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Das kennt doch jeder oder?

Du reist an einen Ort und hörst im Vorfeld nur die besten Erzählungen darüber. Nur Superlative. Deine Erwartungshaltung steigt automatisch so heftig. Mit ihr auch deine Vorfreude.


Was ist das für ein magischer Ort, von dem alle so schwärmen?

Genau so erging es uns irgendwie mit Holbox.


Heute berichten wir von unseren vier Tagen auf dieser Insel und fragen uns rückblickend:


Was haben wir eigentlich erwartet und was war’s am Ende wirklich?

Anreise nach Holbox


Die kleine Insel Holbox im Golf von Mexiko liegt nordwestlich von Cancun. Die nette Dame am Schalter der Bushaltestelle von ADO in Playa del Carmen tippte unser Wunschziel in den Computer ein. Dann deutete sie ´auf ihren Bildschirm. 255 MX$ (etwa 12,00 EUR) pro Person.

Alternativen?

Gab es.


Den Mayab-Bus nehmen, der statt knapp zwei Stunden dann einen halben Tag (6h) braucht, weil er den vollen Umweg fährt. Und das für 1-2 EUR weniger. Nein, Danke!
Eine private Taxifahrt, die uns, abgesehen vom monströsen Preis von 1.500 MX$ (75 EUR) dank des Fahrstils mexikanischer Busfahrer nicht einmal einen Zeitvorteil verschafft hätte...


Die Frage nach den Alternativen hat sich nach nur wenigen Sekunden selbst beantwortet. Wir nehmen den ADO Bus.
Insider-Tipp: Achtung, es fährt am Tag nur ein einziger ADO-Bus von Playa del Carmen nach Chiquila (Holbox). Der Bus fährt um 9:25 Uhr (Stand: 09.2017)
 
Nach gut zwei Stunden kamen wir in Chiquila, einem kleinen Örtchen, aus dessen Hafen zwei große Fährunternehmen die Menschen nach Holbox übersetzen, an. Die Fähren starten abwechselnd alle 30 Minuten. Wer gerade knapp eine Fähre verpasst hat und keine halbe Stunde warten möchte, kann sich von einem der Bootsmänner am Hafen gerne auch privat nach Holbox fahren lassen.

Egal, wie man es macht: Die Überfahrt liegt bei 140 MX$ (etwa 7 EUR) pro Person.

Der erste Eindruck


Ende September heißt in Mexiko: Regenzeit. Hier auf Holbox hält sich das Wetter offensichtlich ganz genau an die saisonalen Vorgaben. Holbox ist komplett auf Sand gebaut, nur davon war bei unserer Ankunft nicht mehr viel zu sehen.

Tags zuvor muss hier ein heftiger Tropensturm über die Insel gezogen sein, denn dort, wo eigentlich Straßen sein sollten, waren nur Bäche und Seen zu finden.

Knöcheltief versteht sich.

Wir hatten uns hier auf Holbox ein Airbnb-Zimmer für drei Nächte gemietet. Ein wirklich toller Fund, wie wir finden.

(Wenn du auch mal mit Airbnb verreisen möchtest, klick gerne mal auf diesen Link und erhalte einen 30€-Gutschein für deine erste Buchung!)


Nicht gerade ein Schnäppchen, aber damit wären wir auch beim ersten Punkt:

Die Unterkünfte auf Holbox sind grundsätzlich nicht gerade günstig.


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Unser erster Eindruck war jetzt weniger beeinflusst von den Massen an Wasser, die sich hier auf den Wegen befanden, denn in solchen Situationen denken wir nicht an nasse Füße, sondern an die Menschen, die ihre Häuser vor den Wassermassen schützen.

Die hingegen haben das mit der Ruhe genommen, die Holbox insgesamt ausstrahlt.

Ein Grund, warum Holbox einen echten Hype genießt: Die Uhren laufen hier sehr langsam. Wer Ruhe sucht, der findet sie hier auf Holbox. Anders als auf Isla Mujeres steht hier auch nicht ein Luxus-Hotel neben dem anderen. Es werden keine wilden Partys gefeiert. Wenn es mal laut wird, dann, weil einer der Hoteliers die Nebensaison für einige Renovierungsarbeiten nutzt oder weil abends mexikanische Live-Musik aus einer der Strand-Bars erklingt. Aber auch hier: Um 23:00 Uhr wird es deutlich ruhiger.

