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Wie plötzlich Bacalar den Sprung in unsere Route schaffte
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Endlich Guatemala – und dann gleich ein absolutes Wahrzeichen
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Also EIGENTLICH wollten wir nur eine gute Woche in Mexiko bleiben, um dann nach Guatemala zu reisen.

Und EIGENTLICH war Belize das einzige Land in Mittelamerika, das uns gar nicht wirklich gereizt hat.


Was sollen wir sagen?


Wir waren fast einen ganzen Monat in Mexiko und sind anschließend nach Belize gereist.

Wir lieben diese Art zu reisen! Spontan, aus dem Bauch heraus und worauf wir auch immer gerade Lust haben!

Eins hatte sich aber nicht geändert: Belize so richtig bereisen wollten wir immer noch nicht!

Vielmehr war die Reise von Mexiko nach Belize für uns die einfachste Möglichkeit, um in unser eigentliches Wunsch-Reiseland zu kommen: Guatemala.


Von Yucatan aus gibt es quasi keine Möglichkeit, um nach Guatemala einzureisen. Es gibt eine halb-legale Grenzüberquerung von Tecnica (Mexiko) nach Flores (Guatemala) bei Bethel per Wassertaxi über einen Fluss, die angeblich gerade von Guatemala nach Mexiko von Schleusern frequentiert wird, die illegal Menschen nach Mexiko bringen.

Ganz ehrlich, hättest du Bock da mit im Boot zu sitzen?


Von Bacalar über Chetumal nach Belize City und Caye Caulker


Wir sind lieber den rechtmäßigen Weg gegangen oder vielmehr gefahren und haben selbst dabei eine Überraschung erlebt. Von Bacalar ging es für 38 MX$ pro Person (etwa 1,70 EUR) mit dem Mayab Bus erst einmal nach Chetumal. An der Busstation von ADO haben uns schon die ersten Fahrer angeboten, uns für 25 US$ pro Person nach Belize City zu bringen.

Wir haben aber einen anderen Weg gewählt:

Wir haben uns von einem Taxi für 200 MX$ (etwa 9,00 EUR) an die Grenze bringen lassen.

EIGENTLICH zahlt wirklich ausnahmslos jeder Tourist bei der Ausreise aus Mexiko nach Belize eine „Ausreisegebühr“ i.H.v. 500 MX$ (also etwa 25 EUR p.P.).


Wir wissen bis heute nicht, warum, aber unser Taxifahrer hat uns nicht zur Immigration nach Mexiko, sondern gleich an die Grenze nach Belize gefahren. Wir sind also faktisch nicht aus Mexiko ausgereist, sondern nur nach Belize eingereist.

Uns war das in diesem Moment gar nicht klar. So haben wir uns aber die „Ausreisegebühr“ aus Mexiko gespart.

„Insider-Tipp“:

Zwei Wochen später sind wir von Guatemala wieder nach Mexiko eingereist. Es gab keinerlei Probleme bei der Aus-/Einreise, denn das Visum für Mexiko gilt ohnehin für 180 Tage. Wir wollen jetzt nicht dazu ermutigen, es genauso zu tun. Aber... es ist ja doch eine Überlegung wert, sich in Chetumal direkt an die Grenze nach Belize fahren zu lassen.
 
Von der Grenze aus ging es für 150 MX$ (etwa 7 EUR) pro Person mit dem Chickenbus durch das beschauliche Belize bis hinunter nach Belize City. Die Fahrt dauert etwa drei Stunden. Belize ist ein sehr kleines Land. Die Strecken sind also kurz.


Wir hätten von Chetumal auch direkt mit dem Bus nach Flores (Guatemala) fahren können. Die Busse brauchen etwa 11 Stunden. Wir dachten uns aber: Komm, wenn wir jetzt schon einmal hier sind, machen wir uns wenigstens ein paar schöne Tage auf Caye Caulker und fahren dann weiter nach Guatemala.

Weltreise_Backpacking_Belize_Caye_Caulker
Insider-Tipp:

Wer nicht auf’s Geld schauen muss, kommt viel schneller und bequemer von Chetumal nach Caye Caulker. Und zwar mit dem Belize Watertaxi.


