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Aus dem Urwald auf den Vulkan – Von Semuc Champey nach Antigua
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Es hat ein bisschen länger gedauert, als gedacht. Doch jetzt sind wir da: Guatemala.

Und wir legen hier gleich so richtig los. Wir nehmen dich mit zu einem der absoluten Wahrzeichen Guatemala’s und gleichzeitig einem der bedeutendsten Orte der Maya. Nach Tikal.


Belize, das hatten wir ja im Caye Caulker-Beitrag schon geklärt, war auf dieser Reise lediglich unser Sprungbrett nach Guatemala. Nach drei Nächten und um die Erfahrung eines einzigartigen Schnorchel-Abenteuers reicher, ging es nun endlich nach Guatemala.


Von Caye Caulker nach Flores


Viel leichter als gedacht das Ganze.

Wir haben uns bei Amando Watson, dem Inhaber von Reef Friendly Tour – bei dem wir auch unseren Schnorcheltrip gemacht haben – direkt das Busticket nach Flores besorgt. Wir hatten vorher auf der Insel ein bisschen herumgefragt bis klar war: Das Ticket kostet überall 25 US$ pro Person, also können wir es dort kaufen, wo uns der Verkäufer am besten gefällt.


Insider-Tipp: Es fahren pro Tag zwei Busse (11:00 Uhr und 13:00 Uhr) von Belize City nach Flores. Achtet beim Kauf eurer Tickets auf die Fahrzeiten der Fähren. Wir mussten schon um 8:30 Uhr die Fähre nehmen, um pünktlich am Festland anzukommen. Die Fahrzeit der Fähre von Ocean Ferry beträgt etwa 1 Stunde!


 
Kurz, nachdem wir auf die Fähre gestiegen waren, öffnete der Himmel urplötzlich seine Schleusen und bombardierte das kleine Boot mit Millionen von Regentropfen. So lange, bis unser kleiner Personenfrachter nachgab und es in jede Ritze nass hereinlief. Da unsere Backpacks ohnehin schon gut nass waren, als wir schließlich ankamen, tat es auch nichts mehr zur Sache, dass wir versehentlich zum falschen Büro durch den Regen liefen, um unseren Bus zu finden. Regencape hin oder her.


Pünktlich um 11:00 Uhr startete unser Bus mit sieben Personen Richtung Grenze. Es hätten übrigens ohne weiteres 50 Personen in den Bus gepasst. Bis zur Grenze nach Guatemala dauerte es keine drei Stunden. Es regnete unaufhörlich. Immerhin: Der Bus war dicht.


Grenzübergang Belize – Guatemala


Anders als an der mexikanischen Grenze, an der die Prozedur mit der „Ausreisegebühr“ etwas willkürlich zu sein scheint, geht hier auf der belizischen Seite alles in klar geregelten Bahnen ab. Inklusive aller anfallenden Gebühren sind von jeder ausreisenden Person 40 BZ$, also umgerechnet etwa 17 EUR zu entrichten. Bar. Dann gibt’s den Stempel in den Pass und weiter geht’s mit dem Bus an die Einreise nach Guatemala.

Wir sind noch nie so einfach und unkompliziert in ein Land eingereist, wie hier. Kein Mensch vor uns an der Immigration, keine Frage über den Grund und die Dauer des Aufenthalts in Guatemala. Ein freundliches Grinsen des Grenzbeamten, der Minutenzeiger brauchte sich keine zweimal um die Uhr zu drehen und schon saßen wir wieder im Bus auf dem Weg nach Flores. Super cool.


Bienvenido a Guatemala


Willkommen in Guatemala. Endlich waren wir in dem Land, das wir von Anfang an auf unserer Reise durch Mittelamerika unbedingt bereisen wollten. Eine Entdeckung machten wir bereits wenige Meter hinter der Grenze: Die Straßen von Guatemala.

Wir sind es aus Südostasien schon gewohnt, nicht auf den allerbesten Straßen dieser Welt zu reisen, aber Guatemala...

Das Thema „Straße“ könnte in einem der nächsten Beiträge noch einmal zu einer verbalen Entgleisung meinerseits führen. Dafür schon mal Sorry! Die letzten 100km nach Flores dauerten fast doppelt so lang, wie die ersten 100km an die Grenze.


Flores und das spezielle Stadtbild


Wer nach der holprigen Fahrt nach Flores noch etwas Gesichtsfarbe übrig hatte, verlor diese endgültig, als wir vom großen Bus in einen kleinen Van verfrachtet wurden, welcher uns über die Pflasterstein-Straßen von Flores zu unseren Hostels brachte.

Wir haben uns gerade noch gefreut, dass der Busfahrer so nett war, uns darauf hinzuweisen, dass auf Flores nur ein Geldautomat zur Verfügung steht, der oft leer ist und er uns deshalb kurz zu einem anderen Automaten fährt, da wurde auch der Schachzug dahinter klar.


