin Number One!

Seven Colored Earths von Chamarel

Jetzt waren wir aber auch nicht den ganzen Tag am Strand gelegen. Wir haben uns das Auto ja nicht gemietet, um schneller an irgendwelche Strände zu kommen. Gut, das war auch ein Grund, aber hauptsächlich wollten wir doch ein bisschen mehr von der Insel sehen!

Für unser nächstes Ziel haben wir übrigens das erste Mal auf Mauritius etwas für eine Unternehmung zahlen müssen. Um zu den „seven colored earth“ und den Chamarel Falls (Punkt 5) zu gelangen, wurden pro Person 225 Rupien pro Person fällig.


Chamarel Falls

Dafür bekamen wir aber auch direkt einen Bilderbuch-Wasserfall präsentiert. Die Chamarel Falls gehören zum Areal der siebenfarbigen Erde und sind einfach traumhaft schön.
Ein paar hundert Meter weiter breitet sich schließlich die namensgebende Erde des Parks auf einer eingezäunten Fläche aus. Es war mal wieder herrlich zu sehen, was Mutter Natur so schaffen kann, auch wenn es insgesamt doch sehr touristisch anmutete. Schon alleine wegen den Chamarel Falls hätten wir die Fahrt nach Chamarel aber weiterempfohlen. Wir lieben einfach Wasserfälle. Auch die „seven colored earths“ sind einen Besuch wert, keine Frage.
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Es war schon Nachmittag als wir ganz im Süden am Berg Le Morne (Punkt 6) ankamen. Wir wollten da ja eigentlich gleich mal hochspazieren, als wir sahen, dass der Zugang zu dem Wanderweg bereits um 16:00 (!) geschlossen wird. Da wir keine Nacht in der Wildnis riskieren wollten, war der Plan für den dritten Roadtrip-Tag gleich geschmiedet: Morgen wiederkommen. Und zwar eher.

Roadtrip Tag #3 – Le Morne und doch nicht Le Morne

Tag Drei lief irgendwie gar nicht so richtig an bei uns. Erst haben wir ewig gefrühstückt, dann sind wir überhaupt nicht in die Puschen gekommen und dann hat es dank dem Wochenend-Ausflugs-Verkehr wieder bis Nachmittag gedauert, ehe wir in Le Morne waren. Der Wärter hat schon freundlich mit dem Kopf geschüttelt, als wir uns gerade die Schuhe geschnürt hatten. Och ne – echt jetzt? Keine Chance, wir durften nicht mehr loslaufen. Da wussten wir ja noch nicht, was uns erwarten würde...


Spontan haben wir einen neuen Plan geschmiedet: Wir brauchen das Auto noch einen Tag, fahren am nächsten Tag gleich um 10:00 Uhr los und dann laufen wir diesen Track zum Viewpoint! Ganz sicher!

Ein kleines Alternativprogramm war auch schnell gefunden. Le Morne hat nicht nur diesen faszinierenden Hügel am Meer, sondern entlang der Straße im Süden auch traumhafte Strände. Mehr müssen wir wohl nicht sagen:

Roadtrip Tag #4 – Die Sensation im dritten Anlauf

Pünktlich um 11:30 standen wir mit zwei Wasserflaschen, einer Packung Kokoskeksen und Kameraequipment bewaffnet am Einlass zum Track. Der Ranger hat uns direkt wiedererkannt und freundlich gewunken.


Wir hatten ja keine Ahnung, was das für eine Wanderung werden sollte. Was wir dachten: Man läuft da auf einen schönen Viewpoint, macht ein paar schöne Bilder und genießt den Blick auf die Weite des Meeres und läuft wieder runter. Zwei Stunden in Total – maximal.

Es kam natürlich anders. Der Wanderweg lässt sich super laufen. Nach ein paar Minuten kommen ein paar knackige Steigungen bis zum ersten Viewpoint, den wir bereits nach zwanzig Minuten erreicht hatten. Schon hier war der Ausblick nicht von schlechten Eltern.
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Merkst du, wie sich die Spannung langsam aufbaut? So lief das bei uns auch irgendwie. Mit jedem Meter in die Höhe wurde die Aussicht besser. Irgendwie logisch oder? Das Wetter war aber an diesem Tag auch wirklich herausragend gut. Ein bisschen windig, aber super schön!