Du kommst von Chetumal mit dem ersten Wassertaxi um 7:00 Uhr früh nach San Pedro. Von hier starten die Expressboote direkt nach Caye Caulker. Kostet dann aber auch 50 US$ pro Nase.


Fahrzeiten und alle Informationen findest du hier.
 

Belize City – oder der Fluch der Karibik


Wir fuhren durch kleine Ortschaften, ständig stiegen Leute zu und aus. So läuft das System mit den Chickenbussen eben. Belize ist zu dieser Jahreszeit wirklich saftig grün. Und dann kamen wir nach Belize City.


Wir haben vorher schon wirklich gruselige Geschichten über Belize City gehört.

Sie sind alle wahr.

Belize City ist mit Abstand die furchtbarste Stadt, in der wir jemals angekommen sind. Die Bushaltestelle lag etwa 1,5km vom Fährhafen entfernt und den wollten wir wirklich schleunigst erreichen. Wir haben auch sicherheitshalber die Kamera im Rucksack gelassen, deswegen gibt’s aus der Stadt auch keine Fotos.


Für uns war es ein bisschen wie eine Szene aus „Fluch der Karibik“. Es regnete, die Straßen waren matschig und gefühlt jeder sah uns hinterher. Von Karibik-Flair wirklich keine Spur. Zu gedröhnte Rasta-Junkies belagerten die Busstation. Und eigentlich auch die ganze Stadt.


Als wir uns gerade die Regencapes über die Rucksäcke gezogen hatten, kam auf einmal der Kassierer aus unserem Chickenbus um die Ecke und meinte, dass wir kurz zu ihm ins Taxi springen sollten und er uns mit zur Fähre nehmen würde. Er wohnte in der Nähe.

An der Scheibe unseres Taxis zogen einige weitere Sekunden Belize City vorbei, ehe wir am Hafen ankamen. Gerade pünktlich, um noch auf die nächste Fähre von Ocean Ferry springen zu können.


Ein paar Minuten Belize City, die gereicht haben, um zu resümieren: Hier muss man keine weitere Minute verbringen!

Insider-Tipp: Wer schon weiß, dass er nach Caye Caulker auch wieder nach Belize City zurückfahren muss, für den macht das Roundtrip-Ticket von Ocean Ferry Sinn. Die einfache Fahrt kostet pro Person nämlich 9 US$, das Roundtrip-Ticket nur 15 US$.
 

Das ist also das Caye Caulker, von dem man so viel hört.


Die Fahrt nach Caye Caulker mit Ocean Ferry dauert eine knappe Stunde. Schon am Pier haben wir unsere Unterkunft, das Popeye’s Beach Hostel* gesehen. Wir haben bei einer Promo-Aktion zugeschlagen und zwei günstige Betten im 4er-Dorm auf dem sonst teuren Caye Caulker ergattert.


Am nächsten Morgen ging es dann für uns auf Erkundungstour über die Insel. Es gibt echt seeehr wenige Straßen auf Caye Caulker, aber wir haben uns trotzdem verirrt. Dabei sind wir irgendwie in eine Siedlung geraten, die noch heute extrem gekennzeichnet von der Zerstörungswucht der jüngsten Hurrikans in der Karibik ist. Überall lagen das angespülte Plastik und Berge von Müll. Der anhaltende Regen tat sein Übriges zu dem Bild der Verwüstung.
Nur eine Parallelstraße entfernt reihen sich hippe Bars, BBQ-Restaurants, Tauchschule und Strand-Bungalows aneinander. Wahnsinn, wie nah beieinander manchmal Freud und Leid liegen.


Wir sind bis vor zum „The Split“ gelaufen. An dieser Stelle wurde die Insel 1961 von einem Hurrikan geteilt. Wer nach einem paradiesischen Karibik-Strand sucht, wird auf Caye Caulker übrigens nicht fündig. Wir sind von einer Steinmauer ins Meer gesprungen, um uns abzukühlen. Vorne am „The Split“ warten riesige Sandhügel darauf, zu einem künstlichen Strand verteilt zu werden.

Weltreise_Backpacking_Belize_Caye_Caulker
Wir hatten insgesamt auf Caye Caulker wirklich extrem Pech mit dem Wetter. Das trug natürlich auch in gewisser Weise dazu bei, dass wir irgendwie nicht wirklich warm wurden mit der Insel. Der traumhaft schöne Sonnenuntergang und ein herausragend gutes BBQ im Enjoy Restaurant sorgten aber dennoch für einen schönen Abschluss des ersten Tages.

