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Göttliche Begegnung mit Maximon am Lake Atitlan und der Tag, an dem wir Mittelamerika gegen Mexiko tauschten

Weltreise_Backpacking_Guatemala_Lake_Atitlan
Wir waren bis hierhin sehr schnell durch Guatemala gereist.

Viel schneller, als wir es auf unserer Weltreise zu unserer eigenen Gewohnheit gemacht haben.

Wir haben bis dato gerade einmal 8 Tage in Guatemala verbracht, bis wir nach unserem Trek auf den Vulcán Acatenango (hier geht’s zu unserem Video und hier zu unserem Blogbeitrag!) spät am Abend am Lake Atitlan angekommen waren.


Warum sind wir so schnell durch Guatemala gereist?


Der erste Eindruck in Flores von Guatemala war nicht gerade himmelhochjauchzend. Wir hatten den Eindruck, Guatemala könnte deutlich teurer werden als Mexiko und damit teurer als gedacht.

Außerdem hatten wir bis Antigua an keinem Ort das Gefühl, dort lange verweilen zu wollen. Nicht, weil es nicht schön war. Im Gegenteil. Wir waren von Allem, was wir gesehen haben, total beeindruckt.

Für uns war Antigua einfach der erste Ort, an dem wir gerne mal mehrere Stunden in einem Café gesessen haben, weil es gemütlich war. Guatemala hat sich aber in kurzer Zeit zu einem sehr sehenswerten Land für uns entwickelt.


Deswegen sind wir in 8 Tagen durch Guatemala gereist.

8 Tage voller Erlebnisse. Von den großartigen Ruinen in Tikal durch den Urwald in Semuc Champey zu einem ständig ausbrechenden Vulkan, ehe wir am zweitgrößten See des Landes in diese wunderbare Naturkulisse geraten sind.

Lake Atitlan – 12 Apostel und 3 Vukane


Der Lake Atitlan ist eine Caldera, also der Krater eines Vulkans. Die Explosion dieses Vulkans vor Jahrtausenden gilt als eine der heftigsten überhaupt. Der Lake Atitlan (129qkm) hat in etwa die Größe des Comer Sees (146qkm) und da der See keinen natürlichen Abfluss hat, steigt sein Pegel jährlich an.


Die Kulisse, die sich einem hier bietet ist trotz der ständigen Präsenz dichter Wolkendecken wirklich spektakulär. Gleich drei Vulkane (Toliman, San Pedro, Atitlan) mit über 3.000m Höhe und 12 Dörfer, die nach den 12 Aposteln benannt wurden, säumen den See.


Von Antigua nach San Pedro, wo ich unser Hostel am Lake Atitlan befand, sind es gerade einmal 150km. Geschlagene fünf (!) Stunden hat die Fahrt dorthin gedauert. 80 Quetzales (etwa 9,00 EUR) pro Person kostete die Fahrt mit dem Minibus.
Insider-Tipp:

Nachträglich würden wir die Fahrt nach Panajachel empfehlen. Der Ort ist der bedeutendste am Lake Atitlan. Von hier aus fahren kleine Wassertaxis für sehr kleines Geld in alle Orte am See. Von Antigua nach Panajachel sind es gerade einmal 2 Stunden Fahrt.
 

Mittelamerika-Trip und unsere Entscheidung


Wir waren mit dem Bus erst am früh Nachmittag in Antigua gestartet und kamen entsprechend spät in unserem Hostel an. Vom Busstop aus haben wir für 10 Quetzales (1,20 EUR) ein Tuktuk zum Hostel genommen. Schon in den Tagen zuvor, besonders nach der beeindruckenden Erfahrung auf dem Vulcán Acatenango war in uns die Entscheidung gereift, unserer weiteren Mittelamerika-Planung ein jähes Ende zu setzen.
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Santiago und unsere Begegnung mit dem heiligen Maya-Idol Maximon


Am nächsten Morgen fuhren wir gemeinsam mit Diane & Sven, die wir bereits in Flores kennengelernt hatten, mit dem Wassertaxi (3,00 EUR für Hin- und Rückfahrt p.P) nach Santiago. Die Bootsfahrt dauert nur eine knappe halbe Stunde.


Santiago ist ein geschäftiger Ort, der zwar vom Wasser aus relativ klein wirkt, aber Heimat von fast 40.000 Menschen ist.


Am Bootssteg angekommen wurden wir erst einmal von einer Handvoll Stadtführern in Empfang genommen, die uns am liebsten gerne persönlich in ihr Tuktuk getragen hätten, um uns für eine stattliche Gage Santiago näherzubringen.


Als wir uns einige Meter in den Ort vorgekämpft hatten und deutlich die Nachwehen des Vulkan-Treks in den Oberschenkeln spürten, haben wir uns dann doch den liebsten Guide an der Straße ausgesucht und uns in zwei Tuktuks für 100 Q pro Team (etwa 12 EUR) durch Santiago kutschieren lassen.


Nach der Fahrt zu einem Aussichtspunkt, einem Besuch am Denkmal der Aufstände von 1990, als die Einheimischen sich im Bürgerkrieg gegen das Militär auflehnten, kam es zu unserem persönlichen Höhepunkt der Tour: Dem Besuch bei Maximon.
Kurz zum Hintergrund. Santiago ist eine Maya-Stadt. Hier werden noch spezielle Riten und Traditionen der Maya gelebt. Generell gilt Guatemala als maya-geprägt. Santiago eben ganz besonders.