Dann kamen wir nach einer guten halben Stunde an einem kleinen Rastplatz an. Von hier hatte man wirklich einen herausragenden Blick auf das Meer, aber auch auf Teile der Insel.
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Was uns dann richtig überraschte: Wir sahen Menschen zwischen den Felsen von Le Morne herumklettern. Sollte man da etwa noch weiter hoch trekken können? Wenn man Le Morne aus der Ferne sieht, wirkt das Bergmassiv absolut un-erklimmbar. Ein Fels, wie er senkrechter kaum in den Himmel steigen könnte. Offensichtlich war es aber doch möglich, denn – wie gesagt – wir sagen da oben ja Menschen.


Wir folgten dem kleinen Pfad, der uns näher an den Felsen heranführte, bis...
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.. ja bis und dieses Tor den Weg versperrte. Das Kuriose war, dass zu dem Zeitpunkt, an dem wir dort ankamen, gerade auf der anderen Seite des Tors ein junger Mann stand. Wie war der dort reingekommen? Seine Antwort war ebenso banal wie einleuchtend: Drüber klettern.


Ob so ein Tor, das teilweise mit Stacheldraht und hohen Gerüsten gesichert ist, dafür gemacht ist, um darüber zu klettern, sei mal dahingestellt. Fakt ist, wir waren wenige Minuten später jedenfalls nicht auf dem Rückweg hinab vom Berg.


Bereits nach wenigen Minuten war klar, warum man den Weg vorsorglich lieber abgesperrt hatte. Wir standen vor einem Klettersteig. Man konnte den Berg nur erklimmen, indem man einen relativ steile Neigung hinaufklettern würde. Klingt vermutlich gefährlicher, als es war. Ganz ohne war es aber auf jeden Fall nicht.


Wir benötigten über eine Stunde, bis wir schließlich am Gipfelkreuz ankamen. Der Wind pfiff so extrem über die Klippen, dass wir kaum stehen konnten. Die Aussicht jedoch war einzigartig. Einfach fabelhaft. In so einem Fall lassen wir lieber ein paar Bilder sprechen, als uns hier mit Formulierungen abzukämpfen.
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Nachdem wir einige Zeit auf dem Gipfel verbracht hatten und Erinnerungsfotos mit einigen Locals geschossen hatten, ging es zurück. Mit abnehmender Ausdauer, zunehmendem Hunger und im steten Kampf mit dem Wind trug auch das plötzliche Auftauchen einiger Feuerwehrmänner nicht gerade zu einem beruhigenden Abstieg bei. Die Feuerwehr vermutete, dass jemand abgestürzt war. Wie sich später herausgestellt hatte, war eine Gruppe von drei Personen schlichtweg schwindelig geworden dort oben und sie kamen nicht mehr alleine runter. Ist also wirklich nichts für schwache Nerven dort oben.

Uns bleibt der Aufstieg, die Aussicht und der gesamte Tag besonders in Erinnerung. Das war ein fantastischer Moment, den Gipfel erklommen zu haben und die wunderbare Aussicht von dort oben genießen zu können. Ein Traum.
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Nach der anstrengenden Wanderung, die alles in Allem übrigens rund vier Stunden gedauert hatte, gönnen wir uns jetzt erst mal wieder ein paar Tage am Strand. Wir melden uns dann also mit frischem Sonnenbrand im nächsten Beitrag. Achso, unser Auto haben wir wieder gegen einen Roller ausgetauscht, ganz werden wir also auch wieder nicht auf der faulen Haut herumliegen. Stay tuned!

4 Comments

  1. Moni sagt:

    ..du hast wohl morgens immer einen Clown gefrühstückt bevor ihr los gefahren seid..😂😂…
    Tolle Fotos habt ihr da wieder gezaubert..macht Lust auf mehr 😉…
    Gegen Sonnenbrand könnte übrigens LSF 50 helfen 😉..
    Gibt’s eigentlich Postkarten auf Mauritius 😁🤗😇😗😌 💓

  2. Maxi sagt:

    Es ist immer wieder ein innerliches Blumenpflücken eure Berichte zu lesen, vielen Dank dafür. 😛
    Am liebsten wäre es mir, wenn ihr noch ewig auf Reisen wärt.. (sicher genau wie euch 😉 )
    Viel Spaß und tolle Erlebnisse weiterhin!

    Liebe Grüße
    Maxi

    • Christoph sagt:

      Hey maxi,

      Ein inneres Blumen pflücken gefällt uns riiiiichtig gut. Sehr poetisch 🙂 Vielen lieben Dank! Ja das wäre uns auch nicht ganz unrecht, das stimmt 🤗
      Nach der Reise ist ja bekanntlich vor der Reise, wenn man so denkt, ist es garnicht so schlimm 🙂

      Viele Grüße
      Nira & Christoph

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