Wie man eine Weltreise richtig plant

...ohne dabei Flexibilität und Freiheit zu verlieren!

Herzlichen Glückwunsch, du hast dich für eine Weltreise entschieden! Das ist schon einmal die erste Entscheidung, die du treffen musst. Das geht manchmal garnicht so leicht, zumindest redet man sich das gerne ein. Natürlich ist deine Entscheidung von deiner Lebenssituation abhängig. Die wenigsten Menschen können für mehrere Monate auf ein festes Einkommen verzichten, weil sie beispielsweise hohe Lebenshaltungskosten wie Mieten, Kreditrückzahlungen, Finanzierungen etc. oder etwa eine Familie haben.


Genau aus diesem Grund und weil die Hürden im Leben später nur noch höher werden, haben wir uns für die Zeit nach dem Studium für diese Weltreise entschieden.Gerade jetzt sind die laufenden Kosten bei uns noch sehr gering, man kann sich entsprechend etwas zur Seite legen und hat noch keine großen Verpflichtungen, für die man ein regelmäßiges Einkommen benötigt, zumindest geht das uns so :)

Vielleicht bist du in einer ähnlichen Situation und auch uns hat es geholfen, von "Gleichgesinnten" Tipps und Erfahrungen zu bekommen, was die Planung ihrer eigenen Weltreise betrifft. Jeder hat seinen eigenen Reisestil, deswegen werden wir auch unsere Vorbereitungen für die Weltreise mit euch teilen un freuen uns, wenn euch der ein oder andere Rat für die Planung eurer eigenen Reise hilft.


 

Die richtige Route für deine Weltreise

 
Neben den vielen positiven Gefühlen nimmt ein Gedanke sicherlich sofort dein Großhirn ein: Wohin soll meine Reise eigentlich gehen?Was willig sehen von der Welt? Wer eine Weltreise plant, hat nicht selten schon gewisse Vorstellungen, wo er oder sie unbedingt hinwill. Um diese Wünsche dann in Einklang mit einer Route für die Weltreise bringen zu können, haben wir dir die wichtigsten Tipps zusammengestellt, die dir die Planung erleichtern sollen.


Faktor Zeit

Ein ganz wesentlicher und wichtiger Punkt ist die Zeit. Dabei spielt neben der Frage nach der verfügbaren Zeit zum Reisen auch der definierte Zeitraum und damit die (Jahres-)Zeit in der jeweiligen Destination eine Rolle.

Nur den Wenigsten wird es vergönnt sein, auf unbestimmte Zeit reisen zu gehen. Denjenigen gilt mein vollster Neid. Für diejenigen, die ein begrenztes Zeitfenster zum Reisen haben, will die Zeit gut eingeteilt sein. Dabei macht man leicht den Fehler, sich vor lauter Vorfreude zu verrennen. Wer einige Monate zum Reisen hat – sei es nach dem Abi, in den Semesterferien oder während eines Sabbatjahres – möchte verständlicherweise möglichst viel sehen und erleben. Doch Vorsicht: Manchmal ist weniger mehr!


Natürlich kommt es ganz auf dich an und deine Art zu reisen, doch was die Anzahl der Reiseziele angeht, solltest du dir nicht zu viel vornehmen. Wer in einem halben Jahr pro Kontinent zwei bis drei Länder bereisen will, hat aus unserer Sicht viel zu wenig Zeit, um den Moment zu genießen und das Land wirklich kennenzulernen. Schon alleine bei dem Gedanken werde ich leicht unruhig, denn Reisen bedeutet für mich in Ruhe andere Länder, Leute und Kulturen zu erleben. Ich glaube, das würde uns und vor allem mir selbst bei dieser Taktung nicht gelingen.

Ich habe schon öfter von der Faustregel gelesen, dass man sich so viele Ziele auswählen soll, wie man Monate zur Verfügung hat. Ich denke, daran kann man sich grob sehr gut orientieren.

Je nach Traveller ist auch die Reisezeit ein nicht unerheblicher Baustein in deiner Planung. Hier kannst du dich sehr gut an den Auflistungen von www.optimale-reisezeit.de orientieren.


Das liebe Geld

Ja, wir kommen natürlich auch nicht um diesen Punkt. Wer ein entsprechend geringes Budget hat und vergleichsweise viel Zeit zum Reisen hat (wie beispielsweise wir!), der muss seine Route auch ein wenig nach dem Geldbeutel ausrichten oder unterwegs arbeiten. Dabei kann man sich grundsätzlich merken, dass es in der Stadt teurer ist, als auf dem Land und auf Inseln teurer, als auf dem Festland. Besonders teuer wird es immer dort, wo sich viele Touristen ballen. Einleuchtend oder?


