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Das war doch schon mal ein richtig guter Start in Guatemala. Tikal in Flores hat uns wirklich unfassbar beeindruckt.

Hier in Flores standen wir dann vor der Entscheidung:

Entweder fahren wir direkt von hier über Guatemala City – das uns so gar nicht gereizt hat – nach Antigua. Oder aber wir nehmen uns einen Stop auf dem Weg in Semuc Champey. Davon hatten wir nämlich von Freunden und anderen Reisenden schon sehr viel Gutes gehört.

Unsere Überschrift verrät dir ja schon, für was wir uns entschieden haben.


Der Weg von Flores nach Semuc Champey – ein Höllenritt


Die Busfahrt von Flores nach Semuc Champey hat uns pro Person umgerechnet ca.13,50 EUR gekostet. Wir haben ja schon in unserem vorherigen Beitrag erzählt, dass wir die Tour nach Tikal, die Fahrt nach Semuc Champey (Minivan) und die Fahrt nach Antigua (Minivan) als Paket gebucht haben.

Insider-Tipp: Die einzelne Fahrt von Flores nach Semuc Champey und von dort nach Antigua kosten eigentlich jeweils zwischen 150-200 Quetzales pro Person (also +/- 20 EUR).
 
Die Fahrten in Guatemala empfanden wir insgesamt als recht teuer. Das liegt aber an der Art der Beförderung. Wir sind ausschließlich im klimatisierten Minivan unterwegs gewesen, weil wir mehrfach gewarnt wurden, langen Strecken mit dem öffentlichen Chickenbus zu fahren. Einerseits aus Sicherheitsgründen, aber andererseits, weil der Chickenbus noch viel länger braucht, als die Minivans. Logisch.

Apropos lang. Die Distanz zwischen Flores und Semuc Champey beträgt 368km. Die Strecke ist eine einzige Katastrophe. So viel vorweg. Zwischen unserem Einsteigen in den Bus in Flores und dem Moment, an dem wir unsere Backpacks an die Rezeption unseres Hostels in Semuc Champey gestellt haben, lagen geschlagene 12 (!) Stunden.

Wer will da noch herausfinden, wie lang der Chickenbus gebraucht hätte?


Wir waren gerade drei Stunden unterwegs, da stoppte unser Fahrer an einer Tankstelle, stieg aus dem Auto und stand einige Minuten regungslos neben einem anderen Fahrer. Irgendwann war dann auch unsere Neugierde geweckt. Ich stieg aus, lief zu dem Fahrer und dann war klar, weshalb wir diesen außerplanmäßigen Stop eingelegt hatten.

War es das mit Semuc Champey?


Der Ausdruck im Gesicht unseres Fahrers schien relativ deutlich zu sagen, dass das hier heute Endstation sei. Die einzige Straße in unsere Richtung glich aufgrund der anhaltenden Regenfälle der letzten Tage einem reißenden Sturzbach, dessen Anfang und Ende nicht abzusehen war. Immer wieder aber kamen Fahrzeuge von diesem Hang an unsere Tankstelle gefahren und nach etwa 30 Minuten nahm auch unser Fahrer sein Herz in die Hand.


Und es klappte.
Weltreise_Backpacking_Guatemala_Semuc_Champey
Im Schneckentempo und nur wenige Zentimeter über dem Bach schoben wir uns Meter um Meter den Berg hinauf. Zum Glück hatte der „Straßenfluss“ seinen Ursprung nur wenige hundert Meter von der Tankstelle entfernt. Danach ging es zumindest ohne Wasser auf der Straße weiter.


Die Fahrt zog sich gefühlt wie ein endloser Kaugummi. Eine Passstraße, eine Serpentine reihte sich an die nächste. Wir fuhren kaum mal mehrere Minuten schneller als 60km/h. Dafür machte unser Fahrer alle 1,5 bis 2 Stunden Pause. Ganz ehrlich. Das war auch gut so!
Es war bereits stockdunkel als wir in Lanquin, dem letzten Ort vor dem Urwald von Semuc Champey angekommen waren.