In diesem Kontext ist auch die Vergötterung des Maximon zu sehen. Der Maximon ist ein Volksheiliger in Guatemala, der besonders hier in Santiago einen hohen religiösen Stellenwert hat.


Das Ganze mag für Außenstehende etwas skurril erscheinen, denn der Maximon ist eine kleinwüchsige Holzfigur, die in traditionelle Gewänder gekleidet ist. Er hat ununterbrochen eine Zigarette im Mund und während den Gebetszeiten gießen ihm Einheimische Rum ins Gesicht.


Er ist weder ein Gott und eigentlich ist er auch kein Heiliger. Vielmehr ist er eine Gestalt, die zwischen Himmel und Hölle steht, mit der man einfach keinen Ärger will. Deswegen versorgt man ihn ununterbrochen mit Zigaretten, Rum und sonstigen Annehmlichkeiten. Klingt gar nicht religiös oder?
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Maximon zieht einmal im Jahr um.

Wohin der Maximon zieht, wird alleine von Schamanen bestimmt. Für die Einheimischen ist es Ehre, Verantwortung und Einkommensquelle zugleich, wenn der Maximon in ihr Haus einzieht. Als wir zum Maximon kamen, befand sich einer der Priester gerade mitten in einem Gebet. Dabei werden Kerzen entzündet und der ganze Raum wird mit Räucherstäbchen und Blumen geschmückt.

Es ist und bleibt skurill.


Unsere Tour endete nach einer knappen Stunde an einer Kirche, die angeblich schon Mitte des 16. Jahrhunderts gebaut worden sein soll. Wir empfanden die Kirche aber eher als unspektakulär.


Als wir gerade auf dem Rückweg zum Pier waren, trafen wir Domingo. Domingo ist 8 Jahre alt und schon jetzt ein großartiger Geschäftsmann. Als wir ihn fragten, wo wir am Hafen noch einen Kaffee bekommen würden, hat er uns kurzerhand zu sich nach Hause eingeladen. Seine Familie verkauft eine eigene Röstung guatemaltekischen Kaffees und während der Zubereitung hat uns der kleine Knabe durch seinen Garten geführt, Stühle und einen Tisch aufgestellt und uns alle Pflanzen erklärt, die wir hier finden konnten.

Nochmal: Der Kleine war 8 Jahre alt!
Am Ende hat er uns sogar noch zu unserem Boot geführt, dass uns zurück nach San Pedro gebracht hat.


Kleine Begegnungen, die das Reisen wirklich besonders machen. Danke Domingo, für den leckeren Kaffee!
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Mexiko – weil es einfach so schön war!


Unsere Tage in Guatemala waren gezählt.

Nach zehn Tagen in Guatemala stiegen wir ganz früh am nächsten Morgen in das erste Wassertaxi nach Panajachel auf die andere Seite des Sees. Von dort aus startete unser letzte Fahrt durch Guatemala an die Grenze nach Mexiko.

Ein letztes Mal über die furchtbar schlechten Straßen Guatemalas.

Unsere Blicke streiften über den See, als wir auf unseren Bus warteten.


Unser Start in Guatemala war nicht der Beste. Am Ende haben wir uns von einem Land verabschiedet, das unfassbar vielfältige, wunderschöne Natur zu bieten hat. Ein Land, dessen Einwohner ungemein tüchtig sind, hilfsbereit und freundlich und das uns wirklich nachhaltig begeistert hat.


Wir freuten uns aber auch unfassbar auf Mexiko, als unser Busfahrer die Schiebetür unseres Minivans zuzog und Richtung Grenze donnerte. In Richtung San Cristobal. In Richtung eines neuen Abenteuers.


Zu sehr hatten wir uns in Mexiko verliebt, als dass es uns genügt hätte, dort „nur“ Yucatan und die Quintana Roo erkundet zu haben.


Wir standen vor der Entscheidung:


Reisen wir von Guatemala in Richtung Süden nach Nicaragua und Panama oder nehmen wir uns noch einmal etwas Zeit, um ein weiteres Gesicht Mexikos kennenzulernen?


Wir haben uns für Mexiko entschieden.


Stay tuned.
Sicherheit in Guatemala und wie wir uns fühlten:

Guatemala City, die Hauptstadt Guatemalas war bis vor Kurzem die gefährlichste Stadt der Welt. Auch im Rest des Landes hört man ständig: Bitte, bitte passt gut auf euch auf! Es kommt wohl sehr oft zu gewalttätigen Raubüberfällen auf Touristen. Abzocke steht an der Tagesordnung.


Wir haben uns zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt in Guatemala. Es ist ein sonderbares Gefühl, wenn man durch eine Stadt fährt, in der Sicherheitskräfte und Polizisten schwer bewaffnet patrouillieren.

Es ist auch ein sonderbares Gefühl, wenn einem mehrfach abgeraten wird, mit „Sack und Pack“ öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, da man sich so zur Zielscheibe von Übergriffen macht.


Wir haben uns ausschließlich von touristischen Minivans durch das Land fahren lassen und haben Guatemala City gänzlich gemieden. Es hat uns eh nicht gereizt. In den Orten auf unserer Route haben wir uns auch nach Einbruch der Dunkelheit nie unsicher gefühlt.

Auch das Thema Abzocke hat Guatemala nicht exklusiv für sich. Wer reisen geht, der weiß, dass es in allen Ländern der Welt dazu kommen kann, dass einem Händler das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Man darf es eben einfach nicht zulassen. :)

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