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Weltreise-Restart in Mexiko – Los geht’s in Cancun
21. September 2017
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Holbox und die Frage: Was darf man jetzt eigentlich erwarten?
2. Oktober 2017
Wir verließen Cancun mit einem Strahlen im Gesicht. Lucas, unser Airbnb-Host hatte uns noch an den ADO Busterminal gebracht, uns den richtigen Bus gezeigt und uns herzlich verabschiedet.

Mit dem großen roten ADO-Bus ging es keine 10 Minuten später für 68 MX$ p.P. (etwa 3,20 EUR) nach Playa del Carmen.


In Playa del Carmen haben wir ein kleines, günstiges Apartment (Casa Seloa*, etwa 17 EUR pro Nacht im DZ) gefunden, das wir für eine ganze Woche zu unserer Basis erklärt haben! Der Ort liegt etwa 70km südlich von Cancun, im Bus lief die spanische Version von „Findet Dorie“ und noch vor dem Ende des Films hieß es: Bitte alle aussteigen, wir sind da!


Spoiler-Alarm: Der Film hatte ein Happy End.

Auch Playa del Carmen ist super-touristisch. Was wollen wir also genau hier?

Playa del Carmen war für unsere Überlegungen der strategische Ausgangspunkt schlechthin. Jetzt kommen wir hier mit Strategie um die Ecke, wo wir doch immer sagen, dass wir „planlos“ und „frei“ reisen.


Ja, das stimmt auch.


Aber Gedanken machen wir uns trotzdem. Meist eben recht kurzfristig und aus dem Bauch heraus. Wir haben für uns den Plan gefasst, dass wir von hier mit einem kleinen Mietwagen einige Ziele ansteuern wollen, die wir unbedingt sehen möchten.


Gesagt, getan.
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Valladolid und die Frage: Wo kommen eigentlich die ganzen Käfer her?

Zwei Tage später saßen wir in einem echten Chevy auf dem Weg nach Valladolid. Ok, es war jetzt kein Bumblebee, wie man ihn aus Transformers kennt, aber immerhin (ein Spark ^^).


Die Straßen im Osten Mexikos sind wirklich gut. Besonders die, auf denen kaum andere Autos fahren und bei der man aufgrund mangelnder Spanisch-Kenntnisse erst an der zweiten Kontrollstelle erfährt, dass sie kostenpflichtig sind. Wir haben also gleich nach 50 Kilometern auf Mexikos Straßen Lehrgeld zahlen dürfen.

Insider-Tipp: Wir haben unseren Mietwagen bei ALAMO in Playa del Carmen gemietet. Das Auto war in sehr gutem Zustand und der Service und die Freundlichkeit bei ALAMO haben uns bewegt, sie auf unserem Blog zu erwähnen.

Ganz zu schweigen vom Preis: Wir haben für den Mietwagen gerade einmal 8,33 EUR pro Tag bezahlt.
Nach etwa 2,5h rollten wir in Valladolid ein. Die Fahrt hat länger gedauert, als wir gedacht hätten.


Valladolid ist eine der ältesten Städte Lateinamerikas und besitzt einen unfassbar ansteckenden Charme. Mitten im Zentrum der Stadt erhebt sich die Iglesia de San Servacio über die bunten Gassen und gefühlt an jeder Straßenecke steht ein alter VW Käfer (Volkswagen hat noch bis vor 15 Jahren hier das kleine Kult-Mobil gebaut).
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Insider-Tipp: Die MEX 180 / 180D verbindet Playa del Carmen mit Valladolid und wurde erst vor kurzer Zeit in Betrieb genommen. Bei El Tintal führt eine kostenfreie Straße parallel zur MEX 180 D ebenfalls nach Valladolid. Bis hierhin fallen 100MX$ (etwa 5 EUR) Gebühren an.

Alternative geht’s komplett kostenfrei über Cancun oder Tulum nach Valladolid.

Es war einer dieser Tage, an denen man aus dem klimatisierten Auto aussteigt und nach fünf Minuten aussieht, als wäre man in einen Tropenregen gekommen. Es war brütend heiß in Valladolid. Wir schlenderten einige Gässchen entlang und genossen die Aussicht auf die wunderschöne Kirche.


Valladolid war an diesem Tag aber nicht das Hauptziel unserer Reise.


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Vor unserer Abreise nach Mexiko haben wir von Marlena von Adventure in my Backpack erfahren, dass der 22. September ein ganz besonderer Tag an einem ganz besonderen Ort ist.

Chichen Itza – unser erster Kontakt mit der Maya-Kultur


Chichen Itza ist eine der berühmtesten Maya-Stätten und liegt circa 50 Kilometer westlich von Valladolid.


Gleich mal die beeindruckensten Fakten zu Chichen Itza vorweg:
  • Die Maya Chichen Itza auf der Basis aufwendiger mathematischer und astronomischer Berechnungen errichtet und ist seit 2007 eines der neuen 7 Weltwunder
  • El Castillo, die große Pyramide hat 91 Stufen und das an jeder Seite. Multipliziert ergibt das 364. Mit dem großen Plateau auf der Spitze kommt man auf 365 Tage und damit auf die Anzahl der Tage des Jahres der Maya
  • Steht man vor El Castillo und klatscht in die Hände, klingt das Echo wie ein Pistolenschuss
  • Zweimal im Jahr ist am Tag der Sonnenwende (Äquinoktium, also Tag- und Nachtgleiche) ein Phänomen an El Castillo zu beobachten. Der Schatten an einer der Treppen ähnelt dann einer Schlange, die sich die Treppe hinunterbewegt
Und genau dieser Tag, Äquinoktium, war heute. Am 22. September 2017. Deswegen sind wir nach Chichen Itza gefahren. Also AUCH deswegen.