Und jetzt noch in den Urwald.


Anders, als fast alle anderen Fahrgäste in unserem Bus, lag unser Hostel nicht in Lanquin, sondern direkt im Urwald. Das El Portal* (Booking* / Agoda*) ist das Hostel, das am nächsten zu dem Nationalpark gelegen ist. Keine 200m!

ABER. Es liegt etwa 10 Kilometer von Lanquin entfernt und ist nur über eine echte Dschungel-Straße zu erreichen. Schritttempo. Knietiefe Schlaglöcher. Und das mitten in der Dunkelheit.

Der große Vorteil. Wir wurden von einem Mitarbeiter des Hostels in Lanquin abgeholt und so eine Fahrt durch den Urwald bei Nacht hat auch einen ganz speziellen Reiz!


Völlig geplättet vielen wir eine Stunde später in unserem für Urwald-Verhältnisse überraschend sauberen Zimmer ins Bett. Was für eine Höllenfahrt.

Auf Entdeckung in Semuc Champey


Über unseren Tag im Urwald in Semuc Champey haben wir ja einen VLOG gemacht. Noch nicht gesehen? Dann packen wir dir hier das Video am besten gleich nochmal mit hin!

Kurz zu den Fakten:

Der Eintritt nach Semuc Champey liegt bei 50 Quetzales pro Person (etwa 6 EUR). Semuc Champey ist besonders bekannt für seine wunderschönen Karst-Pools inmitten des Dschungels. Wir sind zunächst auf den Mirador, also den Aussichtspunkt geklettert und dann unten in die Pools gehüpft.


Es gibt auch die Möglichkeit, hier eine Tour zu machen. Die kostet dann 150 Quetzales p.P. (etwa 19 EUR) und umfasst eine Höhlenwanderung mit Kerzen, ein Bad in den Pools und wer möchte kann am Ende mit einem Gummireifen noch durch den Fluss tuben!


Da wir in Neuseeland bereits auf eigene Faust einige Höhlen unsicher gemacht haben, wollten wir hier Geld sparen. Hier in Semc Champey kann man noch dazu auch nur mit Guide in die Höhle. Die Pools und den Aussichtspunkt, kann man ganz easy ohne einen Guide erkunden.


Wir haben das hier lieber auf eigene Faust gemacht und sind der Meinung: Das Geld kann man sich sparen. Außer man möchte in die Caves, das geht nicht ohne Guide.
Obwohl wir nur zwei Nächte in Semuc Champey verbracht haben, ist für uns eins klar: Den Stop sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen. Die Kulisse hier ist wunderschön und auch das Hostel hat mit der Nähe zum Nationalpark und seinen super-süßen Bungalows mitten im Urwald einen gigantischen Charme.


Wie gesagt: Unser ganzes Semuc-Champe Abenteuergibt’s als Film auf Youtube
Insider-Tipp: Aber Achtung: Erkundigt euch vorher unbedingt, ob die Pools geöffnet sind. Kurz vor unserer Anreise waren diese nämlich für zwei Wochen wegen Überflutung gesperrt.
 

Unschöne Überraschung im Dschungel


7:45 Uhr. Wir saßen gerade beim Frühstück und warteten auf den Fahrer, der uns um 8:00 Uhr in unserem Hostel abholen sollte, um uns zum Minivan in Lanquin zu bringen. Dort stand die Weiterreise nach Antigua an.

Der Besitzer unseres Hostels kam auf einmal etwas aufgeregt auf uns zu und nach einigem Hin- und Her kristallisierte sich plötzlich heraus, dass noch nie jemand aus seinem Hostel von einem Fahrer abgeholt wurde.


Blöd, denn genau das hatten wir in Flores vereinbart. Als dann noch klar wurde, dass am Tag nur ein einziger Bus von Lanquin nach Antigua fährt – und zwar um 8:00 Uhr – wurde aus unserem gemütlichen Frühstück ganz schnell ein aufgeregtes Fragestellen.

