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Es gewitterte schon seit Stunden.

Unsere Vorfreude, endlich wieder nach Mexiko zurückzukommen, konnte aber kein Regenschauer der Welt trüben.

Nach über neun Stunden Fahrt kamen wir in San Cristobal de las Casas an. Direkt am Plaza de Marzo stoppte unser kleiner Minibus im strömenden Regen.


San Cristobal – da klingelt es doch oder?


Es dauerte nur einen kurzen Augenblick und wir bekamen eine ungefähre Vorstellung von dem, was hier vor einigen Wochen passiert sein musste.

Wir waren umgeben von Bauzäunen und Gerüsten, die sich an den Außenwänden der historischen Bauten im Zentrum emporhoben.


Kurz, bevor wir unsere Weltreise 2.0 im September gestartet hatten, erschütterte ein heftiges Erdbeben die Region von Mexiko City bis San Cristobal. Uns war zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon klar gewesen, dass wir nicht nach San Cristobal in die Region Chiapas reisen werden.


Erstens wollten wir ja eh nicht lange in Mexiko bleiben (Alleine dieses Vorhaben scheiterte ja bekanntlich auf ganzer Linie!)

Zweitens drohten massive Nachbeben für die Region. Das war uns einfach zu heiß.

Und drittens trennten uns in Cancun bei unserer Ankunft über 1.000km von San Cristobal. Das war uns einfach zu weit.


Und dann kam es in Guatemala doch wieder anders und wir wollten unbedingt mehr von Mexiko sehen.
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Tada – wir sind zurück in Mexiko!


Wir suchten uns unseren Weg zu unserem Hostel in San Cristobal. Gut durchnässt und hundemüde von der Fahrt kamen wir am B&B Le Gite del Sol (Agoda*/Booking*) an.


Eine wirklich ganz einfache, supergünstige Unterkunft, mit wahnsinnig herzlichen und freundlichen Mitarbeitern. Und einem super leckeren Frühstück!

Ein Spaziergang durch San Cristobal


Wir haben uns fast eine ganze Woche Zeit genommen, um die Region um San Cristobal und die Stadt selbst zu erkunden. Gleichzeitig wollten wir aber auch gerne den Alltag und das Leben im Herzen von Chiapas genießen, waren jeden Tag in einem schönen Café und haben und von einem Tacos-Stand zum nächsten gefuttert.
Insider-Tipp: Ein wirklich wunderschöner Ort, um einen guten Kaffee zu trinken, ist der Plaza San Augustin. Wir waren bestimmt 3-4mal alleine wegen dem leckeren Cappuccino dort. Kostenpunkt: 2€! Herausragend!

 
Mit Ausnahme des Tages unserer Ankunft hatten wir wirklich sensationelles Wetter. Natürlich kein Vergleich zu den Temperaturen in Yucatan, aber dafür liegt die Stadt mit etwa 2.200m auch etwas zu hoch.


Wir haben einige Tage genutzt, um uns einfach in der Stadt treiben zu lassen. Die Schäden durch das Erdbeben sind wirklich allgegenwärtig, aber sie entstellen San Cristobal in keinster Weise. San Cristobal de las Casas – und das sagen selbst die Mexikaner – ist eine der schönsten Städte des Landes. Ein unfassbar anziehendes Flair gepaart mit jungen, modernen und stilvollen Cafés, Bars und Restaurants und jeder Menge Charme!

Für uns eine absolute Wohlfühl-Oase nach dem schnelleren Reisen durch Guatemala!

Der Canon del Sumidero – wer hätte das erwartet?


Nach einigen erholsamen und ruhigen Tagen war es dann aber auch wieder Zeit für ein wenig Action. Nachdem wir uns mit dem Host unseres Hostels super verstanden haben, lief alles über ihn.


Er war es auch, der uns mit drei wunderbaren Touren für die beiden kommenden Tage ausgestattet hatte. Eigentlich sind wir nicht die typischen Teilnehmer einer Tour. Wir erkunden Orte, die uns interessieren, immer gerne auf eigene Faust.

Da war wohl noch ein bisschen Gemütlichkeit im Spiel und der Wunsch, mal nicht nach dem richtigen Bus fragen zu müssen! Das tat auch mal gut.


Als Erstes ging es für uns zum Canon del Sumidero. Ein Tagestrip für 250MX$ p.P (etwa 11,00 EUR). Nach etwa einer Stunde Fahrt mit dem Minibus kamen wir am Ausgangspunkt der Bootsfahrt an. Der erste kleine Dämpfer folgte, als wir mit rund 35 anderen Menschen plötzlich auf einem Speedboat saßen. Das hatten wir uns irgendwie privater vorgestellt, war aber schnell vergessen, als wir mit Voll-Speed in den Canyon preschten.