Zufälligerweise befand sich gegenüber unseres Hostel, dem Mirador del Lago*, ein Tour-Büro. Für alle Fälle versteht sich.


Mir persönlich war nach der Fahrt so gar nicht nach Planung und erst recht nicht nach Fixierung irgendwelcher Vorhaben.

Eine Stunde später jedoch und als uns der Typ im weißen Hemd klar zu verstehen gegeben hat, dass gerade die Transporte in Guatemala echte Höllenritte sind, die man nicht in einem öffentlichen Chickenbus zurücklegen möchte, hatten wir das Halb-Inklusive-Paket für Guatemala gebucht. Wobei ich gerne festhalten möchte, dass sich meine mangelnde Entscheidungsfreude an diesem Tag erheblich auf den letztlich bezahlten Preis ausgewirkt hat.


In unserem Paket enthalten waren

eine geführte Tour im altehrwürdigen Tikal (inkl. Transport)

der Transport von Flores nach Semuc Champey (angeblich 8 Stunden Fahrt)

der Transport von Semuc Champey nach Antigua (angeblich 9 Stunden Fahrt)


Bezahlt haben wir für den Spaß statt 600 nur 350 Quetzales pro Person (etwa 39 EUR). Die Tickets konnten wir innerhalb von zwei Wochen flexibel einsetzen und die Tour sollte gleich am nächsten Morgen um 4:30 (!!) Uhr starten.


In den letzten Stunden des Tages spazierten wir einmal über die kleine Insel Flores, die auf dem Peten-Itza-See gelegen und nur über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist.

Das Kuriose an Flores: Vor einigen Jahren gab es eine Verordnung, dass keine Verkaufsschilder mehr auf den Wegen stehen dürfen und Geschäfte ihre Hauswände nicht mehr zu werblichen Zwecken nutzen dürfen (das ist in Mittelamerika eigentlich gängig!).


Der Grund dafür liegt im Erhalt des kolonialen Charmes. Die Häuser sollen doch bitte möglichst authentisch aussehen. Über der kleinen Insel wacht auf einer Anhöhe die weiße Iglesia Nuestra Senora. Wir waren in Flores direkt überrascht, wie teuer Guatemala war. Jetzt ist Flores fast ausschließlich auf den Tourismus gepolt, aber an günstige Tacos oder Burritos wie in Mexiko war hier nicht zu denken!

Weltreise_Backpacking_Guatemala_Flores_Tikal
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Tikal – Maya-Denkmal und Urwaldsafari


4:30 Uhr.

Es war noch stockdunkel in den Straßen von Flores.

Einige Minuten später polterte auch schon unser Van heran. Wir waren die letzten, die noch eingesammelt werden mussten. Dann – und das fiel wirklich niemandem an Bord schwer – hieß es: Zurücklehnen und Schlafen – die Fahrt dauert etwa 1,5 Stunden!

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Mit den ersten Sonnenstrahlen kamen wir am Eingangstor zu den archäologischen Ruinen von Tikal an. Hier werden für Nicht-Guatemalteken 150 Quetzales pro Person für den Eintritt fällig (etwa 17,00 EUR).


Insider-Tipp: Ausweis / Reisepass nicht vergessen. Uns hat niemand gesagt, dass wir unseren Pass mit nach Tikal bringen müssen. Oder vielmehr die Passnummer. Zum Glück haben wir die auf unseren Reisen mittlerweile so oft aufgeschrieben, dass wir sie auswendig kennen!

 
Im dichten Urwald um uns herum hörten wir bereits Brüllaffen, die eher das Geräusch eines wildgewordenen T-Rex aus Jurassic Park von sich gaben, als das eines gewöhnlichen Affen. Spätestens als dann ein Nashorn-Käfer mit den Ausmaßen einer ausgewachsenen Pepsi-Dose für seine Morgengymnastik auf eine der Baumwurzeln am Eingangstor für alle deutlich sichtbar heraufgeklettert war, war jedem klar:


Das hier wird heute nicht „nur“ ein kultureller Ausflug.


Tikal erstreckt sich auf einem unfassbar riesigen Gelände von etwa 65qkm, von dem nur ein Bruchteil ausgegraben und damit frei zugänglich ist. Schätzungen zufolge sollen in diesem Ballungsraum früher einmal bis zu 200.000 Menschen gelebt haben. Tikal galt als eine der mächtigsten Städte der Maya. Die Ruinen und Tempel sind noch heute Zeugen dieser mächtigen Dynastie.


Unsere Tour, die eher einem Schulausflug glich, steuerte zu Beginn zielsicher in Richtung Tempel IV. Dieser Tempel ist noch heute einer der höchsten Tempel der Maya-Welt. Wer die Holztreppe überwunden hat, die sich an der Außenwand des Tempels ihren Weg empor sucht, wird mit einem fantastischen Ausblick über Tikal belohnt. Fun-Fact an die Star Wars-Cracks: Die Aussicht von Tempel IV ist Teil einer Szene aus Starwars Episode IV. Wer erkennt es?