Die Rechnung war relativ einfach: Wir hatten noch gut zehn Minuten, um nach Lanquin zu kommen. Genau dieser Weg hatte bei unserer Anreise noch über eine Stunde beansprucht. Man braucht kein Doktor der Mathematik zu sein, um festzustellen: Könnte eng werden.


Wie kommen wir am schnellsten aus dem Dschungel nach Lanquin?


Der Besitzer unseres Hostels rief den Fahrer unseres Minivans nach Antigua an und noch ehe wir eine Rückmeldung erhalten hatten, ob der Bus warten würde, standen wir auf der Ladefläche eines Pickups, um irgendwie aus dem Urwald zu kommen.

Das war jetzt aber kein privates Taxi oder so. Das war das Vehikel der Einheimischen, die aus dem Dschungel ebenfalls nach Lanquin gelangen wollten. Natürlich läuft in so einer Situation dann auch alles andere schief. Mitten auf der einzigen Straße durch den Dschungel stand plötzlich ein gigantischer Bagger, der die Straße um einige Schlaglöcher erleichtern wollte.

Was für ein grandioses Timing. Wir standen gute 20 Minuten also einfach nur auf einer Stelle und hatten uns bereits von dem Gedanken verabschiedet, diesen Ort heute noch zu verlassen. Dann hat der Kollege doch mal Platz gemacht und wir konnten passieren.


Als wir um kurz vor 9:00 Uhr in Lanquin ankamen, war uns weder klar, wo unser Minivan steht, noch, ob er nicht schon längst losgefahren ist.

Zum Glück haben wir den Standort nach einigen Nachfragen herausgefunden und weil es einfach lief stand auch unser Minivan abfahrbereit noch dort und wartete auf uns. Zur Freude aller anderen Fahrgäste versteht sich.


Schwein gehabt.


Also Achtung: Guatemala zählt als ein korruptes Land, in dem Touristen gerne abgezockt werden. An diesem Tag lief für uns dennoch alles gut, aber wir haben sehr viele Geschichten mitbekommen, in denen die Leute einfach nicht abgeholt wurden! Also bucht eure Touren nicht allzu weit im Voraus aus einer anderen Stadt, auch wenn es sich um eine eingetragene Travelagency handelt. Anderswo solltet ihr sowieso nicht buchen!


Die Fahrt mit dem Local-Bus von Semuc Champey nach Lanquin kostete uns umgerechnet übrigens etwa 2,30 EUR p.P.


Semuc Champey nach Antigua – Es geht immer schlimmer


Die Strecke beträgt genau 321km und hat eine gigantisch große Schwachstelle. Sie verläuft genau durch Guatemala City. Die Stadt alleine gilt jetzt schon nicht als das Paris von Mittelamerika, aber das Problem ist ein ganz anderes. Die ersten 150km sind wir noch über die Straßen geglitten, wie ein heißes Messer durch eine Butter. Und dann bogen wir auf die Straße nach Guatemala City ab, 70 Kilometer bis zur Hauptstadt Guatemalas und Minuten später.... Stop. Stau.
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Nicht irgendein Stau. Das war mit weitem Abstand der längste Stau unseres Lebens. Ganze zwei Stunden haben wir uns zwischen Baustellenstaub, Abgasen und Dreck überhaupt keinen Millimeter bewegt. Bis wir das erste Mal die Stadtgrenze von Guatemala City überquerten war es bereits dunkel und wir hatten die letzten 70 Kilometer in sage und schreibe 6 Stunden zurücklegen können.


Ein großer Spaß für Jung und Alt sag ich dir!
Guatemala City bei Nacht ist jetzt zusätzlich nicht der absolute „place-to-be“. Der kurze Stop an der Tanke nach 12h Busfahrt genügte schon, um ein Bild von der Stadt zu bekommen, als uns der freundliche Herr mit der schusssicheren Weste und mit Schrotflinte bewaffnet die Türe zur Tankstelle öffnete. Übrigens nicht der einzige Mensch, den wir mit einer solchen Waffe in der Öffentlichkeit auf der Straße gesehen haben.