Teuer: Nordamerika, Europa, Japan, Ozeanien

Mittel: Süd- und Mittelamerika, Afrika

Günstig: Südostasien, Indien, Nepal


Ganz grob kann man sich preislich an der oberen Tabelle orientieren. Hier kommt es natürlich auch immer etwas auf die Regionen an, wie oben schon gesagt. Die Kosten für deine Flüge sind auch nicht gerade Stimmungsaufheller für die Buchhaltung. Mit ein bisschen Grundlagenwissen zum Thema „Flüge buchen“ kann man hier aber richtig ordentlich sparen. Dem Thema werden wir noch einen eigenen Artikel widmen, das würde sonst ausufern. Was man aber zur Planung der Route und damit der Flüge sagen kann, ist, dass du dir Gedanken darüber machen solltest, ob man deine Reiseziele sinnvoll und einfach miteinander verbinden kann. Wenn nicht, musst du entweder Einbußen in der Reisekasse hinnehmen oder deine Ziele neu überdenken.

Über das Thema "Work & Travel" solltest du dir auch Gedanken machen, um frisches Geld während deiner Reise in deinen Geldbeutel fließen zu lassen.


Safety first

Für viele Reisende spielt auch das Thema Sicherheit eine wichtige Rolle. Wir gehören zu der Gruppe Menschen, die sich darüber bisher wenige Gedanken gemacht haben, wenn wir auf Reisen gingen. Wir haben unser Glück aber bisher auch nicht übersprapaziert und akute Gefahrenherde gemieden. Hier gibt Dir das Auswärtige Amt (www.auswaertiges-amt.de) Hinweise, wohin du sicher reisen kannst und wo du vorsichtig sein solltest. Im Übrigen gibt es hier auch Vermerke zum Thema Impfungen, d.h. welche Impfung dir für welches Reiseziel empfohlen wird.

Am Ende des Tages ist jeder auch ein wenig selbst für seine Sicherheit verantwortlich. Als Tourist gilt man in vielen Ländern automatisch als wohlhabend. Wer sich dazu also auch noch auffällig verhält und ein gewisses Maß an Demut vermissen lässt, macht sich automatisch zur Zielscheibe von Kleinkriminellen.


Fazit zur Routenplanung

• Weniger ist mehr – nimm dir nicht zu viele Ziele vor, außer du möchtest bewusst Power-Reisen

• Wähle deine Reiseziele so, dass du sie gut und günstig miteinander kombinieren kannst

• Wähle deine Route nach dem Reisebudget aus und achte in diesem Zusammenhang auch auf die Saison vor Ort

 

Was kostet eine Weltreise?

 
Während die Planung deiner Route für die Weltreise große Vorfreude in dir auslösen sollte, wirst du auch Dinge planen müssen, die kaum zu Jubelsprünge führen werden, so etwa die Kosten für deine Weltreise.

Du wirst dir vor deiner Weltreise überlegen müssen, wie viel Geld du brauchen wirst. Als Faustregel kann man zwar sagen, dass der durchschnittliche Backpacker 1.000€/Monat auf einer Weltreise benötigt, aber wenn du deine Kosten etwas präziser planen möchtest, haben wir hier einige Tipps für dich.


Vorab ist es aber wichtig, dass du beachtest, dass wir dir hier nur Tipps für eine grobe Kalkulation liefern können, immerhin wissen wir nicht, welche Reiseziele deine Weltreise beinhaltet, wie dein Reisestil ist und welchen Standard du auf deiner Reise erwartest. Das kann jeder nur für sich selbst beurteilen. Wir sind Studenten und Backpacker, das macht sich natürlich auch in unserem (geringen) Budget bemerkbar.

Mit dem BigMac-Index, den wir dir für die Planung der Kosten für deine Weltreise vorstellen wollen, wirst du auch nicht den exakten Betrag errechnen können, den du je nach Land benötigen wirst. Er gibt dir aber einen guten Eindruck von den Lebenshaltungskosten vor Ort. Auch dieser Wert wird nicht unumstößlich sein, im Gegenteil, wenn man kostenbewusst reist, kann man immer sparen.


Dass du aber mit deiner Kalkulation für die Kosten deiner Weltreise nicht völlig ins Blaue schießt, haben wir dir einmal beispielhaft zusammengestellt, wie du bei der Planung der Kosten deiner Weltreise vorgehen kannst:


1) Notiere die Länder die in deine Route einfließen sollen. Schau dir hierzu gerne nochmal unsere Tipps für die richtige Reiseroute weiter oben an

2) Überlege, wie lange du dich in jedem Land aufhalten möchtest (in Tagen)

3) Nutze den sog. BigMac-Index (siehe Wikipedia) für eine grobe Kalkulation deiner Kosten, indem du die Anzahl der Tage mit dem Faktor des BigMac’s multiplizierst. Iiiiih Mathe, aber keine Angst, das kriegt man locker hin. Aus der Erfahrung kann man grob sagen, dass du mit einem Faktor von 15 (BigMac’s pro Tag) errechnen kannst, wie viel Geld du in deinem jeweiligen Reiseziel pro Tag benötigen wirst. Die Werte für die Berechnung findest du auf der Wikipedia-Seite.