Was macht man also auf Holbox? Was haben wir auf Holbox gemacht?


Holbox besteht aus mehreren Inseln. Man kann Moskito Island und Co. – ganz ehrlich, welcher Verrückte fährt auf eine Insel mit diesem Namen – mit einer Tour erkunden, schnorcheln und fischen gehen.

Von Juli bis Mitte September kann man hier sogar mit gigantischen Walhaien tauchen gehen – Mist, knapp verpasst!

Ein weiteres animalisches Highlight sind die Flamingos im Osten der Insel. Da hatten wir leider auch kein Glück.


Da auf Holbox keine Autos fahren, gibt’s zur Fortbewegung drei Möglichkeiten.

Golfkart für 1200MX$ (60 EUR) aufwärts ausleihen.

Fahrrad fahren (1 EUR pro Stunde, 9 EUR pro Tag).

Laufen. 100% kostenlos.


Wir waren jeden Tag ausgiebig spazieren, haben auch außerhalb von Moskito Island die Hochburgen der Stechmücken entdeckt, sind meterweit ins Meer gelaufen, während eine Gruppe kleiner Stachelrochen an unseren Füßen vorbeimanövrierte und haben jeden Abend den Sonnenuntergang genossen.


Was man eben so macht auf einer Insel.
Weltreise_Backpacking_Mexiko_Holbox
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Wer auf künstlerische Streetart steht, dem wird Holbox ebenfalls gefallen. Einige davon, wie etwas das kleine Mädchen mit dem Weltall-Hut haben dank Instagram sogar schon richtigen Fame erlangt.
Beim Thema Meer und Strand hatten wir dieses Erwartungsproblem. Wir kamen aus Cancun, Isla Mujeres und Tulum. Die Strände dort sind einzigartig schön, der Sand ist weich wie Mehl und das Meer hat diese karibische Blau-Vielfalt.

Auch hier in Holbox sind Strand und Meer wirklich schön. Das wird jetzt auch keine neue „Hot or Not“ Challenge. Das Schöne hier ist, dass man wirklich mehrere Meter ins Meer laufen kann und das Wasser klettert nur wenige Zentimeter am Schienbein hinauf, so seicht ist es dort.

Vielleicht lag es auch an der Saison, aber die Strände waren weder weich, sondern eher kieselig, noch waren sie weiß. Überall lag Seegras am Ufer und ganz ehrlich: Stellenweise hat es richtig gestunken. Wir waren natürlich extrem verwöhnt von den Karibikstränden an der Ostküste, aber: Strand und Meer können in unseren Augen nicht der Grund für den Hype auf Holbox sein.
Weltreise_Backpacking_Mexiko_Holbox
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Also was kannst du jetzt auf Holbox erwarten...

Kurz und Knapp.

Holbox ist total gechillt, relaxt und lädt zum Entspannen ein.

Holbox ist aber vergleichsweise wirklich nicht günstig.

Und allen voran kannst du auf Holbox keinen paradiesischen Traumstrand mit Karibik-Farben erwarten.


Jetzt kommt also der abgedroschenste Satz bei einer persönlichen Empfehlung:

Es kommt drauf an, was du willst! Was du suchst!


So ist es ja immer, aber auf Holbox nochmal eine Portion mehr!

Geht’s auch etwas ausführlicher?


Holbox ist schon ein teures Pflaster.

Das fängt schon bei der Anreise an und geht bei der Abreise weiter. Chiquila, der kleine Hafen vor Holbox ist was Busverkehr betrifft jetzt nicht gerade als Drehkreuz bekannt. Hier fährt mal ein Bus nach Cancun und nach Valladolid, wer früh aufsteht kommt auch nach Playa und Tulum, aber das war’s dann auch.

Fahrzeiten von Bussen und Fähren findet ihr hier.


Durch Zufall haben wir bei der Rückreise von Holbox nach Chiquila vor der Fähre ein englisches Paar getroffen, mit dem wir uns nach richtig zähen Verhandlungen ein Taxi für 300MX$ (15 EUR) pro Person nach Tulum geteilt haben. Die Fahrt kostet normalerweise laut Info-Tafel 100 US-Dollar.