Zu beiden Seiten unseres Bootes stürzten steile Felsklippen aus bis zu 1.000m in die Tiefe. Wahnsinn, mit so einer Naturschönheit hatten wir hier wirklich nicht gerechnet! Jetzt war auch uns klar, warum Chiapas landschaftlich als eine der schönsten Regionen Mexikos gilt.


Begleitet wurde unsere eilige Fahrt von den wachsamen Blicken sich sonnender Krokodile am Ufer des Flusses und den verspielten Äffchen in den Baumwipfeln. Beide sorgsam voneinander getrennt.


Der Canon hat aber auch eine tragische Geschichte. Mit der Eroberung der Spanier stürzten sich hier hunderte Männer und Frauen des Chiapa-Stamms der Maya in den Tod, um sich der Versklavung durch den Eroberer aus Europa zu entziehen. Dadurch starb der gesamte Stamm aus.

Einblicke in das indigene Leben – Zincantan und Chamula


Am nächsten Morgen starteten wir eine kleine Kultur-Offensive in San Cristobal. Oder vielmehr in zwei Vororten der Stadt. Diesmal bestand die Gruppe nur aus einer handvoll Menschen und wir zahlten 200MX$ pro Nase (etwa 9,00 EUR).


Unser erster Stop war Zincantan. Der Ort lebt hauptsächlich vom Blumen-Export. Leider ist der kleine Ort im Norden von San Cristobal besonders schwer von dem Erdbeben betroffen. Das Wahrzeichen der Stadt, die Iglesia de San Lorenzo ist teilweise kollabiert und der Zutritt ist absolut unmöglich. Auch die kleine Eglesia de San Sebastian hat schwere Schäden davongetragen.
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Hier in Zincantan waren wir außerdem bei einer einheimischen Familie zu Gast, haben gemeinsam gegessen und Einblicke in das Handwerk der Frauen des Ortes bekommen: Das Weben. Neben der Blumenzucht ist das Handwerk die zweite Einkommensquelle des kleinen Örtchens. Ein paar Kilometer nordwestlich von Zincantan liegt Chamula.

Unser Guide erzählte uns, dass diese Kommune nach ihren eigenen Regeln und Gesetzen lebt und keine Steuern an das Land abführt. Demzufolge wären die Menschen hier allesamt sehr wohlhabend, auch wenn man es keiner einzigen Person ansah.

Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage sei also mal dahingestellt.


Das kulturelle Zentrum der Stadt ist die Iglesia de San Juan Chamula. Filmen, Fotografieren und selbst das Zeichnen des Gesehenen ist in der Kirche strengstens verboten. Schon alleine das löste ein sonderbares Gefühl in der Magengegend aus, als wir über die Schwelle der Eingangstür stiegen.


Der Bauch der Kirche ist ausschließlich durch den Schein hunderter Kerzen erleuchtet. Der Boden ist übersät von Tannennadeln und es gibt keine Sitzbänke. An der Wand steht ein religiöser Heiliger neben dem Anderen. Über Allem erhaben im hinteren Zentrum der Kirche steht der Namensgeber der Kirche: San Juan.
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Hier in der Kirche finden außerdem noch heute regelmäßig Tieropfer statt. Wir sind glücklicherweise nicht Zeuge einer solchen Zeremonie geworden. Da es sich bei den Opfern um lebendige Tiere handelt, laufen diese meist äußerst blutig ab.


Es war ein wirklich spannender Tag in einer völlig fremden Welt. Wenige Kilometer von San Cristobal entfernt eine solche Kultur hautnah erleben zu dürfen, ist wirklich die Reise wert gewesen. Wir haben zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gehabt, dass wir hier einer für touristischen geschaffenen Atmosphäre ausgesetzt sein könnten. Im Gegenteil. Besonders in Chamula kamen wir uns die meiste Zeit wie Fremde vor.

Von San Cristobal nach Palenque


Unser Hostel-Besitzer hat uns für die Weiterreise einen sagenhaften Tipp gegeben, als wir ihm erzählten, dass wir nach Palenque ziehen möchten. Die Kosten für den ADO-Bus für diese Strecke lagen zu diesem Zeitpunkt bei etwa 300MX$ p.P., also etwa 15,00 EUR.

Für gerade einmal 350MX$ pro Person könnten wir die Strecke auch mit einer kleinen Tour überwinden Das sind knapp 2 EUR mehr.

Der Vorteil: Die Tour stoppt an den beeindruckenden Wasserfällen von Agua Azul und Misol Ha und der Eintritt zu den Ruinen von Palenque ist auch dabei.
Wer kann da nein sagen?


Es war noch stockdunkel.

Unser Wecker klingelte um kurz vor 4:00 Uhr morgens.