Weitere zwei Stunden später kamen wir endlich in Antigua an.


Zwei wahnsinnig anstrengende Busfahrten in weniger als 72h. Da war mal höchste Zeit, sich mal wieder irgendwo niederzulassen. Antigua ist dafür der absolut perfekte Ort. Unser Hostel, das Banana Azul (Booking* / Agoda*) hatte die perfekte Lage, war super günstig und das Frühstück... fantastisch!


Zum Ausruhen sind wir aber nun wirklich nicht nach Antigua gekommen. Antigua ist nämlich der perfekte Ort, um auf einen der umliegenden Vulkane zu wandern. Wir haben uns für das große Highlight der Region entschieden und sind auf den Vulkan Acatenango gewandert.


Auch hier haben wir wieder einen kleinen Film gedreht, den du dir gerne hier oder auf Youtube anschauen kannst!

Wir sind bisher unheimlich schnell durch Guatemala gereist. Das hat zwei Gründe. Wir haben unfassbar viel Lust, das Land kennenzulernen, viel zu sehen und zu erleben und andererseits – das klingt vielleicht hart, aber – gab es vorher einfach keinen Ort, der uns zum Verweilen eingeladen hat. Antigua war genau dieser Ort. Fünf Tage haben wir hier verbracht, zwei davon allerdings auf einem Vulkan.
Weltreise_Backpacking_Guatemala_Antigua
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Hier in Antigua fiel auch eine andere wichtige Entscheidung unserer Reise. Es war mal wieder an der Zeit, Pläne zu verwerfen. Was das für unsere weitere Mittelamerika-Reise bedeutete und wo es nach Antigua hinging?


Stay tuned.

2 Comments

  1. Wow, da habt Ihr ja ne Menge erlebt in Guatemala bisher. Ich hab mal ein paar Fragen:
    Würdet Ihr sagen bei einem Mietwagen sollte man Allrad nehmen ? Die Beschreibung der Straßen klingt ein bisschen so, um nach Semuc Champey zu kommen. Hattet Ihr da das Hostel vorreserviert ?
    Habt Ihr die Tour auf den Acatenango über´s Hostel in Antigua gebucht ? Eine Art Toilettenzelt gab es da oben vermutlich nicht, oder ? Die Höhe ist natürlich krass. Also die Höhe, die Ihr an einem Tag da rauf gestiegen seid. Könnte mir vorstellen, dass man da nachts ordentlich Probleme mit Akklimatisierung bekommen kann. Zum Glück geht es dann am nächsten Morgen direkt wieder runter. Konntet Ihr euren Kram im Hostel lassen ?

    • Christoph sagt:

      Hey Schwerti,
      wir haben super viel erlebt in Guatemala – wirklich geil 🙂
      Die Straßen sind wirklich mega schlecht. Wenn ich mir überhaupt ein Auto mieten würde, dann eins, das auch mal über Schlaglöcher fahren kann. Muss nicht unbedingt 4×4 sein, macht aber grade im Dschungel natürlich Sinn 🙂
      Wir haben unsere Hostels in Guatemala immer über booking reserviert, ja.
      Genau, die Tour auf den Vulkan kannst du im Prinzip überall in Antigua buchen. Sie kostet wohl auch überall dasselbe :))
      Deswegen haben wir sie im Hostel gebucht, dort konnten wir dann auch unsere Sachen kostenlos stehen lassen.
      Toilettenzelt gab es dort oben keins. Nira hatte ein wenig mit Schwindel zu tun, aber eher wegen dem Essen, als wegen der Höhe. Viel trinken!
      Wenn du Noch fragen hast, einfach raus damit 🙂
      Grüße und guten Start in die Woche
      Christoph

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