Seid möglichst früh da, haben sie gesagt.


Um 15:00 Uhr (!) sind wir endlich am Haupteingang von Chichen Itza angekommen. Nicht etwa, weil wir endlos getrödelt haben. Die Strecke hat sich wirklich unendlich gezogen. Wir haben unseren Mietwagen auch erst um 10:00 Uhr abholen können und wäre nicht das Schatten-Phänomen für diesen Tag angekündigt gewesen: Wir hätten Chichen Itza an einem anderen Tag besucht.
Insider-Tipp: Früh aufstehen lohnt sich mal wieder. Wer um 8:00 Uhr bereits auf das Gelände von Chichen Itza kommt, der darf sich freuen. Dann ist wirklich noch absolut niemand hier unterwegs. Fotos ohne Menschen an so einem Ort? Bitteschön!

Klar, an so einem Tag kostet der Eintritt statt üblich 172MX$ pro Person (etwa 8,50 EUR) natürlich gleich mal 70MX$ pro Person (3,50 EUR) mehr. Logisch, ist ja Feiertag!


Draußen reihte sich ein Bus an den anderen. An den Stufen zum Eingang hat uns ein freundliches amerikanisches Paar noch ihren Sonnenschirm in die Hand gedrückt. Ihre Worte, dass wir ihn noch brauchen werden, bewahrheiteten sich bereits nach wenigen Minuten.


Dann nämlich traten wir ehrfürchtig aus dem Schatten des Waldes vor die gigantische Kukulcan Pyramide (El Castillo). Kukulcan ist übrigens die Schlangengottheit der Maya.


Ein sagenhafter Anblick.
Kaum zu glauben, wie gut dieses Meisterwerk der Architektur nach so vielen Jahrhunderten heute noch erhalten ist. Anders, als vor einigen Jahren darf man heute auch nicht mehr auf der Pyramide herumlaufen. Wir sagen: Gut so!


Auf dem gesamten Plateau gibt es kaum Schatten. Der Schweiß schoss uns wie Artilleriegeschosse über die Stirn. Immer und immer wieder. Als wir uns dann um kurz nach 16:00 Uhr ein gemütliches Plätzchen in der prallen Sonne unter unserem Sonnenschirm gesichert hatten, hieß es:

Abwarten.


Irgendwann zwischen 16 und 17:00 sollte sich der Schatten hinter dem steinernen Schlangenkopf am Ende der Treppe so gebildet haben, dass die Schlange gänzlich erkennbar ist. Ob die Maya dieses Phänomen so geplant haben, ist übrigens nicht überliefert. Da streiten sich sogar Wissenschaftler drüber. Aber mal unter uns: Die Maya sind nachweislich eines der intelligentesten Völker dieser Zeit gewesen. Da kann das doch kein Zufall sein!


Wir merkten, dass keiner so wirklich wusste oder sich vorstellen konnte, wann und wie sich das Spektakel abspielen sollte. Die vielen Gesichter vor der Pyramide blickten fragend herum.


Was passiert hier eigentlich?

Nach etwa 30 Minuten und noch ehe wir endgültig eine Frage auf diese Antwort finden konnten, schob sich eine dicke, fette Wolke genau vor die Sonne.

Ernsthaft?

Und jetzt?

Ohne Sonne kein Schatten. Und ohne Schatten keine Schatten-Schlange, die sich majestätisch an der Wand der Pyramide herunterschlängelt.


Na, wartest du gerade auch auf das Happy End?

Das haben wir auch.

Und es kam nicht.

Um 17:30 (eigentlich sogar bereits um 16:30, wenn nicht gerade Sonnenwende ist) schließt Chichen Itza seine Tore. Die Wolke vor der Sonne wurde immer größer. Auch die euphorischen Anfeuerungsrufe einiger asiatischer Sonnenanbeter halfen nicht.


Es gab keine Schattenschlange.

Wir wissen jetzt auch erst Dank dieses Videos auf Youtube, was dort wirklich passiert (Die Erklärung kommt ab 2:17 Minuten).

Unser Fazit zum Äquinoktium bei Chichen Itza


Ok, ganz ehrlich. Es war irgendwie ein cooles Gefühl, an diesem speziellen Tag an diesem einzigartigen Ort zu sein. Zu hoffen, dass irgendetwas spektakuläres passieren könnte, war viel spannender, als das tatsächliche Ergebnis am Ende.


Die Bauwerke der Maya selbst haben uns da viel mehr umgehauen. Wie konnte ein Volk solch ein Meisterwerk errichten? Sind diese ganzen Phänomene rund um El Castillo Zufall oder steckt Berechnung dahinter. Immerhin gelten die Maya in den Überlieferungen als hoch entwickeltes Volk.
In uns hat das den Entdeckergeist geweckt. Auf der Halbinsel Yucatan und tief bis nach Mittelamerika gibt es eine Vielzahl weiterer Ruinen und Ausgrabungen der Maya. Jetzt wollen wir mehr wissen! Du auch?


Stay tuned!

Hier geht's zu unserem VLOG in Valladolid und Chichen Itza

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