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Es hat eine Weile gedauert, doch dann haben auch wir es kapiert.

Von Mexiko nach Guatemala?

Das ist gar nicht sooo unkomplizert. An der Westküste Mexikos ist das kein großes Thema, aber die lag deutlich über 1.000km von uns entfernt, als wir in Tulum von dieser Erkenntnis geohrfeigt wurden.


Was wäre eine spontane und flexible Reisephilosophie aber ohne die dazugehörige Spontanität der Beteiligten. Also uns. Zettel und Stift in die Hand. Einige flüchtige Blicke über die Mexiko-Karte und schwups!


Spontane „Plan“änderung


Plötzlich stand das kleine Örtchen Bacalar im Mittelpunkt unserer Überlegungen.

Bacalar?

Davon haben wir ja bisher nur Gutes gehört: Chillig, entspannt, wunderschön und immer wieder dieses eine Stichwort– die Lagune!

Also Lisa & Johannes noch einmal fest gedrückt, kurz zur ADO Busstation, und dann für 268 MX$ (etwa 12,50 EUR p.P) ab nach Bacalar. Gute drei Stunden später und um zwei „Aircon-Schnupfennasen“ reicher waren wir auch schon in Bacalar.


Bacalar liegt ganz im Süden-Osten der Yucatan-Halbinsel bei Chetumal. 2006 hat die Stadt den Titel „Pueblo Magico“ – also magische Stadt – vom mexikanischen Tourismusamt erhalten. Den kriegen nur Städte verliehen, die irgendwas Tolles an sich haben. Bacalar liegt direkt an einer riesigen Süßwasser-Lagune. Die Mexikaner sagen, dass die Lagune sieben verschiedene Blautöne besitzt. Ist doch klar, dass wir das noch überprüfen mussten.


Überraschungs-Info im Hostel


Wir haben uns für zwei Nächte ein Dorm im günstigen Camping Yaxche Centro* genommen und gleich beim Check-In eine super positive Überraschung erlebt. Das Hostel liegt zwar mitten in der Stadt, ABER jeden Morgen um 10:00 Uhr startet ein Pickup-Taxi kostenlos von hier zum hosteleigenen Lagunenbereich einige Kilometer entfernt.


Wie mega gut ist das denn bitte?!


Ich brauche nicht zu betonen, was wir gleich am nächsten Morgen in Anspruch genommen haben, oder?

Die Lagune mit den sieben Farben


Der Transfer dauert keine zehn Minuten, dann ging’s runter von der befestigten Schnellstraße auf die buckelige Waldpiste, eine steile Abbiegung links und et voila!

Willkommen im Eco Camp an der Lagune von Bacalar.


Als sich unsere weit geöffneten Unterkiefer langsam wieder in ihre gewöhnliche Position zurückbegeben haben, schnappten wir uns zwei Hängematten und dann ging’s ab ins Wasser.


Das Pickup-Taxi fährt übrigens einmalig um 15:00 Uhr wieder zurück zur Unterkunft. Bis dahin kann man auf dem Schaukel-Spielplatz im Wasser, auf den Sitzschaukeln an Land oder auf einem der Leih-Kajaks (etwa 3 EUR pro Stunde) sein Unwesen treiben.

Für das leibliche Wohl sorgt der hochgradig motivierte und vor Freundlichkeit nur so trotzende – springt die Ironie ins Gesicht oder muss ich ein Sarkasmus-Schild basteln – Kollege am dazugehörigen Kiosk. Wer etwas anderes als Quesadillas bestellt, bekommt gratis ein richtig genervtes Gesicht dazu!


Stört aber nicht weiter, die Quesadillas sind günstig und lecker und sowieso konnte uns hier wirklich nichts und niemand die Laune vermiesen.
Die vielen positiven Eindrücke und Erlebnisse haben sich dann auch bis nach Tulum herumgesprochen, wo unsere beiden Buddies Lisa & Johannes von Immer.Fernweh

gerade selbst an ihre Mexiko-Route gebastelt haben. Drei Sprachnachrichten später standen wir an der Rezeption des Hostels, verlängerten unseren Aufenthalt um zwei Nächte und sicherten den beiden zwei Betten in unserem Dorm für dieselbe Dauer.

Perfekt war die Reunion nach der Reunion.


Wir waren übrigens tatsächlich jeden einzelnen Tag in Bacalar an unserer Lagune. Wir hatten Bacalar als belebten, touristischen Ort erwartet. Genau das Gegenteil war der Fall. Der Ort besitzt nicht einmal eine handvoll Touri-Läden und hat bis auf ein altes Stein-Fort, der Festung San Felipe im Stadtzentrum noch ein kleines Lagunen-Schiwmmbad zu bieten.

Und eben diese prächtige Lagune.