Auf unserem Weg zum bedeutendsten Platz, dem großen Platz zwischen Tempel I und II, kamen wir immer wieder an hohen Hügeln vorbei. Unter ihnen liegen noch etliche Ruinen verborgen. Unser Guide berichtete von Infrarot-Aufnahmen der Nasa, die das ungefähre Ausmaß Tikals und vieler weiterer Maya-Ruinen aufzeigen. Unfassbar, was da noch alles tief i Dschungel verborgen liegt.


Begleitet wird unser Marsch durch den Dschungel von Tikal übrigens auch weiter unaufhörlich von den urzeitlichen Geräuschen der Brüllaffen. Bis zu 5 Kilometer kann der Klang dieser Brunftschreie zurücklegen. Doch auch in unserer unmittelbaren Umgebung kreucht und fleucht es.

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Der Große Platz von Tikal


Unsere vierstündige Führung durch Tikal endet am großen Platz. Hier werden heute noch nach den Ritualen der Maya Tieropfer vorgenommen. Unser Guide erzählte von der brutalen Art der Praktiken, bei der beispielsweise Hühnern erst lange und intensiv der Hals massiert wird, ehe der Kopf mit einem Ruck vom Körper getrennt wird.

Eine ekelhafte Vorstellung.

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Tempel I und Tempel II stehen im perfekten Verhältnis zu Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Sowieso ist das gesamte Areal und die Platzierung der Tempel auf den Mayakalender kodiert. Die seitlich zu den Tempeln I und II befindlichen Gebäude repräsentieren den Himmel und die Unterwelt.

Außerdem ist vom Eingang des Tempels IV an zwei für Maya heiligen Tagen der Sonnenauf- und -untergang exakt im Dachkamm der in der Gebäudeachse liegenden Tempelpyramide I zu sehen. Wie die Maya ohne technische Hilfsmittel zu dieser Präzisionsarbeit in der Lage waren, ist wieder einmal nicht erforscht.

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Unsere erste Tour seit Ewigkeiten – Fazit


Wir schlenderten noch einige Stunden ehrfürchtig über das gewaltige Areal. Wir hatten uns hier in Tikal bewusst dazu entschieden, mit einem Guide über das Gelände zu gehen. Einfach in der Hoffnung, die Kultur und die Fähigkeiten der Maya endlich etwas besser zu verstehen.


Unser Guide konnte uns natürlich auch nichts erzählen, was nicht erforscht ist. Wir haben aber viel über die Bedeutung einzelner Gebäude und ihrer Ausrichtung gelernt.

Forscher suchen seit Jahrzehnten verzweifelt nach der Antwort auf das Genie der Maya.


Wir sind aber trotzdem froh, gerade hier eine Tour gemacht zu haben. Wir unternehmen nie geführte Touren, sondern erkunden solche Orte gerne auf eigene Faust, lesen Infotafeln etc. schon alleine aus Kostengründen.

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Die Gruppe war zwar viel zu groß, um wirklich intensiv Fragen stellen zu können und das Englisch unseres Guides kam auch hin und wieder an Grenzen, aber wir sind auf unserer Entdeckungsreise durch das Maya-Reich wieder um einige Erfahrungen reicher geworden.


Mal abgesehen vom Lerneffekt ist auch der Preis wirklich fair gewesen, den wir in unserem Guatemala-Paket ausgehandelt hatten.


Etwa 115 statt 150 Quetzales pro Person (ca. 13 EUR) kostete uns die geführte Tour. Alleine der Transport von Flores nach Tikal liegt bei 80 Quetzales (etwa 10 EUR).

Ab in den Süden – klappt das mit Semuc Champey?


In der Nacht wurde Flores von einem gewaltigen Unwetter heimgesucht. Die Donnerschläge rissen uns mitten in der Nacht aus dem Schlaf und einen intensiveren Regen hatten wir zu keiner Regenzeit in Asien erlebt.


Das Ergebnis sahen wir gleich am nächsten Tag. Die Ringstraße um unsere kleine Insel war an fast allen Stellen überflutet. Der See war über die Ufer getreten.


Für uns stellte sich damit eine ebenso logistische Frage: Kommen wir bei diesen Verhältnissen in den Urwald nach Semuc Champey?


Darüber berichten wir im nächsten Blogbeitrag. So viel sei schon einmal verraten. Der Fahrer unseres Busses nach Semuc Champey stand einige Minuten regungslos an der einzigen Straße zu dem Ort, ehe er eine Entscheidung traf.

Was da los war?


Stay tuned.

2 Comments

  1. Moni sagt:

    …also mich beschäftigt da am Ende deines tollen Beitrages hauptsächlich die Frage: “ war sein Bus weg geschwommen “ 🤔😌😝

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