Schnorcheln im zweitgrößten Riff der Welt


Ganz schwieriges Thema auf Caye Caulker, mit dem wir uns lang und breit beschäftigt haben.


Wollen wir auf Caye Caulker wirklich schnorcheln gehen?


Aber was spricht eigentlich gegen eine Schnorchel-Tour auf Caye Caulker?


Wenn man sich die Online-Bewertungen der großen Anbieter beispielsweise auf Tripadvisor einmal anschaut, eigentlich überhaupt nichts. Alle Leute sind super froh, beschreiben ein einzigartiges Erlebnis.

Ein Blick hinter die Kulissen zeigt aber, dass es sehr, sehr vielen Anbietern an einer Sache gehörig fehlt:


Der nachhaltigen und respektvollen Haltung gegenüber dem Riff und dem Meer!


Der größte Kritikpunkt dabei ist, dass auf Caye Caulker Raubfische angefüttert werden.

Das ist kein Gerücht, sondern Tatsache.

Viele Touranbieter werfen Fischabfälle und Essensreste ins Riff und locken damit Haie und Rochen an die Boote. Die Tiere sind mittlerweile auf die Motorengeräusche der Boote konditioniert. Sie wissen: Rattert ein Motor, gibt’s Futter für alle. Und das ohne Jagen zu müssen!


Die Tiere verlieren so gänzlich ihren Jagdinstinkt. Das ist sicherlich nicht im Sinne der Natur.


Ein noch viel größeres Problem ist der Umgang mit den Tieren. Davon sind wir leider sogar selbst Zeuge geworden.


Also waren wir schnorcheln auf Caye Caulker? JA, aber richtig!


Nach einigen Recherchen haben wir tatsächlich einen – nein, DEN EINZIGEN – Anbieter auf Caye Caulker gefunden, der auf all das verzichtet: Reef Friendly Tours


Kein Anfüttern der Tiere

Keine Berührungen oder Einschränkungen der Tiere und Korallen

Kein Plastik und Müll auf dem Boot


Amando Watson hat vor über 8 Jahren das Büro von „Reef Friendly Tours“ eröffnet. Auch er hat bis dato Ausflüge ins Riff so praktiziert, wie sie heute von 99% der Anbieter noch praktiziert werden. Aber er hat kapiert, dass es so nicht geht.

Genau wie alle anderen Anbieter auf Caye Caulker verlangt er für die Ganztages-Tour ins Riff 65 US$ pro Person.


Anders als die anderen Touren starteten wir statt um 10:30 Uhr bereits um 8:30 Uhr. Wir waren also fast zwei Stunden lang die einzige Crew im Riff. Auf die Tour können pro Tag maximal acht Personen mitkommen. Wir waren zu siebt.


Was wir unter Wasser erlebt und gesehen haben, lässt sich in Worten kaum beschreiben. Deswegen haben wir ein kleines GoPro-Video zusammengeschnitten, dass du dir gerne hier anschauen kannst:

Fazit zu „Reef Friendly Tour“


Wir kamen mit strahlenden Augen und einem guten Gewissen von der Tour zurück. Die beiden Jungs, mit denen wir ins Riff gefahren sind, haben penibel darauf geachtet, dass wir weder den Korallen und schon gar nicht den Bewohnern des Meeres zu nahe kommen.

Trinkwasser gab es an Bord aus zwei großen Wasserkanistern und nicht aus 150ml Plastikflaschen. Es gab ausschließlich frische Früchte und kein abgepacktes Lunch-Paket.


Wir haben den Guide einer anderen Tour dabei erlebt, wie er eine Meeresschildkröte immer wieder an ihrem Panzer gezogen hat, damit sie sich nicht von seiner 20er-Schwimmwestengruppe entfernt. Einfach fürchterlich!


Alle anderen Boote, die wir an der sog. „Shark and Ray Ally“ gesehen haben, haben Fischabfälle und sämtliche Essensreste ins Wasser geworfen, um ihren Gruppen das gewünschte Spektakel zu bieten.