4) Vergiss nicht, deine Flüge und eventuelle Visa-Kosten einzuberechnen. Die Flüge kalkulierst du am besten mit Hilfe von Skyscanner, Kayak und Co.

5) Vorsicht ist besser als Nachsicht – Rechne auf deinen Endbetrag noch einmal einen Puffer von ca. 10% auf.


Wir spielen das nun einmal für dich am Beispiel unserer Route durch, die sich zwar schon mehrfach geändert hat und auch am Tag unserer Abreise nicht fix sein wird, die dir aber exemplarisch zeigen soll, wie es funktioniert.

Los geht’s mit Schritt 1)

Unsere aktuelle Route:


Deutschland – Namibia, Botswana, Südafrika – Myanmar – Neuseeland – USA (Hawaii & Westküste) – Costa Rica, Panama – (Brasilien, Chile) – Deutschland


Die Schritte 2) und 3) kannst du am Besten zusammen durchführen.

Für die Berechnung der Kosten für deine Weltreise benötigst du jetzt

- die geplante Aufenthaltsdauer (in Tagen)

- den BigMac Faktor (hier 15)

- den BigMac-Preis pro Land (Quelle statista, Jan 2016)

- den Umrechnungskurs Dollar-Euro (Stand 07.2016: 1$ = 0,90€)

Achtung:
In den meisten Fällen ist der Index in Dollar berechnet, du musst es also am Ende noch umrechnen


Namibia, Botswana & Südafrika: 1,77$ x 15 = 26,55 $/Tag (Für afrikanische Länder gibt es oft keinen eigenen BigMac-Index, wir rechnen hier mit dem südafrikanischen)

39 Tage x 26,55$ = 1.035,45$


Myanmar: 3,09$ x 15 = 46,35$/Tag (Für Myanmar gibt es keinen eigenen BigMac-Index, daher nehmen wir den thailändischen)

19 Tage x 46,35$ = 880,65$


Neuseeland: 3,91€ x 15 = 58,65$/Tag

60 Tage x 58,65$ = 3.519,00$


USA: 4,93$ x 15 = 73,95$/Tag

31 Tage x 73,95$ = 2.292,45$


Costa Rica & Panama: 4,02$ x 15 = 60,30€/Tag (Für Panama gibt es keinen eigenen BigMac-Index, daher nehmen wir den costa-ricanischen)

41 Tage x 60,30$ = 2.472,30$


Brasilien & Chile: 3,35$ x 15 = 50,25$/Tag (Wir wissen noch nicht genau, wohin wir in Südamerika wollen, daher rechnen wir exemplarisch mit dem brasilianischen Index)

32 Tage x 50,25$ = 1.557,75$


Anzahl Tage (gesamt): 222


Kalkulierte Gesamtkosten (in Dollar): 11.757,60$

Kalkulierte Gesamtkosten (in Euro): 10.581,84€


Schritt 4) Nach der Berechnung der Kosten, die du IN dem jeweiligen Land haben wirst, musst du nun berechnen, welche Kosten anfallen, um erst einmal in das jeweilige Land zu kommen. Unsere Flugkalkulation für diese Route hat ergeben, dass wir mit etwa 2.500€ all diese Länder auf einer Route bereisen können. Deine Flugroute kannst du ganz leicht mit den o.g. Anbietern kalkulieren.

Über die Seite des Auswärtigen Amts (www.auswaertiges-amt.de) kannst du recherchieren, ob du für die Einreise in die Länder deiner Route ein Visum benötigst. Als deutsche Staatsbürger haben wir die glückliche Situation, in 145 Länder dieser Erde visumsfrei einreisen zu können. Auf unserer Route befindet sich mit Myanmar nur ein Land, für welches wir ein Visum benötigen.


Gesamtkosten für Flüge und Visa: 2.525€


In Schritt 5) nimmst du nun alle Kosten zusammen und rechnest deinen Puffer mit ein. Als Ergebnis kommt für unsere Reise folgender kalkulierter Gesamtbetrag heraus:


Gesamtkosten Aufenthalte: 10.581,84€

Gesamtkosten für Flüge und Visa: 2.525€

Gesamtkosten (total): 13.106,84€

Puffer in Höhe von 10%: 1.310,68€

Gesamtkosten Weltreise: 14.417,52€


Wir hoffen, du hast jetzt einen Eindruck, wie du deine eigene Weltreise berechnen kannst und würden uns freuen, wenn wir dir mit diesen Tipps weiterhelfen konnten.

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