Bacalar läd einen geradezu ein, einfach mal die Seele baumeln zu lassen und genüsslich und voller Überzeugung NICHTS zu tun.

Lagunen-Tour zum Piratenkanal


Nach drei Tagen hat uns dann aber doch wieder der Unternehmergeist gepackt. Wir kannten die Lagune jetzt von unserer Seite wie unsere Westentasche. Jetzt war es mal an der Zeit die anderen drei Farben der Lagune zu finden.

Wir haben in unserem Hostel eine Lagunen-Tour gebucht und uns für das Nachmittagsprogramm um 15:30 entschieden.

Klar, weil am Vormittag waren wir natürlich an unserer Lagune.
Weltreise_Backpacking_Mexiko_Bacalar
Die Tour kostet 250 MX$ pro Person (also etwa 11,50 EUR). Zu viert ging es einige Kilometer hinaus aus Bacalar zum Hotel Laguna, einem etwas in die Jahre gekommenen, luxuriös erscheinenden Komplex direkt an der Lagune.
Dort ging es rauf auf den kleinen Motor-Kutter und ab auf die Lagune. Die Tour war auf drei Stunden angesetzt und beinhaltet unter anderem Stops an drei Cenoten (Cocalitos, Esmeralda und Negro).


Cenoten sind Karsthöhlen. Unwirkliche Karsthöhlen. Was man vom Boot aus nur aufgrund der plötzlich dunkleren Farbe des Wassers erkennen kann, sieht man mit der Drohne von Lisa & Johannes umso besser. Danke Euch beiden für eure Drohnen-Bilder!
Wir waren am Rand der Cenoten sogar schnorcheln.

Was man da so sieht? Absolut gar nichts. Es ist sogar ziemlich unheimlich, denn von einem auf den anderen Meter fällt die Höhle plötzlich steil in die Tiefe. Hier in Bacalar sogar bis zu 90m (!).


Auf unserer gesamten Reise über die Yucatan-Halbinsel haben wir total viele unterschiedliche Cenoten gesehen. Warum wir davon bisher nichts erzählt haben?


Wir wollen dem Thema Cenoten gerne einen der nächsten Beiträge widmen.

Was sind Cenoten?

Warum sind wir mega beeindruckt von ihnen?

Welche Cenoten haben wir besucht?

Und – ganz spannend – was hatten schon die Maya mit Cenoten zu schaffen?


Am Ende unserer Tour ging es zum berüchtigten Piratenkanal der Lagune. Spätestens jetzt war uns auch klar, warum es für Bacalar Sinn gemacht hat, ein Fort zu errichten. Der Kanal verbindet die Lagune mit dem Meer. Das Wasser ist hier so seicht, dass teilweise nur der Knöchel vom Wasser umschmeichelt wird.

Hautkur inklusive


Noch dazu läufst du hier nicht auf Sand, sondern auf richtig matschigem Schlick. Unser Bootsführer hat uns erklärt, dass der Matsch besonders gut für die Haut sein soll. Na schaden kann es ja nicht! Neben der Körperpflege eignet sich die Pampe auch für eine amtliche Schlammschlacht. Nach einigen fiesen Treffern und nachdem auch Nira kurzfristig zwischen die Fronten geraten war, haben wir uns einvernehmlich auf Frieden geeinigt.


Hier am Piratenkanal liegt außerdem ein verlassenes Gebäude. Einst war hier ein Restaurant zu finden, aber da dem Betreiber die erforderliche Lizenz gefehlt hat.... Naja, heute ist es Sprungturm für Touristen und Einheimische, die in den Kanal fahren.

Zum Sonnenuntergang ging es zurück zum Festland.

Jetzt aber wirklich: Servus!


Das war’s in Bacalar. Der Ort ist total verträumt und wer mal so richtig ausspannen möchte, der kommt nach Bacalar. Die Lagune ist ein Traum und spätestens, als wir die Bilder von der Drohe gesehen haben, war auch die Frage mit den „sieben Farben“ geklärt. Für unsere beiden Freunde geht es jetzt in Mexiko weiter.


Checkt gerne mal ihre Seite und vor allem ihrem Youtube-Channel.
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Wir sind froh, dass Bacalar spontan Teil unserer Reise durch Mexiko wurde, denn EIGENTLICH war der kleine Grenzort nur als Durchreiseziel gedacht.


Ein Blick auf die Weltkarte würde genügen, um unser außerplanmäßig nächstes Reiseland zu erfahren. Für alle diejenigen, die zu gemütlich sind oder sich überraschen lassen wollen, wo es als nächstes hinging, lassen wir es spannend.

Fakt ist, das Land stand nicht einmal im Entferntesten auf unserem Zettel, aber das ist doch auch irgendwie das Schöne an dieser Art des Reisens.


Alles weitere gibt’s demnächst wieder an gewohnter Stelle.


Stay tuned.

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