Anziehen, Zähne putzen und schon saßen wir in einem kleinen Minivan auf dem Weg zu unserem ersten Halt. Einer völlig überteuerten Frühstückspension, bei der wir vor lauter Übermüdung erst an der Kasse erfuhren, dass wir 8 EUR pro Frühstück zahlen mussten.

Auf Reisen wird man immer wieder Lehrgeld zahlen, egal wie lange man unterwegs ist.


Schwamm drüber, das Frühstück war lecker und gegen 9:00 erreichten wir die Wasserfälle Agua Azul.

Treppen – Wasserfall – Treppen – Wasserfall


Wahnsinn, einfach wunderschön. Als uns unser Fahrer mit zwei Stunden zur freien Verfügung auf den Weg zu den zwei Minuten entfernten Wasserfällen geschickt hat, haben wir uns noch gefragt, was wir hier so lange machen sollen.

Am Ende kamen wir gerade pünktlich zur Abfahrt wieder an unserem Bus an.
Die Wasserfälle von Agua Azul sind einfach riesig. Insgesamt 500(!) einzelne Kaskaden fallen hier aus 2 bis 30m in die Tiefe. Die Farbe des Wassers ist der Grund für den Namen. Wunderschöne Blautöne!


Durch das Erdbeben im September 2017 wurde der Flusslauf, der für die Wasserfälle zuständig ist, umgeleitet. Als wir vor Ort waren, arbeiteten die Menschen dort mit Hochdruck daran, den Verlauf wiederherzustellen, aus Angst, durch die Versiegung einzelner Wasserfälle könnte der Tourismus ausbleiben.


Schon mal hinter einem Wasserfall gelaufen?


Einige Kilometer flussabwärts folgte Stop 2 auf unserer Tour. Misol Ha. Ein 35m hoher Wasserfall mit einer wirklich tollen Besonderheit. Hinter dem rasant hinabstürzenden Wasserfall kann man nämlich über glitschiges Gestein spazieren. Man hätte eigentlich damit rechnen können, dass es dort ziemlich feucht zugeht. Wir sind aber trotzdem mit Kamera und Rucksack in der Gischt von Misol Ha herumgestolpert und haben uns später noch fragend angesehen, als wir klatschnass wieder herauskamen.
Die beiden Wasserfälle alleine sind schon definitiv die Reise wert gewesen. Obwohl wir in der Regenzeit und nach dem schweren Beben hier unterwegs waren, waren wir wirklich begeistert. Und das, obwohl wir mittlerweile wirklich viele beeindruckende Wasserfälle auf unserer schönen Welt gesehen haben.

Zum Abschluss nochmal Maya – die Ruinen von Palenque


Jetzt kommst du ins Spiel.

Als wir auf Instagram gefragt haben, welche Maya-Ruinen dich in Mexiko am meisten beeindruckt haben, fiel mit großer Mehrheit der Ort: Palenque!

Eigentlich hatten wir wirklich schon genug Maya-Ruinen gesehen. Es wird zwar nie langweilig, aber ohne deinen Zuspruch (und wenn es nicht eh in unserer Tour inkludiert gewesen wäre), hätten wir die Ruinen von Palenque wohl geskippt.


Zum Glück haben wir nicht getan!

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Palenque ist wirklich genau so, wie es uns beschrieben wurde. Eine wunderschöne Anlage mit vielen gut erhaltenen Ruinen und einigen wirklich spektakulären Aussichtspunkten.

Danke, dass du uns überzeugt hast !


DANKE Mexiko


Von Palenque ging es für uns noch am gleichen Abend mit dem Nachtbus in unser geliebtes Tulum (640MX$ p.P, etwa 29 EUR). Bevor es für uns in das nächste Land gehen würde, wollten wir unbedingt noch einmal richtig Urlaub machen.

Unser Flug ging ab Cancun, da war klar: Es wird wieder Tulum!


Unsere letzten Tage in Mexiko verbrachten wir gemeinsam mit unseren lieben Freunden von Immer.Fernweh in einem mega schönen Appartment in Cancun. Energie tanken, kochen, Karten spielen und gelegentlich ein Ausflug ans Meer. Das war’s!


Wir sind begeistert von Mexiko.

Das hätten wir niemals erwartet.

Aus einer guten Woche Mexiko wurden am Ende insgesamt 41 (!) Tage.

Es fühlt sich absolut richtig an, Mittelamerika gegen Mexiko getauscht zu haben.

Danke Mexiko!

Für deine Menschen. Für deine beeindruckende Kultur. Für deine Tacos. Und für deine Tequilas, Margaritas und Coronas.


Wir kommen bestimmt wieder.


Stay tuned.

2 Comments

  1. Monika Lung sagt:

    Schönes Mexiko..auf jeden Fall eine Reise wert…wer hätte es gedacht 😉❣

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