Holbox liegt wirklich sowas von nicht auf dem Weg zur Durchreise, dass man wirklich unbedingt nach Holbox wollen muss, um den Weg auf sich zu nehmen.


Es gibt ein paar günstige und gute Hostels (z.B. Tribu Hostel). Da kriegt man ein Bett im Dorm für umgerechnet 10 EUR pro Person – wir hatten kein Glück: Leider ausgebucht.


Ansonsten empfanden wir die Preise für Unterkünfte als vergleichsweise hoch.


Wenn es abends regnet, haben auch die meisten Streetfood-Stände geschlossen. Die Preise im Restaurant sind logischerweise Insel-Preise. Unter 10 EUR pro Person wirst du hier nicht satt.


Was du aber hier auf Holbox findest, ist eine Insel, die den Charme einer kleinen Dorfgemeinde beherbergt, in der man Ruhe findet.

In unseren Augen ist der Punkt das große Plus von Holbox.


Der Kontrast zu den super-touristischen Orten wie Cancun, Playa del Carmen und Co. Das hat einfach etwas Ursprüngliches! Den paradiesischen Traumstrand und das Karibik-Flair findest du hier aber wirklich nicht.
Würden wir wieder nach Holbox gehen?

Ja, aber nicht in der freudigen Erwartung, dieselbe wundervolle Kulisse der Karibik an einem viel ruhigeren Ort zu finden. Das ist nicht Holbox.

Außerdem überzeugen uns immer gerne selbst von Orten, die uns interessieren.


Insgesamt haben wie die Tage auf Holbox aber sehr genossen. Gleichzeitig würden wir aber auch sagen, dass wir keinen Tag länger Entspannung gebraucht haben, sondern jetzt richtige Entdecker-Hummeln im Hintern haben.


Holbox, bleib bitte noch lange so, wie du bist!

6 Comments

  1. Monika Lung sagt:

    … vielleicht lag es am vorangegangenen Sturm, dass die Stände verschmutzt waren und voller Seetang…🤔..wenn ihr es trotzdem genießen konntet ..wunderbar!☀☀..der nächste Traumstrand kommt bestimmt..gute Weiterreise 🌏🇲🇽

    • Christoph sagt:

      Huhu 🙂
      wir wollen auch nicht Jammern, Holbox ist eine wirklich gemütliche Insel und gut, der Seetang gehört halt zum Meer 😅
      Genossen haben wir es definitiv! Dankeschön 🤗
      Liebe Grüße
      Nira & Christoph

  2. Was den Seetang betrifft: Ich hatte optimales Wetter, aber den Seetang hatte ich auch und fand ihn nicht so prickelnd. Und einen Golfcart für teuer Geld brauche ich nicht. Schade, Street Art gab es damals noch nicht. Falls Ihr auf einem Trip gen Süden sein solltet: es kommen noch viele schöne Orte auf Euch zu https://peterstravel.de/unterwegs-in-zentralamerika/
    BG, Peter

  3. So ähnlich ging es mir mit Caye Caulker in Belize. Meine Erwartungen waren hoch aber für mich war einfach nicht den Hype da.

    https://thingsnplacesblog.wordpress.com/2017/10/01/you-better-belize-it/

    Hingegen würde ich immer wieder nach Isla Holbox fahren. Für mich war die Insel großartig. Ihr habt aber Recht, sie ist teuer und die Strände sind nicht wie in Tulum. Seid Ihr Nacht Punta Coco geradelt? Der Strand war für uns ein kleines Paradies. Es kann aber sein, dass ihr durch die Überschwemmungen nicht hingekommen seid.

    Ich bin gespannt was ihr noch erleben werdet!

    Lydia (@himbeerliebe)

    • Christoph sagt:

      Hey Lydia,

      total gutes Timing von dir, wir wollen nämlich nach Guatemala und da gibt es nicht gerade viele Grenzübergänge von Mexiko aus, deswegen haben wir über Belize nachgedacht…
      Da schauen wir mal in deinen Beitrag rein! Dankeschön 🙂

      Wir sind bis zu den Hängematten im Meer gelaufen, ab da hatten die Mücken das Kommando leider!

      Liebe Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar 🙂
      Nira & Christoph

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