Die Haie sind – als wir ganz früh am Morgen in ihr Gebiet gefahren kamen – auch bei den Geräuschen unserer Motoren zum Boot gekommen. Sie haben dann aber bald festgestellt, dass wir die Truppe sind, bei der es nichts zu holen gibt und sind sofort wieder abgezogen.


Es ist wirklich kaum zu glauben, dass es tatsächlich nur diesen einen Anbieter gibt – und das seit Jahren – der verstanden hat, dass man die Schönheit des Riffs auch auf nachhaltige Weise entdecken kann. Und das ist der Grund, warum wir der Sache nachdrücklich unsere Stimme verleihen!


Vielleicht reist du auch eines Tages nach Caye Caulker und hast Lust im zweitgrößten Riff der Welt schnorcheln zu gehen. Wir können es dir nur empfehlen, es ist traumhaft schön dort.


Für welchen Anbieter du dich dort dann auch immer entscheiden wirst und in der Hoffnung, dass bald auch andere Anbieter ein Bewusstsein für den Erhalt dieses wunderbaren Orts und den Respekt vor dem Riff entwickeln, bleibt uns nur zu sagen.


Erst denken, dann schnorcheln!


Stay tuned!

10 Comments

  1. Moni sagt:

    👏😍🤗😌👍🐡🐟🐳👍☀

  2. Esther sagt:

    Wieder so ein toller, ehrlicher Beitrag! Danke, dass ihr auf die Schnorchel- und Umweltproblematik aufmerksam macht. Lg Esther

    • Christoph sagt:

      Hey Esther,
      zu all den schönen Reiseerlebnissen gehört in unseren Augen auch die Reflexion dazu. Darüber, was man erlebt, gesehen und bemerkt hat. Caye Caulker ist so ein typisches Beispiel, wo man immer nur die bunten Bars und das schöne Meer mit dem Riff sieht! Das ist es auch, aber mit einem Blick hinter den Vorhang kann man einiges noch etwas richtiger machen:)
      Grüße und schönen Sonntag nach Hause:)
      Nira & Christoph

  3. Lisa Zacher sagt:

    Wirklich klasse, dass ihr auf die Umweltproblematik aufmerksam macht. Schön, dass ihr am ende doch noch einen Anbieter gefunden hat, dem was an der Natur liegt und nicht nur am Geld.

    • Christoph sagt:

      Hey Lisa,
      darüber sind wir auch echt froh! Warum können nicht alle mit dem Riff so umgehen? Wir ins nur ein kleines Licht, aber wir wollten das unbedingt wir sind nunmal ehrlich in dem, was wir sehen und erleben 🙂 da gehört auch mal die unschöne Seite dazu!
      Danke für deinen Support
      Lieben Grüße
      Nira & Christoph

  4. Clemens sagt:

    Das zweitgrößte Riff er Welt? Das wusste ich echt nicht. Tolle Fotos!

  5. Christian sagt:

    „Und dann kam einer und machte es einfach“

    Bewusstes Reisen und Achtsamkeit schließen eben grandiose Erlebnisse nicht aus 😉 wirklich klasse, dass ihr am Beispiel eurer wunderbar organisierten und im Einklang mit der wertvollen Natur geplanten Schnorcheltour aufzeigt, dass es eben auch „anders geht“. Absolut tolle win/win Geschichte… …in der Hoffnung das viele viele Reisende eurem Beispiel (und natürlich eurem Blog) und auch dem Erlebnis der „Reef Friendly Tour“ folgen!

    Ich freue mich schon auf eure nächste Geschichte, hier auf dem Blog und auch gerne wieder in einem Vlog (btw: Wahnsinn, welch‘ Vielfalt an Meeresgetier ihr „erschnorchelt und gegoprot“ habt).

    VLG, der C N O

    • Christoph sagt:

      Hey Christian,

      unfassbar! Wo nimmst du nur immer diese Urgewalt an Kommentarfaszination her! Toll! Vielen Dank für deine Worte!
      Wir sind nur ein kleines Licht am Blog-Himmel, aber wenn wir damit nur ein klein wenig dazu beitragen können, dass wir uns diesen Themen bewusster nähern! Na dann lets do it!!!

      Viele liebe Grüße
      Nira & Christoph

      P.S. Wir haben in Guatemala zweimal gefilmt – Ergebis folgt bald 😇

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